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KIA e-Soul im Test

Ihr nächstes Auto soll ein KIA e-Soul werden? Erfahren Sie alles Wichtige zu diesem Modell in unserem ausführlichen Testbericht!

4,7/5 aus 14.581 Bewertungen

Ein Elektroauto bietet wegen seines großen Akkus wenig Platz und wegen seines hohen Gewichts ein träges Handling? Quatsch. Im Kia e-Soul sitzt man bequem und die 1,61 Meter Höhe sind gleich doppelt vorteilhaft – für die Kopffreiheit und die Straßenlage.

Der Akkupack findet nämlich Platz im Fahrzeugboden. Dadurch steht auf den Vordersitzen und der Rückbank so viel Platz zur Verfügung, dass der enorme Platzbedarf des Stromspeichers nicht auffällt und auch das Kofferraumvolumen fällt mit 315 Liter für 4,20 Meter Länge klassengerecht aus.

  • Praktischer Kompaktwagen
  • Agil im Handling
  • CCS-Schnellladestecker serienmäßig an Bord

Der schwere Akku – eigentlich ein Nachteil – sorgt hier für einen Vorteil: die gute Straßenlage. Der Kia e-Soul wiegt zwar mindestens 1,6 Tonnen, was ziemlich schwer für das Format ist, aber der Schwerpunkt des Fahrzeugs wird durch den Akku tiefer im Fahrzeug platziert. Dadurch verbessert sich entsprechend die Straßenlage im Hinblick auf Fahrstabilität und Fahrdynamik: Der e-Soul liegt stabil und sicher auf der Straße und fährt sich überraschend handlich und flink.

Form follows function

Diese kantige Kiste eckt an - zumindest gehen hier die Geschmäcker auseinander: Entweder man mag den Soul oder man mag ihn absolut überhaupt nicht. Was die funktionelle Form aber für Vorteile bringt, lässt sich nicht abstreiten: Nämlich Platz und Funktionalität. 

Vom Platzangebot her liefert der Soul das von den Vorgängern bekannte Programm an Raum. Vorne sitzt man bequem und vernünftig.

Auch auf den hinteren Plätzen ist die Kopffreiheit nicht eingeschränkt, keine dicke C-Säule verbaut die Sicht wie mittlerweile bei vielen Elektrofahrzeug-Designs zu beobachten, sondern die Dachlinie fällt erst hinter der zweiten Sitzreihe ab.

Überraschend dabei jedoch: Der Kofferraum hält dabei nicht ganz das Raumversprechen, das man sich von diesem funktionellen Design erhoffen würde. 315 Liter sind auch in der Klasse der Kompakt-SUV nicht gerade üppig. Mit umgeklappten Rücksitzen vergrößert sich der Laderaum immerhin auf 1.339 Liter.

Nur noch mit E-Motor

Sie möchten den Kia Soul der dritten Generation wie seine zwei Vorgänger mit einem Benzinmotor oder Diesel bestellen? Klappt nicht. In Europa wird der Soul 3 nur noch mit Elektromotor angeboten.

Der mit dem Drehschalter der Automatik verwaltete E-Antrieb steht in zwei Leistungsstufen zur Auswahl. Der e-Soul mit dem 39,2-kWh-Akku leistet 136 PS und der mit dem 64-kWh-Akku 204 PS. Schon der kleinere, aber nicht schwache Motor sorgt für Ampelspurts ohne Anfahrschwäche.

Besonders Laune aber macht der größere Elektromotor (mit gleichzeitig größerem Akku), den es für einen Mehrpreis von 4.300 Euro gibt. Für die Beschleunigungs-Performance von 7,9 Sekunden von Null auf Hundert statt der 9,9 Sekunden beim schwächer motorisierten Soul vergab selbst der ADAC die Schulnote Eins ohne Abzüge.

Die 395 Newtonmeter Drehmoment, die ab der ersten Umdrehung voll zur Verfügung stehen, wuchten die 1,6 Tonnen des Kia e-Soul in 9,9 Sekunden aus dem Stand auf Tempo 100. Und das ganz leise - bis auf die Reifen- und Windgeräusche und das zur Sicherheit von Fußgängern erzeugte künstliche Geräusch.

Auch im e-Soul mit 204 PS brummt die Leistung, aber der Motor summt nur. Das Sprintvermögen ist noch eindrucksvoller. Im Sportmodus beschleunigt der stärkere e-Soul in 7,9 Sekunden aus dem Stand auf 100 km/h. Das und die um 10 km/h höhere Höchstgeschwindigkeit sind aber nicht der Hauptgrund, warum sich die meisten für den stärkeren e-Soul entscheiden, sondern die Reichweite. Sie liegt bei stattlichen 452 Kilometern statt 276 Kilometern mit dem kleineren Akku. 

Bei häufiger Bremsenergierückgewinnung (Rekuperation) im Stadtverkehr verspricht Kia sogar 648 Kilometer Reichweite (39,2 kWh-Version: 407 km). 

Gibt man bei einem Test aber richtig Gas oder ist es bitterkalt draußen, sinkt die Reichweite auch mal unter 300 Kilometer. In der Praxis dürften 400 Kilometer realistisch sein.

Häufige und starke Rekuperation ist neben dem braven Gasfuß und der vorausschauenden Fahrweise eine Möglichkeit, mit einer Ladung möglichst weit zu kommen. Im stärksten Rekuperationsmodus rekuperiert der e-Soul so stark, dass er beim vom Gas gehen so massiv bremst, dass er fast ausschließlich mit dem Gaspedal gefahren werden kann. Für den Neuling ist das ein ungewohntes, aber angewöhnbares Gefühl.

Smartes Infotainment

Die Bedienung des Kia e-Soul fällt angenehm leicht. Bei der Instrumentierung herrscht Klarheit und die Digitalinstrumente sowie der 10,25 Zoll große Bildschirm liegen gut im Blick. Erstmals kommt hier Kias neues UVO-Infotainment zum Einsatz. Mit dem können alle Infos, etwa zum Thema Lademanagement, abgerufen werden. 

Besonders smart: Das Infotainment-System kann auch ganz easy mit dem Smartphone gekoppelt werden, so dass beispielsweise das Fahrzeug vor der Abfahrt per Smartphone ferngesteuert vorgeheizt werden kann - was bei vielen Elektrofahrzeugen anfangs keine Selbstverständlichkeit war, aber enorm Strom sparen kann.

Aber überhaupt ist bereits die serienmäßige Grundausstattung des Kia e-Soul bemerkenswert: Mit Navi inklusive Online-Diensten, Freisprecheinrichtung mit Spracherkennung, Bluetooth-Schnittstelle, Multifunktionslenkrad, Rückfahrkamera, LED-Tagfahrlicht, LED-Rückleuchten, USB-Ladebuchse hinten und höhenverstellbarem Fahrsitz samt Sitzheizung sind schon diverse komfortable Annehmlichkeiten in der Einstiegsvariante Vision ohne Aufpreis mit an Bord. 

Für Sicherheit ist gesorgt

In puncto Sicherheit hat der elektrische Soul im Vergleich zum Vorgänger deutlich zugelegt: Angefangen vom serienmäßigen Abstandshalte-Tempomat über Fernlicht- und Stauassistenten sowie Frontkollisionswarner mit Fußgängererkennung und Müdigkeitswarner bis hin zum Spurhalteassistenten und Dämmerungssensor sind bereits viele Features schon serienmäßig in der günstigsten Version - dem Vision ab 38.090 Euro mit dem kleineren Akku und 136 PS ohne Aufpreis bereits an Bord.

In der Top-Version Spirit, die nur in Kombination mit dem großen 64 kWh-Akku verfügbar ist, kommen noch ein Head-Up-Display, ein aktiver Querverkehrswarner zur Reduzierung von Gefahren in Auspark-Situationen, Parksensoren vorne sowie ein Spurwechsel-Assistent mit Totwinkelwarner hinzu. Dies alles ist beim Spirit zu einem Preis ab 44.190 Euro dann bereits Serie.

Kia sorgt für klare Verhältnisse

Ohnehin gestaltet Kia die Preispolitik erfreulich übersichtlich: Es gibt den Akku in klein (39,2 kWh) oder groß (64 kWh) und die Einstiegs-Ausstattungslinie Vision sowie nur für den größeren Akku die gehobenere Ausstattungslinie Spirit.

On top gibt es vier Ausstattungspakete - SUV-Design- oder Technologiepaket sowie elektrisches Glasdach-Paket - allesamt (zum Teil weit) unter 1.000 Euro. Nur das Leder-Paket mit Sitzheizung auch hinten sowie Ventilation vorne nebst elektrischer Sitzverstellung kostet 1.490 Euro.

Und die restlichen Extra-Wünsche sind kurz, knapp und übersichtlich auf vier kurzen Seiten in der Preistabelle gelistet - so wünscht man sich das, so kann man da durchsteigen. Und muss sich nicht erst wie bei anderen Herstellern kompliziert durch digitale Konfiguratoren klicken, ohne jemals alles in einer konkreten Tabelle überblicken zu können.

Strom sparen - Ladung inbegriffen

Teil der ohnehin schon lobenswert übersichtlichen Preisliste sind auch Wallboxen samt Montage sowie der hauseigene Stromlade-Tarif namens Kia Charge, bei dem Typ-2-Laden oder per CCS-Stecker sogar die ersten 12 Monate bereits inbegriffen ist.

Für das Schnellladen kooperiert Kia dabei mit IONITY und wirbt entsprechend mit über 250.000 Ladepunkten. Mit einer festen monatlichen Grundgebühr von 4,50 € (Access) oder 13 € (Power) sichert man sich dann vergünstigte Stromtarife zu 52 Cent pro Kilowattstunde (Access) oder 29 Cent pro gezogener Kilowattstunde (Power).

Gute und schlechte Ladezeiten

Und der Verbrauch? 15,6 kWh/100 km und 15,7 kWh/100 km gibt der koreanische Hersteller für beide Motoren an. Um diesen akzeptablen Verbrauch wieder aufzufüllen, verfügt der Kia e-Soul serienmäßig über einen CCS-Stecker zwecks Schnellladung. Alternativ steht auch ein Typ-2-Anschluss hinter der Klappe an der Frontpartie zur Verfügung.

Nur 54 Minuten sollen mit dem 64-kWh-Akku an einer 100-kW-Ladesäule, vergehen, um den Akku zu 80% zu füllen. An einer 7,2-kW-Ladestation vergehen 9 Stunden und 35 Minuten und an der normalen Steckdose Zuhause dauert eine 100% Ladung sage und schreibe 29 Stunden – so lang kann eine Nacht für das Laden gar nicht sein.

Das ist die Kröte, die man bei der heutigen Batterietechnik auch im e-Soul noch schlucken muss. Mit dem 39,2-kWh-Akku verbessern sich die Ladezeiten, außer bei 100 kW-Starkstrom (ebenfalls: 54 Minuten), auf 6 Stunden und 10 Minuten und 18 Stunden. Diese lange Laderei bremst Langstreckenfahrende aus, kann aber trotzdem zum Alltag sehr gut passen, wenn kurze und mittlere Strecken überwiegen.

Ein weiterer Reichweitenverlängerer ist der Eco+-Modus. In dem ist die Geschwindigkeit allerdings auf 90 km/h begrenzt und die Klimaanlage abgeschaltet – und der Fahrspaß gleich mit. Im Sport+-Modus sprintet der e-Soul dagegen auf den ersten Metern wie ein echter Sportwagen.

7/10 Wow-Wertung

Unsere Fachleute vergeben diese Bewertung nach ausführlicher Prüfung des Fahrzeugs.

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