Facelift für das beste Familienauto – Wir sind das Dacia Jogger Facelift gefahren

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Der Dacia Jogger war noch nie ein Auto, das man sich wegen seines Aussehens kauft. Und auch nach dem Facelift bleibt er eher Werkzeug als Schmuckstück. Trotzdem: Die Überarbeitung hat ihm gutgetan. Die neu gestaltete Front wirkt moderner, kantiger und ein gutes Stück selbstbewusster. Auch das Heck wurde überarbeitet, insgesamt tritt der Jogger jetzt deutlich weniger wie ein rollender Zweckbau auf.

In der Ausstattung Extreme kommen noch schwarze 16-Zoll-Felgen und kupferfarbene Details dazu, die zumindest ein bisschen Lifestyle versprechen. Das Ergebnis ist kein Hingucker, aber ein Auto, das nicht mehr aktiv um Entschuldigungen bittet. Unterm Strich: Das Facelift macht den Jogger optisch erwachsener – aber nicht aufregend.

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Innen bleibt der Jogger ehrlich – mit kleinen Fortschritten

Innen zeigt sich sofort, worum es beim Jogger geht: Funktion vor Form. Das Cockpit ist übersichtlich, logisch aufgebaut und schnell verstanden. Wer keine Lust auf verschachtelte Menüs hat, wird sich hier sofort wohlfühlen.

Das neue Infotainment mit 10,1-Zoll-Touchscreen bringt moderne Features wie kabellose Smartphone-Integration, wirkt aber im Alltag etwas träge. Menüs laden spürbar nach, die Navigation braucht einen Moment. Das ist kein Drama, aber eben auch kein Fortschritt auf Premium-Niveau.

Im Detail zeigt sich die typische Dacia-DNA: viele clevere Ideen, aber nicht immer perfekt umgesetzt. Die USB-Anschlüsse sind gut verteilt – besonders der zusätzliche Anschluss neben dem Bildschirm ist praktisch für Zubehör. Die Cupholder hingegen sind zu simpel gedacht: Ohne Halterung rutschen Flaschen während der Fahrt herum. Die Türablagen sind ausreichend, aber nicht üppig.

Materialseitig bleibt es bei viel Hartplastik. Das ist erwartbar, mit dem Facelift größtenteils unverändert und trotzdem macht Dacia einen guten Job, es hochwertiger aussehen zu lassen.

Der Jogger bleibt unschlagbar praktisch

Der eigentliche Star des Jogger ist und bleibt sein Platzangebot. Hier spielt er in einer eigenen Liga. Bis zu sieben Sitze, ein riesiger Kofferraum (607 – 1.819 Liter) und eine erstaunlich gute Raumausnutzung machen ihn zum perfekten Familienauto.

Der Kofferraum ist groß, angenehm quadratisch und durch die niedrige Ladekante extrem alltagstauglich. Gerade im Vergleich zu vielen SUVs muss man Gepäck hier nicht unnötig hoch wuchten. Das macht im Alltag einen echten Unterschied.

Auf der Rückbank gibt es ordentlich Beinfreiheit, allerdings sitzt man relativ hoch, was ein leicht „aufgesetztes“ Gefühl vermittelt. Die Kopffreiheit ist dagegen gut. Schade ist, dass die Rückbank nicht verschiebbar ist – hier verschenkt Dacia Variabilität.

Auch im Detail zeigt sich Licht und Schatten: Der mittlere Sitz hinten hat eine ungewöhnliche Gurtführung aus dem Dach, was das Anschnallen unnötig kompliziert macht. Beim Umklappen der Rückbank entsteht zudem keine ebene Ladefläche – ein klarer Minuspunkt für ein so praktisches Auto.

Ein echtes Highlight sind dagegen die Kameras. Die Bildqualität ist nur mittelmäßig, aber die Perspektiven – besonders die Seitenkameras auf die Vorderräder – sind im Alltag extrem hilfreich, etwa beim Einparken an Bordsteinen.

Der Hybrid überzeugt: effizient, angenehm – und genau richtig für den Alltag

Mit dem Facelift kommt der neue Hybrid 155, und der ist ganz klar die beste Motorisierung für den Jogger. Mit 158 PS Systemleistung ist er ausreichend kräftig, ohne dabei sportlich sein zu wollen.

Im Alltag fährt der Jogger überraschend oft elektrisch. Gerade im Stadtverkehr gleitet er angenehm leise dahin, was dem sonst eher rustikalen Charakter des Autos eine unerwartet moderne Note gibt. Die Übergänge zwischen Elektro- und Verbrennerbetrieb funktionieren sauber, auch wenn der Motor unter Last hörbar wird.

Die Leistung reicht locker für den Alltag. Überholmanöver sind kein Problem, Beschleunigung wirkt ausreichend – mehr braucht dieses Auto nicht. Der Fokus liegt klar auf Effizienz, und hier liefert der Hybrid: Mit 4,5 l/100km WLTP gehört der Jogger zu den sparsamsten Fahrzeugen seiner Größe. Und dass er diesen Verbrauch im Alltag auch tatsächlich erreichen kann, haben wir bereits mit dem Vor-Facelift-Modell feststellen dürfen.

Rekuperation macht den Jogger überraschend modern

Eine kleine Überraschung im Alltag ist die Rekuperation. Über den B-Modus lässt sich die Bremswirkung beim Gaswegnehmen deutlich erhöhen. Wer vorausschauend fährt, kann den Jogger fast wie ein Elektroauto bewegen – One-Pedal-Drive light.

Das passt gut zum Charakter des Hybrids und macht besonders im Stadtverkehr Spaß. Es ist kein echtes Elektroauto-Erlebnis, aber nah genug dran, um positiv aufzufallen.

Das Fahrgefühl passt nicht ganz zum Konzept

Beim Fahren zeigt der Jogger zwei Gesichter. Das Fahrwerk ist grundsätzlich ausgewogen und schluckt Unebenheiten ordentlich. Für den Alltag reicht das völlig.

Überraschend ist die Lenkung: Sie wirkt relativ straff und fast schon sportlich. Das passt nicht ganz zum restlichen Charakter des Autos, der eher auf Komfort und Entspannung ausgelegt ist. Hier hätte etwas mehr Leichtigkeit besser gepasst.

Auf der Autobahn zeigt sich dann die Kehrseite des günstigen Konzepts. Windgeräusche nehmen zu, die Dämmung ist begrenzt, und man merkt, dass dieses Auto nicht für hohe Dauergeschwindigkeiten gebaut wurde. Das war schon vor dem Facelift so – und hat sich nicht grundlegend geändert.

Mehr Sicherheit, aber kein Technikfeuerwerk

Durch neue Vorschriften hat der Jogger mehr Assistenzsysteme bekommen. Spurhalteassistent, Notbremsassistent, Verkehrszeichenerkennung und Müdigkeitswarner sind jetzt an Bord und verbessern das Sicherheitsniveau spürbar.

Trotzdem bleibt der Jogger ein bewusst einfaches Auto. Es gibt keine Assistenzsysteme, die ständig eingreifen oder nerven – aber eben auch keine Hightech-Spielereien. Wer ein Auto sucht, das einem alles abnimmt, ist hier falsch. Wer einfach nur fahren will, fühlt sich dagegen schnell zuhause.

Preis-Leistungs-König: Der Jogger hat weiterhin keine Konkurrenz

Am Ende kommt man beim Jogger immer wieder zum gleichen Punkt: dem Preis. In der getesteten Extreme-Ausstattung mit Hybrid 155 liegt er bei 25.590 Euro – und bietet dafür Platz, einen sparsamen Antrieb und eine solide Ausstattung. Der Aufpreis für die 7-Sitzer-Variante liegt bei 1.000 €.

Das ist im aktuellen Marktumfeld fast schon absurd günstig. Kein anderes Auto kombiniert so viel Raum, Effizienz und Alltagstauglichkeit zu diesem Preis.

Facelift: Kein großer Sprung – aber genau die richtigen Verbesserungen

Das Facelift des Dacia Jogger ist kein radikaler Neustart. Es ist ein gezieltes Update – und genau das, was dieses Auto gebraucht hat.

Das Design ist moderner, der Hybridantrieb deutlich besser und die Technik auf einem zeitgemäßen Stand. Gleichzeitig bleibt der Jogger das, was er immer war: ein ehrliches, pragmatisches Auto ohne unnötigen Ballast.

Meine persönlichen Eindrücke bestätigen das: Der Hybrid funktioniert im Alltag richtig gut, die Rekuperation macht Spaß, und der Jogger fühlt sich insgesamt moderner an. Gleichzeitig bleiben typische Schwächen wie das langsame Infotainment, die einfache Materialwahl und kleinere praktische Einschränkungen bestehen.

Unterm Strich hat Dacia den Jogger sinnvoll verbessert – aber nicht neu erfunden. Und genau das ist vielleicht seine größte Stärke.

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