BMW 2er Cabrio

Kompaktes Cabrio in schickem Blechkleid

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Wow-Wertung
Das ist die mittlere Bewertung der führenden Autozeitungen.
  • Sehr gutes Handling
  • Sehr gute Motoren
  • Sehr gut zu dosierende Bremse
  • Flaches Kofferabteil
  • Einstieg nach hinten
  • Hoher Preis

34.750 € - 56.300 € Preisklasse

4 Sitze

4,8 - 8,3 l/100km

Test

Das BMW 2er Cabrio ist im positiven Sinn ein BMW von gestern – Kaum ein anderes Modell im BMW-Programm, und ebenfalls nicht der direkte Konkurrent, das Audi A3 Cabrio, bietet ein so ursprüngliches und direktes Handling und einen so unmittelbaren Kontakt zur Straße.

Das knackige Handling korrespondiert mit den klassischen Proportionen: lange Motorhaube, zurückversetzte Fahrgastzelle, kurze Überhänge. Wer sich den 4,43 und 1,77 Meter langen und breiten, jedoch nur 1,41 Meter hohen 2+2 heute zulegt, wird ihn auch in zwanzig Jahren noch gerne ansehen.

Dem entsprechend dezent fiel das 2017er Facelift des BMW 2er aus. Die bis zu 340 PS starken Motoren, die Getriebe und das Fahrwerk blieben unangetastet. Aufgefrischt wurden die Karosserie, die jetzt mit LED-Scheinwerfern und sechseckigen Tagfahrlichtringen beginnt, und das Cockpit.

Die Fahrerorientiertheit ist jetzt noch stärker betont. Mit Sitzbezügen aus Stoff oder Leder und Interieurleisten aus Alu, Edelholz oder hochglänzendem schwarzen Kunststoff wirkt das Interieur zudem hochwertiger als zuvor.

Auch bei der Konnektivität und im Infotainment ist das 2er Cabrio mit dem 8,8-Zoll-Touchscreen-Display und der induktiven Ladestation wieder in der Moderne angelangt.

An einem hat das Facelift vom Sommer 2017 nichts geändert: Der 2er gehört zu den populärsten viersitzigen Cabrios. Wenn man im 2er Cabrio, egal mit welchem Motor, eine kurvige Landstraße unter die Räder nimmt, weiß man schnell, warum.

„2+2“ heißt: Zwei Personen plus Gepäck oder zwei plus Kleinkind plus Gepäck kommen unter. Versucht man mehr, geht es unter dem Stoffdach eng zu.

Der Innenraum

Großzügig vorne, kompakt hinten, über einem der Himmel – so kann man 2er-Cabrio-Fahren beschreiben. Der Fahrer sitzt und steht im Mittelpunkt. Alles, was es abzulesen, zu bedienen und drücken gibt, befindet sich in seiner unmittelbaren Reichweite. Der Fahrersitz bietet reichlich Seitenhalt und trotzdem einen hohen Reisekomfort.

Hinten sieht das schon ganz anders aus. Die Mitfahrer sind nur die Statisten der Fahrfreude. In den zwei Sitzschalen kommt, von der Beinfreiheit eng und vom Wind zerzaust, nicht so viel Freude auf. Also sollte man auf der Rücksitzbank als Erwachsener zumindest nicht zu langbeinig sein. Oder am besten Kind.

Das serienmäßige iDrive-Bediensystem mit dem Touchcontroller und die Sprachsteuerung überzeugen auch in diesem BMW. Und der Kofferraum?

Der Kofferraum

Der Gepäckraum ist im 2er Cabrio kompakt. Von den reinen Litern passen 280 Liter bei offenem und 335 Liter bei geschlossenem Dach hinein. Nur wie. Es geht im Hinterteil flach zu. Praktisch ist der Hebel, mit dem sich die Fondsitzlehne vom Gepäckabteil unkompliziert umklappen lässt.

Das ist ein BMW, wie man sich ihn wünscht. Das BMW 2er Cabrio fühlt sich auf der Straße heute so an, wie sich BMWs früher dort angefühlt haben. Dynamisch, wendig und handlich, ganz die noch unbeschwerte Freude am Fahren.

Das Fahrspaßsystem hat zwei Vorteile: die von Antriebseinflüssen befreite Lenkung und den Heckantrieb. Im Gegensatz zu einem der BMW 2er Active Tourer mit Frontantrieb lenkt das Cabrio herrlich an der Hinterachse mit. Die Schnauze giert nach dem Kurvenscheitel und das Heck verabschiedet sich auch mal ganz quer von ihm.

Im M Performance-Modell M240i geht es mit der variablen Sportlenkung, dem adaptiven M Fahrwerk, der M Sportbremsanlage und dem optionalen mechanischen Sperrdifferenzial noch fahraktiver um die Kurven.

Auch das Komfortbild passt. Selbst mit dem M Fahrwerk und aufgezogenen 18 Zoll-Breireifen rollt das 2er Cabrio straff, aber auf die reisetaugliche Art ab. Nur mit ganz fiesen Fugen macht der BMW nicht kurzen Prozess, sondern sie mit ihm. Mit dem M Fahrwerk.

Und das Wichtigste? Das Offenfahren? Das Stoffdach lässt sich auch in Fahrt bis 50 km/h öffnen und schließen. Das dauert ungefähr 20 Sekunden, was sich bei einem plötzlichen Regenguss lang anfühlen kann, und dann fächelt der Wind hinein.

Mit den vier Seitenfenstern und dem Windschott lässt sich der Windzug besänftigen und domestizieren. Im Fond auf den zwei Sitzplätzen geht es weit rustikaler zu. Wer hinten Platz nimmt, dessen Frisur hat definitiv schon verloren.

Auch motorisch existieren reichlich Möglichkeiten, im 2er Cabrio Spaß zu haben.

Die Benziner

Die Höhe der Investition ins neue 2er Cabrio hängt auch vom Motor ab. Die vier Benzinmotoren leisten von 136 PS im 218i Cabrio bis zu 340 PS im auch mit Allradantrieb bestellbaren M240i Cabrio.

Den 3,0 Liter-Reihensechszylinder des M240i xDrive Cabrio darf man von der Performance und vom Sound her getrost als Traumerfüllung betrachten. Die 340 PS lassen den offenen 2er in 4,6 Sekunden von 0 auf Tempo 100 hetzen und 250 km/h laufen.

Der 2,0-Liter-Turbo-Vierzylinder im ebenfalls 250 km/h schnellen 230i Cabrio erledigt das Gleiche mit 252 PS in 5,9 Sekunden. Im 220i Cabrio, das in 7,7 Sekunden die 100 erreicht, hat der Zug bei 226 km/h ein Ende.

Eigentlich reicht aber dieser Motor, der seine 270 Newtonmeter Drehmoment in einem breiten Bereich von 1.350 bis 4.600 U/min abliefert und seine 184 PS bei 5.000 Umdrehungen beisammen hat, völlig aus. Auch, weil er beim Dahingleiten so kultiviert tönt und die serienmäßige Achtgang-Sport-Automatik die Gänge so sanft und fast unhörbar einpflegt.

Klar, spart man mit dem 136 PS starken 1,5-Liter-Dreizylinder im 218i Cabrio mit einem Verbrauch von 5,5 Liter/100 km (Werksangabe) noch ein paar Zehntelliter mehr, aber auch die 5,8 bis 6,2 l/100 km eines 220i und 230i Cabrio, aus denen in der Praxis rund sieben, acht Liter werden, gehen in Ordnung.

Der Sechszylinder im M240i genehmigt sich in der Regel ein paar Schlücke mehr aus dem 52-Liter-Tank als die 7,8 bis 8,3 Liter im Werksverbrauch.

Die Diesel

Cruisen passt am besten zum Cabrio und ein Diesel mit seiner elastisch-kraftvollen Art am besten zum Cruisen. Drei Dieselmotoren stehen zur Wahl. Das BMW 218d Cabrio mit einem 150 PS starken 2,0-Liter-Turbodiesel, der im 220d Cabrio und 225d Cabrio 190 und 224 PS leistet.

Schon der kleinste Vierzylinder, der 320 Newtonmeter Drehmoment produziert, 208 km/h schnell läuft und in der Praxis um die sechs Liter verbraucht (Werksangabe: 4,8 Liter/100 km) kann im 2er Cabrio völlig ausreichen.

Der Motor im 220d Cabrio, der serienmäßig mit dem Start-Stopp-System und der Achtgangautomatik Treibstoff spart, ist ein stämmiges Kraftwerk. Seine 400 Nm Drehmoment erlauben lässige Zwischenspurts und sorgen bei einem niedrigen Drehzahlniveau für Gelassenheit. Auch wenn es mit 180 km/h voran geht, bleibt der Diesel entspannt mit knapp über 2.500 Touren auf dem Drehzahlmesser. Die Windgeräusche dazu ebenso.

Das 225d Cabrio ist dafür, dass es auf dem gleichen 2,0-Liter-Motor basiert und nur 50 Nm zusätzlich mobilisiert (450 Nm), eine teure Wahl.

Allein vom Fahrwerk geht schon viel Sicherheit aus. Aber nicht nur von dem. Ein Überrollschutz hinter den Fondkopfstützen hat das 2er Cabrio genauso serienmäßig mit an Bord wie das ESP, Front- und Seiten-/Kopfairbags und die aktive Motorhaube, die Fußgängern bei einem Unfall bessere Chancen bietet.

Eine umfassendere Ausstattung an Sicherheits- und Assistenzsystemen, wie Fernlichtassistent, adaptives Kurvenlicht, Parkassistent und Rückfahrkamera, kostet Aufpreis. Ebenso der selbst bremsende und beschleunigende adaptive Tempomat, der das 2er Cabrio auf Knopfdruck komfortabel im Verkehr mitschwimmen lässt.

Der Driving Assistant mit Spurwarnung sorgt mit seinem Notbremssystem für automatisiertes Abbremsen, aber auch „manuell“ lässt sich die Bremsanlage mit hervorragendem Ansprechen gut dosieren.

Im ADAC-Bremstest kam die geschlossene Variante des BMW 230i nach einer Vollbremsung aus 100 km/h nach 35,9 Metern zum Stehen. Im Euro NCAP-Crashtest wurde das 2er Cabrio bis heute nicht getestet.

Statt vom Preis-Leistungs-Verhältnis spricht man im 2er Cabrio am besten vom Preis-Wind-Verhältnis.

Die Freude am Sauerstoffbad lässt sich BMW jedoch gut honorieren. Der Aufpreis auf das 2er Coupé liegt bei rund 4.500 Euro.

Dafür erhält man ein gut ausgestattetes viersitziges Cabrio, das in den vier Ausstattungslinien Advantage, Sport Line, Luxury Line und M Sport bestellbar ist und sich mit zahlreichen Extras aufwerten lässt.

Seit dem 2017er Facelift hat das 2er Cabrio im Infotainment mehr zu bieten. Die wichtigste Neuerung ist der per Fingerwisch bedienbare 8,8-Zoll-Touchscreen des Navigationssystems Professional. Das kleinere 6,5-Zoll-Diplay dagegen wird weiterhin über den Dreh-Drück-Steller auf der Mittelkonsole gesteuert.

Moderne Smartphones können kabellos im 2er Cabrio geladen und über Apple CarPlay oder Android Auto eingebunden werden.

Mit dem WLAN-Hotspot lässt sich mit bis zu zehn Endgeräten und schnellem mobilem Internet im 2er surfen. Serienmäßig verfügt jedes 2er Cabrio über eine fest ins Auto integrierte SIM-Karte, die über BMWs Connected Drive-Services den Zugang zu zahlreichen Diensten ermöglicht.

Am Ende hängt das Preis-Leistungs-Verhältnis im BMW 2er Cabrio auch davon ab, wie viele Kreuze man in der langen Liste der Extras setzt.

Zusammenfassung

Manchmal ist es gut, von gestern zu sein. Das 2er Cabrio ist ein BMW, wie man sich ihn wünscht. Das Handling erinnert an alte BMW 3er.

Von der Dynamik macht es, obwohl das zusätzlich versteifte Cabrio etwas schwerer ist, kaum einen Unterschied, ob man mit dem 2er Coupé oder 2er Cabrio unterwegs ist. Vom Fahrerlebnis, klassisch an die Luft gesetzt, aber schon.

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