smart EQ forfour im Test

Ihr nächstes Auto soll ein smart EQ forfour werden? Erfahren Sie alles Wichtige zu diesem Modell in unserem ausführlichen Testbericht!

Der erste smart forfour, der 2004 präsentiert wurde, entwickelte sich nicht wie der smart fortwo zum Bestseller, sondern zum Verkaufsflop. Hat der forfour der zweiten Generation, der sich mit dem Renault Twingo die Technik teilt, bessere Anlagen gegen Elektroautos wie den Fiat 500 Elektro?

  • Lokal emissionsfrei
  • Guter Allrounder für die Stadt
  • Kompakte Abmessungen, kleiner Gepäckraum
  • Geringe Reichweite

Erste Antwort: Der smart EQ forfour ist smart, aber von allem etwas mehr. Der forfour, bei dem wie beim fortwo zum Modelljahr 2020 die Benzinmotoren gestrichen wurden, bietet im Vergleich zum 2,70-Meter langen smart fortwo zwei zusätzliche Türen, zwei zusätzliche Sitzplätze, mehr Komfort, Kofferraum und Variabilität auf 3,50 Meter Länge.

Äußerlich unterscheiden sich der fortwo und der forfour an der Frontpartie durch unterschiedliche Formen des Kühlergrills. Während der fortwo das freundliche smart-Gesicht zeigt, wirkt der forfour mit Kühlergrill in A-Form grimmiger.

Mit dem konsequenten Umstieg auf den reinen Elektroantrieb wurden die Scheinwerfer optional mit hell leuchtenden, Strom sparenden und langlebigen LED-Leuchten bestückt. Die sind eine so gute Anschaffung wie die optionalen Parksensoren und die Rückfahrkamera, da der smart Viertürer hinten herum nicht so klar zu überblicken ist wie der Zweitürer.

Smart und digital

Die auffälligste Neuerung zum vorangegangenen Modell ist das neue 8-Zoll-Touchscreen-Infotainment. Über eine Apple Watch kann man jetzt im forfour die Reichweite oder den Batterieladestand abrufen und die Fahrzeugklimatisierung aktivieren. Über die „my smart“-App kann das Fahrzeug aus der Ferne abgeriegelt und entriegelt werden.

Bei den Ausstattungslinien passion, pulse und prime, die neben dem Basismodell schon vor dem Facelift angeboten wurden, bleibt es. Jede Linie kann mit drei Ausstattungspaketen kombiniert werden. Das erste heißt Advanced-Paket und schließt das neue Mediasystem mit Smartphone-Integration, die Armlehne vorne sowie die akustische Einparkhilfe mit ein. Mit dem Premium-Paket kommen das Panoramadach, die Rückfahrkamera und das Ablagenetz an der Mittelkonsole hinzu und mit dem Exclusive-Paket die Voll-LED-Scheinwerfer und -Rückleuchten, der Lichtsensor, der Regensensor, die Nebelscheinwerfer mit Abbiegelicht, der automatisch abblendende Innenspiegel und die Ambientebeleuchtung.

Dann wäre da noch das Sondermodell edition one, das dem smart eine sportliche Optik verleiht. Dafür sorgen dann ein schwarzer Kühlergrill und Frontspoiler, rote Lufteinlässe, eine schwarze Folierung entlang der Seite mit dem "edition one"-Schriftzug und zwei Paar 16-Zoll-Leichtmetallfelgen.

Und auch das Ladetempo hat etwas mit dem Preis zu tun. Ist der optionale 22-kW-Bordlader mit Schnellladefunktion an Bord, ist die 17,6-kWh-Batterie schon nach 40 Minuten wieder fit und nicht erst nach 3,5 Stunden am 4,6-kW-Lader oder 6 bis 8,5 Stunden an der normalen Steckdose.

Wirklich forfour?

Da die Batterie im Fahrzeugboden sitzt und der Fahrzeugboden höher baut, gestalten sich der Ein- und Ausstieg bequem. Zwei Erwachsene sitzen vorne gut und dahinter auf der Rückbank etwas enger. Für zwei Erwachsene plus Kind(er) wird der Viersitzer seinem Modellnamen aber gerecht (for four = für Vier).

Dabei taugt die hintere Reihe im smart EQ forfour zu noch mehr als bloßen Kindersitzen. Erwachsene sitzen dort bei halbwegs gesunder Sitzhaltung ordentlich, wenn auch nie wirklich bequem. Lange Strecken wird man in dieser Konstellation ohnehin nicht zurück legen. Das lässt schon allein die Reichweite nicht zu.

Wer meint, sich zwischendurch strecken zu können, indem er seine Gliedmaßen zum Fenster heraus hält, dem macht der smart einen Strich durch die Rechnung. Die hinteren Fenster sind starr und lassen sich wie beim BMW i3 nicht öffnen. Nicht ganz unüblich in dieser Klasse, wobei der Renault Twingo Electric wenigstens ausstellbare Fenster bietet.

Auf den Vordersitzen kann die Sitzlehnenverstellung nerven, aber die Variabilität mit der serienmäßig umklappbaren Beifahrersitzlehne und den optional herumdrehbaren und absenkbaren hinteren Sitzen kann begeistern. Ganz so praxisgerecht wie die Konstruktion der „Magic Seats“ im Honda Jazz ist das System jedoch nicht.

Und auch beim Kofferraumvolumen hat die Batterie im Fahrzeugboden Konsequenzen. Mit 185 Liter ist das Volumen im forfour so kompakt wie im Fiat 500 Elektro. In Renaults Stromer Twingo Electric passt mit 210 Liter eine Ecke mehr hinein.

Den Zusatznutzen von mehr Plätzen, Gepäckraum und Vielseitigkeit erhält man zum fairen Aufpreis. Der Mehrpreis eines EQ forfour gegenüber einem EQ fortwo liegt bei rund 700 Euro. Das ist nicht zu viel für 80 Zentimeter mehr Auto.

Fahrspaß dank Elektro-Drehmoment

Dann wäre da natürlich noch der Elektromotor - jenes Herzstück, um welches sich bei der Umstellung der Marke smart auf reine Elektroantriebe alles dreht.

Gelingt das Unternehmen, den Benziner aus dem Motorraum zu verbannen und den smart ausschließlich mit Elektromotor anzubieten? Darüber richten die Reichweite, die Ladeinfrastruktur, der Preis und am Ende die Kundschaft.

Zuerst kann der Elektromotor überraschen. Aus dem Stand legt der smart EQ forfour eindrucksvoll los, weil ab der ersten Umdrehung der volle Schub von 160 Newtonmeter Drehmoment am Gaspedal hängt. In einem Zug und ohne Schaltrucke zieht er von der Ampel weg. Der Durchzug ist gut. Die Kraft verebbt aber irgendwann, denn der smart EQ forfour darf nicht richtig schnell.

Tempo 130 muss reichen, sonst steigt der Stromverbrauch zu stark. Der wird von smart mit 15,9 bis 17,3 kWh/100 km angegeben. Bei niedrigen Temperaturen steigt er, wie wenn im Sommer permanent mit voll aufgedrehter Klimaanlage gefahren wird.

Mehr Sprint als Marathon

Und die Reichweite? smart gibt für den EQ forfour 153 Kilometer an. Realistischer sind 100 bis 120 Kilometer. Fährt man oft in der Stadt, ist der elektrische forfour in seinem Element, weil hier die Geschwindigkeiten niedriger als auf der Landstraße und Autobahn sind. Das offenbart, wofür sich der smart EQ forfour mit seiner Reichweite nicht gut eignet: für Langstreckenfahrten und lange Reisen. Oder man hat viel Zeit und Geduld.

Schade ist nur, dass man den elektrischen forfour nicht wie einen BMW i3 fast nur mit dem Gaspedal fahren kann. Geht man vom Gas, ist die Rekuperation (Bremsenergierückgewinnung) und damit das Abbremsen allein durch das vom Gasgehen zu schwach. Die Einpedalbedienung, Gas geben und Bremsen mit einem Pedal, wie beim BMW wäre smarter.

Die Fahrleistungen und der Fahrspaß in der Stadt überzeugen jedoch genauso wie die Sauberkeit des Viersitzers mit Elektromotor. Der smart EQ forfour fährt lokal völlig emissionsfrei, wenn der Strom aus einer sauberen Stromerzeugung kommt.

Sicher trotz kleiner Knautschzone

Und die Sicherheit? Bei kleinen Autos wie smart-Modellen sollte dieser Punkt nicht vernachlässigt werden, da im Falle eines Aufpralls kaum Knautschzone übrig bleibt.

Der smart schützt mit einer steifen Sicherheitszelle und Verstärkungen an strategisch wichtigen Aufprallpunkten die Mitfahrenden. So erreicht der EQ forfour im NCAP-Crashtest mit vier von fünf möglichen Sternen einen guten Wert für die Kleinstwagen-Klasse.

Im Vordergrund steht natürlich, es gar nicht erst zum Unfall kommen zu lassen, wobei der EQ forfour auf moderne Sicherheitssysteme zurückgreifen kann.

Besteht bei einem Tempo von mehr als 30 km/h eine Kollisionsgefahr, setzt es einen Warnton. Im Notfall bremst der forfour auch autonom. Ebenso Serie ist der Seitenwindassistent. Und kommt es zu einem schweren Unfall, schalten sich die Hochspannungselemente ab. Als weitere Sicherheit ist die Batterie in einem stabilen Rahmen im Unterboden platziert.

Doppelte Sitzanzahl, doppelt so gut?

Nicht so richtig. Der smart forfour ist mehr smart, aber nicht unbedingt smarter. Denn mit mehr Fahrzeuglänge gehen dem smart ein Stück weit die attraktiven Abmessungen flöten, die den fortwo einst so erfolgreich gemacht haben. Wer aber die zwei zusätzlichen Plätze und mehr Gepäckraum benötigt, für den ist der forfour die konsequente Alternative zum fortwo. Mit mehr Platz, Komfort und den gleichen Vor- und Nachteilen, die sich aus dem elektrischen Antrieb ergeben. Das macht den smart EQ forfour, wenn das Haupteinsatzgebiet Stadt heißt, zum besseren Allrounder im Vergleich zum fortwo mit Zweisitzbegrenzung. Und das zum fairen Aufpreis. Und die 9.000 Euro Elektroprämie, die man vom Staat für den Kauf eines Elektroautos erhält, sind auch ein Anreiz, rein elektrisch zu fahren.

6/10 Wow-Wertung

Unsere Fachleute vergeben diese Bewertung nach ausführlicher Prüfung des Fahrzeugs.

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