Dein Weg zum neuen Auto
Der Toyota Aygo X hat eine ziemlich klare Jobbeschreibung: Er soll durch enge Straßen wuseln, kleine Parklücken finden und dabei möglichst wenig Sprit verbrauchen. Mit dem neuen Vollhybrid kann er das besser denn je. Nur ist die Konkurrenz inzwischen ebenfalls nicht auf der Rückbank eingeschlafen.
Der Aygo X bleibt ein Kleinwagen, auch wenn Toyota ihm mit SUV-Optik ein bisschen mehr Drama verpasst. Die Karosserie sitzt etwas höher, es gibt wuchtige Kotflügel, Unterfahrschutz-Optik und auf Wunsch eine zweifarbige Lackierung. Dazu kommen poppige Farbkombinationen und sogar ein optionales Faltdach. Das Ganze soll nach Mini-SUV aussehen, bleibt aber vor allem eines: ein kleines Stadtauto.
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Und genau darin liegt seine Stärke. Die großen Scheiben liefern eine hervorragende Rundumsicht, die Sitzposition ist 55 Millimeter höher als beim Vorgänger und mit einer Länge von rund 3,78 Metern ist der Aygo X angenehm unkompliziert zu platzieren. Der Wendekreis beträgt lediglich 9,4 Meter. Parkhäuser und enge Innenstadtgassen sind also genau sein Revier.
Innenraum: ein bisschen Show, viel Kunststoff

Innen versucht der Aygo X, nicht wie ein ganz gewöhnlicher Kleinwagen auszusehen. In der Mitte sitzt ein auffälliger orangefarbener Ring rund um das Infotainment-Display. Je nach Version misst der Bildschirm sieben oder neun Zoll, die Software stammt aus dem Yaris Cross und wird im Bericht als schnell beschrieben. Apple CarPlay und Android Auto sind ebenfalls an Bord, in höheren Ausstattungen sogar kabellos. Dazu kommen Over-the-Air-Updates und Echtzeit-Verkehrsinformationen.

Besonders angenehm: Toyota hält an klassischen Drehreglern für die Klimaanlage fest. Dafür erinnert der Rest des Innenraums daran, dass wir hier in einem Kleinwagen sitzen. An den Türen gibt es tatsächlich lackiertes Blech zu sehen, während ansonsten reichlich Kunststoff zum Einsatz kommt. Viel Hartplastik also – in dieser Klasse zwar nicht ungewöhnlich, aber eben auch kein Materialfest.
Immerhin kann die Ausstattung ordentlich auftrumpfen. In der Topversion gibt es unter anderem Klimaautomatik, Lederlenkrad, kabellose Smartphone-Ablage, Cloud-Navigation und ein 300-Watt-JBL-Soundsystem. Auch die Sicherheitsausstattung ist umfangreich.
Platz: vorne okay, hinten eher Strafbank

Vorne lässt es sich für einen Kleinstwagen ordentlich sitzen. Hinten wird es dagegen schnell philosophisch: Wie viel Beinfreiheit braucht ein Mensch eigentlich wirklich? Toyota beantwortet die Frage mit: möglichst wenig.
Die hinteren Einstiegsluken sind klein, und die hinteren Fenster lassen sich nicht normal herunterlassen, sondern nur aufklappen. Sitzt vorne ein großer Mensch, müssen die Passagiere dahinter Knie und Kopf irgendwie sortieren. Die zweite Reihe eignet sich deshalb hauptsächlich für Kinder oder sehr kurze Strecken.

Beim Kofferraum sieht es etwas besser aus. 231 Liter sind verfügbar, beim JBL-Soundsystem sind es allerdings nur 189 Liter. Der Hybrid verliert trotz seiner zusätzlichen Technik keinen Kofferraum gegenüber den anderen Versionen. Klappt man die Rückbank um, steigt das Volumen auf 588 Liter.
Mittlerweile muss sich der Aygo X aber gegen Konkurrenten wie den Dacia Spring oder den Leapmotor T03 beweisen, die deutlich mehr Platz bieten. Die hohe Ladekante und eine Stufe im Ladeboden sind auch nicht gerade praktische Glanzleistungen.
Hybrid im Kleinstwagen

Der 1,5-Liter-Vollhybrid soll das überzeugendste Argument für den Aygo X sein. Benziner und Elektromotor liefern zusammen 116 PS – satte 44 PS mehr als der bisherige Antrieb. Damit geht es in weniger als zehn Sekunden auf 100 km/h. Das fühlt sich in der Stadt tatsächlich spritzig an.
Noch wichtiger ist der Verbrauch: Toyota nennt 3,8 bis 4,0 Liter pro 100 Kilometer. Gerade im Stadtverkehr hilft der Elektromotor beim sanften Anfahren und macht den Hybrid angenehmer. Auch die Geräuschdämmung wurde verbessert.
Das lässt aber eher mutmaßen, wie schlecht sie vorher war. Denn leise bleibt es nicht im Aygo X, dessen Antrieb sich schnell angestrengt anhört und auf der Autobahn sehr präsent wird.
Fahren: genau das, was ein Stadtauto können sollte

Der Aygo X fährt sich unkompliziert. Die Lenkung ist exakt, die Federung wird als akzeptabel beschrieben und der kleine Wendekreis macht ihn zum Einparkprofi. Die stufenlose Automatik passt beim Vollhybrid gut zum elektrischen Antrieb und sorgt für eine flüssige, komfortable Fortbewegung.
Der Aygo soll durch die Stadt kommen, ohne dabei unnötig Arbeit zu machen. Genau das beherrscht er ziemlich gut.
Und trotzdem bleibt die Frage: Reicht das noch?
Der Aygo X ist wendig, sparsam und clever genug ausgestattet. Sein Hybridantrieb ist ein echtes Plus und macht aus dem kleinen Toyota ein deutlich erwachseneres Auto als zuvor. Aber abseits davon hält sich die Begeisterung in Grenzen. Der Innenraum ist stark von Hartplastik geprägt, hinten wird es sehr eng und beim Platzangebot zeigt sich, dass ein kleines Auto eben irgendwann klein ist.

Der Aygo X muss deshalb vor allem über seine Effizienz und seine Stadttauglichkeit punkten. Und das tut er. Wer einen kleinen, sparsamen und unkomplizierten Stadtwagen sucht, um von A nach B zu kommen, bekommt genau das. Wer dagegen möglichst viel Auto für seine Außenabmessungen erwartet, wird feststellen, dass der Aygo X seine geringe Größe nicht wegzaubern kann.
Unterm Strich ist der Toyota Aygo X Hybrid ein Auto, das seinen Job ordentlich erledigt. Er fährt gut, verbraucht wenig und lässt sich wunderbar durch die Stadt bugsieren. Nur ist „er erledigt seinen Job“ angesichts der aktuellen Konkurrenz nicht mehr genug.