Hyundai IONIQ 5 im Test

Ihr nächstes Auto soll ein Hyundai IONIQ 5 werden? Erfahren Sie alles Wichtige zu diesem Modell in unserem ausführlichen Testbericht!

Der IONIQ 5 hat beste Anlagen für den Erfolg. Vom Design begeistert das Elektroauto aus Korea. Im Innen- und Kofferraum glänzt es mit reichlich Platz. Die Motoren machen einen starken Job, arbeiten aber emissionsfrei und dank neuer 800-Volt-Ladetechnik fährt der charaktervolle Crossover unter den Konkurrenten ganz vorne mit. Wird er dem Hype gerecht?

  • Schneller laden dank 800 Volt
  • Langer Radstand schafft Platz
  • Bessere Aussicht als im Cabrio
  • Optimale Reichweite im Stadtverkehr

Der Modellname wirkt zugleich schlicht und stiftet Verwirrung: Ein IONIQ existiert bei Hyundai schon, aber als Modell (Hyundai Ioniq Elektro, Hybrid und Plug-in-Hybrid). Hier aber steht der Name IONIQ für Hyundais neue Submarke, deren erstes Modell der Ioniq 5 ist.

Die IONIQ 5 ist der erste Streich, der zweite und dritte folgt sogleich. Im Jahr 2022 die Sportlimousine IONIQ 6 und zwei Jahre später 2024 das SUV IONIQ 7. Beide sind mit einem rein elektrischen Antrieb ausgerüstet, der auch den IONIQ 5 vorantreibt, welcher als erster auf Hyundais neuem E-GMP-Baukasten aufbaut.

Mit 800-Volt-Ladesystem

Aufsehen erregend ist am IONIQ 5 nicht nur das Design, sondern auch die Technik unter dem Karosseriekleid. Der Vollelektriker, der mit ein oder zwei Elektromotoren und Heck- oder Allradantrieb angeboten wird, verfügt über eine 800-Volt-Ladetechnik, die sehr schnelles Laden ermöglicht.

Mit innovativen Technik- und Praxislösungen macht der vom Design schon im Jahr 2019 als Studie 45 Concept vorweg genommene IONIQ 5 den Unterschied zu vielen seiner Konkurrenten, die Škoda Enyaq, VW ID.4, Audi Q4 e-tron und Ford Mustang Mach-E heißen. Von seinem Schwestermodell Kia EV6 (Kia gehört zum Hyundai-Konzern) unterscheidet sich Hyundais IONIQ 5 vom Design.

Der kantige Stil des CUV („Crossover Utility Vehicle“) wirkt markant. An der Front startet der IONIQ 5 mit schmalen LED-Doppelscheinwerfern. Die Fronthaube verläuft hinunter bis an die Radläufe. Die Flanke mit dominanten Sicken und breiten hinteren Dachsäulen, die schon das 2019er Concept Car prägten, lässt den Elektriker aus Korea stämmig auf der Straße stehen.

Für Charakter sorgen auch die Details. Die ausfahrenden Türgriffe oder die Heckleuchten, die erst mit dem Start sichtbar werden. Diese Extravaganzen vereint der neue IONIQ 5 mit einem vernünftigen Raumangebot im Innen- und Kofferraum.

Aus Radstand wird Platz

Die Raumnutzung macht Eindruck. Aus 4,64 Meter Länge holt der IONIQ 5 dank drei Meter Radstand Raumverhältnisse wie eine Klasse höher. Damit steht reichlich Beinfreiheit im Fond zur Verfügung.

Die Vorderleute sitzen auf den Sesseln genauso luftig. Die gut Seitenhalt bietenden Vordersitze, deren Polsterstoff teils aus recycelten PET-Flaschen produziert wurde, lassen sich – für das Schläfchen zwischendurch – optional mit einer Fußstütze (Teil des Relax-Pakets) ausrüsten. Die verschiebbare Mittelkonsolenpartie zwischen den Vordersitzen mit großem Ablagefach, zwei Cupholdern und Armstütze gehört zur Serienausstattung.

Bestelltipp: Panoramascheibe

Noch freundlicher zur Umwelt ist der IONIQ 5 mit dem Solardach, das pro Jahr Strom für bis zu 2.000 Kilometer Strecke produzieren kann. Der smarte Stromlieferant ist aber leider nur in Verbindung mit dem teuren Uniq-Paket zu bestellen.

Für grandiose Aussicht sorgt das Panoramaglasdach mit seiner Panoramascheibe. Mit ihr durchschneidet kein Windschutzscheibenrahmen den Blick und man genießt bessere Ausblicke als im Cabrio. Schade, dass diese Dachvariante nur in Kombination mit dem Techniq- und Uniq-Paket zu haben ist. Und auch an der Kopffreiheit ändert sich etwas – mehr dazu in den technischen Daten.

Anhänger ziehen mit E-Motor

Praktisch: Durch die um 14 Zentimeter in Längsrichtung verschiebbare Rückbank steht im IONIQ 5 entweder mehr Beinfreiheit auf der Sitzbank oder mehr Ladefläche im Kofferraum zur Verfügung. Das Gepäckabteil fällt unter der Gepäckraumabdeckung recht niedrig aus, bietet aber in der Grundkonfiguration 531 Liter Volumen.

Das ist weniger als in einem SUV Plug-in-Hybrid wie dem VW Tiguan eHybrid, in dessen Heckbereich 615 Liter unterkommen, aber trotzdem eine Menge Platz fürs Gepäck. Zudem genießt man im IONIQ 5 im direkten Vergleich zu einem SUV beim Einladen die niedrigere Ladekante.

Wird die im Verhältnis 60:40 geteilte Rückbanklehne umgeklappt, steht ein Gepäckraumvolumen von 1.591 Liter bereit. Genügt auch dies noch nicht, dürfen mit dem großen Akku Anhänger bis zu 1,6 Tonnen Gewicht am IONIQ 5 angehängt werden.

Unter der Fronthaube steht wie in vielen anderen Crossover und SUV Modellen mit Elektroantrieb ein kleines Zusatzfach zur Verfügung, das mit 57 Liter (IONIQ 5 2WD) und 24 Liter Volumen (IONIQ 5 4WD) Platz für das ordentliche Verstauen der Ladekabel bietet.

In 18 Minuten auf 80 % Ladung

Laden kann im IONIQ 5 wirklich flott gehen. Das Aufladen an der 350-kWh-Schnellladesäule bringt die Batteriefüllung dank 800-Volt-Ladesystem (wie im Porsche Taycan) mit Gleichstrom innerhalb von 18 Minuten von 10 auf 80 Prozent.

In fünf Minuten lädt sich der IONIQ 5 so 100 Kilometer Reichweite in den Akku. Leider nur im Ideal, denn zurzeit finden sich diese Ladesäulen fast nur an der Autobahn und sie arbeiten auch nicht immer mit vollem Ladestrom. Laden mit 50-kWh dauert mit dem Akku mit 58 kWh Kapazität 44 und mit dem 72,6-kWh-Akku 57 Minuten für eine 80-Prozent-Ladung.

Länger bis sehr lang dauert das Laden mit Wechselstrom. Mit 11 kWh Ladeleistung ist der kleinere Akku in fünf und der größere in sechs Stunden wieder zu 80 Prozent gefüllt. Am Haushaltsstecker vergehen bis 100 Prozent 24 Stunden und 40 Minuten oder 30 Stunden und 45 Minuten.

Powerbank auf Rädern

Ein Vorteil des Systems ist, dass der IONIQ 5 damit auch selbst zur Ladestation werden kann. Und das von draußen oder drinnen mit bis zu 3,6 kWh Ladestrom dank „bidirektionaler“ Ladeoption. Eine 230-Volt-Steckdose findet sich dafür unterhalb der Sitzbank.

Ein anderer Stecker sitzt außen am Fahrzeugheck. So lässt sich das Tablet der Kids oder auch ein E-Bike unterwegs laden – praktisch. Mit diesen Ladeoptionen wird der IONIQ 5 zu einer Art Powerbank auf Rädern.

Genauso modern und zeitgemäß geht es hinter dem unten abgeflachten, zweispeichigen Lenkrad mit Schaltwippen zu. Die Anordnung der Bildschirme dahinter erinnert an das MBUX-System von Mercedes.

Head-up-Display in 44 Zoll

Die fürs Fahren relevanten Daten laufen alle auf dem 12,25 Zoll großen Cockpitdisplay und alle Infos des Infotainments und der Navi auf dem zweiten, ebenfalls 12,25 Zoll großen Display daneben auf.

Ähnlich futuristisch wie die durchgehende Bildschirmwand ist das neue Head-up-Display. Das „HUD“ projiziert im IONIQ 5 die Daten im 44-Zoll-Großformat auf die Frontscheibe. Und auch an der Bedienung gibt’s im IONIQ 5 weniger als in einem VW Golf 8 zu meckern. Dem Bediensystem lässt sich mit Intuition gut beikommen.

Der Multimediaauftrag erfüllt sich im Fahrzeug mit der Spracherkennung, zahlreichen USB-Anschlüssen und der Einbindung des Smartphones. Eine induktive Ladeschale, die von der Navi ans Smartphone weitergereichte Last-Mile-Navigation und Dienste aus der Cloud werden ebenso geboten.

Was fehlt sind tiefergehende Navigationsfunktionen wie das Einplanen von Ladepunkten in die Route oder das Ankommen mit einer bestimmten Restreichweite. Mercedes erledigt den Software-Part der Elektromobilität deutlich innovativer, während Hyundai hier noch einige Wünsche offen lässt.

Vier Mal Vitamin E

Der Antrieb liegt voll im Trend. Die Entscheidung zwischen den vier Antriebsvarianten mag im ersten Moment etwas verwirrend wirken. Das ist doch ein guter Startpunkt, für Klarheit zu sorgen.

Die erste, über die maximale Reichweite richtende Entscheidung fällt zwischen dem Akkupack mit 58 kWh Kapazität oder dem mit 72,6 kWh. Den 58-kWh-Akku erhält man mit einem Elektromotor, dem Heckantrieb und 170 PS oder zwei E-Motoren, dem Allradantrieb und 235 PS Leistung. Die maximale Reichweite bei vollem 58 kWh-Akku beträgt 384 Kilometer.

Im IONIQ 5 mit dem 72,6-kWh-Akku, der mit einem E-Motor 217 PS leistet und mit zwei Motoren 305 PS, liegt die Reichweite im WLTP-Zyklus maximal bei 481 Kilometer und im Stadtverkehr sogar bei bis zu 692 Kilometer – mehr zu den Reichweiten in den technischen Daten.

Da die Praxis nicht unter Laborbedingungen stattfindet, fallen die Reichweiten in der Praxis geringer aus. Im Alltag, in dem der Verbrauch bei 18 bis 20 kWh und bei flotten Autobahnetappen über 25 kWh/100 km landet, sollte man im IONIQ 5 mit Reichweiten von 300 bis 350 Kilometern rechnen. Sie wachsen, wenn nicht zu flott und vorausschauend gefahren wird.

Der Rekuperationsmodus (Rekuperation = Bremsenergierückgewinnung) richtet ebenso über den Verbrauch. Vier Modi, die am Lenkradpaddle aktiviert werden, sind vorwählbar. Im stärksten Rekuperationsmodus lässt sich der IONIQ 5 fast ausschließlich mit dem Gaspedal fahren. Man kann das Bremspedal zumeist links liegen lassen, da das Fahrzeug allein durch vom Gas gehen bremst.

Auf den Alltag eines Pendlers übersetzt kann das mit dem Laden und der Reichweite dann so aussehen: Bei täglich 50 Kilometer Strecke soll eine Akkuladung, wenn der 72,6 kWh große Akku an Bord ist, neun Tage halten. Mit dem 58-kWh-Akku fährt man sechs Tage ohne Nachladen. So viel zur Theorie.

Starke Performance

Und die Praxis? Mit einem schnelleren Wiedersehen der Ladesäule muss man rechnen, wenn es besonders kalt ist, das Streckenprofil bergig ist oder schnell gefahren wird. Der Elektroantrieb, der den IONIQ 5 mit einem Elektromotor mit 350 Newtonmeter oder mit zweien mit 605 Newtonmeter Drehmoment katapultartig auf Tempo 50 beschleunigt, verführt dazu, obwohl IONIQ von der Federung und Lenkung eher komfortabel als sportlich abgestimmt ist.

Diese Verlockung ist durchaus groß, weil der IONIQ mit sattem Ansprechverhalten so richtig loslegt und spontan auf Pedaltritte reagiert. Die Leistung wirkt dabei stets unmittelbar abrufbar - eben genau so, wie man es sich von einem E-Auto wünschen würde.

Schneller als 185 km/h läuft kein IONIQ 5, aber von der Beschleunigung macht es schon einen Unterschied, für welche Leistungsstufe des E-Antriebs man sich entscheidet. Beschleunigen die 170 und 217 PS starken Versionen in 8,5 und 7,4 Sekunden aus dem Stand auf Tempo 100, so gelingt das Gleiche mit dem 235-PS- und 305-PS-Antrieb in 6,1 und 5,2 Sekunden – ganz schön rasant für bis zu 2.175 Kilogramm Gewicht.

Viel Ausstattung & sicher

Und nicht nur vom Elektroantrieb fährt der IONIQ 5 unter den Elektrischen ganz vorne mit. Auch das Sicherheitspaket präsentiert sich auf dem neuesten Stand mit dem Toter-Winkel-Assistenten, der beim Blinken ein Kamerabild der Fahrzeugflanke im Instrument anzeigt, dem 360-Grad-Rundumsichtsystem, dem hinten sichernden Querverkehrwarner, dem auch die hinteren Passagiere behütenden Ausstiegsassistenten, der hinteren Einparkhilfe mit Notbremsfunktion und dem Parkassistenten mit Fernbedienung.

Klare Preispolitik

Auch die Preisliste macht es einem leicht. Der IONIQ 5 startet mit dem 58-kWh-Akku, der 170-PS-Maschine und dem Heckantrieb zu einem Preis von 41.900 Euro, von dem noch die Umweltprämie von 9.000 Euro in Abzug gebracht werden darf.

Der 58-kWh-Akku mit 235 PS und Allradantrieb kostet 3.800 Euro extra und der 72,6-kWh-Akku mit 217 PS und Heckantrieb und 305 PS und Allradantrieb 3.200 und 7.000 Euro Aufpreis. Das ist nicht wenig, aber den Preis wert.

Zum Vergleich: Ein Audi Q4 e-tron steht als 170 PS leistender 35 e-tron mit dem 52-kWh-Akku mit 41.900 Euro sowie als 204 PS starker 40 e-tron und 299 PS starker 50 e-tron quattro mit dem 77-kWh-Akku mit 47.500 und 53.600 Euro in der Preisliste.

Bei den Ausstattungen ist die Aufpreispolitik genauso klar geregelt. Schon das Basismodell des IONIQ 5 hat mit den Voll-LED-Scheinwerfern, den Digitalinstrumenten, dem Navigationssystem, der 2-Zonen-Klimaautomatik, der Sitzheizung in den Vordersitzen, der verschiebbaren Rückbank, dem adaptiven Tempomat und der Rückfahrkamera einiges zu bieten, aber die drei Ausstattungspakete noch einiges mehr.

Das Dynamiq-Paket erhält man gegen Zuzahlung von 5.500 Euro mitgeliefert. Das Techniq-Paket kostet 8.500 Euro zusätzlich und das Uniq-Paket kostspielige 11.850 Euro Aufpreis. Allerdings bedeutet dieses Paket, bis auf empfehlenswerte Extras wie Panorama-Glasdach (1.150 Euro) oder Solardach (1.500 Euro), annähernd Vollausstattung.

Ein Rundum-Zufriedenheits-Paket?

Den markanten Auftritt vereint der IONIQ 5 mit schnellem Laden, ordentlicher Reichweite und vernünftigen Tugenden wie einem großzügigen Platzangebot und einer alltagsgerechten Variabilität. Von der Technik hält er das höchste Niveau, aber nicht im Preis. Darauf gibt es acht Jahre Garantie. Das zeugt vom Selbstbewusstsein des Herstellers wie von der Qualität des Produkts, weil Hyundai es schafft dem IONIQ 5 Premium-Feeling zu verleihen und dabei den Preis gering zu halten.

9/10 Wow-Wertung

Unsere Fachleute vergeben diese Bewertung nach ausführlicher Prüfung des Fahrzeugs.

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