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Volkswagen Golf R im Test

Ihr nächstes Auto soll ein VW Golf R werden? Erfahren Sie alles Wichtige zu diesem Modell in unserem ausführlichen Testbericht!

Es kann nur einen geben: Auch wenn der GTI für viele immer noch der stärkste Golf ist, so hat ihm das R-Modell längst den Rang abgelaufen. Der bietet Allradantrieb, mehr Leistung und seit neuestem einen “Special”-Modus, den es nur hier gibt.

  • Allrad sorgt für besonders gute Fahrstabilität
  • “Special”-Fahrmodus nur in dieser Version
  • Soundkulisse kommt vornehmlich aus den Lautsprechern
  • Umständliches Infotainment

Da steht er nun also, der stärkste Golf im Portfolio von Volkswagen. Allrad, 320 PS, nur so richtig ansehen will man es ihm nicht. Im Vergleich zum GTI sind die optischen Veränderungen sogar fast nicht existent. Natürlich, da sind die markanten, weit aufgerissenen Lufteinlässe in den Schwellern vorne, aber die gibt es auch beim GTI. Klar, der Spoiler am Heck ist ein wenig ausgeprägter, aber im Vergleich zum Clubsport gar nicht mal so sehr. Breite Seitenwangen gibt es auch, auffälliger ist aber die vierflutige Abgasanlage, die zumindest ein wenig erahnen lässt, was sich im VW Golf R unter der Haube verbirgt. Optional gibt es einen Auspuff vom Zulieferer Akrapovic, wodurch das Gewicht noch einmal um sieben Kilogramm sinkt (Preis: 3.800 Euro).

Carbon, Leder und Kunststoff im Innenraum

Auch im Innenraum sind die Unterschiede zum GTI gering. Die Sportsitze sind wohl konturiert, allerdings wären verstellbare Seitenwangen und eine ausziehbare Oberschenkelauflage wünschenswert. Das markante Karo der GTI-Reihe gibt es hier nicht, dafür perfekt verarbeitetes Leder. Das gilt für den gesamten Innenraum. Der ist auf dem gewohnt hohen Niveau von Volkswagen. Zwar wurde hauptsächlich Kunststoff verbaut, doch der ist hochwertig und gibt keinerlei Anlass zur Beschwerde. Hinzu kommen die üblichen Accessoires besonders sportlicher Modelle: Instrumententafel und Türverkleidungen tragen Dekoreinlagen aus Carbon, die Pedale sind aus gebürstetem Edelstahl. Das Lederlenkrad ist griffig und unten abgeflacht, um eine sportliche Fahrweise zu unterstützen.

Infotainment: Digital ist nicht immer besser

Der größte Unterschied zur siebten Generation des Golf ist das Infotainment. Digital ist besser lautet jetzt die Devise. Knöpfe und Schalter sind im VW Golf R fast vollständig verschwunden. Deren Funktionen ersetzen zwei Bildschirme. Der digitale Tacho lässt sich frei konfigurieren und zeigt wahlweise Fahrfunktionen oder die Navigationskarte an. Um sich von anderen Golf-Modellen abzusetzen, gibt es spezielle Grafiken für den R und Anzeigen, die es sonst nicht gibt, aber in einem Sportler Sinn machen. Dazu gehören der Ladedruck, die Getriebetemperatur, das Drehmoment, Leistung, Rundenzeiten und die G-Kräfte. Zudem gibt das System in einem Modus des alternativlosen siebenstufigen Automatikgetriebes Empfehlungen, wann der ideale Zeitpunkt zum Schalten ist.

Der zehn Zoll große Hauptmonitor in der Mittelkonsole steuert den Rest der zahlreichen Funktionen. Der hat in der Vergangenheit beim aktuellen VW Golf allerdings schon für viel Verstimmung gesorgt. Mit der ständig steigenden Zahl an Funktionen, über die moderne Fahrzeuge verfügen, wuchs auch die Zahl der Schalter, Hebel und Knöpfe. Die Lösung: Reduktion, um die Bedienung zu vereinfachen.

Umständliche Bedienung im VW Golf R

Nur ist das Ergebnis im VW Golf R wie in der gesamten achten Generation des Golf alles andere als simpler. Zwar ist das Menü des Displays gut strukturiert und weitestgehend selbsterklärend, aber einfache Funktionen schnell einmal bedienen - das benötigt mitunter mehrere Schritte auf dem Display. Das dürfte sich nach einer Eingewöhnungszeit legen, nervig bleibt es trotzdem.

Vor allem, weil einer der wenigen haptisch zu bedienenden Einheiten im VW Golf R die Heizung beziehungsweise die Lautstärke des Radios ist. Das sind zwei unbeleuchtete Touchflächen, auf denen nach rechts oder links mit dem Finger geglitten wird. Dummerweise liegen die direkt unter dem Display, wo man die Hand bei der Bedienung abstützt. Das Ergebnis: Eigentlich wollte man die Beleuchtung des Cockpits dimmen und verstellt dabei  aus Versehen die Klimaanlage auf das Maximum. In unserem Test passierte das immer wieder.

Großzügiges Raumangebot vorn

Sonst gibt es am Innenraum des VW Golf R nicht viel auszusetzen. Der bleibt in seinem Grundwesen ein Golf. Das Platzangebot ist vor allem vorne gut, die Kopffreiheit ist auch über 1,90 Meter Körpergröße noch komfortabel. Wie viel Platz hinten bleibt, hängt davon ab, wie weit die Sitze der ersten Reihe nach hinten geschoben werden. Doch auch hier sitzen zwei lange Menschen bequem, nur wenn drei Personen auf der Rückbank Platz nehmen, ist es auf Dauer doch ein wenig zu kuschelig.

Der Kofferraum ist mit 374 bis 1.230 Liter unverändert zum Golf GTI und genauso alltagstauglich. Die Rückbank lässt sich zweiteilig umlegen, der Beifahrer:innensitz allerdings nicht. Wer oft besonders sperrige Gegenstände transportieren muss, sollte auf den bereits angekündigten Kombi VW Golf R Variant warten.

Fährt sich so gut wie der GTI

Das dürfte aber sowieso nicht der Hauptgrund sein, sich den stärksten aktuellen Golf zuzulegen. Also den roten Startknopf drücken und den Motor aufheulen lassen - zumindest theoretisch. Der VW Golf R ist gut gedämmt, viel originale Soundkulisse ist nicht zu hören. Die kommt in der aktuellen Generation vor allem aus den Lautsprechern des Entertainment-Systems. Was schade ist, gerade jenseits von 3000 Umdrehungen produziert der 2.0-Vierzlinder im VW Golf R immer wieder schöne Fehlzündungen. Der Motor hängt gut am Gas, was mit 320 PS aber nicht weiter verwunderlich ist. Ursprünglich waren sogar 333 PS angekündigt, doch strenge Abgasvorschriften sorgten für den kleinen Leistungsschwund. Trotzdem hat der VW Golf R im Vergleich zum GTI mit 245 PS oder dem Clubsport mit 300 PS in Grenzregionen bei hohen Drehzahlen etwas mehr Schub. Das Fahrempfinden ist aufgrund des gleichen Fahrwerks aber ähnlich.

Zwei Zentimeter tiefer als der Standard-Golf liegt der R, die Stoßdämpfer können alles von sanft bis bretthart. Wie trocken die Federung ausfällt, hängt vom gewählten Fahrmodus ab, der sich zwischen Komfort und Race spreizt. Der Allradantrieb gehört im VW Golf R seit jeher zum Prinzip, diesmal gibt es aber eine entscheidende Änderung. Zwei Kupplungen verteilen die Kraft individuell auf die Räder und entscheiden, wie viel Drehmoment auf einer Achse ankommt und ob eine Seite mehr davon bekommt als die andere. Dass das an die letzte Generation des Ford Focus RS erinnert, kommt nicht von ungefähr: Jost Capito, der Chef der R GmbH von Volkswagen, arbeitete zuvor bei dem Konkurrenten und entwickelte den kompakten Sportler entscheidend mit.

Mit dem Performance-Paket auf die Rennstrecke

Der VW Golf R kann aber auch ganz anders als nur brutal. Das Gaspedal lässt sich in den sanfteren Modi weit durchdrücken, ohne dass der Kompakte sofort scharf schaltet und die Gänge nach unten jagt. Hier zeigen sich die Alltagsgene, die trotz allem immer noch in dem stärksten Golf stecken. Das DSG schaltet geschmeidig, könnte für ein Auto dieser Art aber fixer sein. Der R lenkt sehr präzise ein, da schiebt nichts nach außen oder innen über die Räder, selbst im Sportmodus. 7,8 Liter Benzin verbraucht der Kompakte, wenn behutsam mit dem Gaspedal umgegangen wird. Was nicht heißt, dass der VW Golf R nicht anders kann - besonders, wenn das 2.265 Euro teure Performance-Paket dazu gebucht wird. Das beinhaltet nicht nur einen größeren Heckspoiler, 19-Zoll-Felgen und eine erweiterte Höchstgeschwindigkeit von 270 statt 250 km/h, sondern mit “Special” einen Fahrmodus, den es so nur im VW Golf R gibt.

Für den Alltag ist der aber nichts, er wurde eigens für die Nürburgring-Nordschleife entwickelt und auf die berühmte Rennstrecke abgestimmt. 17 Sekunden soll der R hier schneller sein als sein Vorgänger. Mit enthalten ist auch ein eigener Drift-Modus, damit Fahrer:innen ein wenig ‘Fast & Furious’ spielen können. Auf öffentlichen Straßen ist das  nicht anzuraten - zumal der VW Golf R wegen seines Allradantriebs dafür ziemlich viel Platz benötigen dürfte. 

Sicherheit hat ihren Preis

Neben den Racing-Features bietet Volkswagen für den Golf R eine Reihe von Sicherheitsoptionen an. Serienmäßig ist in der Basisversion ab 50.220 Euro ESP und ein Notrufsystem verbaut. Hinzu kommen der automatische Distanzregler ACC, der im Stop- und Go-Verkehr das Gasgeben und Bremsen übernimmt, ein Spurhalter und ein Notbremsassistent, der bei Fußgängern und Radfahrern im Gefahrenfall eingreift. Optional sind ein Head-up-Display (700 Euro), Airbags hinten (530 Euro), ein Spurwechselassistent (440 Euro) und eine Einparkunterstützung (215 Euro), wahlweise mit Rückfahrkamera (325 Euro). Das sind viele Optionen, die den VW Golf R zu einem attraktiven Kompakten im Sportler-Gewand machen. Allerdings zu einem ziemlich teuren.

Fazit: der teurere GTI

Mit knapp über 50.000 Euro liegt er preislich deutlich über dem VW Golf GTI, der sich sowohl optisch als auch technisch kaum vom R-Modell unterscheidet - aber mit 37.170 Euro wesentlich billiger ist. Für die Ersparnis ließe sich sogar noch ein weiterer Kleinwagen kaufen. Auch der GTI Clubsport ist mit 41.960 Euro fast 10.000 Euro günstiger, obwohl er mit 300 PS nur 20 PS weniger leistet als der R - und alle drei Modelle den gleichen 2.0-Vierzylinder nutzen.

Deutlicher werden die Unterschiede zum Clubsport erst mit dem über 2.000 Euro teuren Performance-Paket, dessen Features sich aber nur auf der Rennstrecke nutzen lassen. Eine Entscheidung für den VW Golf R ist also vor allem eine des Gefühls - benötige ich das Mehr als Leistung oder ist es mir einfach wichtig, den stärksten Golf aller Zeiten zu fahren? Wenn die Antwort auf eine dieser beiden Fragen ‘Ja’ ist, ist der R die richtige Wahl.

9/10 Wow-Wertung

Unsere Fachleute vergeben diese Bewertung nach ausführlicher Prüfung des Fahrzeugs.

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