Mercedes GLC Plug-in Hybrid im Test

Ihr nächstes Auto soll ein Mercedes GLC Plug-in Hybrid werden? Erfahren Sie alles Wichtige zu diesem Modell in unserem ausführlichen Testbericht!

Nicht an Platz sparen, aber in Fahrt – das ist die Hauptmotivation für den Kauf eines Plug-in Hybrid SUV. Mercedes fährt bei dieser Antriebsform mit dem GLC 300 e 4MATIC und 300 de 4MATIC zweigleisig. Den neuen GLC Plug-in Hybrid gibt es als Benziner und Diesel.  

  • Antrittstarkes Motorenduo
  • Minimalverbrauch im E-Betrieb
  • Hohe Ersparnis durch Förderung und geringe Steuer
  • Großzügiges Raumangebot

Ein „Plug-in Hybrid“ – ein Hybrid mit Stecker, der sich extern laden lässt – ist im Format eines Mittelklasse-SUV Trend. Audi hat einen mit dem kräftigen Q5 55 TFSI e, BMW einen mit dem agilen X3 xDrive30e und Toyota einen mit dem harmonischen RAV4 Plug-in-Hybrid. 

Reichweite und Leistung: nur Durchschnitt? 

Die rund 50 Kilometer elektrische Reichweite des GLC Plug-in-Hybrid wirken heute fast ein wenig von gestern. Mit einem Toyota RAV4 Plug-in Hybrid kommt man rein elektrisch 75 Kilometer weit und im Stadtverkehr soll eine Akkuladung sogar für 98 Kilometer reichen. 

Trotzdem macht das harmonische Motorenduo im GLC 300 e schon auf den ersten Metern Eindruck. Obwohl der schwäbische Stecker-SUV von der Leistung des Elektromotors und Antriebs nur im Mittelfeld landet, geht es überraschend dynamisch voran.

Der Elektromotor des GLC Plug-in Hybrid leistet 122 PS, der des BMW X3 Plug-in Hybrid 109 PS, jedoch der des Q5 Plug-in Hybrid 143 PS und die beiden E-Maschinen des RAV4 Plug-in Hybrid sogar 185 und 54 PS. Die Gesamtleistung liegt im Mercedes bei 320 PS. Der X3 und RAV4 sind mit 292 und 306 PS ein wenig schwächer und der Audi in seiner stärkeren Variante mit 367 PS stärker. 

Die hohe Drehmomentwelle schiebt

Aber kein Konkurrenzmotor arbeitet druckvoller. Satte 700 Newtonmeter versendet der Benz auf die vier Antriebsräder. Diese hohe Drehmomentwelle ermöglicht kraftvolles Zwischenbeschleunigen auf der Autobahn. Der Elektromotor, der gleich mit der ersten Umdrehung sein volles Drehmoment zur Verfügung stellt, sorgt dafür, dass der Antrieb früh und schnell anpackt.

Und auch im Standardsprint von 0 auf 100 km/h zeigt der Schwabe auf Strom den anderen Plug-ins das Heck. Er beschleunigt nicht in flotten 6,0 (Toyota) oder 6,1 Sekunden (BMW und Audi Q5 50 TFSI) aus dem Stand auf Tempo 100, sondern in noch flotteren 5,7 Sekunden. Nur der Q5 55 TFSI nimmt dem GLC 300 e 4MATIC bis 100 km/h ein Zehntel ab.   

Und auch sonst wird die Längsdynamik, wie etwa beim RAV4, der maximal 180 km/h läuft, nicht eingebremst. Mit bis zu 230 km/h geht es voran, egal, ob man im Benziner 300 e oder im Diesel 300 de sitzt. Dass der Audi Q5 239 km/h läuft, tut da wenig zur Sache – schließlich sitzt man in einem kommoden SUV und nicht in einem Rennwagen.

Der GLC Plug-in Hybrid ist wie die anderen GLC-Modelle mit Benzin- und Dieselmotor ein bequemer Reisewagen. Von der harmonischen und weichen Leistungsübergabe zwischen dem Kraftstoffverbrenner und Elektromotor spürt man in Fahrt erfreulich wenig.

Aufbügelnder Federungskomfort

Der GLC Plug-in Hybrid bringt seine Leistung dank des serienmäßigen Allradantriebs 4MATIC sicher und dank des gelungenen Fahrwerks komfortabel auf die Straße. Kurven nimmt er mit präzisem Einlenken und ohne große Schräglage souverän.

Drei Zentner Mehrgewicht durch die Zusatzkomponenten Elektromotor und Akku sind der Dynamik jedoch trotzdem nicht förderlich und auch beim Bremsen spürbar. Ein GLC 300 e steht mit zwei Tonnen auf der Waage und der 300 de sogar mit 2,1 Tonnen.

Der Auftrag lautet deshalb nicht Sport, sondern Komfort. Zum Komfort tragen auch die Extras bei. Die kostspielige Luftfederung „Air Body Control“, die Bodenrillen und kurze Bodenwellen geschmeidig wegfedert, genauso wie die bequemen Multikontursitze, in denen man bequem unterkommt. 

Ob man sich für die optionale „Energizing“-Komfortsteuerung entscheidet, bei der sich die eigene Stimmung mit einer Choreographie von Licht, Musik, Klimatisierung, Sitzheizung und Rückenmassage aufhellt, entscheiden der eigene Geschmack und das Portemonnaie.

Der Gasfuß macht den Verbrauch

Ganz nach dem Geschmack eines Familienvaters, der viel Platz und Leistung mit wenig Verbrauch in einem SUV vereinen möchte, kann der Verbrauch eines GLC 300 e und 300 de ausfallen. Betonung auf: „kann“.  

Wie niedrig der Verbrauch und wie groß die Reichweite mit dem Mercedes Plug-in Hybrid ist, hängt vom Gasfuß, gewählten Fahrmodus und Fahrprofil ab. Noch entscheidender für Verbrauch und Reichweite ist jedoch, wie oft man lädt.

Nur sinnvoll mit Laden

Liegt das Ladekabel nach einem halben Jahr immer noch unausgepackt in der Tüte hinten im Kofferraum, dann hat man nicht viel gespart, denn ein Plug-in Hybrid macht erst dann Sinn, wenn häufig an der Steckdose, an der Wallbox in der Garage oder unterwegs an der Ladesäule geladen wird. Lädt man nicht, schleppt man im Vergleich zu einem konventionellen Antrieb mit dem E-Motor und Akku nur Mehrgewicht mit.

Wie lange dauert das Laden des Akkus mit 13,5 kWh Kapazität? 5 Stunden an der Steckdose und 1,5 bis 2 Stunden an einer 7,4-kWh-Ladestation. Ist der Akku voll geladen, soll dies für eine rein elektrische Reichweite von 47 bis 51 Kilometer im GLC 300 e und von 45 bis 51 Kilometer im Diesel 300 de reichen. In der Praxis sind es eher 30, 40 Kilometer – auch das kann schon für den täglichen Weg hin und zurück vom Arbeitsplatz genügen.

Der Diesel: die bessere Wahl auf Langstrecke

Geht es dann abends wieder ans Ladekabel, kann tatsächlich ein Verbrauch von 1,8 bis 2,5 Liter/100 km auf der Verbrauchsanzeige des Bordcomputers stehen. Wird das Ladekabel allerdings links liegen gelassen und oft die linke Fahrspur mit hohem Tempo genutzt, fällt der Verbrauch nicht viel niedriger aus als in einem SUV mit konventionellem Benzinantrieb. 

Mit 10 Liter Super alle 100 Kilometer sollte man im GLC PHEV rechnen. Bei hohem Tempo auch mit mehr. Kurz gesagt: Der Plug-in Hybrid bringt auf Langstrecke vom Verbrauch wenig. Fragt man sich, welcher der beiden Plug-in Hybridantriebe im GLC auf langen Strecken der sparsamere ist, dann gibt es auch darauf eine klare Antwort: Der von seinem Verbrennungsprinzip sparsamere Dieselmotor im GLC 300 de 4MATIC.  

Wozu noch Schalter drücken?

Egal, für welche Motorvariante man sich entscheidet, die Verarbeitungs- und Materialqualität weiß im GLC zu gefallen, und seit dem 2019er Facelift auch die Bedienung. Der Dreh-Drück-Steller des „Command“-Bediensystems wurde eingemottet und durch ein modernes Touchpad ersetzt. 

Die Sprachsteuerung ist nach einem Tastendruck am Lenkrad oder nach dem Zuruf: „Hey Mercedes!“ aktiv. Das klappt so hervorragend, dass man sich fragt: Wozu noch Schalter drücken? Nach dem Ruf „Hey Mercedes!“ oder nur „Mercedes!“ werden aus den Befehlen verdammt schnell Ergebnisse, egal ob man ein Ziel eingibt, eine Restaurantsuche startet oder das Wetter abfragt – vorbildlich!

Die altbackenen Analoginstrumente der Vor-Facelift-Zeit wurden durch digitale Instrumente ersetzt. Auf der Mittelkonsole findet sich der brillante 10,25-Zoll-Bildschirm des mit der neuen A- und B-Klasse eingeführten MBUX-Infotainments. Und auch die Sicherheitsausstattung ist seit dem Facelifttermin, vom Rettungsgassen- bis zum Überholassistenten, auf dem neusten Stand.

Und die Preis-Leistung?

Im Gegensatz zu anderen SUVs mit Plug-in Hybridantrieb büßt der Kofferraum des GLC 300 e und 300 de gegenüber den GLC Modellen mit konventionellen Antrieb stark an Volumen ein. Aus 550 werden 395 Liter. Zum Vergleich: Die Hybridvariante des RAV4 packt 580 Liter ein, aber die Plug-in Variante immer noch 520 Liter. 

An rund 550 Kilogramm Zuladung und 2,0 Tonnen Anhängelast gibt es nichts auszusetzen. Höher als die Zuladung ist der Preis. Aber der relativiert sich, denn zieht man von den 55.000 und 58.000 Euro für den 300 e 4Matic und 300 de 4MATIC die 6.750 Euro Plug-in-Hybrid-Prämie ab und die eingesparte Dienstwagensteuer (0,5 statt 1,0 %), stimmt das Preis-Leistungsverhältnis bei beiden.

Durchaus alltagstauglich

Die Geräumigkeit, hochwertige Verarbeitung und den Komfort des GLC bietet auch der Plug-in Hybrid. Wie man mit dem GLC 300 e 4MATIC und 300 de 4MATIC spart, hängt von den Fahrgewohnheiten ab. Für die Stadt und kurze Wege zur Arbeit  ist der Benziner-Plug-in, wenn man ihn regelmäßig lädt, eine gute Wahl. Als Langstreckenfahrzeug ist der Diesel die bessere Wahl.

8/10 Wow-Wertung

Unsere Fachleute vergeben diese Bewertung nach ausführlicher Prüfung des Fahrzeugs.

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