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Mercedes-Benz T-Klasse im Test

Ihr nächstes Auto soll eine Mercedes-Benz T-Klasse werden? Erfahren Sie alles Wichtige zu diesem Modell in unserem ausführlichen Testbericht!

4,7/5 aus 13.765 Bewertungen

Mit der T-Klasse bringt sich Mercedes in Stellung gegen den VW Caddy. Im Test beweist der Hochdachkombi aus Stuttgart, dass er mit seinem variablen Platzangebot der perfekte Begleiter für Familien und Outdoor-Sportler ist.

  • Hervorragendes Raum- und Platzangebot
  • Bis zu drei Kindersitze im Fond möglich
  • Keine Motorisierungen mit E-Motor erhältlich
  • Kleines Infotainment-Display

Wer reinen Nutzwert sucht, der landet normalerweise nicht bei Mercedes. Der deutsche Hersteller nennt sich nicht ohne Grund “Premium”. Das drückt sich in der vermeintlich besseren Qualität als auch im Preis aus. Mercedes waren eben immer teurer als vergleichbare Modelle aus dem Volkswagen-Konzern. Zumindest bis jetzt. Klammheimlich hat sich die Marke auch in scheinbar untypischen Segmenten breit gemacht. Die Mercedes V-Klasse jagt seit Jahren dem VW Transporter Kund:innen ab – ohne teurer zu sein.

Weitgehend unter dem Radar läuft bisher die Mercedes T-Klasse. Der Hochdachkombi soll dort Käufer:innenschichten erschließen, wo der Stuttgarter Konzern sonst eher wenig Abnehmer:innen findet: bei den praktischen Familienautos. Der Hochdachkombi Mercedes T-Klasse orientiert sich an Modellen wie dem VW Caddy, dem Citroën Berlingo oder dem Renault Kangoo – mit dem sich die Mercedes T-Klasse nicht nur die technische Basis teilt, beide Hersteller haben das Auto zusammen entwickelt.

Ein Auto für Pragmatiker:innen

Die schlechte Nachricht vorweg: Die Mercedes T-Klasse ist, wie alle Modelle in diesem Segment, nichts für Ästheten. Hochdachkombis sprechen vor allem die Pragmatiker:innen unter den Autokäufer:innen an. Sie kompensieren, dass es kaum noch Minivans auf dem Markt gibt und stammen oft von Nutzfahrzeugen ab – im Fall der Mercedes T-Klasse ist das der Mercedes Citan. Die Passagier-Variante nannte sich bisher Citan Kombi und war ziemlich hemdsärmelig, das ändert sich nun. Dass es sich bei der T-Klasse eigentlich um einen Renault Kangoo handelt, ist bis auf die grundsätzliche Form nicht mehr zu erkennen. Vorne und hinten sieht die T-Klasse eindeutig nach Mercedes aus.

Mit einer Länge von 4,50 Meter, einer Breite von 1,86 Meter und einer Höhe von 1,81 Meter ordnet sie sich unter den großen Vans wie der Mercedes V-Klasse und dem VW Transporter T6.1 ein. Das ist ein Vorteil – so lässt sich die T-Klasse viel besser rangieren, als die “echten” Vans. Typisch für diese Karosserieform sind die Schiebetüren an den Seiten, drei einzelne Sitze auf der Rückbank und der üppige Kofferraum. Ideal für Familien und Outdoor-Sportler.

Der Innenraum: typisch Mercedes

Im Innenraum ist die T-Klasse ganz Mercedes. Die Instrumente, das Lenkrad, das neue Infotainment-System, das alles ist typisch für die aktuellen Modelle der Marke. Mercedes hat sich offensichtlich Mühe gegeben, die T-Klasse vom Citan abzusetzen. Die Materialien sind hochwertiger, es gibt Details wie der Rahmen um den Schalthebel oder Zierleisten in den Türen, die die Farbe der Lackierung aufnehmen. Ablagen gibt es mehr als genug. Ein nettes Detail sind die Getränkehalter in den vorderen Türen, die bis zu 1,5 Liter große Flaschen fassen. Eines sollte Autokaufenden aber klar sein: Die Qualität ist gut, mit der Mercedes C- oder E-Klasse kann der Hochdachkombi aus Stuttgart aber nicht mithalten.

Über das Lenkrad lassen sich Tempomat, Bordcomputer und das Entertainmentsystem MBUX bedienen, die Tacho-Instrumente sind klassisch analog. Fast schon ein Kuriosum für aktuelle Modelle auf dem Markt. Ein Display in der Mittelkonsole gibt es trotzdem - wenngleich das mit einer Diagonale von sieben Zoll relativ klein ausfällt. Die T-Klasse ist eben keine Neuentwicklung. Das zeigt ein weiteres Detail: Serienmäßig gibt es “nur” Halogen-Scheinwerfer.

Einschränkungen gegenüber der Konkurrenz

Die kleinen Einschränkungen gegenüber der Konkurrenz ziehen sich durch das gesamte Fahrzeug. Die Heckklappe ist mit elektrischer Unterstützung nur gegen Aufpreis erhältlich. Das gilt ebenso für die Schiebetüren. Und ab Werk gibt es im Fond nur Aufstellfenster.

Das tolle Platzangebot macht das wett. Durch die hohe Bauweise ist Kopffreiheit selbst für sehr große Menschen kein Thema. In den Fond gelangen Reisende über die Schiebetüren. Große Familien dürfte freuen, dass auf die drei Einzelsitze drei Kindersitze passen. Das bieten nur wenige Fahrzeuge. Wem das noch nicht reicht, wählt die Version mit sieben Sitzen. Einziges Manko: Mercedes bietet nicht die für diese Klasse meist optional erhältliche verschiebbare Sitzbank im Fond. Sie vergrößert je nach Position entweder den Fuß- oder den Gepäckraum.

Viel Platz und sattes Ladevolumen

Der Kofferraum öffnet mit einer weit ausladenden Heckklappe. Das sollten T-Klasse-Fahrende beim Einparken einkalkulieren. Sonst lassen sich am Ende die Wochenendeinkäufe nicht verstauen, weil die Motorhaube des dahinter parkenden Fahrzeugs verschrammt wird. Mercedes bietet die T-Klasse aber auch anstatt mit Heckklappe mit zwei Türen an. Positiv: Die Ladekante ist nur 56 Zentimeter hoch. Das dürfte all jene freuen, die ihre Hunde mit der T-Klasse chauffieren wollen. Das Gepäckabteil sollte für die meisten Gelegenheiten mehr als ausreichend sein. 520 Liter sind es normalerweise, wenn die Rückbank fällt, erweitert sich der Stauraum auf gewaltige 2.127 Liter. Die Rückbank lässt sich zu ⅓ oder zu ⅔ umlegen. Mit der optionalen Anhängerkupplung können Caravans bis zu 1,5 Tonnen gezogen werden.

Die Motoren für den Hochdachkombi sind dem Segment angemessen. Das heißt: Allzu sportlich wird es in der T-Klasse nicht. Zunächst bietet Mercedes nur zwei Benziner (102 und 131 PS) und zwei Diesel an (95 und 116 PS) an. Sie sind bis auf das Basismodell je nach Wunsch mit einer Sechsgang-Schaltung oder einem Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe ausgestattet. Ein Elektromodell, der EQT, soll Ende 2022 auf den Markt kommen. Aktuell gibt es keine Variante mit Plug-in-Hybrid-Motor.

Fährt besser als der Kangoo

Das Fahrverhalten der Mercedes T-Klasse ist deutlich besser als beim Kangoo. Das liegt daran, dass beide Hersteller ein eigenes Fahrwerk für den Hochdach-Kombi entwickelten. Hier spürt man die Handschrift von Mercedes. Die Schwaben haben dem schick gemachten Citan das Stigma des Handwerks-Autos ausgetrieben. Schließlich nennt ihn Mercedes selbst einen “Premium-Small-Van”.

Das Fahrerlebnis erinnert mitunter trotzdem an ein Nutzfahrzeug. Die Diesel laufen unruhig und mit dem Automatikgetriebe tun sich ziemliche Turbo-Löcher auf. Das passt aber irgendwie zum gemütlichen Bild, das die T-Klasse abgibt. Empfehlenswerter ist der Benziner mit 131 PS, der mehr Laufkultur zu bieten hat. Der Diesel bleibt dennoch die Wahl für lange Strecken. Wer mehr in urbanen Gebieten unterwegs ist, ist besser mit dem Benziner dran.

Gute Rundumsicht durch hohe Fenster

In der Stadt punktet die T-Klasse mit ihrer Manövrierfähigkeit, sodass sie in der Stadt klare Vorteile gegenüber der größeren Mercedes V-Klasse besitzt. Durch die hohen Fenster und die erhöhte Sitzposition ist eine gute Rundumsicht gewährleistet.

Serienmäßig ist die ab 29.314,46 Euro erhältliche Mercedes T-Klasse mit Klimaanlage, Licht- und Regensensor, Multifunktionslenkrad und dem Infotainmentsystem MBUX mit sieben Zoll großem Bildschirm ausgestattet. Für die Sicherheit spendiert Mercedes einen Totwinkel-Warner und einen aktiven Bremsassistenten. Extra kosten ein Parksystem mit Rückfahrkamera, der adaptive Abstandstempomat Distronic und der Fernlichtassistent.

Ein Auto für alle Zwecke

Günstiger wird es bei Mercedes nicht, ist das Fazit der Mercedes T-Klasse. Mit einem Preis knapp unter 30.000 Euro ist nur noch die A-Klasse ein kleines bisschen billiger als der praktische schwäbische Hochdachkombi. Die kompakte Mercedes A-Klasse bietet allerdings nicht einmal einen Bruchteil des Nutzens und des Raumangebots der Mercedes T-Klasse.

Dem Hersteller ist es auf jeden Fall gelungen, den Handwerker-Citan als T-Klasse erfolgreich in ein Auto für alle Zwecke zu verwandeln. Besonders Familien, Hunde-Besitzer und Outdoor-Sportler werden sich über den Neuzugang bei Mercedes freuen, zumal es kaum noch Hochdach-Kombis ohne reinen Elektromotor auf dem Markt gibt. Bei einem Preis von 29.314,46 Euro lässt sich auch verschmerzen, dass alle anderen Modelle von Mercedes moderner wirken. Die sind dafür aber auch wesentlich teurer.

7/10 Wow-Wertung

Unsere Fachleute vergeben diese Bewertung nach ausführlicher Prüfung des Fahrzeugs.

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