Dein Weg zum neuen Auto
Der Suzuki e Vitara ist Suzukis erster Versuch im Elektro-SUV-Segment – und man merkt ihm seine Herkunft vom Verbrenner noch deutlich an. Robust, hoch gebaut und mit einem soliden Allradantrieb ausgestattet, wirkt er auf den ersten Blick wie ein typischer Suzuki.
Suzuki e Vitara Testbericht entdecken
Während unseres Tests findet der e Vitara aber kaum Freunde und offenbart eine Schwäche nach der nächsten. Zumal der Preis unseres Testwagens mit 43.390 € höher ist als bei der Konkurrenz. Doch neben dem gutem Suzuki-Allradantrieb zeigt der e Vitara ein kleines Detail, das sonst kein anderes Auto kann.
Außendesign – ungewöhnlich viel Geländewagen

Optisch fährt der e Vitara eher eine erfrischen robuste Schiene, wirkt aber auch etwas klobig. Keine futuristischen Linien oder abgefahrenen Lichtspiele, die man sonst bei Elektroautos sieht – stattdessen ein kantiges, bodenständiges Design, das eher traditionelle SUV-Fans anspricht.

Die Front wirkt markant, die Rückleuchten sind schick integriert, aber selbst Suzuki deutet ein Leuchtenband am Heck an.
Was direkt auffällt: Der Suzuki baut ziemlich hoch für diese Fahrzeugklasse – selbst als SUV. Vor allem die Motorhaube verläuft höher als bei der Konkurrenz.
Innenraum – solide, funktional, aber etwas angestaubt

Wer auf einen modern gestalteten Innenraum hofft, wird hier definitiv enttäuscht. Die Materialien sind solide und die Verarbeitung insgesamt gut. Allerdings wirkt das Layout schon sehr angestaubt, nicht wirklich modern. Aber erwartungsgemäß liefert der Vitara den bekannten Suzuki-Geländewagen-Charme.
Die Touchscreens und Displays – ein 10,25-Zoll-Kombiinstrument plus 10,1-Zoll-Infotainment – sind funktional und dank kabellosem Apple CarPlay sowie Android Auto einigermaßen zeitgemäß, aber das Betriebssystem selbst ist zu simpel und reagiert spürbar träge.

Nur eine Sache kann der Vitara, die sonst kein anderes Auto kann: Bei der Navigation mit Android Auto über Google Maps kann er den Kartenausschnitt im Digitalinstrument hinter dem Lenkrad einblenden. Das können selbst Autos von Premium-Marken nur bei der Navigation über die Auto-interne Navigation – nicht aber bei der Verwendung von Android Auto oder Apple CarPlay.
Technik: schwache Soft- und Hardware

Praktisch ist außerdem die Favoriten-Taste am Lenkrad, aber für manche Features bräuchte man mehr Knöpfe. Ich kann zwar das Menü für den Tempolimit-Warner darauf konfigurieren und diesen dann recht schnell ausschalten. Aber dann fehlt mir noch eine Lösung die Aufmerksamkeitswarnung, die sehr oft fälschlicherweise Alarm schlägt.

Die 360°-Kamera samt Animation beim Einsteigen ist eher nervig als nützlich. Die Kameraqualität der Rückfahrkamera ist ohnehin katastrophal. Dass der e Vitara mit dieser Hardware trotzdem automatisch einparken kann, grenzt an ein Wunder. Da verzeihe ich ihm beinahe, wie viele Züge er dafür benötigt.
Platz und Praxisnutzen – eng hinten, Kofferraum mickrig

Hier wird es etwas knifflig. Vorne sitzt man dank erhöhter Sitzposition bequem, alle wichtigen Ablagen sind vorhanden, Becherhalter, Staufächer, Mittelarmlehne – alles da. Hinten wird es bei Menschen ab 1,75 m schon leicht knapp. Die Kopffreiheit ist gering, die Fenster sind klein und die Sicht durch die Dachlinie schon eingeschränkt. Immerhin ist die Beinfreiheit noch okay.

Das größte Manko ist der Kofferraum. Man beachte wie groß das Ladekabel im Vergleich auf unserem Bild wirkt.
Dank Batterie unter der Rückbank ist der Ladeboden enorm hoch. Maximal 310 Liter Kofferraumvolumen sind heutzutage für ein kompaktes E-SUV einfach zu wenig.

Unter dem Boden gibt es quasi keinen zusätzlichen Stauraum, und ein Frunk – also ein weiteres Fach unter der Motorhaube – fehlt ebenfalls. Überspitzt formuliert: Der Kofferraum des Suzuki e Vitara ist kaum mehr als eine große Schublade.
Fahrwerk, Lenkung und Fahrgefühl

Der e Vitara fährt sich komfortabel, das Fahrwerk ist angenehm straff, ohne zu sehr zu wanken, und die Lenkung ist ausreichend präzise. Trotz der höheren Bauweise bleibt das SUV stabil, selbst auf der Autobahn. Sportlich ist er nicht – aber auch beim Fahren gibt sich der e Vitara als robuster Geländewagen aus.
Punkten kann der Suzuki immerhin bei der Effizienz auf: Im Stadtverkehr habe ich teilweise unter 13 kWh/100 km geschafft, im Mix waren es rund 16,5 kWh/100 km – ordentlich für ein SUV dieser Größe mit Allradantrieb.
Motoren, Reichweite und Laden – alles solide, aber keine Rakete

Die von mir gefahrene Allradversion des Suzuki e Vitara, ausgestattet mit dem ALLGRIP-e Antrieb, bringt 128 kW (174 PS) an der Vorderachse und 48 kW (65 PS) an der Hinterachse auf die Straße, was einer Systemleistung von 135 kW bzw. 183 PS entspricht. Damit beschleunigt der e Vitara zügig, aber nicht unbedingt schnell in 7,4 Sekunden von 0 auf 100 km/h und erreicht eine Höchstgeschwindigkeit von 150 km/h – für den Alltag völlig ausreichend, auf der Autobahn sind Überholmanöver aber ein wenig begrenzt.

Die 61-kWh-Batterie sorgt für eine WLTP-Reichweite von 395 km, praktisch lassen sich auf langen Autobahnfahrten etwa 300 km realisieren. Das Laden funktioniert mit maximal 150 kW.
Fazit – Es wird Zeit für etwas Neues, Suzuki!

Der Suzuki e Vitara ist ein stark überholtes Elektro-SUV mit einem einzigen Highlight bei der Darstellung von Google Maps im Digitalinstrument. Ansonsten muss ich mich ernsthaft fragen: Wer soll das kaufen? Viel zu groß sind die Abstriche beim Platzangebot, dem Kofferraum, der Technik, der Bedienung und der Innenraumgestaltung. Der e Vitara wirkt wie ein E-Auto von vor 5–6 Jahren und erinnert an Modelle wie den VW e-Golf: Eine Verbrennerbasis wurde auf Elektro umgerüstet.
Beim Allradantrieb gibt sich der e Vitara typisch Suzuki sehr solide und kann trotzdem noch effizient gefahren werden. Eine ziemlich kleine Nische, die Suzuki zu füllen versucht. Abseits davon und angesichts der moderneren Konkurrenz rund um KIA EV3 oder Skoda Elroq wird das Gesamtpaket des Vitara für die meisten deutlich zu wenig sein.