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Volkswagen Multivan im Test

Ihr nächstes Auto soll ein VW Multivan werden? Erfahren Sie alles Wichtige zu diesem Modell in unserem ausführlichen Testbericht!

4,7/5 aus 13.413 Bewertungen

Der Bulli geht in die siebte Generation: Die Ausgereiftheit einer Modellreihe, die bereits in den 50ern startete, stellt sich aktuellen Herausforderungen der Automobilindustrie wie Digitalität und Elektromobilität. VW sagt, man habe den Multivan neu erfunden. Tatsächlich bricht der T7 in vielen Bereichen mit seinen Vorgängern. Aber ist er auch besser?

  • Neu: auch als Plug-in Hybrid
  • Anders: nur noch mit sieben Sitzen
  • Gewohnt: variables Platzangebot
  • Ungewohnt: unkonventionelle Bedienelemente

Etwas A-Klasse-Effekt kommt beim Multivan auf: Die unterzog sich 2012 erfolgreich einer Radikal-Kur vom Senioren-Auto zum Lifestyle-Kompaktwagen, definierte ihre Zielgruppe neu und kam völlig verändert zurück. Dem T7 gelingt das nicht ganz so konsequent.

Er ist optisch vielleicht so auffällig wie nie zuvor. Erstmals basiert das Modell auf Komponenten des modularen Querbaukastens (MQB) von Volkswagen. Das erschließt neue Möglichkeiten für Elektroniksysteme wie Assistenten und Infotainment bis zum Antrieb, wo nun ein Plug-in Hybrid zum Motorenprogramm gehört.

Länger, breiter... höher?

Einmal mehr wächst der Multivan in der neuen Generation in beinahe alle Richtungen. Da steht ein Plus an Breite von knapp vier, bei der Länge rund sieben und beim Radstand sogar zwölf Zentimetern. Letzteres wirkt sich besonders positiv auf die Fahrstabilität und das Platzangebot im Inneren aus.

Allerdings besteht darin auch ein Kompromiss, weil VW künftig keine Version mit längerem Radstand mehr anbietet. So bleiben nur noch zwei Karosserievarianten mit identischem Radstand, aber unterschiedlichem Überhang über die Hinterachse hinaus.

Einzig die Höhe wurde um vier Zentimeter gegenüber der Vorgeneration reduziert, jedoch ohne negative Auswirkungen auf die Innenraumhöhe.

Optisch nah am E-Auto

So auffällig wie der T7 war der Multivan optisch lange nicht mehr. Während der T6.1 noch recht bieder daher rollte, ist der T7 ein Hingucker.

Besonders gilt das für die zweifarbigen Lackierungen, die Volkswagen anbietet. Das neue Markengesicht ziert auch die siebte Generation und zieht sich von der Lichtleiste vorn als Trennlinie beider Farben einmal rund um das Auto bis zu den schmalen LED-Rückleuchten.

Beim Anblick der Frontpartie könnte man fast meinen, es handele sich beim Multivan um ein Elektroauto, denn ein klassischer Kühlergrill, wie er noch den T6.1 zierte, fehlt hier. Stattdessen befinden sich die Lufteinlässe weit unten in der Frontschürze als wabenförmige Struktur.

Dazu liegt der T7 etwas tiefer über der Straße, was im Zusammenspiel mit der breiteren Karosserie einen bulligeren Eindruck vermittelt - ziemlich passend für den Bulli!

Mehr PKW im Innenraum

Also eingestiegen in den Multivan und zwar zuerst hinten durch die praktische Schiebetür auf der rechten Seite, die zur Standardausstattung gehört. In den höheren Linien kommt die zusätzliche Schiebetür links hinzu. Denn hinten offenbart sich der tatsächliche Praxiswert des Kleinbusses.

Dort begrüßt ein neu gestaltetes Innenraumkonzept, das sich über Bodenschienen und dadurch frei verschieb-, ein- und ausbaubare Elemente definiert. Bis zu fünf Sitze finden im Rückraum des Multivans Platz, was etwas schade ist. Denn viele Kleinbusse zeichnen sich besonders dadurch aus, bis zu neun Sitzplätze zu bieten und heben sich so zusätzlich von anderen siebensitzigen Van-Modellen ab.

Doch der neue Multivan rückt mit seinen Einzelsitzen mehr in Richtung Shuttle-Ambiente der Mercedes V-Klasse und auch das weiß zu gefallen. Die Variabilität stimmt genau so wie das Raumgefühl. Die Sitze lassen sich nach Bedarf umgekehrt einbauen, was in Verbindung mit dem optionalen Multifunktionstisch (Aufpreis: 690 Euro) interessante Reise-Konfigurationen ermöglicht.

So wird der Tisch mit seinen drei Becherhaltern, diversen Ablagemöglichkeiten und beidseitig hochklappbaren Tischplatten zum Herzstück des Rückraumes.

Weniger Bulli-Feeling

Und davor? Da fühlt man sich auch an ein E-Auto erinnert. Beispielsweise durch das Fehlen eines Mitteltunnels. Dabei sind aber auch Ablagemöglichkeiten rar geworden.

Die Sitzposition hat sich anderen PKW-Modellen angenähert. Hoch sitzt man nach wie vor im T7, doch nun spürbar hinter der Vorderachse statt darüber und so bleibt auch die Motorhaube stets im Blickfeld.

Bedienung: nicht ganz homogen

Auf den vorderen Plätzen fällt der Blick auf die digitalen Elemente, die das Cockpit des Multivans zieren. Da wäre allen voran der zehn Zoll große Touchscreen mit den darunter angeordneten Touchslidern.

Das System ist uns bereits aus anderen aktuellen VW-Modellen bekannt mit seinen Stärken bei Auflösung, Darstellung und Geschwindigkeit wie auch seinen Schwächen. Die stellt man vor allem beim Einstellen grundlegender Funktionen wie der Lautstärke über die Touchslider fest. Immerhin die Klimaanlage hat einen zusätzlichen Knopf bekommen.

Besser klappt die Bedienung über das Multifunktionslenkrad, das noch mit herkömmlichen analogen Tasten kommt, die so gut funktionieren wie eh und je. Dahinter liegt der Blick frei auf das 10,25-Zoll-Digitalinstrument, das mit aufgeräumter Darstellung die wichtigsten Fahrinformationen präsentiert. Zum modernen Interieur gehören auch serienmäßig zwei USB-C-Anschlüsse sowie optional das induktive Ladegerät.

Zwischen Infotainmentscreen und Kombiinstrument findet man unkonventionell in Anordnung und Bedienung den Gangwahlschalter mit auffallend analoger Anzeige darüber. Die elektronische Parkbremse ist wiederum unten in der Mittelkonsole platziert. In dieser Form offenbart der Multivan bei den Schaltern und Tasten immer wieder den Spagat zwischen PKW und Nutzfahrzeug, der ihm nicht immer gelingt.

So wirkt die Auswahl aus filigranen Touch-Elementen in Hochglanzoptik zur Bedienung von Fahrlicht und Scheibenheizung bis zu plump rechteckigen Plastikschaltern zum Öffnen der elektrischen Schiebetüren wenig homogen.

Material-Mix: Geschmackssache

Einen ähnlichen Eindruck kann man auch bei den verwendeten Materialien im Multivan bekommen. Betrachtet man den oberen Teil des Armaturenbretts mit den haptisch und optisch tollen Oberflächen, die nach Leder und gebürstetem Stahl aussehen, wäre man kaum in der Lage zu sagen, in welchem VW man hier gerade sitzt. Nach Nutzfahrzeug sieht hier wenig aus.

Nicht weit darunter, sondern schon auf Ellenbogenhöhe bricht der T7 visuell harsch mit diesen Konventionen. Hier wirken die gewählten Materialien unausgereift und dem Preis nicht angemessen. Schon die Optik lässt günstiges Hartplastik vermuten und beim Anfassen bestätigt sich dieser Eindruck.

Eine Frage des Geschmacks ist die beige-graue Farbe des Kunststoffs, die sich nicht nur am Armaturenbrett, sondern auch entlang der Türen und auf den Sitzpolstern wiederfindet und zusätzlich an den Türgriffen mit Klarlack kombiniert wird. Ein wenig fühlt man sich dadurch an die Röhrenmonitore der 90er erinnert.

Dafür könnte diese Farbe in der Lage sein, Kratzer im Hartplastik besser zu kaschieren. Am Praxisnutzen der leicht abwischbaren und robusten Materialien gibt es jedenfalls nicht viel zu mäkeln.

Und die Nachhaltigkeit? Auch solche Fragen muss sich der Multivan heutzutage gefallen lassen. Mindestens 23,5 Kilogramm Kunststoff stammen im Multivan aus sogenanntem Rezyklat, also wiederverwerteten Kunststoffen. Immerhin bietet der T7 damit eine Antwort auf die Frage - ob dieser Anteil gemessen am Gesamtgewicht nun hoch ist oder nicht, sei dahingestellt.

Gewicht: deutlich abgespeckt

Auch insgesamt wurde das Gewicht durch Kunststoff reduziert. VW hat an verschiedensten Stellen Maßnahmen getroffen, um das Fahrzeuggewicht zu reduzieren: 45 Kilogramm durch Fahrwerkskomponenten aus Aluminium statt Stahl, zehn Kilogramm bei den Aluminiumfelgen, leichtere Sitze im Fond, sieben Kilo leichtere Federbeinaufnahmen, ein Kilogramm bei den Kotflügeln - es läppert sich.

Am Ende dieser Kur steht der T7 um 204 Kilogramm leichter da als noch der T6.1. Das ist ein ebenso legitimer Ansatz für mehr Nachhaltigkeit wie die Senkung des cw-Wertes von 0,35 auf 0,3. Alles dient geringeren Verbrauchswerten und weniger Schadstoffemissionen.

Der größte Vorteil ergibt sich für die Fahreigenschaften: In Sachen Fahrspaß kann der Multivan nun mit der V-Klasse mithalten. Der T7 ist der dynamischer als alle seine Bulli-Vorgänger. Lenkung und Fahrwerk arbeiten so unaufgeregt, souverän und VW-like, wie man es von kleineren Wolfsburger Modellen gewohnt ist.

Drei Motoren zum Start

Besonderer Fokus liegt in dieser Hinsicht auf dem neuen eHybrid. Auf die Kombination aus dem 1,4 Liter großen Turbobenziner und dem Elektromotor setzt Volkswagen auch in anderen Hybrid-Modellen wie dem Tiguan. Im Multivan bringt das System eine Leistung von 218 PS zustande. Die rein elektrische Reichweite von 46 - 50 Kilometern (kombiniert) erscheint allerdings ausbaufähig. Für innerstädtische Fahrten sowie die ein oder andere Pendelstrecke dürfte es jedoch reichen. Und es reicht auch, um eine Förderung von insgesamt 5.625 Euro einzustreichen.

Immerhin kommt der Plug-in Hybrid vom Fahrverhalten einem Diesel am nächsten. Er beschleunigt zwar nicht ganz so schnell wie der Topbenziner und fährt in der Spitze mit 192 km/h kaum schneller als der Einstiegsmotor, aber bietet untenrum mehr Drehmoment als die beiden Alternativen.

Die sind zum Marktstart zwei Benziner - keine Diesel. Den Einstieg macht der 1.5 TSI mit 136 PS. Der bringt den Multivan schon ganz gut voran mit ausreichender Beschleunigung: Etwas mehr als zwölf Sekunden vergehen nach dem Ampelstart, bis der kleine Turbobenziner 100 km/h erreicht. Der verbesserte cw-Wert trägt seinen Teil dazu bei, dass die Höchstgeschwindigkeit des Einstiegsbenziners bei 182 km/h liegt.

Für mehr Dynamik sorgt der 204 PS starke Zweiliter, der den Sprint in neun Sekunden hinter sich bringt und auf glatt 200 km/h hochzieht. Dafür benötigt er rund 7,6 - 7,7 Liter Benzin auf 100 Kilometer und gönnt sich somit einen Liter mehr als der kleinere Benziner.

(Noch) keine Abkehr vom Diesel

So ganz kann man sich bei VW dann aber vom Selbstzünder noch nicht trennen. Der soll nämlich 2022 folgen und zwar in Form eines 150 PS starken Turbodiesels. Typischerweise passt beim Diesel das hohe Drehmoment besser zum ansonsten schweren Fahrzeug und vermittelt mehr Dynamik, als es die reinen Benziner können.

Der TDI wird ebenso wie die beiden Turbobenziner serienmäßig über ein 7-Gang-Doppelkupplungsgetriebe verfügen. Einzig der eHybrid kommt mit einem speziell für den Hybridantrieb entwickelten 6-Gang-DSG. Das Konzept geht auf im T7.

Welcher Antrieb für den Multivan am Ende der beliebteste wird, muss sich erst noch zeigen. Die astreine Elektromobilität wird ohnehin erst der ID. Buzz ermöglichen.

Evolution statt Revolution

"Neu erfunden" scheint am Ende etwas viel für den Multivan, aber er bricht mit seinen Nutzfahrzeug-Wurzeln. Das gefällt meistens: angefangen bei der Optik über ein modernes Innenraumkonzept bis zur Einführung elektrifizierter Antriebe und der Verwendung von Recycling-Materialien. Gleichzeitig können die Neuerungen nicht immer überzeugen, weil ihnen hier und da der Praxisnutzen zum Opfer fällt (zum Beispiel in Form von zwei Sitzplätzen) oder die Umsetzung inkonsequent erscheint.

Der T7 vermittelt den Eindruck, nach mehr Komfort und Luxus zu streben, als das noch beim T6.1 der Fall war. Der Multivan wirkt mehr denn je wie ein hochwertiges Lifestyle-Auto für gediegene Reisen und weniger wie der unkaputtbare Alltagsheld, der er trotzdem weitestgehend bleibt - das ist durchaus einladend!

7/10 Wow-Wertung

Unsere Fachleute vergeben diese Bewertung nach ausführlicher Prüfung des Fahrzeugs.

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