Cupra Raval Testbericht
Mit sportlichem Design, kräftigen Motoren und einer dynamischen Fahrwerksabstimmung soll der Cupra Raval zeigen, dass auch ein elektrischer Kleinwagen richtig Spaß machen kann.
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Fazit zum Cupra Raval
Der Cupra Raval wirkt schon als getarnter Prototyp nicht wie ein bloß umgelabelter VW-Konzern-Kleinwagen. Nach allem, was bisher bekannt ist, soll er das emotionalste Modell der kleinen Elektro-Familie werden – und die ersten Fahreindrücke deuten an, dass das kein leeres Marketing-Gebrüll ist. Mit direkter Lenkung, guter Kurvenlage und einer insgesamt spürbar sportlicheren Abstimmung will er sich von VW ID. Polo und Skoda Epiq absetzen.
Auch beim neuen Raval wird wohl gelten: Wem die VW- und Skoda-Geschwistermodelle zu langweilig sind, der greift zum sportlicheren Cupra
Der angekündigte Einstiegspreis von rund 26.000 Euro klingt auf den ersten Blick niedrig. Allerdings gilt der wohl nur für die Basis. Die stärker motorisierten Versionen dürfte deutlich teurer werden. Trotzdem: Wenn Cupra es schafft, auch die günstigeren Varianten optisch ansprechend und gleichzeitig fahraktiv zu gestalten, könnte das Paket so oder so ziemlich attraktiv sein.
Konkrete Literangaben zum Kofferraumvolumen gibt es noch nicht. Doch ein Blick auf die Konzern-Geschwister VW ID. Polo mit 435 Litern und Skoda Epiq mit 475 Litern gibt einen Anhaltspunkt - das sind hervorragende Werte für diese Fahrzeugklasse. Klar ist: Auch der Raval wird über die Vorderachse angetrieben, was hinten Platz schafft. Daher sollte auch bei ihm das Kofferraumvolumen vergleichsweise großzügig ausfallen.
211- und 226-PS-Version bereits bestätigt
Geplant sind mehrere Leistungsstufen. Wie bei allen Cupra-Modellen wird es in der Basis wohl eine relativ normal motorisierte Variante geben, voraussichtlich mit 100 kW/136 PS. Die 211-PS-Variante (155 kW) wiederum ist als Dynamic bzw. Dynamic Plus zum Markstart bereits angekündigt. Ebenso das 166 kW/226 PS starke VZ-Extreme-Modell, das dank DCC-Sportfahrwerk, ESC-off-Modus und Dinamica-Schalensitzen noch mehr Fahrspaß bieten soll. Ein elektronisches Sperrdifferenzial darf beim Top-Modell auch nicht fehlen.
Wie viel kostet der Cupra Raval?
Der Cupra Raval soll bei 26.000 Euro starten. VW ID. Polo und Skoda Epiq sollen mindestens 25.000 Euro kosten und werden somit auf einem ähnlichen Niveau liegen. Optisch wird der Raval wohl schon in der Basis aufregender sein als seine internen Konkurrenten. Das wäre typisch für die Spanier und ist auch eines der Erfolgsgeheimnisse der Marke. Doch wie bei VW und Skoda wird auch bei Cupra gelten: Die stärkeren Motoren werden deutlich mehr kosten.
Cupra Raval: Reichweite und Ladedauer
Zwei Akkugrößen sind bisher im Gespräch: eine kleinere Batterie mit 38 kWh und eine größere mit 56 kWh. Für das Basismodell werden etwa 300 bis 320 Kilometer WLTP-Reichweite erwartet. Für die 211-PS-Modelle Dynamic und Dynamic Plus gibt Cupra eine Reichweite von rund 450 Kilometern an. Das Top-Modell VZ Extreme soll rund 400 Kilometer schaffen.
Offizielle Verbrauchswerte fehlen noch - sie werden erst mit dem Abschluss des Typgenehmigungsverfahrens feststehen. Auch beim Laden ist noch vieles unbekannt. Es wird davon ausgegangen, dass die größere Batterie DC-Schnellladen mit bis zu 130 kW unterstützt. Für das DC-Laden von 10 auf 80 Prozent stehen derzeit rund 20 Minuten im Raum.
Leistung und Fahrkomfort
Zum Marktstart hat Cupra bisher zwei Motorisierungen für den Raval kommuniziert: Die Version mit 155 kW/211 PS wird es in den Ausstattungslinien Dynamic und Dynamic Plus geben. An der Spitze steht der VZ Extreme mit 166 kW/226 PS und 290 Nm Drehmoment. Davon abgesehen sollte es noch einen deutlich schwächeren Antrieb geben - 100 kW/136 PS könnten es am Ende werden.
Interessant: Mit seinem Sportfahrwerk liegt der Raval 15 mm tiefer als alle anderen auf der VW-Plattform basierenden Modelle, also als VW ID. Polo und Skoda Epiq. Für einen kräftigen Stand ist die Spur um 10 mm breiter.
Top-Version VZ Extreme kann fahrdynamisch überzeugen
Erste Fahrten mit der 226 PS starken Top-Version VZ Extreme (Vmax: 175 km/h) unterstreichen den Performance-Anspruch der Marke. Das Fahrgefühl fällt deutlich sportlicher aus als bei vielen anderen Elektro-Kleinwagen. Die Lenkung wirkt direkt und präzise, das Fahrwerk relativ straff abgestimmt. Auch die Kombination aus progressiver Lenkung, adaptivem DCC-Fahrwerk und elektronischem Sperrdifferenzial an der Vorderachse trägt zu einem besonders dynamischen Fahrverhalten bei.
Auf kurvigen Straßen liegt der Raval überraschend stabil und präzise auf der Straße. Gleichzeitig sorgt der tief im Fahrzeugboden platzierte Akku für einen niedrigen Schwerpunkt. Der Frontantrieb mit dem sofort anliegenden Drehmoment von 290 Nm sorgt zudem für eine kräftige Beschleunigung. Insgesamt entsteht der Eindruck eines kleinen Elektroautos, das bewusst auf Fahrspaß ausgelegt ist.
Trotz der sportlichen Ausrichtung bleibt der Raval im Alltag gut kontrollierbar und handlich. Gerade im Stadtverkehr fühlt er sich wendig und leicht zu fahren an. Damit scheint Cupra tatsächlich zu versuchen, dem kleinen Elektroauto innerhalb der Konzernplattform eine eigenständige, dynamischere Charakteristik zu geben. Wie spritzig die schwächeren Versionen unterwegs sind, wird sich noch zeigen.
Kofferraum, Platz und Praxistauglichkeit
Konkrete Zahlen zum Kofferraumvolumen des Cupra Raval nennt Cupra bislang noch nicht. Klar ist jedoch: Der kleine Elektro-Cupra nutzt die neue MEB+-Plattform mit Frontantrieb. Dadurch sitzt der Elektromotor nicht mehr an der Hinterachse, was konstruktiv mehr Platz im Heck schafft. Genau das soll laut den bisherigen Informationen auch beim Raval für einen vergleichsweise großen Kofferraum sorgen.
Einen Hinweis darauf geben die technischen Geschwister aus dem VW-Konzern. Der VW ID. Polo kommt auf 435 Liter Kofferraumvolumen, der Skoda Epiq sogar auf 475 Liter. Das sind sehr gute Werte für einen elektrischen Kleinwagen. Da der Raval die gleiche technische Basis nutzt, ist davon auszugehen, dass auch er in einer ähnlichen Größenordnung liegen wird.
Beim Platzangebot im Innenraum hilft der 2,60 Meter lange Radstand, der schon bekannt ist. Für ein Fahrzeug mit 4,05 Metern Länge ist das ein ordentlicher Wert und dürfte vor allem den Passagieren im Fond zugutekommen.
Innenraum, Infotainment und Ausstattung
Zum Infotainment des Cupra Raval ist bislang nur wenig offiziell bestätigt. Klar ist: Wie bei den anderen MEB+-Modellen dürfte auch hier ein vollständig digitales Cockpit mit großem Zentralbildschirm zum Einsatz kommen. In den Prototypen war bereits ein digitales Kombiinstrument zu sehen, dessen Darstellung deutlich verspielter und grafisch auffälliger gestaltet ist als bei anderen Modellen. Nebenbei sind verschiedene Fahrprofile – etwa Range, Comfort, Performance oder Cupra – über das System anwählbar.
Da die Testfahrten bislang nur mit getarnten Vorserienfahrzeugen stattfanden, lassen sich zur finalen Materialqualität noch kaum Aussagen treffen. Was sich sagen lässt: Im Innenraum sollen typische Cupra-Designmerkmale wie kupferfarbene Akzente zum Einsatz kommen. Auch Sportsitze mit stärkerem Seitenhalt sind vorgesehen. In der Topversion kommen sogar ausgeprägte Schalensitze zum Einsatz. Den ersten Eindrücken nach wirkt der Innenraum sportlich und modern.
Zum Start drei Launch Editionen
Cupra plant derzeit mehrere Ausstattungslinien. Drei sogenannte Launch Editionen will die Marke zum Markstart anbieten: Dynamic, Dynamic Plus und VZ Extreme. Dynamic soll unter anderem LED-Scheinwerfer, beheizte Vordersitze, ein beheizbares Lenkrad, eine Rückfahrkamera, Einparkhilfe vorne und hinten sowie Keyless-Zugang bieten.
Die Dynamic-Plus-Version wartet unter anderem mit Matrix-LED-Scheinwerfern, Schalensitzen und einem Soundsystem von Sennheiser auf. Fortschrittliche Fahrerassistenzsysteme und intelligente Parkfunktionen zählen ebenso zum Umfang.
Die sportliche VZ-Extreme-Variante setzt zusätzlich stärker auf Performance und Design. Sie kombiniert den stärksten Motor (226 PS) mit einem adaptivem DCC-Fahrwerk, einem elektronischen Sperrdifferenzial sowie besonders sportlichen Schalensitzen und 19-Zoll-Rädern.
Sicherheit und Assistenzsysteme
Zu den Sicherheits- und Assistenzsystemen des Cupra Raval sind bislang nur einige Funktionen offiziell bestätigt. Klar ist jedoch, dass er - wie die anderen Modelle auf der MEB+-Plattform – mit den aktuellen Fahrerassistenzsystemen des VW-Konzerns ausgestattet sein wird.
Bereits in der Basisversion sind laut bisherigen Informationen eine Rückfahrkamera sowie Einparkhilfen vorne und hinten vorgesehen. Außerdem soll der Raval über einen Spurhalteassistenten verfügen.
In den höheren Ausstattungslinien erweitert Cupra den Funktionsumfang deutlich. So soll unter anderem der Travel Assist verfügbar sein, der Spurführung und adaptive Geschwindigkeitsregelung kombiniert und damit vor allem auf längeren Strecken entlastet. Zusätzlich ist ein Notfallassistent vorgesehen, der eingreifen kann, wenn der Fahrer nicht mehr reagiert.
Beim Rangieren hilft in den besser ausgestatteten Varianten zudem eine Top-View- oder 360-Grad-Kamera, die das Fahrzeug aus der Vogelperspektive darstellt.
Bekannte Probleme und Rückrufe
Zu den konkreten Garantieleistungen für den Raval hat Cupra bislang noch keine eigenen Angaben gemacht. Es ist jedoch davon auszugehen, dass sich der elektrische Kleinwagen an den üblichen Garantiebedingungen der Marke orientiert.
Aktuell bietet Cupra in Europa eine 5-jährige Herstellergarantie ohne Kilometerbegrenzung - das kann sich sehen lassen. Typisch: Für die Hochvoltbatterie der Elektrofahrzeuge gilt eine Garantie von acht Jahren oder 160.000 Kilometern Laufleistung, wobei eine Akku-Mindestkapazität von 70 Prozent zugesichert wird.