Ford EcoSport

Mini-SUV für den Großstadtdschungel

7/10
Wow-Wertung
Das ist die mittlere Bewertung der führenden Autozeitungen.
  • Gute Übersicht
  • Bequemer Ein- und Ausstieg
  • Gute Bremsleistung
  • Wenige Sicherheitsassistenten
  • Geringe Zuladung
  • Hartes Fahrwerk

18.590 € - 28.340 € Preisklasse

5 Sitze

4,2 - 6,2 l/100km

Test

SUVs, die eine erhöhte Sitzposition und bessere Übersicht bieten, wirbeln den in der Vergangenheit von Limousinen, Vans und Kombis beherrschten Markt gründlich auf. Besonders die kompakten SUVs haben sich in den letzten Jahren wie frisch geschnitten Brot verkauft. Fords EcoSport bis 2015, obwohl er auf dem erfolgreichen Fiesta aufbaut, eher wie altes.

Nicht nur, dass Ford dem in Brasilien entworfenen und in Indien produzierten SUV im Jahre 2015 ein Facelift verpasste, sie rückten 2017 gleich ein weiteres Mal heran, um den EcoSport aufzufrischen. Zwei Facelifts in einer Modellgeneration sind zwar ungewöhnlich, sie haben jedoch geholfen. Anschließend sah die Welt wieder um einiges besser aus.

Das Ersatzrad, das hierzulande im Alltag eher ein Nachteil als ein Vorteil war, verschwand. Der Innenraum wurde hochwertiger und liebevoller eingerichtet sowie das Infotainment modernisiert. Das Wort Komfort darf man im 4,02 Meter kurzen EcoSport nun auch in den Mund nehmen.

Mit dem 140-PS-Benziner zog beim ersten Facelift ein stärkerer Motor vorne ein, der wie der 125 PS starke 1.0 EcoBoost überraschend kräftig im 1,3 Tonnen schweren Ford SUV arbeitet. Im Laufe des zweiten Facelifts gesellte sich dann noch ein 1,5-Liter-Diesel zu den restlichen Aggregaten.

Entwickelt wurde der EcoSport, der mit Kompakt-SUVs wie dem Fiat 500X, Honda HR-V, Renault Captur oder Mazda CX-3 konkurriert, als „Weltauto“. Beim ersten Ford mit diesem Anspruch, dem Mondeo von 1993, bedeutete das: unspektakuläre Technik gepaart mit langweiligem Karosseriedesign. Das kann man dem EcoSport nicht vorwerfen. Sein Design polarisiert. Man mag ihn genau deshalb oder genau deshalb nicht.

Beim Raumangebot und Kofferraumvolumen polarisiert nichts. Der EcoSport bietet ein von der Vier-Meter-SUV-Klasse gewohntes Maß an Platz. Seine Besonderheit bleibt die links angeschlagene Hecktür.

Das Interieur

Die Karosserie baut höher als im Kombi. Das macht den Ein- und Ausstieg nicht nur für ältere Menschen bequemer, daran können sich die meisten Leute erfreuen. Diese finden sich im EcoSport nicht mehr in einer kargen Kunststofflandschaft wieder, weil im Zuge der beiden Facelifts die Materialqualität und Verarbeitung verbessert wurden.

Eine ordentliche Überarbeitung hat auch das Cockpit bekommen, das jetzt im Stil der neuesten Fiesta-Generation einen frei schwebenden Touchscreen in der Mittelkonsole trägt und deutlich weniger Tasten als davor aufweist. Bei den Ablagen herrscht eitel Sonnenschein: 20 Ablagen und Fächer hat nicht jeder SUV zu bieten.

Der Kofferraum

Die Ladekante fällt mit knapp über 60 Zentimeter Höhe für ein SUV niedrig aus. Im Gepäckraum kommen seit dem letzten Facelift 21 Liter weniger unter, was nun 334 Liter macht. Klappt man die Rückbanklehnen, die sich in der Neigung verstellen lassen, in die Horizontale, wächst das Volumen im Kofferraum auf 1.238 Liter. Die dann am Laderaumboden verbleibende Stufe stört beim Einladen von großen oder langen Gegenständen, die geringe Zuladung (rund 400 kg) bei ganz schweren.

Die links angeschlagene Hecktür ist heute selten. Das hat einen guten Grund: Versuchen Sie den Kofferraum in einer Parklücke mit einem eng dahinter parkenden Fahrzeug zu bepacken, und Sie wissen warum. Die Heckklappe lässt sich dann nur einen Spalt weit öffnen.

Und auch das Ersatzrad am Heck ist beim Parken ein Nachteil, denn das Rad, das hinten 25 Zentimeter mehr aufträgt, macht den EcoSport 4,27 Meter lang. Deshalb, und weil die Heckklappe beschwert wird, gehört das fünfte Rad im EcoSport nicht mehr zur Serienausstattung, sondern ein Reifen-Reparatur-Set. Ohne Aufpreis. Und ohne die Nachteile.

Vor den Facelifts war das Fahrwerk nicht gerade harmonisch abgestimmt. Über schlechtem Belag holperte es zu sehr im EcoSport und in schnellen Kurven begriff man das „Sport“ auf dem Typenschild des Ford nicht so recht.

Nach den Verbesserungen liegt der EcoSport nun straffer, aber nicht unkomfortabler auf der Straße. Die härtere Abstimmung, die Tieferlegung, der dadurch niedrigere Fahrzeugschwerpunkt und die neu abgestimmte Lenkung mit verbesserter Rückmeldung sorgen dafür, dass sich der EcoSport agiler durch die Kurven bewegt.

Neu ist seit dem letzten Facelift der Allradantrieb, den der EcoSport davor noch nicht hatte. Das sollte ihm abseits asphaltierter Straßen helfen.

In der Stadt offenbart die leichtgängige Servolenkung ihre Vorteile. Wohler fühlt man sich im EcoSport nach den Facelifts auch, weil die Vibrationen abgenommen haben und die Geräuschdämmung verbessert wurde.

Drei Motoren, die entweder mit einem Sechsgang-Schaltgetriebe oder einer Sechsgang-Automatik verbunden sind, stehen zur Wahl. Ein Benziner mit drei Leistungsstufen und zwei Dieselmotoren.

Die Benziner

Der 1,0-Liter-Dreizylinder motorisiert den kleinen SUV äußerst ansprechend. Man erhält ihn in drei Leistungsstufen: 100 PS, 125 PS oder 140 PS.

Dieser Minimalmotor fühlt sich in seiner mittleren Version mit 125 PS nicht wie einer an. Schon bei wenig Drehzahl steht mit 170 Newtonmetern Drehmoment eine gute Portion Kraft an den Vorderrädern an. Der 1.0 EcoBoost, der eine Höchstgeschwindigkeit von 180 km/h erreicht, zieht gut los und arbeitet nur bei hohen Drehzahlen etwas lauter.

Der Verbrauch des Direkteinspritzers, der vier Mal in Folge zum “International Engine of the Year” gekürt wurde, liegt nach Werksangabe bei 5,2 l/100 km. In der Praxis sind es ein, zwei Liter mehr.

Die Diesel

Der sparsamste Antrieb im EcoSport ist der Diesel. Der 1,5-Liter-Vierzylinder leistet 100 PS und zieht mit seinen 215 Newtonmetern Drehmoment, die ab 1.750 Touren an den Antriebsrädern anstehen, kräftig an. Dafür fällt der Verbrauch mit 4,1 l/100 km niedrig aus (Werksangabe).

Noch etwas kräftiger ist die 125 PS-Version. Sie verteilt als einziger EcoSport-Antrieb die Kraft auf alle vier Räder und liefert satte 300 Nm bei 1.750 Umdrehungen. Der Normverbrauch liegt bei ebenfalls niedrigen 4,5 l/100 km.

Bei der Sicherheit erfüllt der EcoSport nur das Pflichtprogramm. Das IPS (das Intelligente Sicherheits-System) umfasst Front- und Seitenairbags für Fahrer und Beifahrer, den Knieairbag für den Fahrer und das ESP, das im Zuge des 2015er Facelifts präziser an die europäischen Straßenverhältnisse angepasst wurde. Bis auf den serienmäßigen Berganfahrassistenten, die optionalen Parksensoren und die optionale Rückfahrkamera glänzen moderne Fahrassistenzsysteme durch Abwesenheit.

Im ADAC-Bremstest kam der Ford EcoSport nach einer Vollbremsung aus 100 km/h nach guten 35,0 Metern zum Stehen. Das Crashverhalten der Karosserie und die Sicherung durch die elektronischen Helfer wurden im Euro NCAP-Crashtest aber nur mit vier von fünf möglichen Sternen bewertet. Vor allem der Fußgängerschutz und die fehlende Sicherheitsunterstützung wie Gurtwarner hinten und ein Geschwindigkeitsbegrenzer wurden bemängelt.

Schon in der Basisversion Trend hat der EcoSport mit der manuellen Klimaanlage, dem Radio, den elektrischen Fensterhebern, den elektrisch einstellbaren Außenspiegeln, der Zentralverriegelung, der Alarmanlage und den Nebelscheinwerfern das Wichtigste mit an Bord.

Die Cool & Connect-Linie stattet den EcoSport mit einem Navigationssystem inklusive SYNC 3 und 8-Zoll-Touchscreen, einem Tempomat, einem Fahrersitz mit Lendenwirbelstütze, Einparksensoren hinten und einer schwarzen Dachreling aus.

Die nächsthöhere Ausstattung Titanium verfügt zusätzlich zur Grundausstattung Trend über eine Klimaautomatik, einen Lederhandbremsgriff, Leder-Stoff-Sitzbezüge, 16-Zoll-Leichtmetallräder, einen Bordcomputer mit 4,2-Zoll-Bildschirm und ein Radio mit SYNC 3 und 6,5-Zoll-Touchscreen.

Die ST-Line betont im Vergleich zum Titanium das Sportliche. So nimmt der EcoSport die Kurven mit schwarz lackierten 17-Zoll-Leichtmetallrädern und dem Sportfahrwerk unter die Räder. Das Dach und die Außenspiegel sind ebenfalls in der Kontrastfarbe Schwarz lackiert.

Extras wie die beheizbare Frontscheibe, die Lenkradheizung und die Sitzheizung vorne (alle inklusive im Winter-Paket) oder die Rückfahrkamera machen die SUV-Tour komfortabler und sicherer. Die Rückfahrkamera ist allerdings nur bestellbar, wenn man nicht das immer noch lieferbare Ersatzrad an der Hecktür bestellt.

Zusammenfassung

Das Rad am Heck ist ab, aber sonst ist sich der EcoSport auch nach den Facelifts treu geblieben. Der Fahrkomfort und die Motoren erfüllen die Ansprüche, die heute an ein Kompakt-SUV gestellt werden, und die Ausstattung und die Innenraumanmutung treffen nun eher den europäischen Geschmack.

Bei der Verarbeitung und Materialqualität bietet der pragmatisch gestrickte SUV aber weiterhin noch Möglichkeiten zur Verbesserung. Hier und in der Sicherheitsausstattung reicht der kompakte SUV nicht an das hohe Niveau des größeren Ford SUV Kuga heran.

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