Opel Zafira-e Life im Test

Ihr nächstes Auto soll ein Opel Zafira-e Life werden? Erfahren Sie alles Wichtige zu diesem Modell in unserem ausführlichen Testbericht!

Mit bis zu neun Sitzen, zwei Schiebetüren, zwei verschiedenen Längen und viel variablem Platz durch das Schienensystem für die herausnehmbaren Sitze ist der Opel Zafira-e Life einer der ernstzunehmenden Bulli-Konkurrenten. Nachdem der Zafira früher eher ein klassischer Familien-Van in Sharan-Größe war, kommt der Zafira Life (man achte auf den kleinen, aber feinen Namens-Zusatz “Life”) seit 2019 eine Nummer größer als Familien-Kleinbus daher. 

  • Variabler Platz für bis zu neun Sitze
  • Preiswerter Elektro-Transporter
  • Schickes Panorama-Dach optional
  • Praktisch: zwei Schiebetüren

Und er bringt einen entscheidenden Wettbewerbsvorteil mit: Er nutzt eine gemeinsame Plattform mit seinen Konzern-Brüdern Peugeot Traveller und Citroen Spacetourer (deshalb auch gern als „Drillinge“ betitelt), zusätzlich ist auch noch der Toyota Proace als vierter im Bunde baugleich. 

Eine Plattform - viele Modelle

Das spart Kosten, so dass es den Zafira Life bereits ab 40.750 Euro als Verbrenner-Version mit Diesel-Motor gibt, die Preise für die Elektro-Version starten bei 53.800 Euro abzüglich Umweltbonus in Höhe von derzeit 7.500 Euro.

Ergänzt wird dieses Portfolio sogar noch von den ebenfalls baugleichen Nutzfahrzeug-Varianten Peugeot Expert, Citroen Jumpy und Opel Vivaro, der zum “International Van of the Year 2021” gewählt wurde. Somit basieren insgesamt acht Modelle auf derselben Plattform, Toyota ProAce und ProAce Verso hinzugerechnet.

Pionier bei den Elektro-Transportern

Seit 2020 gibt es die Drillinge als reine Elektro-Fahrzeuge mit wahlweise 50 oder 75 Kilowattstunden-Batterie, was für eine Reichweite von 231 Kilometer mit der kleineren Batterie und bis zu 329 Kilometer laut WLTP mit dem größeren Akku ausreichen soll. Somit brachte PSA (damals noch ohne Kooperation mit FCA) seine Drillinge als eine der ersten Elektro-Transporter mit wirklich praktikabler Reichweite zu einem fairen Preis auf den Markt.

Schielt man vergleichsweise zur Markt-Ikone Bulli, brauchen Opel & Co. den Vergleich nicht scheuen: Für den VW Transporter gibt es bis dato keine hauseigene Elektro-Lösung, sondern nur die äußerst schwach bestückte Sonderausbau-Lösung des Sport-Tuners ABT mit einer kleinen 37,3 Kilowattstunden-Batterie, die gerade mal für 130 Kilometer Reichweite sorgen soll. Gerade wurde der T7 präsentiert, aber auch nur als Plug-in-Hybrid. Der erste rein elektrische Original-Bulli wird dann wohl der I.D. Buzz, der für 2022 angekündigt ist.

Da haben Zafira-e Life und seine Brüder die Nase ganz klar vorn, indem sie auch hier wieder die Synergieeffekte des PSA- bzw. inzwischen Stellantis-Konzerns nutzen: Motor und Batterie sind dieselben wie im Corsa-e und im Mokka-e, allerdings sind jene nur mit der 50 kWh-Batterie verfügbar. Der Motor ist 136 PS stark und die Höchstgeschwindigkeit auf 130 km/h limitiert, was auf vielen Autobahnen ohnehin der erlaubten oder real möglichen Höchstgeschwindigkeit aufgrund des Verkehrsaufkommens entspricht.

Der Elektro-Van im Praxistest

Im Praxistest überzeugt der Zafira-e Life direkt durch sein weiträumiges und variables Platzangebot sowie das adäquate Interieur und ein etwas schickeres Exterieur als sein Nutzfahrzeug-Kollege Vivaro-e. Schon äußerlich unterscheidet sich die PKW-Version Zafira-e Life von jenem “einfacher gestrickten Bruder” durch in Wagenfarbe lackierte Front- und Heckschürzen und Außenspiegel in Wagenfarbe, eine Heckklappe (statt Heck-Flügeltüren beim Vivaro-e) sowie vor allem der serienmäßigen zweiten Schiebetür. Ein absolutes Highlight für Familien und solche, die es noch werden wollen. Oder auch einfach praktisch zum Be- und Entladen. Während die Nutzfahrzeug-Version Opel Vivaro-e aber in drei verschiedenen Längen (S, M und L) verfügbar ist, kann der Zafira-e Life nur in zwei verschiedenen Längen (M und L) geordert werden. Die Höhe beider Modelle beträgt dagegen Parkhaus-taugliche 1,89 Meter.

Aber all dies ist identisch zum herkömmlichen Zafira Life mit Verbrennungsmotor. Kommen wir zu den wirklich wichtigen Aspekten eines Elektro-Transporters: Wie realistisch ist die angegebene Reichweite? Wie schnell lässt er sich wieder aufladen? All dies haben wir im Praxistest live für Sie ausprobiert.

Spannend: mit einem Elektro-Transporter in den Alpen unterwegs

Besonders spannend ist und bleibt bei allen Elektro-Fahrzeugen einerseits die Reichweite und andererseits die Fahrperformance - wie bei jedem anderen Auto auch. Wir haben den Zafira-e Life auf der Strecke zwischen Innsbruck und Südtirol dem Härtetest unterzogen: Rund 200 Kilometer soll es südwärts gehen und besonders spannend: Auf dem Weg sind auch 1.370 Höhenmeter zu überwinden - bekanntlich kräftezehrend für Antriebe jeder Art.

Los geht es aber erstmal auf noch normalem Terrain heraus aus der Stadt. Die Beschleunigung drückt einen erwartungsgemäß nicht gerade in die Sitze, was für einen Transporter auch absolut okay ist. Worauf wir scharfen Kritisierende natürlich gespannt sind: Wie wuppt das Elektro-Auto die rund 200 Kilometer auf der Autobahn über den Brenner? Auf der Autobahn klappt das Fahren erstmal gut: Angesichts des Tempolimits auf der österreichischen Autobahn sind wir mit dem auf 130 km/h Höchstgeschwindigkeit limitierten Zafira-e Life gut bedient - mehr ist eh nicht erlaubt. 

Den Brenner hinauf sinkt dann aber die angezeigte Restreichweite pro gefahrenem Kilometer gefühlt in Zehnkilometer-Schritten. Aber bekanntlich weiß die Elektromobilität die kinetische Energie des Bergauf und Bergab ja gut zu nutzen: Per Rekuperation lädt sich die Batterie bergabfahrend wieder auf. Und am Ende unserer Testfahrt versöhnt sich die real zurückgelegte Strecke wieder mit der angezeigten Restreichweite, so dass wir nach fast 200 gefahrenen Kilometern immer noch 108 Kilometer Restreichweite in petto haben. Das beruhigt und kann sich sehen lassen. 

Zum Laden geht es am Ziel angekommen an eine Schnellladesäule mit 100 kW, die den großen Akku in 45 Minuten wieder auf 80% bringt, die kleine Batterie braucht dafür nur 30 Minuten. Nicht schlecht, selbst Elektro-Zweifelnde müssen zugeben: funktioniert.

Stromer-Spezialitäten

Mit 136 PS und 230 Newtonmeter Durchzug ist der Familien-Van adäquat unterwegs, so dass auch die angegebenen Reichweiten realistisch oder zumindest machbar sind. Zur Auswahl stehen drei Fahr-Modi: Der Normal-Modus arbeitet mit 80 kW und 240 Newtonmeter Vortrieb. Für besonders sparsame Fahrweise steht der Eco-Modus bereit, der auch andere Verbraucher wie zum Beispiel die Klimaanlage herunter regelt. Der Power-Modus dagegen aktiviert die volle Leistung von 136 PS und 230 Newtonmeter. Die Unterschiede zwischen den drei Fahr-Modi sind merkbar und per Drucktaster auch einfach anwählbar.

Zusätzlich kann wie in den meisten anderen Elektro-Fahrzeugen auch die Rekuperations-Intensität zwischen der höheren Stufe “B” (für Brake) und einfach dem normalen “D” (für Drive) ausgewählt werden. Im Modus B ist die Bremswirkung selbst auf der Brenner-Autobahn bergab zu stark für den fließenden Verkehr. Auf den später folgenden Pass-Straßen hinab dagegen ist “B” ein super Brems-Moment, was die Motorbremse der Verbrenner-Fahrzeuge prima ersetzt.

Platz für Leute, Gepäck und vieles mehr

Auch die inneren Werte - hier mal im Sinne des Interieurs verstanden, nicht im Hinblick auf die ja schon beurteilte Motorleistung - können sich sehen lassen: Mit bis zu neun Sitzen ist der Zafira-e Life bestellbar, zwei Schiebetüren immer inklusive. Die Sitze sind auf dem Schienensystem wirklich leicht verschieb-, umklapp- oder auch herausnehmbar, so dass in der längeren Version L sogar Platz für bis zu 4,9 Kubikmeter Gepäck ist. 

Herausklappbare Tische an den Lehnen der Vordersitze und viele praktische Ablagen erleichtern das Ordnung-Halten aller Mitbringsel unterwegs. Als besonderes Highlight fällt das Panorama-Dach auf: Es erstreckt sich über den gesamten Rückraum und bietet neben schönen Aussichten auf das Alpen-Panorama auch viel Helligkeit in den Wagen, sofern gewünscht.

Mehr Komfort bei der PKW-Variante des Nutzfahrzeugs

Kommt man aus dem spartanisch ausgestatteten Nutzfahrzeug-Pendant Opel Vivaro-e und steigt um in die PKW-Version namens Zafira-e Life, fällt schon ein gewisser Unterschied beim Interieur auf: Das Cockpit wirkt etwas moderner, allerdings tatsächlich nur geringfügig. Analoge Rundinstrumente versprühen doch einen gewissen Charme von Einfachheit, aber sie sind gut ablesbar und in einem beruhigenden, sachlichen Blau gehalten. Der Witz dabei: Die Ladestandsanzeige der Batterie gleicht einer herkömmlichen Tankuhr mit analoger Nadel - das ist schon fast Retro-Charme. Die Sitze aber wirken hochwertiger als im Nutzfahrzeug-Pendant, auch der Schienenboden wirkt qualitativ ansprechend, wie es sich für einen echten Bulli-Konkurrenten gehört.

Hinsichtlich des Fahrkomforts dagegen hat man es schlicht mit demselben Fahrzeug wie beim Vivaro-e zu tun. Die nutzfahrzeug-typische Schaukelung ist auch grundsätzlich noch leicht beim Zafira-e Life vorhanden, wird aber durch den tieferen Schwerpunkt recht weitgehend minimiert. Dieser resultiert aus der unterflur verbauten Batterie, die somit - angenehmer Nebeneffekt - im Innenraum keinen Platz kostet.

Viele Assistenz- und Sicherheitsfeatures serienmäßig 

Der Zafira-e Life ist in vier verschiedenen Ausstattungslinien erhältlich. Den Einstieg bildet der Selection ab 53.800 Euro (abzüglich Förderprämien). Hier sind in der Elektro-Version bereits zwei Schiebetüren serienmäßig, auch die in Wagenfarbe lackierten Außenspiegel und Front- sowie Heckschürze und auch eine manuelle Klimaanlage. Auch die serienmäßigen Licht-Features können sich bereits sehen lassen: Halogen-Scheinwerfer, automatisches Abblendlicht, LED-Tagfahrlicht und Nebelscheinwerfer nebst Schlussleuchten sind ebenso inklusive wie Parkpilot und diverse Assistenz- und Sicherheitssysteme (erwähnt seien hier vor allem Müdigkeitswarner, Verkehrsschildassistent mit intelligentem Geschwindigkeitsregler sowie Kopf- und Front-Airbags für vorne Sitzende zuzüglich Vorhangairbags in der zweiten und dritten Sitzreihe - ein Alleinstellungsmerkmal in der Transporterklasse).

Die nächsthöhere Ausstattungsvariante Edition hat ohne weiteren Aufpreis ab 57.350 Euro (abzüglich Förderprämie) acht Sitzplätze, 17-Zoll-Räder, eine Zwei-Zonen-Klimaautomatik sowie Sitzheizungen an Bord.

Die Tourer-Ausstattung (ab 62.500 Euro in der Elektro-Version abzüglich Förderprämien) toppt das noch mit 17-Zoll-Leichtmetallrädern in BiColor, beleuchteten Türeinstiegsleisten, Xenon-Scheinwerfern, einem Multifunktionslederlenkrad und einem Head-Up-Display serienmäßig.

Die höchste Ausstattungsvariante stellt die Linie Elegance für 65.770 Euro dar (abzüglich Förderprämie), die mit einem separat zu öffnendem Fenster in der Heckklappe, elektrischen Schiebetüren, Ledersitzen und dem Panorama-Glasdach aufwartet.

Der ideale Wagen für Familien und Shuttles

Insgesamt lässt sich also konstatieren, dass der Zafira-e Life durchaus für Ausflüge ins nähere Umland geeignet ist. Wenn es nicht gerade quer durch die Republik gehen muss, reicht der Familien-Van für Wochenendausflüge. Ideal aber passt er zum Nutzungsprofil für Taxen oder Shuttles innerorts oder vom Flughafen/Bahnhof zur Unterkunft oder Messe - bis zu neun Sitze mit Platz für Gepäck und eine Reichweite bis zu 329 Kilometer macht schon Sinn. Die vom Bulli-Pendant ABT e-Transporter maximal möglichen 130 Kilometer dagegen weniger - dieser kommt wohl maximal für innerstädtische Nutzung in Betracht. 

Wir haben es hier also mit einem ernstzunehmenden Bulli-Konkurrenten zu tun - oder besser gesagt gleich acht, bezieht man neben Opel Vivaro auch noch Peugeot Traveller (und Expert), Citroen Spacetourer (und Jumpy) sowie Toyota Proace (und ProAce Verso) mit ein. Von wegen “drei auf einen Streich” - gleich acht macht auch Sinn, oder?

8/10 Wow-Wertung

Unsere Fachleute vergeben diese Bewertung nach ausführlicher Prüfung des Fahrzeugs.

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