Volkswagen Golf GTI im Test

Ihr nächstes Auto soll ein VW Golf GTI werden? Erfahren Sie alles Wichtige zu diesem Modell in unserem ausführlichen Testbericht!

Schon lange ist der VW Golf GTI nicht mehr der stärkste Kompakte der Modellreihe. Doch kein anderes Kürzel umweht so ein legendärer Hauch wie die drei Buchstaben “GTI”. Da macht auch die achte Generation im Test keine Ausnahme.

  • Ausgezeichnetes Fahrverhalten
  • Verbessertes Handling durch neues Fahrwerk
  • Erstmals mit Head-up-Display
  • Erschwerte Bedienung durch weniger Knöpfe

5000 Exemplare des VW Golf GTI waren 1976 eigentlich geplant. Damals, als zwei Jahre nach dem Marktstart eine sportliche Version das Portfolio erweitern sollte. Einen wirklichen Markt für solche Fahrzeuge gab es nicht. Umso mehr überraschte der Erfolg des GTI die Manager in Wolfsburg. Ihre Kunden hatten offenbar nur auf ein solches Auto gewartet.

2,3 Millionen verkaufte Einheiten aller acht Generationen des VW Golf GTI sind ein beeindruckender Zeugnis für ein Fahrzeug, das wie kaum ein anderes für die Symbiose aus Alltagsnutzen und Sportwagen-Genen steht. Daran muss sich die aktuelle Generation des VW Golf GTI messen - und macht das sofort durch ihr Design klar.

Im Innenraum: klassische GTI-Karomuster

Die Front ist breiter geworden, große Lufteinlässe an der Stoßstange lassen den VW Golf GTI aggressiver erscheinen als zuvor. Sie sind dezent sind von roten Akzenten durchzogen, seit der ersten Generation das Markenzeichen der GTI-Reihe. An die erinnern auch die unlackierten Abschlüsse der Stoßstangenleisten. Am auffälligsten am neuen VW Golf GTI: die fünf LED-Elemente, aus denen sich nun die Scheinwerfer zusammensetzen.

Klassisch geht es beim ersten Blick in den Innenraum zu. Die straffen, aber nicht unbequemen Sportsitze, sind mit dem typischen Karomuster der GTI-Reihe bezogen, überall blitzen weitere rote Akzente hervor. Der Dachhimmel ist komplett schwarz, das dreispeichige Lenkrad unten abgeflacht, so wie es bei sportlichen Modellen üblich ist.

Zeit, Platz zu nehmen. Das Raumangebot ist Golf-üblich sehr gut. Bis auf die straffere Auslegung unterscheidet sie sich nicht von den Standardmodellen. Vorne ist auch für sehr groß gewachsene Menschen üppig Platz, selbst über 1,90 Meter ist Luft nach oben. Hinten geht es ein wenig enger zu, je nachdem wie weit der Sitz zurückgeschoben und die Beinfreiheit eingeschränkt wird. Der Kofferraum ist mit 374 bis 1.230 Liter mehr als ausreichend und dürfte für die meisten Anwendungen im Alltag kaum Wünsche offen lassen. Wer öfters größere Gegenstände transportieren will, sollte eher auf eine der stärkeren Varianten des VW Golf Variant ausweichen.

Infotainment: Die Knöpfe sind verschwunden

Die größte Veränderung zur siebten Generation zeigt sich beim VW Golf GTI beim Blick auf die Bedienung. Die meisten Knöpfe sind verschwunden. Das System mit einem mindestens 8,25 Zoll großen Display (gegen Aufpreis gibt es einen zehn Zoll großen Bildschirm) ist die Kontrolleinheit für so ziemlich alles im GTI, egal ob Radio, Assistenzsystem oder simple Grundfunktionen. Das wirkt aufgeräumter, einfacher - ist es aber nicht. Der Golf war immer für seine intuitive Bedienung berühmt, das ist jetzt nicht mehr der Fall. Einfachste Funktionen verstecken sich zum Teil tief in Untermenüs, durch die es sich zu touchen und zu swipen gilt. Zur Ehrenrettung des GTI: Die Menüs sind klar strukturiert, so dass sich hier jeder nach kurzer Eingewöhnungszeit zurechtfindet.

Nervig ist hingegen der Hang von Volkswagen, nach und nach in all seinen Marken die Taster für die Klimaanlage oder das Radio abzuschaffen. Im Golf GTI sind an deren Stelle nun Touch-Slider, mit denen sich die Temperatur beziehungsweise die Lautstärke einstellen lässt. Zumindest in der Theorie. Um hier den genau gewünschten Wert zu finden, bedarf es einer sehr ruhigen Hand. Sonst rutschen die Finger ab und verstellen etwas ganz anderes.

Hervorragende Sprachsteuerung

Dafür funktioniert die Sprachsteuerung hervorragend. Sie wird per “Hallo Volkswagen” aktiviert und reagiert auch auf Befehle wie “Es zieht”. Die Reaktion: Das Gebläse wird heruntergestellt. Hinzu kommen Online-Dienste, die den GTI Internetfähig machen, über den aber zum Beispiel auch Navigationsfunktionen nachgeordert werden können.

Zentral vor dem Fahrer:innensitz befindet sich die digitale Tachoeinheit. Die ist identisch zum Standard-Golf, dem GTI wurde jedoch eine eigene Grafik spendiert, im typischen Rot der Modellreihe. Wer will, kann sich den Drehzahlmesser in der Mitte anzeigen lassen, wahlweise mit Geschwindigkeit oder dem aktuellen Gang in der Mitte. Beides zugleich ist nicht möglich. Zum ersten Mal gibt es im Golf auch ein Head-up-Display (Aufpreis: 700 Euro), das die wichtigsten Informationen auf die Scheibe projiziert. Neu ist ein (natürlich) rot blinkender Knopf neben dem Schaltknauf - der startet den VW Golf GTI. Endlich!

Der bewährte Vierzylinder wurde modernisiert

Denn natürlich geht es bei einem GTI vor allem ums Fahren. Unter der Haube arbeitet noch immer der bewährte Vierzylinder-Turbo-Zylinder, der auch die siebte Generation befeuerte. Allerdings in einer aktualisierten Version, die Abgaswerte sind jetzt besser, die Leistung bleibt bei 245 PS, wie in der “Performance”-Version des GTI 7. Die lassen den Kompaktsportler der achten Generation in 6,3 Sekunden auf Tempo 100 vorpreschen - was einen Ticken schneller ist als der Vorgänger. Wahlweise geschieht das mit Handschalter oder für etwa 2.000 Euro mehr mit dem siebenstufigen DSG aus dem VW-Konzernbaukasten. Wer ein bisschen Formel-1-Feeling möchte, nutzt die Schaltpaddel am Lenkrad, wenngleich diese durch die Plastikanmutung etwas billig wirken.

Ansonsten schaltet das DSG äußerst fix und makellos, vielleicht sogar ein wenig zu perfekt. Als Verbrauch gibt Volkswagen Werte um sieben Liter Benzin an. Die sind theoretisch sicher zu erzielen, lagen in unserem Test aber zum Teil deutlich höher. Zwei bis drei Liter Benzin mehr sind bei moderater Fahrweise wahrscheinlicher - es handelt sich schließlich um einen Golf mit 245 beziehungsweise 300 PS.

Der neue GTI: schärfer und neutraler zugleich

Insgesamt wurde der aktuelle Golf GTI aber deutlich verbessert. Ein neuer Fahrdynamik-Manager kann jeden Stoßdämpfer und Bremssattel einzeln verwalten. Das Ergebnis ist, dass es förmlich unmöglich ist, den VW Golf GTI zum Ausbrechen oder Übersteuern zu bringen. Der Kompaktwagen macht jeden noch so abrupten Lastwechsel mit, ohne dass Fahrer:innen in die Verlegenheit kommen, schnell eingreifen zu müssen. Volkswagen hat es geschafft, den GTI gleichzeitig schärfer und neutraler zu machen.

Gleichzeitig liegt der VW ruhiger auf der Straße als der Vorgänger, lange Autobahnfahrten sind entspannt und ohne die typischen Sportwagen-Rückenschmerzen möglich. Am wohlsten fühlt sich der VW Golf GTI auf der Landstraße. Kurven sind sein Metier, hier zeigen sich die Vorteile der kompakten Maße, die Lenkung ist knackig.

Serienmäßig erkennt der GTI Fußgänger

Damit die sicher absolviert werden können, gibt es im VW Golf GTI eine ganze Reihe von Assistenzsystemen. Serienmäßig ab 37.170 Euro sind eine Notbremsunterstützung, Fußgänger und Radfahrer werden erkannt. Verlässt der GTI die Spur, greift ein weiteres System ein. Das gilt auch, wenn die Person hinter dem Steuer müde wird.

Gegen Aufpreis lässt sich diese Liste deutlich verlängern. Der Travel Assist (470 Euro) übernimmt beschleunigen und bremsen, in Kombination mit Side Assist (440 Euro) auch das Lenken. Park Assist (215 Euro) vereinfacht das Manövrieren in die Parklücke - vor allem zusammen mit der Rückfahrkamera (315 Euro). Der aktuelle VW Golf GTI fährt sich also nicht nur gut - er ist auch die sicherste Generation seiner Modellgeschichte.

Fazit: Rüpel und Schwiegersohn zugleich

Der VW Golf GTI ist und bleibt ein Klassiker. Die perfekte Wahl für alle, die Fahrspaß wollen, aber in einem angemessenen Rahmen. Die sich dafür nicht ein zweites Auto zulegen wollen, sondern lieber eines, das auch den Alltag meistern kann. Der VW Golf GTI kann beides: Rüpel sein und Schwiegersohntyp. Über die Serpentinen jagen und die Familie sicher kutschieren. Das hat seinen Preis. Mit mindestens 37.170 Euro ist der GTI fast doppelt so teuer wie der Basisbenziner des Kompaktklassikers, bietet aber auch ein Vielfaches an Leistung. Fast ein Anachronismus in Zeiten des Elektroauto-Booms. Aber einer, der immer noch viele Fans hat.

9/10 Wow-Wertung

Unsere Fachleute vergeben diese Bewertung nach ausführlicher Prüfung des Fahrzeugs.

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