Skoda Octavia RS im Test

Ihr nächstes Auto soll ein Skoda Octavia RS werden? Erfahren Sie alles Wichtige zu diesem Modell in unserem ausführlichen Testbericht!

Die Tschechen können auch sportlich - und liefern mit dem Škoda Octavia RS ein fast perfektes Auto ab, das sich kaum Schwächen im Test leistet. Aber egal ob Limousine oder Kombi - der Familien-Muskelprotz hat seinen Preis.

  • Großer Kofferraum in allen Modellen
  • Perfekte Kombination aus Sportlichkeit und Vernunft
  • Wenige Sicherheitssysteme serienmäßig
  • Übertriebene künstliche Motorengeräusche

Viele Paare kennen den Moment: Kaum steht Nachwuchs an, scheint der Autotraum ausgeträumt. Das zweisitzige Cabrio? Reicht für romantische Wochenendausflüge zu zweit, nur fehlt die Rückbank für den Kindersitz. Der Porsche? Wird spätestens zu eng, wenn das Kind dem Säuglingsalter entwachsen ist. Stattdessen steht ein Vernunftauto auf dem Einkaufszettel. Nur: Spaß macht das meist nicht. Das muss allerdings nicht so sein. Für Familien, die sportlich unterwegs sein wollen, bieten die Automobilhersteller schon seit einigen Jahrzehnten Alternativen. Bei BMW markiert das „M“ diese Modelle, bei Audi das „S“. Auch Škoda, die Marke, die sich einen Namen als Hersteller mit dem besten Kosten-Nutzen-Wert gemacht hat, muss nicht immer ganz so vernünftig daherkommen. „RS“ heißen die Modelle, die das obere Ende der Leistungsskala der Tschechen markieren und der Kassenschlager unter ihnen ist der Škoda Octavia RS. Orderten doch bisher 20 Prozent aller Käufer die Limousine oder den Kombi in der Version mit 200 oder 245 PS.

Der Škoda Octavia RS: ein dezenter Sportler

Die optischen Unterschiede zum normalen Modell fallen dezent aus. Trotz dem Leistungsplus handelt es sich immer noch um ein Familienauto. Das Chrom des Kühlers wird im Škoda Octavia RS durch einen schwarzen Rahmen ersetzt, ebenso wie die Seitenspiegel und die Rahmen der Fenster. Hinzu kommen neue Schürzen vorn und hinten, ein kleiner Heckspoiler und immer wieder das RS-Logo. Die Heckscheiben sind serienmäßig schwarz getönt, passend dazu kommt der Škoda Octavia RS mit ebenfalls schwarzen 18-Zoll-Felgen und liegt 1,5 Zentimeter tiefer auf der Straße.

Innen setzt sich die feine Akzentuierung fort. Überall gibt es rote Ziernähte, die den Unterschied zum normalen Škoda Octavia zeigen, die Verarbeitung ist penibel und wirklich nahe der Perfektion. Die Materialien sind hervorragend, vom Alcantara im Armaturenbrett und in den Türen bis zu den Carbon-Details. Die Sportsitze mit integrierten Kopfstützen sind serienmäßig und umfassen den Körper fest, ohne an Bequemlichkeit zu verlieren, die abgesteppten Nähte erinnern an edle Sessel zu Hause.

Viel Platz im Octavia RS

Zwar ist der Radstand im Vergleich zum Vorgänger mit 2,68 Meter beinahe identisch geblieben, doch insgesamt ist der Škoda Octavia RS um zwei Zentimeter in der Länge und 1,5 Zentimeter in der Breite gewachsen. Das klingt nach nicht viel, Škoda hat es aber innen geschafft durch ein paar Tricks noch mehr Raum zu schaffen. Die Instrumententafel ist kleiner, die Verkleidungen der Türen sind schmaler. Vorne ist so üppig Platz. Für die Beine reicht es bis zu einer Körperlänge von 1,95 Meter, die Kopffreiheit ließe sogar noch mehr zu. Hinten ist es zwar ein wenig niedriger, doch auch hier sitzen Menschen bis 1,95 Meter entspannt und geräumig. Nicht ohne Grund gilt der Škoda Octavia als Schreck der Mittelklasse, die oft weniger für mehr Geld bietet.

Das liegt auch am Kofferraumvolumen, mit dem der schnelle Kombi die Konkurrenz das Fürchten lehrt. 640 bis 1700 Liter sind viel - vor allem beim Blick auf Konkurrenten aus der sogenannten Premium-Mittelklasse. Der Audi A4 Avant schafft nur magere 495 bis 1.495 Liter. Selbst die Plug-in Hybrid Variante des Škoda Octavia RS Combi, die noch die zusätzlichen Batterien des Elektromotors unterbringen muss, besitzt mit 490 bis 1.555 Liter ein höheres Kofferraumvolumen. Zudem liegt die Ladekante des Škoda Octavia RS mit 62 Zentimeter niedrig, das erleichtert im Gegensatz zu einem SUV das Beladen.

Zwei Displays und ein paar Knöpfe

Die Bedienung ist dieselbe wie im Standard-Octavia und weitestgehend mit dem des VW Golf der achten Generation identisch. Verblieben sind ein paar physische Tasten am Lenkrad und dem Armaturenbrett, die wichtige Funktionen wie die Fahrprofilauswahl oder den Parkassistenten direkt anwählen. Das meiste wird über zwei Displays gesteuert. Den analogen Tacho hat im Škoda Octavia RS ein digitaler Bildschirm abgelöst, die wie ein Tablet herausragende Bedieneinheit in der Mittelkonsole übernimmt alles andere. Wie auch schon im VW Golf oder dem Seat Leon aus dem Konzernbaukasten, benötigt man hier eine gewisse Zeit zur Einarbeitung. Zu viele Menüs bietet mittlerweile die Bedienstruktur des Škoda Octavia RS.

Auffällig ist, dass das System mitunter sehr träge startet und reagiert. Das gilt insbesondere für die Sprachsteuerung. Ein Plus: Zur Verbindung mit dem Smartphone stehen serienmäßig Android Auto und Apple CarPlay zur Verfügung. Ein weiterer Vorteil: Die nervigen Touchflächen für die Bedienung der Klimaanlage und der Lautstärke des Radios aus dem VW Golf gibt es im Škoda Octavia RS auch, sind aber ein wenig besser gelöst.

Sicherheit: Viel kostet viel

Die Basisausstattung des RS ist hochwertig, das ist aber nicht weiter verwunderlich, handelt es sich doch um eine der Topversionen des Octavia. Die Billigvariante des Golf ist der tschechische Bruder schon lange nicht mehr. Die Limousine kostet mindestens 39.110 Euro, der Kombi 39.810 Euro. Das sind jeweils etwa 17.000 Euro mehr als die jeweilige Basisversion des Octavia. Dafür sind in den RS-Varianten schon diverse Sicherheitssysteme enthalten. Limousine und Kombi bremsen im Notfall automatisch für Fußgänger und Radfahrer, korrigieren Spurabweichungen und halten das Auto beim Anfahren am Berg.

Die Aufpreisliste ist allerdings lang - allzu viel will Škoda wohl doch nicht in sein Sportmodell packen. Gegen Aufpreis gibt es ein Einparksystem mit Kamera (660 Euro), einen Abstandsassistenten mit Müdigkeitswarner (640 Euro), Heckaufprallerkennung (480 Euro) oder ein Head-up Display (1.760 Euro).

Sportlich, aber nicht übertrieben

Doch jetzt wird es endlich Zeit, mit dem Škoda Octavia RS eine Runde zu drehen. Los geht es im 245 PS starken Benziner, der aus dem aktuellen Golf GTI stammt - nicht die schlechteste Referenz. Den Motor anlassen - aber was ist das? Der Škoda Octavia RS röhrt, als säße man hinter dem Steuer eines Achtzylinders, dabei besitzen sowohl Kombi als auch Limousine nur die Hälfte an Kolben. Das ist der künstliche Soundgenerator, der aus den Lautsprechern schallt und zwar nur dort heraus. Vor den Türen klingt der Octavia RS deutlich zahmer. Da ist es mit den Verantwortlichen von Škoda wohl ein wenig durchgegangen. Glücklicherweise lässt sich das nach dem Start abstellen. Oder man wählt gleich die Fahrmodi „Eco“ oder „Comfort“, in denen den Reisenden das Getöse erspart bleibt.

Wenig überraschend geht es im Škoda Octavia RS mit dem siebenstufigen Doppelkupplungsgetriebe zügig zur Sache, wenngleich die Automatik eher zahm ausgelegt ist und beim Kickdown gerne ein wenig zu lang verzögert. Das passt zum Charakter des RS: Der ist eher ein unaufgeregter Vertreter der Marke Sport-Alltagsauto. Das heißt im Vordergrund steht eine beherrschbare Performance, die nie übertrieben wirkt. Die Lenkung ist leicht und direkt, fühlt sich aber eher synthetisch an. Das Fahrwerk ist straff, liegt 1,5 Zentimeter tiefer als im normalen Škoda Octavia, ist aber trotzdem komfortabel abgestimmt.

Kurven nimmt der RS präzise, generell bewegt sich das Auto trotz seiner Größe und seines Gewichts leichtfüßig. Ein Realverbrauch um die acht Liter ist durchaus möglich - keine Selbstverständlichkeit für diese Art Fahrzeug. Wer noch etwas mehr sparen will, greift zu einer der beiden Diesel-Varianten, die mit 200 PS zwar scheinbar schwächer motorisiert sind, aber realistisch einen Verbrauch von fünf bis sechs Liter Kraftstoff erzielen und die einzige Allradversion bieten. So schafft der Allrad-RS es als einziges Modell der Reihe, sein komplettes Drehmoment von 400 Nm auf die Straße zu bringen und ist daher fast so flott unterwegs wie der Benziner.

Erstmals auch als Plug-in Hybrid

Eine interessante Alternative bietet Škoda seit dem Modellwechsel mit dem Octavia RS iV. Der kombiniert einen Elektro- mit einem 1,4 Liter Benziner und kann zwischen 50 und 70 Kilometer rein elektrisch fahren. Seltsamerweise ist aber auch hier wieder das künstliche Motorendröhnen aus den Boxen zu hören. Also: schnell abschalten. Dann gleitet der Škoda Octavia RS iV ganz ohne störende Motorengeräusche durch die Stadt. Das ist perfekt für Kurzstrecken, wenn die dauerhafte Möglichkeit besteht, den Plug-in Hybrid immer wieder zu laden. Bis hierhin ist der Škoda Octavia RS iV aber identisch mit dem schnöden 1.4 TSI iV, der mit 38.630 Euro immerhin 6.000 Euro günstiger ist als der RS iV.

Die Vorteile zeigen sich erst im Zusammenspiel mit dem stärkeren Ottomotor und der kombinierten Systemleistung von 245 PS. Hier ergänzen sich das E-Aggregat, das in seiner Ansprache sofort zur Verfügung steht und die Drehfreude des Benziners. Ganz so schnell wie im reinen Benziner geht es zwar nicht zu, dafür ist das Drehmoment fast genauso hoch wie beim Diesel. Und ein Hinweis noch für Autobahnraser: Die Höchstgeschwindigkeit liegt mit 225 km/h um 25 km/h niedriger als beim Škoda Octavia RS 2.0. Der Elektromotor stellt sich dann ab und es verbleiben die 150 PS des Vierzylinders - und der schafft nicht mehr.

Škoda Octavia RS: der Preis-Leistungs-Sieger

Es lässt sich nicht anders sagen: Mit dem Škoda Octavia RS ist dem tschechischen Hersteller eine überzeugende Symbiose zwischen Alltagsnutzen und Leistung gelungen. Perfekt für alle, denen die übertriebene Sportlichkeit der S-Modelle von Audi zu teuer ist oder denen der Ford Focus ST zu brachiale Prolligkeit verbreitet. Der Škoda Octavia bietet hervorragende Verarbeitung, überdurchschnittlich viel Platz und trotz allem noch akzeptable Verbrauchswerte. Das beste Preis-Leistungs-Verhältnis bietet dabei aktuell der Škoda Octavia RS iV, da der Plug-in Hybrid von der Förderprämie für E-Fahrzeuge profitiert. Das drückt den Preis von 43.360 Euro (Limousine) bzw. 44.060 Euro (Kombi) um 6.750 Euro - und macht ihn so zum aktuell günstigsten Octavia RS.

9/10 Wow-Wertung

Unsere Fachleute vergeben diese Bewertung nach ausführlicher Prüfung des Fahrzeugs.

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