BMW 7er Test

Luxus-Limousine voll innovativer Technologie

9/10
Wow-Wertung
Unsere Auto-Experten vergeben diese Wertung nach ausführlicher Prüfung des Fahrzeugs.
  • Erstklassiger Komfort
  • Erstklassige Motorenpalette
  • Erstklassiges Infotainment
  • Hohes Gewicht
  • Kleiner Tank (745e)
  • Unrealistische Verbrauchsangaben (745e)

90.200 € - 175.800 € Preisklasse

5 Sitze

10 - 9,9 l/100km

Test

Der 7er, der bei BMW seit 1977 vom Band läuft, ist  “Made in Germany”, aber nicht mehr „Made for Germany“. Rund die Hälfte aller BMW 7er geht nach China. Nur etwa fünf Prozent der Produktion von BMWs Oberklasse, die seit Jahrzehnten mit der Mercedes S-Klasse und dem Audi A8 konkurriert, wird im Heimatland verkauft.

Da ist es aus bayerischer Sicht nur konsequent, dass Design auf den fernöstlichen Geschmack abzustimmen, was im 2019er Facelift gut zu erkennen ist. Mit der im Vergleich zu vorher etwas höher angesetzten Motorhaube wirkt die Limousine stattlicher, mit dem massiv gewachsenen Grill expressiver und mit den Kiemen an der Flanke (air breather) und reichlich Chrom steht die BMW Limousine, so wie man das im östlichen Asien schätzt, etwas barocker und protziger auf der Straße.

Im Innenraum des BMW 7er wirkt der Auftritt dezenter und modern. Mit der Überarbeitung hielt das vom BMW 8er und X5 bekannte, neue Digitalcockpit Einzug. Bei der Hochwertigkeit der Verarbeitung und den luftigen Raumverhältnissen des in der Langversion stattliche 5,26 Meter langen BMW Siebener blieb es, aber der Geräuschkomfort und die Motorenpalette wurden bei diesem Facelift aufgewertet.

Mit dickeren Scheiben verdammt der 7er die Fahrgeräusche in den Hintergrund. Der Geräuschkomfort ist damit so souverän wie der Fahrkomfort. Ist jedoch eine sportliche Gangart angesagt, kann der BMW 7er – das ist traditionell ein Unterscheidungsmerkmal zur Mercedes S-Klasse – auch sportlich, was von Fahrsystemen wie der Wankstabilisierung, der Allradlenkung und diversen Fahrwerksauslegungen unterstützt wird.

Ein BMW 7er wiegt mindestens 1,9 Tonnen. Das erfordert einige PS im Motorraum und die liefert der Siebener. Mit bis zu 585 PS im M760Li xDrive mit klassischem BMW Zwölfzylinder und auch mit den anderen Motoren. Jeder Motor ist im 7er nun eine gute Entscheidung, denn der rumorende Vierzylinder-Plug-in-Hybrid, der BMWs Oberklasse nicht gut stand, ist Geschichte und wurde durch einen überzeugenderen Plug-in-Hybrid mit 394 PS Systemleistung ersetzt.

Welcher Motor sich im BMW 7er für welchen Fahrertyp empfiehlt und welche empfehlenswerte Komfort- und Sicherheitsausstattung in der bayerischen Oberklasse angeboten wird, darüber informiert Sie diese ausführliche Kaufberatung.

Technische Daten

Abmessungen und Maße
Länge 5,12 / 5,26 Meter
Breite 1,90 Meter
Höhe 1,47 bis 1,48 Meter
Kofferraumvolumen 515 (420) Liter
Türen 4
Leergewicht 1.945 bis 2.295 Kilogramm
Zuladung 620 bis 695 Kilogramm
Zulässiges Gesamtgewicht 2.560 bis 2.840 Kilogramm
Zulässige Anhängelast
ungebremst / gebremst
0 bis 750 Kilogramm /
0 bis 2.300 Kilogramm

Die Wahl des Motors ist im BMW 7er immer eine gute, denn die Benziner, Diesel und der Plug-in-Hybridmotor, die immer mit der exzellenten 8-Gang-Automatik und zumeist mit dem Allradantrieb xDrive liiert sind, überzeugen jeder auf seine Weise. Nach dem Test der Motoren kann man verstehen, warum BMW die Abkürzung für Bayerische Motorenwerke ist. Die BMW-Motoren erledigen in der schweren Limousine einen hervorragenden Job.

Die Benziner

Im 745e überzeugt der Plug-in-Hybrid-Antrieb endlich. Der alte Vierzylinder-Plug-in arbeitete einfach zu laut für die Oberklasse. Der neue Plug-in-Hybrid, der – nur eine Randnotiz – wie das Topmodell M760Li nicht für den Anhängerbetrieb ausgelegt ist, setzt auf einen 286 PS starken Reihensechszylinder und einen 113 PS starken Elektromotor, mit dem rein elektrisches Fahren möglich ist. Dafür wird ein Schalter gedrückt und dann geht es 40, 50 Kilometer rein elektrisch voran, ohne dass im 7er Kraftstoff verbraucht wird.

Bis der Akku leer gesaugt ist. Dann steigt der Benziner wieder mit ein und versaut dem Plug-in-Hybrid den Normverbrauch, den der Hersteller, dem unrealistischen Verbrauchszyklus folgend, mit zwei, drei Liter Super/100 km angibt. Die Realität ist nicht so geschönt. Niemand fährt mit diesen Verbrauchswerten in einem 745e mit einigermaßen Tempo von München nach Hamburg.

Dass aber gerade Oberklasselimousinen wie der BMW 7er für die Langstreckenfahrt gebaut werden, konterkariert der 745e zudem auch noch mit einem zu kleinen Tank (Volumen: 46 statt 78 Liter). Und über 200 Kilogramm Mehrgewicht und die Reduzierung des Kofferraumvolumens (420 statt 515 Liter) sind genauso Fakt. Trotzdem überzeugt der 2,1 Tonnen schwere Plug-in-Hybrid 745e mit dem größeren Akku (10,43 kWh) und sechs Zylindern weit mehr als der alte.

Bestellt man den BMW 7er als 750 Li xDrive mit dem 530 PS starken 4,4-Liter-Achtzylinder-Biturbo, der zwischen 1.800 und 4.600 Umdrehungen souveräne 750 Newtonmeter Drehmoment an den vier Antriebsrädern anreicht, steht ganz sicher nicht niedriger Verbrauch, sondern die Performance im Vordergrund des Interesses. Diese ist sportwagenhaft und wird von sonorem V8-Sound begleitet.

Die Antriebsphilosophie des 760Li xDrive mit seinem 6,6-Liter-Zwölfzylinder ist die von absoluter Durchzugskraft (850 Nm Drehmoment), maximaler Laufkultur, seidiger Kraftentfaltung und absoluter Laufruhe. Nicht umsonst wird der V12-Motor ausschließlich in der Langversion L angeboten.

Die Diesel

Wer Langstrecke fährt, fährt Diesel. Im 7er leisten die Dieselmotoren zwischen 265 PS und 400 PS. Schon der Einstiegsmotor im 730d schaufelt mit seinem Reihensechszylinder satte 620 Nm Drehmoment an die Antriebsräder und kommt dabei im Normverbrauch mit 5,3 bis 5,8 Liter Diesel aus. Mit den 320 PS und 680 Nm des 740d xDrive und den 440 PS und 760 Nm des 750d xDrive ändern sich die Verbrauchswerte kaum, aber die Fahrleistungen erreichen Beschleunigungswerte auf dem Niveau eines Sportwagens.

745e (xDrive) 750i xDrive /
M760Li xDrive
730d (xDrive) 740d xDrive /
750d xDrive
Hubraum [ccm] 2.998 6.592 2.993 4.395
Leistung [PS] 286 + 113 530/585 265 320/400
Getriebe 8-Gang-Automatik 8-Gang-Automatik 8-Gang-Automatik 8-Gang-Automatik
0-100 km/h [s] |
Vmax [km/h]
5,2 (5,1) | 250 4,0/3,8 | 250/305 6,1 (5,8) | 250 4,6/5,3 | 250
Kraftstoff Benzin Benzin Diesel Diesel

Der BMW 7er ist immer ein teures Vergnügen und der Preis kann sich, wenn man sich nicht für den Einstiegs-7er 730d entscheidet, mit einem M760Li auch mehr als verdoppeln.

Entscheidet man sich beim Kauf eines 7er anstatt der 5,12-Meter-Standardvariante für die Langversion L mit dem von 3,07 auf 3,21 Meter um 14 Zentimeter verlängerten Radstand, schlägt BMW dafür zwischen 5.200 und 6.000 Euro auf. Das Topmodell M760Li erhält man ausschließlich in der Langversion.

Nicht nur hier befindet sich der beste Platz in der Limousine hinten. Diese gepflegte Atmosphäre im Fond lässt sich mit Extras wie dem nach vorne fahrbaren und als Beinablage nutzbaren Beifahrersitz, den ausklappbaren Tischen und den Tablets an der Rückseite der Vordersitze noch steigern.

Die Multimedia und das Infotainment sind mit dem scharfen 12,3-Zoll-Digitalcockpit, dem zentralen und 10,25 Zoll großen Touchscreen und dem bewährten iDrive-Bedienregler auf der Mittelkonsole mit jederzeit möglichen Updates auf dem neusten Stand. Die wieder einmal deutlich verbesserte Sprach- und Gestensteuerung ist serienmäßig mit an Bord. Das Head-up-Display, das eine klare Bestellempfehlung verdient, lässt sich optional bestellen.

Auch das niedrige Geräuschniveau hat seinen Preis. Die Geräuschkulisse wurde durch Feinarbeit bei der Dämmung der hinteren Gurtschächte, der Radkästen, der Dachsäulen und durch die schon erwähnten dickeren Scheiben gesenkt. Diese gehören aber nur in den 7er-Modellen mit den Acht- und Zwölfzylindermotoren zur Serienausstattung.

Mit diversen Fahrwerksoptionen, größeren Rädern und verschiedenen Lederausstattungen hebt sich das Preisniveau ebenso wie durch die Hinzubestellung von mehr Sicherheit. Zum empfehlenswerten Sicherheits-Equipment zählen der im Winter die Traktion sichernde Allradantrieb xDrive, die Integral-Aktivlenkung mit der das Handling verbessernden Allradlenkung und das über einen halben Kilometer weit leuchtende Laserlicht.

Genauso steigern die zahlreichen aktiven Fahrassistenten die Sicherheit. Etwa der Stop&Go-Tempomat mit Bremsfunktion, der sich km/h-genau an erkannten Tempolimits orientiert, der teilautonom arbeitende Driving Assistant Professional, der die Spurführung und das Lenken übernimmt, oder der Rückfahrassistent, der den Fahrer, weil er die letzten 50 Meter Strecke speichert, nachts automatisch aus einer dunklen und schmalen Sackgasse herausfahren kann.

Und auch die Bremsleistung des 7er ist erstklassig. Im ADAC-Bremstest kam der BMW 7er nach einer Vollbremsung aus 100 km/h nach hervorragenden 33,6 Metern zum Stehen.

Zusammenfassung

Erstklassiger Komfort, erstklassige Motoren, erstklassiges Infotainment, erstklassige Sicherheit – Dort, wo der BMW 7er fährt, ist oben. Das hat seinen Preis, rechtfertigt diesen aber auch durch aufwendigen Highend in Infotainment und Fahrassistenz. Ob der von der Technik aufwendige Plug-in-Hybrid-Antrieb des 745e in der Langstreckenlimousine 7er Sinn macht, entscheidet man selbst. Und auch das Design des 2019er Facelifts, das im BMW 7er für viele Verbesserungen gesorgt hat, bleibt am Ende dieses Tests eine Frage des persönlichen Geschmacks – über den kein Test entscheiden kann.

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