Nissan JUKE

SUV mal anders

7,4
Wow-Wertung
Das ist die mittlere Bewertung der führenden Autozeitungen.
  • Mutiges Design
  • Agiles Fahrwerk
  • Gute Bremse
  • Schlechte Übersicht nach hinten
  • Platzangebot im Fond
  • Hohe Ladekante

15.990 € - 31.915 € Preisklasse

5 Sitze

4,0 - 7,3 l/100km

Test

Nissan hatte bei der Entwicklung des Juke keine Vorbilder. Vielleicht ist genau das sein Erfolgsgeheimnis. Als er im Jahr 2010 präsentiert wurde, traute dem extravagant designten Crossover-SUV kaum einer den Erfolg zu. Heute gehört der Nissan Juke zu den erfolgreichen SUVs. Mit dem Facelift wurde Mitte 2014 eine Schwäche des Konzepts beseitigt: der zu kleine Kofferraum.

Seitdem bietet der 4,14 Meter lange Juke mehr Platz. Nicht auf der Rückbank, aber dahinter fürs Gepäck. Motorisch wurde der fahrdynamisch agile Juke, der sich mit Hipstern wie dem Kia Soul, Citroen C4 Cactus und Skoda Yeti oder dem Bestseller Opel Mokka X zu messen hat, aufgerüstet, indem man abrüstete.

Unter den Motoren, die ihre Kraft mit dem Front- oder Allradantrieb auf die Straße bringen, gehört der 1,2-Liter-Vierzylinder zu den quirligen Antriebsquellen. Das sparsamste Aggregat ist der 110 PS starke 1,5-Liter-Diesel und das stärkste der 218 PS produzierende 1,6-Liter-Turbomotor im sportlich abgestimmten Juke Nismo RS.

Noch mehr Auswahl als bei den Motoren herrscht beim Zubehör. Sechs Ausstattungslinien stehen zur Wahl. Mit dem Fahrdynamiksystem lässt sich das Ansprechen von Motor, Lenkung und Getriebe beeinflussen.

Ein früher der Oberklasse vorbehaltenes 360-Grad-Rundumsichtsystem sorgt beim Parken für Sicherheit und der Toter-Winkel-Assistent und der Spurhaltehelfer in Fahrt. Zudem lässt sich der Nissan Juke mit dem großen Panorama-Glasschiebedach, reichlich Personalisierungspaketen, kontrastierenden Außenspiegelkappen und farbigen Felgeneinsätzen noch individueller gestalten – als er schon von Geburt mit seinem mutigen Design ist.

Hinter dem unkonventionellen Design des Juke verbirgt sich ein grundsolider SUV. Nur einen Haken hatte das Ganze bis Mitte 2014. Vorne fing der Juke zwar lustig an, aber ganz hinten im Kofferraum gab es kaum noch etwas zu lachen – das hat sich geändert.

Das Interieur

Der Innenraum ist knapp geschnitten. Die Sitzposition fällt im Vergleich zu anderen SUVs tief aus. Vorne sitzt man am besten und als Erwachsener am besten nicht hinten. Die Knie kontaktieren nach dem Zustieg über die schmalen Türen schon bei mittlerer Beinlänge die Rückseiten der Vordersitze und die Frisur den Dachhimmel.

Der Ausblick ist auch nicht so toll, weil die Seitenscheiben ziemlich schmal ausfallen. Das gilt auch für den Fahrerplatz, von dem aus die Übersicht nach hinten schlecht ist, was die Rückfahrkamera nicht zum Komfortextra macht, sondern zur Notwendigkeit.

Kritik funktioniert auch anderswo im Juke. Das von der Bedienung schnell durchschaubare Cockpit präsentiert sich zwar solide verarbeitet und in peppigen Farben, aber die Kunststoffqualitäten lassen von der Anmutung manchmal noch Luft nach oben.

Die Windgeräusche im Innenraum nehmen bei höherem Tempo merklich zu. Und eine verschiebbare Rückbank würde dem hinten engen Juke auch gut stehen, da sich die Beinfreiheit und der Platz im Kofferraum damit zumindest variieren ließen.

Der Kofferraum

Das Ladevolumen konnte bei der Überarbeitung in den Versionen mit Frontantrieb um überraschende 40 Prozent gesteigert werden. Damit passen im Juke jetzt 354 Liter auf den Ladeboden, entsprechend einem großen und einem mittleren Koffer. Liegt die 60:40-umlegbare Rückbanklehne in der Horizontalen sind es 797 Liter.

Allerdings bietet nur der Juke mit Frontantrieb genug Platz für die Koffer. In der Allradversion schluckt der Kofferraum weiterhin dürftige 207 Liter und 506 Liter, wenn die hinteren Rückenlehnen heruntergeklappt werden.

Der Vorteil: Der Nissan Juke zählt zu den agilsten und handlichsten SUVs seiner Klasse. Der Nachteil: Das lässt er einen auch spüren, denn er gehört nicht zu den komfortabelsten. Das Fahrwerk ist straff abgestimmt und lässt daher in Kurven nicht viel Seitenneigung zu. Die Lenkung arbeitet nicht nur leichtgängig, sondern auch ausreichend direkt und präzise.

Was an Komfort über bleibt, entscheidet final das „Dynamic Control System“. Hier gibt es etwas zu wählen: In den Modi „Normal“, „Sport“ oder „Eco“ ändert sich das Ansprechen von Motor, Lenkung und des optionalen CVT-Automatikgetriebes. Unter „Sport“ geht der Juke dann tatsächlich spürbar besser. Speziell in seiner Sportversion Nismo RS. Sicher fühlt sich der Fahrer auch auf der Bremse.

Eine auffällige Eigenart bestimmt das Juke-Fahren aber in jeder Version: Ein Juke-Neuling kann auf engen Straßen die Breite der Fahrbahn schwer abschätzen, weil er den rechten Straßenrand wegen der auf der Motorhaube aufsitzenden Scheinwerferkappen nicht einsehen kann. Das gibt sich aber, wenn man sich daran gewöhnt hat.

Sechs Motoren und zwei Getriebevarianten stehen im Nissan Juke zur Wahl. Der 1,2-Liter-Turbobenziner und der Dieselmotor gehören zu den Favoriten.

Die Benziner

Die Benzinmotoren leisten im Juke 94, 115, 117, 190, 214 und 218 PS. Der 190 PS starke 1,6 Liter-DIG-T-Motor gehört wie der 1,6-Liter-Vierzylinder mit 94 und 117 PS zu den älteren Motoren. Die neuesten im Juke-Motorraum sind der 1.2 und der stärkste 1.6. Der Turbomotor des Juke Nismo RS mobilisiert aus 1,6 Liter Hubraum 214 PS mit 4×4-Antrieb und 218 PS mit Frontantrieb.

Aber schon der Turbo-Direkteinspritzer-Vierzylinder mit 115 PS liefert mit nur 1,2 Liter Hubraum überraschend viel von dem, was den Spaß am Fahren ausmacht: Einen guten Durchzug dank 190 Newtonmeter Drehmoment schon bei 2.000 Umdrehungen, ein quirliges Hochdrehen und einen Verbrauch, der mit rund 6,5 Liter Super nur einen Liter über der Werksangabe liegt.

Mit dem stärksten Vierzylinder sind es schon mal zwei, drei Liter mehr. Zu beachten ist hier, wenn einem die Höchstgeschwindigkeit im Auto wichtig ist: Die RS-Variante mit Frontantrieb (2WD) läuft 215 km/h, aber die mit Automatik und Allradantrieb (4WD) nur 200 km/h.

Die Diesel

Ein Verbrauch von 5,3 l/100 km im Test ist ein gutes Argument für den 110 PS starken 1,5-Liter-dCi-Dieselmotor. Das andere lautet: Drehmoment. Wie die meisten Turbodiesel muss auch dieser nicht ansatzweise ausgedreht werden, um zu leisten. Die maximale Drehmomentkraft von 260 Newtonmetern steht schon bei einer alltagsgerecht niedrigen Drehzahl von 1.750 Umdrehungen an den Vorderrädern zur Verfügung.

Zwar beschleunigt der Juke in beschaulichen 11,2 Sekunden von 0 auf 100 km/h, aber beim Zwischenbeschleunigen zeigt er trotzdem den meisten Benzinern das Heck. Andere Juke-Modelle gehen flotter als 175 km/h, aber der 46 oder 50 Liter große Tank leert sich schneller. Den sparsamen Hubraum des Diesels spürt man nur dann unangenehm, wenn der Sparmodus “Eco” eingestellt ist und das Ansprechen des Motors nicht mehr überzeugt.

Der Allradantrieb sichert auf schlüpfrigem Untergrund nicht nur die Traktion, sondern auch das Fahren. Der 4×4 beschützt die Insassen und das Blech genauso wie das geniale 360-Grad-Rundumsichtsystem, das den Juke beim Parken aus der Vogelperspektive auf dem Monitor darstellt.

Die Kameras des Systems und die Sensoren liefern zudem die Informationen für das Nissan Safety Shield. Das System gehört in der Topausstattung Tekna zum Lieferumfang und beinhaltet den Spurhalteassistenten, den Toter-Winkel-Assistenten und die Bewegungserkennung, die spielende Kinder im Bereich hinter dem Fahrzeug erkennt.

Im ADAC-Bremstest kam der Nissan Juke nach einer Vollbremsung aus 100 km/h nach 35,9 Metern zum Stehen. Das Crashverhalten der Karosserie und die Sicherung durch die elektronischen Helfer wurden im Euro NCAP-Crashtest mit der maximalen Wertung von fünf Sternen bewertet.

Zwischen sechs Ausstattungsvarianten heißt es im Nissan Juke auszuwählen. Das Basismodell Visia ist mit einem CD-Radio mit AUX-IN-Anschluss, der Zentralverriegelung mit Funkfernbedienung, elektrischen Außenspiegeln, 16-Zoll-Stahlfelgen, LED-Tagfahrleuchten und der Reifendruckkontrolle schon ganz gut ausgestattet.

Im nächsten Level Visia Plus gehören die Klimaanlage, die 16-Zoll-Leichtmetallfelgen, der Bordcomputer und ein höhenverstellbarer Fahrersitz mit zum Ausstattungspaket.

Als Juke Acenta verfügt Nissans Crossover zusätzlich über Nebelscheinwerfer, 17-Zoll-Leichtmetallfelgen, eine Klimaautomatik, eine Freisprecheinrichtung, das Audio Streaming über Bluetooth, einen Tempomat, die Fahrdynamikregelung und Chromzierleisten im Innenraum.

Im Juke N-Connecta gehören elektrische Außenspiegel, der Licht- und Regensensor, das schlüssellose Zugangssystem, das NissanConnect-Navigationssystem und das Interieurpaket samt Sitzheizung zum Lieferumfang.

In der Topversion Juke Tekna kommen eine Rückfahrkamera sowie das Around View-360-Grad-System und das Nissan Safety Shield hinzu. Darüber hinaus lassen sich weitere Extras wie etwa grelle Applikationen im Innenraum, Felgen mit Farbeinlagen, 18-Zoll-Räder, Ledersitze oder das Glas-Schiebedach bestellen.

Und das Infotainment? NissanConnect ermöglicht per Smartphone-Einbindung den Zugang zu einer Vielzahl von Apps. Von den sozialen Netzwerken bis hin zum Internetradio. Das Bedienzentrum des Systems bildet ein farbiger 5,8-Zoll-Touchscreen, dessen Tastenfelder für große Finger etwas klein ausfallen.

Auf dem Display lassen sich mit den integrierten Google-Diensten beispielsweise Wettervorhersagen aufrufen und gerade gesuchte Orte, wie nahe liegende Tankstellen, Hotels oder Restaurants finden. Ebenso ist hier Bluetooth Audio Streaming möglich und externe Geräte können mit den AUX-IN- und USB-Anschlüssen über das System angesteuert werden.

Zusammenfassung

Der Spaß am Design und Fahren setzt sich seit der Überarbeitung auch im Kofferraum fort. Das straffe Fahrwerk und die einfache Bedienung des Juke vermitteln genauso Fahrfreude wie der neue Vierzylinder-Turbo mit 115 PS. Dass der Nissan Pulsar und der Nissan Qashqai die vernünftigeren Autos sind, tut im Juke nichts zur Sache. Einen Nissan Juke kauft man weiterhin wegen dem, was ihn als SUV so einzigartig macht: dem Design.

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