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Fast 10.000 Euro trennen Audi A2 e-tron und Hyundai Ioniq 3 in der Basis. Welcher ist der bessere Kompaktstromer? – Ein Vergleich gibt Antworten.
Audi bringt mit dem A2 e-tron einen bekannten Namen zurück in die Verkaufsräume. Hyundai setzt dagegen auf den brandneuen Ioniq 3. Während Audi Premium-Anspruch und traditionelle deutsche Ingenieurskunst bietet, punkten die Koreaner mit viel Ausstattung zu fairen Preisen. An welche Kundschaft sich beide Modelle richten, zeigt dieser Vergleich.
| Audi A2 e-tron | Hyundai Ioniq 3 | |
| Leistung | 170 bis 326 PS | 135 oder 147 PS |
| Akku | 52, 61 oder 84 kWh | 42 oder 61 kWh |
| Reichweite | bis 646 km | bis 497 km |
| DC-Laden | max. 183 kW | max. 119 kW |
| AC-Laden | 11 kW | 11 kW, optional 22 kW |
| Länge | 4,32 m | 4,17 m |
| Kofferraum | 396 Liter | 441 Liter |
| Einstiegspreis | ab 38.200 Euro | ab 28.950 Euro |
Audi wie auch Hyundai mit Wiedererkennungswert
Optisch gilt wohl für beide: Einheitsbrei sieht anders aus – Audi wie Hyundai gehen jeweils ihren eigenen Weg. Die Ingolstädter knüpfen an der Ur-A2 an, der 1999 präsentiert wurde. Kurze Überhänge, abfallende Dachlinie – die Ähnlichkeiten sind sofort zu erkennen. Am Ende ist das Design auch aerodynamisch optimiert, womit sich beim Audi ein vorbildlicher cW-Wert (0,24) ergibt.

Der Hyundai Ioniq 3 präsentiert sich weniger rund, vor allem futuristisch und recht kantig. Die markante Lichtsignatur an der Front sorgt für einen hohen Wiedererkennungswert und erinnert an die Schwestermodelle wie Ioniq 6 oder 9. Die Silhouette wirkt sehr dynamisch und fällt nach hinten stark ab, wodurch sich eine recht auffällige Heckansicht ergibt. Wer sportliche Akzente mag, bekommt beim Ioniq 3 die Version N Line, Audi bietet im Gegenzug ein optionales S line Exterieur an.

In der Basis fast 10.000 Euro Preisunterschied
Preislich liegen die Einstiegsmodelle weit auseinander. Der Hyundai Ioniq 3 startet als Basismodell Select mit einer 42 kWh-Batterie (brutto) bereits bei 28.950 Euro. Die Variante mit der größeren 61-kWh-Batterie gibt es ab 32.950 Euro. Zur Serienausstattung gehören hier bereits LED-Scheinwerfer, eine 2-Zonen-Klimaautomatik und der Totwinkelassistent. Das Topmodell N Line Evo kostet ab 42.450 Euro.
Audi setzt beim A2 e-tron deutlich höher an. Das Einstiegsmodell mit 52-kWh-Akku (brutto) beginnt erst bei 38.200 Euro. Das Topmodell mit 240 kW Leistung und 84-kWh-Batterie startet bei 51.200 Euro. Serie sind beim Audi unter anderem das MMI Panoramadisplay, LED-Scheinwerfer sowie ein adaptiver Geschwindigkeitsassistent. Beim Preis hat ganz klar der Hyundai die Nase vorn, auch weil man beim Audi trotz des hohen Einstiegspreises keine Vollausstattung erwarten darf – so lässt sich z. B. der Preis des A2-Topmodells im Konfigurator mit ein wenig Schnickschnack leicht über die 60.000-Euro-Marke treiben.

Audi mit mehr und stärkeren Motoren
Beim Antrieb bietet Audi deutlich mehr Auswahl. Vier Varianten stehen im Programm. Den Einstieg bildet die Version mit 125 kW (170 PS) und 350 Nm Drehmoment. Darüber rangieren Ausführungen mit 140 kW (190 PS) und 170 kW (231 PS). Das Topmodell leistet stramme 240 kW (326 PS) und bietet ein Drehmoment von 545 Nm. Die Beschleunigung von 0 auf 100 km/h gelingt im stärksten Audi in 5,7 Sekunden. Alle A2 e-tron besitzen Heckantrieb. Die Höchstgeschwindigkeit liegt je nach Version bei 160 oder 200 km/h.
Hyundai hält die Motorenpalette übersichtlicher. Der Ioniq 3 ist ausschließlich mit Frontantrieb lieferbar. Mit der 42-kWh-Batterie leistet der Elektromotor 108 kW (147 PS). Interessanterweise leistet der Motor in Verbindung mit der größeren 61-kWh-Batterie sogar etwas weniger, nämlch nur 99 kW (135 PS). Beide Ausführungen bieten ein Drehmoment von 250 Nm. Die Beschleunigung auf Tempo 100 dauert 8,7 bis 9,6 Sekunden. Die Spitze ist bei 170 km/h erreicht. Für den Alltag reicht’s, doch wer Fahrdynamik sucht, ist wohl bei Audi besser aufgehoben.

A2 lädt schneller und kommt deutlich weiter
Auch beim Akku kann der Audi A2 e-tron punkten. Das Basismodell besitzt 52 kWh Bruttokapazität. Damit sind nach WLTP-Standard 376 bis 423 Kilometer Reichweite möglich. Die 58-kWh-Batterie schafft 445 bis 515 Kilometer. Die großen Akkus mit 84 kWh Kapazität bringen den Audi bis zu 646 Kilometer weit. Auch beim Schnellladen überzeugt Audi: Die Spitzenmodelle laden mit bis zu 183 kW an DC-Ladestationen. Ein Ladevorgang von 10 auf 80 Prozent dauert dann rund 29 Minuten.
Hyundai verbaut im Ioniq 3 Akkus mit 42 kWh oder 61 kWh Brutto-Kapazität. Die Reichweiten liegen zwischen 344 Kilometern beim kleinen Akku und bis zu 497 Kilometern beim großen. An der Schnellladesäule lädt der Hyundai mit maximal 119 kW (42-kWh-Akku) bzw. 110 kW (61-kWh-Akku). Der Ladevorgang von 10 auf 80 Prozent dauert an einer Schnellladesäule 29 bis 30 Minuten. Beide Hersteller bieten zudem bidirektionales Laden (Vehicle-to-Load) an.

Innenraum: Beide mit modernem, digitalem Cockpit
Im Innenraum legt Audi großen Wert auf digitale Anzeigen. Das sogenannte MMI-Panoramadisplay prägt das Armaturenbrett. Es besteht aus dem 11,9 Zoll großen Fahrerdisplay und einem 12,8 Zoll großen Touchscreen. Die Bedienung erfolgt weitgehend digital oder über Tasten am Lenkrad. Gegen Aufpreis gibt es ein Augmented-Reality-Head-up-Display sowie ein Sound-System von Sonos.
Hyundai setzt ebenfalls auf eine moderne Digitalisierung. Je nach Ausstattung kommt ein Cockpit mit 9,9-Zoll-Display oder ein großer 14,6-Zoll-Touchscreen zum Einsatz. Die Verarbeitung wirkt solide und durchdacht. Höhere Ausstattungslinien bieten Belüftungsfunktionen für die Sitze und ein Bose-Soundsystem. Im Vergleich zum Audi wirkt das Hyundai-Cockpit auch aufgrund der voneinander getrennten Displays zerklüfteter, beim A2 wirkt es mehr aus einem Guss.

Hyundai mit größerem Kofferraum, Audi jedoch (optional) mit Frunk
Obwohl beide Autos als Kompaktwagen eingestuft werden, bieten sie ausreichend Raum für den Alltag. Der Hyundai Ioniq 3 misst in der Länge 4,17 Meter und nutzt seinen Radstand von 2,68 Metern gut aus. Das Kofferraumvolumen fällt mit 441 Litern üppig aus. Bei umgeklappter Rücksitzbank erweitert sich der Laderaum auf bis zu 1.213 Liter.
Der größere Audi A2 e-tron (4,32 Meter) besitzt ein kleineres Kofferraumvolumen von 396 Litern. Dafür bieten die leistungsstärkeren Varianten (170 kW und 240 kW) serienmäßig einen praktischen Frontkofferraum (auch Frunk genannt) unter der Haube. Dieser fasst zusätzliche 13 Liter und eignet sich perfekt für das Ladekabel. Bei den kleineren Motorisierungen ist der Frunk optional erhältlich.
Wo der Audi noch punkten kann: Die gebremste Anhängelast beträgt in alle Motorisierungen stolze 1.600 Kilo, während der Hyundai nur 750 kg ziehen darf. Dafür hat der Ioniq 3 mit jeweils 100 kg die höhere Stütz- und Dachlast – der A2 e-tron kommt in beiden Fällen nur auf 75 kg.

Fazit: Hyundai für Preisbewusste, Audi für Premium-Kundschaft
Der Vergleich zeigt zwei unterschiedliche Elektro-Philosophien. Der Hyundai Ioniq 3 punktet vor allem über den Preis und das gelungene Gesamtpaket. Er bietet für knapp 29.000 Euro einen Einstieg in die Elektro-Welt mit solider Technik. Zudem überzeugt die Garantie von 5 Jahren ohne Kilometerbegrenzung.
Der Audi A2 e-tron bedient Kundschaft mit höheren Ansprüchen an Leistung und Langstrecke. Mit den großen Batterien sind deutlich höhere Reichweiten möglich. Dazu kommen stärkere Motoren und eine höhere Schnellladeleistung. Das lässt sich Audi jedoch mit deutlich höheren Preisen bezahlen. Wer aufs Budget achten muss, wählt den Hyundai. Wer das Maximum an Reichweite sowie Leistung sucht und das nötige Kleingeld übrig hat, greift zum Audi.