Fiat Doblo Test

Praktischer Hochdachkombi mit günstigem Unterhalt

7/10
Wow-Wertung
Unsere Auto-Experten vergeben diese Wertung nach ausführlicher Prüfung des Fahrzeugs.
  • Riesiger Gepäckraum
  • Bis zu 7 Sitzplätze
  • Optimales Preis-Raum-Verhältnis
  • Nach hinten schlechte Sicht
  • Kaum Fahrassistenten
  • Langversion nur mit Dieselmotor

19.710 € - 27.190 € Preisklasse

5 Sitze

5 - 9,3 l/100km

Test

Raum und Platz sind wichtig. Aber, wer viel Platz einnimmt, bietet nicht immer genauso viel Raum. Fahrer eines SUV oder Kombis können ein Lied von dieser Situation auf dem Baumarktparkplatz singen. Wenn es bei der Ladung hoch hergeht, ist im SUV und Kombi mangels Gepäckraumhöhe oft Schluss mit Einpacken.

Die Kastenform kommt hier immer besser. Nur ein Kastenwagen oder ein großer Van bieten Platz für die hohen und sperrigen Dinge im Leben einer Familie, die hier ruhig etwas größer ausfallen kann, denn den Fiat Doblò gibt es gegen fairen Aufpreis auch als Siebensitzer.

Wie Hochdachkombis à la Citroen Berlingo, Renault Kangoo oder VW Caddy glänzt der Fiat Doblò mit üppigen Raumverhältnissen und maximaler Variabilität. Lieferbar ist er auch als Doblò Cargo mit unzähligen Aufbauten für den gewerblichen Betrieb. Man kann ihn als Fünf- und Siebensitzer und in einer 4,41 oder 4,76 Meter langen Version bestellen (Daten in der Tabelle in Klammern), mit verschiedenen Dachhöhen, vier Motoren und drei Ausstattungslinien.

Bei den Ausstattungslinien gibt es ein paar Dinge zu beachten, denn sie sind nicht immer in der 35 Zentimeter längeren Langversion und nicht immer in Kombination mit jedem Motor zu bestellen.

Motorisch bietet der Fiat Doblò das, was man in diesem Format erwartet, und noch ein bisschen mehr. Neben den Benzin- und Dieselmotoren, die bis zu 120 PS produzieren, steht auch ein Motor im Angebot, mit dem Benzin und günstigeres Erdgas getankt werden kann. Durch das Facelift im Jahr 2015 wurde der Fiat Doblò in seinen Rundungen zu einem noch freundlicher dreinblickenden Hochdachkombi und auch das Cockpit und der Innenraum erhielten eine Auffrischung.

Was das Infotainment betrifft, ist seit der Überarbeitung der Bildschirm des optionalen Navigationssystems in das Armaturenbrett integriert. Drum herum beherrscht weiterhin zweckmäßiger Kunststoff das Ambiente. Damit kann man, das offenbart der Test, gut leben, denn die praktischen Dinge hat der Fiat Doblò voll drauf.

So groß, dass man im superluftigen Doblò Probleme mit der Fahrzeugdecke bekommt, kann man kaum sein. Ablagen bietet der Doblò in jeder Form. Oberhalb der Frontscheibe, rund um den Fahrer und nach dem Umklappen der 60:40 geteilten Rückbank im bis auf 4.000 Liter ausbaubaren, gigantischen Kofferraum.

Und die weiteren Stärken und Schwächen? Bei der Übersicht hinten herum hapert es im Fiat Doblò. Bei der Sicherheitsfürsorge durch Fahrassistenten ebenso. Und wer den Doblò als Siebensitzer zu bestellen gedenkt, sollte auch wissen, dass bei sieben genutzten Sitzplätzen nicht mehr viel Kofferraum und Beinfreiheit auf den Plätzen sechs und sieben zur Verfügung steht.

Über interessante Extras, den Umfang der Ausstattungslinien und die Charakteristika der einzelnen Motoren erhalten Sie in dieser Kaufberatung weitere Informationen und Ratschläge vor dem Doblò-Kauf.

Technische Daten

Abmessungen und Maße
Länge 4,41 (4,76) Meter
Breite 1,83 Meter
Höhe 1,85 bis 1,91 Meter (ohne Dachreling)
Kofferraumvolumen 790 bis 3.200 (4.000) Liter
Türen 5
Leergewicht 1.490 bis 1.640 Kilogramm
Zuladung 480 bis 700 Kilogramm
Zulässiges Gesamtgewicht 2.030 bis 2.315 Kilogramm
Zulässige Anhängelast
ungebremst / gebremst
500 Kilogramm /
1.000 bis 1.300 Kilogramm

Vom Fahrwerk und der Lenkung ist der Fiat Doblò ein sicherer und handlicher Typ. Und bei der Wahl des richtigen Motors kann man nicht viel falsch machen.

Die Benziner

Es herrscht keine Auswahl, was den Benzinmotor angeht. Nur bei den Tanks gibt es etwas zu entscheiden. Entweder entscheidet man sich für einen mit 60 Liter Volumen und tankt nur Super, oder zwei Tanks mit 22 und 24,6 Liter Volumen und tankt Benzin und Erdgas. Unter der Haube des Doblò arbeitet immer der 1,4-Liter-Vierzylinderturbo, der in beiden Versionen ein maximales Drehmoment von 206 Newtonmeter und eine Leistung von 120 PS entwickelt. Den Verbrauch gibt Fiat mit 6,0 bis 9,3 Liter/100 km an – nicht gerade wenig.

Die Diesel

Wenig Verbrauch klappt mit einem Dieselmotor, egal ob auf Kurzstrecke oder im Langstreckenbetrieb, am besten. Die zwei im Fiat Doblò angebotenen Vierzylinder-Turbodiesel mit 1,6 Liter Hubraum begnügen sich im Werksschnitt mit sechs Litern Dieselkraftstoff. Der eine leistet 95 PS und der andere 120 PS. Beim maximalen Drehmoment liegen beide mit 300 und 320 Nm eng beieinander und im Preis auch: Der Preisaufschlag für den 120-PS-Diesel liegt bei lediglich 1.300 Euro – gut investiertes Geld für bessere Fahrleistungen.

1.4 8V 1.3 16V Multijet 1.4 8V Natural Power
Hubraum [ccm] 1.368 1.598 1.368
Leistung [PS] 120 95 / 120 120
Getriebe 6-Gang-Schaltgetriebe 6-Gang-Schaltgetriebe 6-Gang-Schaltgetriebe
0 – 100 km/h [s] |
Vmax [km/h]
12,3 | 172 13, 9 bis 14,4 / 12,1 bis 12,6 |
159 bis 164 / 171 bis 176
12,3 | 172
Kraftstoff Benzin Diesel Benzin / Gas

Von der Wahl der Ausstattungslinie hängt es ab, welcher Motor unter der rundlichen Haube des Doblò arbeitet, wie lang der Doblò ist, welche Extras bestellt werden können und welche Ausstattungspakete zur Verfügung stehen.

Doblò Easy

Der Doblò Easy ist ausschließlich in der 4,41 Meter langen Variante und nur mit dem 1.4 T-Jet 16V mit Benzin oder Benzin und Erdgas im Tank zu bestellen.

Früher waren Dinge wie die elektrischen Fensterheber vorn, die Zentralverriegelung oder der Bordcomputer mit Digitaluhr und Tripcomputer Luxus, heute sind dies Selbstverständlichkeiten. Das Gleiche gilt für die Isofix-Halterungen für die Kindersitze auf den zwei äußeren Rückbankplätzen und den Kinderspiegel.

Das sowohl in der Höhe als auch in der Länge verstellbare Lenkrad, der höhenverstellbare Fahrersitz mit Mittelarmlehne, die Gepäckraumabdeckung und die Dachreling sind vielleicht nichts Besonderes, aber die zwei hinteren Schiebetüren für manchen Kombifahrer ganz sicher, denn sie sind im oft rauen Familienbetrieb so praktisch.

Die Schiebetüren lassen sich auch in engen Parklücken öffnen und verhindern, dass Sohnemann versehentlich die eigene hintere Tür ins Blech des Nebenparkers rammt – das kann Geld in der Familienkasse sparen.

Leider spart der Doblò bei der Sicherheit. Moderne Fahrassistenten wie einen Spurhalteassistenten oder ein Notbremssystem gibt es nicht. Dafür gab es nur drei Sterne im Euro NCAP Crashtest. Und leider überzeugte auch die Bremsleistung nicht. Im ADAC-Bremstest kam der Fiat Doblò nach einer Vollbremsung aus 100 km/h erst nach späten 39,7 Metern zum Stehen. Darauf sollte man sich beim Bremsen einstellen. Auch wenn die Erfahrung zeigt, der Mensch gewöhnt sich im Auto ganz schnell an fast alles, bleibt das ein Kritikpunkt.

Doblò Lounge

Der Lounge ist die vielseitigste Ausstattungslinie im Doblò, allerdings lässt sich die Langversion nur mit den Dieselmotoren kombinieren, wogegen für die Normalversion alle Motoren zur Verfügung stehen.

Und „Lounge“ ist auch groß getönt dafür, dass die Zentralverriegelung eine Funkfernbedienung besitzt und die elektrischen Fensterheber für die Schiebetüren, die elektrisch verstell- und beheizbaren Außenspiegel und die Nebelscheinwerfer hinzukommen. Ein Pluspunkt ist auf jeden Fall die serienmäßige Klimaanlage und das Radio mit Bluetooth-Freisprecheinrichtung, USB-Anschluss und MP3-Abspielfunktion.

Die 16-Zoll-Leichtmetallfelgen machen den optischen Unterschied und das für die Diesel mitgelieferte Start-Stopp-System einen minimalen Verbrauchsvorteil.

Doblò Trekking

Der Doblò Trekking, den man gleich am anderen Felgendesign und den hinten dunkel abgetönten Scheiben erkennt, ist an die 4,41-Meter-Version und den 95-PS- oder 120-PS-Diesel gebunden.

Die Unterschiede sind hauptsächlich von optischer Natur mit dem Trekking Look des Armaturenbretts, der Türeinsätze, der Kunstledersitze und der dunkel getönten Seitenleisten. Aber auch der Unterfahrschutz, die Traktionskontrolle und die Höherlegung um milde 10 Millimeter machen aus der braven Familienkutsche keinen Profi im Geländeeinsatz.

Und die Extras und Ausstattungspakete? Von den fünf Ausstattungspaketen ist vor allem das für alle drei Ausstattungslinien in der 4,41-Meter-Variante bestellbare Familiy Paket Plus mit zwei Zusatzsitzen und Ausstellfenstern auf Höhe der dritten Sitzreihe für 650 Euro interessant. Und ebenso das Komfort-Paket mit Klimaautomatik, Tempomat, Multifunktions-Lederlenkrad und Parksensoren hinten zum Preis von 950 Euro für den Lounge und Trekking.

Und die interessanten Einzelextras? Die für das Einstiegsmodell lieferbare Klimaanlage (990 Euro) und das für den Lounge und Trekking lieferbare Navigationssystem (600 Euro) gehören genauso zu den Empfehlungen wie je nach Bedarf die Heckflügeltüren (220 Euro) oder das Hochdach (1.100 Euro), das jedoch nicht für den Siebensitzer und die Langversion angeboten wird.

Zusammenfassung

Das riesige Platzangebot im Innenraum und die Option auf die sieben Sitze sowie die fairen Preise für die verschiedenen Doblò Versionen und Extras sind gute Argumente, sich für einen Fiat Doblò zu entscheiden. Das weitgehende Fehlen von Fahrassistenz kann man akzeptieren. Am Ausstattungsumfang und den Motoren gibt es, bis auf den im Benziner recht hohen Verbrauch, zu diesem Preis kaum etwas auszusetzen. Wer einen preiswerten großen Kombi sucht und nicht viel auf Prestige und Status zählt, liegt mit dem Hochdachkombi Doblò vielleicht genau richtig.

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