MINI Cooper SE 3-Türer im Test

Ihr nächstes Auto soll ein MINI Cooper SE 3-Türer werden? Erfahren Sie alles Wichtige zu diesem Modell in unserem ausführlichen Testbericht!

Bleibt der MINI ein MINI mit dem Elektroantrieb? Er hat die besten Anlagen dazu mit der kompakten Länge von 3,85 Meter, dem Retrocharme seines Interieurs und der bewährten Antriebstechnik vom BMW i3. All dies macht vielleicht den Kauf entscheidenden Unterschied zu konventionell gestrickten Elektroautos wie dem Smart EQ, Renault ZOE, Peugeot e-208 oder Opel Corsa-e.

  • Kleiner 32,6 kWh Akku für bis zu 270 Kilometer
  • Effiziente Rekuperation
  • Typischer MINI-Charme
  • Stadtfreundliche Maße auf Kosten des Kofferraumvolumens

Kleinwagen bieten sich zur Elektrifizierung an, da sie zumeist ohnehin in der Stadt oder für überschaubare Pendelstrecken und eher selten für Reisen oder Langstrecken genutzt werden. Daher hat auch MINI sein 3-Türer-Modell ausgewählt, um es mit einem Elektromotor auszustatten. Dabei ist mit dem MINI Cooper SE 3-Türer nicht einfach bloß ein Elektro-MINI entstanden, sondern eine ganz eigenständige Identität.

Der Cooper SE, ein Paradox

Schon auf dem Papier wirft der MINI die ein oder andere Frage auf. Mit 184 PS zählt der MINI zu den leistungsstärksten Elektro-Kleinwagen überhaupt. Ganz anders sieht es bei der Reichweite aus. Mit maximal 270 Kilometern erscheint der Cooper SE zunächst kaum konkurrenzfähig. Wer dem britischen Modell Leistung abverlangt, wird kaum 200 Kilometer schaffen. Sowohl Opels Corsa-e als auch Peugeots e-208 bieten mit 330 Kilometern deutlich mehr - ganz zu schweigen vom Renault ZOE, der sogar 395 km packt.

Dabei verbraucht das MINI-Kraftpaket nicht mehr, sondern weniger als besagte Vergleichsmodelle. Der ausschlaggebende Unterschied liegt bei der Batteriekapazität von nur 32,6 kWh, während die anderen es auf Werte um die 50 kWh bringen. Angesichts dessen holt das britische Modell ganz schön viel Reichweite aus dem kleinen Akku.

Unvernünftiger Ansatz macht Laune

Eine kleinere Batterie hat so ihren Vorteil und hat so ihren Nachteil. Der Nachteil ist: Die Reichweite ist kaum reisetauglich, geht man von praxisnahen Werten zwischen 150 und 200 Kilometern aus anstelle der nach WLTP angegebenen 270.

Der Vorteil ist: Der MINI wird mit fast 1,4 Tonnen Gewicht deutlich schwerer als ein vergleichbares Verbrenner-Modell, bleibt aber unter den Elektro-Kleinwagen ein Leichtgewicht. Darüber hinaus legt er die Pfunde an der richtigen Stelle im Auto zu: Ganz unten. Das sorgt für einen niedrigen Schwerpunkt und dafür, dass Gewichtsverteilung und damit Straßenlage optimal sind. Der MINI SE liegt satt, aber nicht unkomfortabel auf der Straße. Die Lenkung arbeitet direkt und die serienmäßige Antischlupfregelung sorgt dafür, dass die ganze Kraft sicher auf die Straße gelangt.

Dies ist gar nicht so einfach zu regeln, denn die Kraft des 184 PS starken Elektromotors gelangt ab der ersten Umdrehung mit der vollen Dosis Drehmoment (270 Nm) auf die Straße. Und dann geht es mit einem geschmeidigen Zug in 7,3 Sekunden auf Tempo 100. Das aber sofort und ohne Schaltrucke. Wer das erlebt hat, wünscht sich vielleicht nichts mehr anderes, als einen Elektromotor im Motorraum. Damit macht der Cooper SE beinahe Kompaktsport-Modellen wie dem Golf GTI Konkurrenz, der diesen Sprint in 6,3 Sekunden hinlegt.

Genauso eindrucksvoll wie die ansatzlose Beschleunigung ist die Einpedalbedienung. Im zweiten Rekuperationsmodus (Rekuperation = Bremsenergierückgewinnung) geht man vom Gas und der Cooper SE verzögert – wie ein BMW i3, in dem das System das erste Mal zum Einsatz kam – so stark, dass allein das vom Gas gehen in den meisten Situationen den Tritt auf das Bremspedal komplett ersetzt.

Viel rekuperieren, weniger laden

Die starke Rekuperation des MINI erfordert anfangs einige Gewöhnung, bis man es schafft, die Bremsleistung korrekt einschätzen zu können und am gewünschten Punkt zum Stehen zu kommen. Einmal gelernt, bietet die Bremsenergierückgewinnung dann eine gute Möglichkeit, die ansonsten häufig nötigen Ladevorgänge zu reduzieren und längere Strecken zwischen den Ladeintervallen zurücklegen zu können. Denn sonst bittet der Cooper SE häufig an die Steckdose.

Beim Laden liefert der kleine Akku nicht die Vorteile, die wir uns wünschen würden. Erwartbar wäre, dass die geringe Batteriekapazität zu kürzeren Ladevorgängen führt. In der Praxis sieht das anders aus: An einer 50 kW-Ladestation steht der MINI für eine 80 Prozent Ladung rund 35 Minuten. Das geht grundsätzlich als Zeit in Ordnung, jedoch nicht schneller als beim Corsa-e oder e-208 trotz erheblich größerer 50 kWh Batterie. Für die letzten 20 Prozent, um den Akku komplett voll zu laden, müssen nochmal zusätzlich 50 Minuten eingerechnet werden.

Für Ladevorgänge zu Hause bietet MINI eine eigene Wallbox an, die den 3-Türer in 3,5 Stunden lädt. An der Haushaltssteckdose dauert der Ladezyklus mindestens 8 Stunden. Angenehm beim Elektro-MINI: Das Ladekabel fliegt nicht im Kofferraum herum, sondern wird unter dem Ladeboden verstaut.

Innen ganz MINI

An Charme spart der MINI Cooper SE nicht. Sein Cockpit ist so einmalig wie das eines MINI mit Benzin-, Plug-in-Hybrid-, oder Dieselmotor. Die Platzverhältnisse gleichen denen des MINI Cooper S. Vorne herrscht Platz, dahinter deutlich weniger. Insgesamt ist das Raumangebot der Kleinwagen-Klasse und der Länge von nur 3,85 Metern angemessen.

Auf den vorderen Sitzplätzen ist der Platz sogar so gut, dass der MINI zu einem der besten Fahrzeuge für großgewachsene Menschen zählt. Das verdankt er seiner leicht kastenartigen Form mit horizontaler Dachlinie und dem klaren Fokus auf Komfort vorn, wenngleich die Beinfreiheit im Fond darunter leidet. Auch der Kofferraum, wo der Cooper SE dank des im Fahrzeugboden verbauten Akkus zum Glück keine Abstriche gegenüber dem Verbrenner-Modell hinnehmen muss, entspricht dem Segment. Hier finden 211 Liter an Gepäck Platz und damit rund 20 Liter weniger als im vergleichbar großen Mitsubishi Space Star.

Ganz neu ist das Digitaldisplay im Cockpit des Cooper SE, auf dem neben der Geschwindigkeit auch der Ladezustand der Batterie und die Reichweite angezeigt werden. Je nach Fahrmodus (Green+, Green, Mid und Sport) ändert sich wie auch am runden Navigationsbildschirm die Farbigkeit der Beleuchtung. Die Verarbeitung und Materialqualität ist gut, die Bedienung sämtlicher Elemente leicht verständlich und intuitiv.

Investition in den Spaßfaktor

Mit dem MINI Cooper SE spart man Emission, aber nicht Geld. Auch dies macht den SE zu einem typischen MINI. Wie das elektrisierende Fahrvergnügen, der sportliche Antritt, der sehr britische Auftritt und all das, was die MINI-Kundschaft am MINI so liebt. Sich für den elektrischen Cooper SE statt eines Benzin schluckenden Cooper S zu entscheiden, macht, wenn das Haupteinsatzgebiet Stadt heißt, Sinn. Denn kleine und damit leichtere Elektroautos wie der Mini Cooper SE sind heute, ganz im Gegensatz zu übergewichtigen Elektro-SUVs, die am meisten überzeugenden Elektroautos. Leider muss sich das britische Modell mit geringer Reichweite und hohem Preis aber die typischen Elektroauto-Kritikpunkte anhören.

6/10 Wow-Wertung

Unsere Fachleute vergeben diese Bewertung nach ausführlicher Prüfung des Fahrzeugs.

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