Audi A2 e-tron Testbericht
Der Audi A2 e-tron spricht alle an, die hohe Effizienz und Premium-Anmutung in der Kompaktklasse suchen. Das Ganze hat natürlich seinen Preis.
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Unser Fazit zum Audi A2 e-tron
Audi bringt nach 27 Jahren den A2 als vollelektrischen Kompaktwagen zurück. Er richtet sich an urbane Pendler sowie Fahrer, deren Fokus auf einem niedrigen Verbrauch liegt. Zu den klaren Vorteilen zählen ein hervorragender cW-Wert von 0,24, bis zu 646 Kilometer Reichweite (WLTP kombiniert) und innovative Details wie das magnetische Fidlock-System. Schwächen zeigen sich bei der eher geringen Ladeleistung der kleinen Akkus sowie der Aufpreispolitik.
Abfallende Dachlinie und kurze Überhänge - die Ähnlichkeit zum ersten A2 von 1999 ist nicht zu übersehen
Die Preise für den Audi A2 e-tron starten bei 38.200 Euro für das Basismodell und reichen bis zu 51.200 Euro für die Topversion. Damit liegt der A2 e-tron in der Basis genau 4.205 Euro über einem vergleichbaren VW ID.3 Neo, bleibt aber über 9.000 Euro günstiger als der größere Audi Q4 e-tron.
Das Ladevolumen beträgt 396 Liter und wächst bei umgeklappter Rücksitzlehne auf 1.336 Liter. Ein kleiner 13-Liter-Frunk vorn bietet Zusatzplatz, gehört jedoch erst ab den stärkeren Motorisierungen zur Serienausstattung.
Vier Leistungsstufen, drei Batteriegrößen
Vier Heckantriebs-Leistungsstufen mit 125, 140, 170 und 240 kW stehen zur Auswahl. Sie werden mit drei Batteriegrößen - von 52 über 61 bis 84 kWh - kombiniert. Das effizienteste Modell punktet mit einem vorbildlichen Normverbrauch von nur 12,8 kWh auf 100 Kilometer.
Das Interieur punktet mit zwei großen serienmäßigen Displays, gekühlter Induktionsladefläche für zwei Smartphones sowie moderner Vehicle-to-Home-Technologie (optional). Wer umfangreiche Assistenzsysteme und ein gewisses Premium-Gefühl schätzt, findet im A2 eine gelungene, aber preislich gewohnt selbstbewusste Alternative.
Wie viel kostet der Audi A2 e-tron?
Die Listenpreise des Audi A2 e-tron bewegen sich zwischen 38.200 Euro für die 125-kW-Verison mit 52-kWh-Batterie und 51.200 Euro für die 240 kW starke Variante mit 84-kWh-Akku.
Audi A2 e-tron: Reichweite und Ladedauer
Audi bietet drei Akkugrößen mit 52, 61 und 84 kWh (brutto) an. Die Reichweiten liegen nach WLTP zwischen 423 und 646 Kilometern. Den Reichweiten-Bestwert erzielt das 170-kW-Modell mit der großen 84-kWh-Batterie.
Dank des cW-Werts von 0,24 ist der A2 sehr effizient. Das sparsamste Modell (140 kW, 61 kWh) benötigt nur 12,8 kWh/100 km, die anderen Varianten bewegen sich zwischen 13,7 bis 14,2 kWh. Um den Verbrauch niedrig zu halten, hat Audi viel Hirnschmalz in die Aerodynamik gesteckt. Zum Beispiel gibt es einen steuerbaren Kühllufteinlass, einen weitgehend verschlossenen Unterboden und neu entwickelte Aero-Räder.
DC-Ladeleistung zwischen 100 und 183 kW
Die Akkus mit einer Kapazität von 52 bzw. 61 kWh laden an einer DC-Ladestation mit verhaltenen 100 bzw. 105 kW. Der große 84-kWh-Akku macht es besser und schafft maximal 183 kW - er lädt in 29 Minuten von 10 auf 80 Prozent.
Der Routenplaner plant Ladestopps vorausschauend und konditioniert die Batterie rechtzeitig für die maximale Ladeleistung vor. Er berücksichtigt in Echtzeit unter anderem die Verkehrslage und die Verfügbarkeit sowie Leistung der Ladesäulen. Das System kann auch eine Alternative mit weniger Ladestopps vorschlagen - man muss sich dann nur an die empfohlene Geschwindigkeit halten.
Optional ist auch bidirektionales Laden möglich. Dadurch kannst du per Vehicle-to-Load (V2L) zum Beispiel ein E-Bike mit Strom versorgen. Für alle mit Eigenheim interessant: In Deutschland ist auch Vehicle-to-Home (V2H) möglich. Dadurch kann der A2 als heimischer Batteriespeicher fungieren und geladene Energie wieder ins Hausnetz einspeisen. Voraussetzung ist eine geeignete DC-Wallbox.
Leistung und Fahrkomfort
Für den Audi A2 e-tron stehen vier Heckantriebs-Varianten mit 125, 140, 170 und 240 kW zur Auswahl. Das adaptive Fahrwerk mit Dämpferregelung sowie mehrere Fahrmodi von Comfort bis Dynamic erlauben es, die Fahdynamik an die eigenen Wünsche anzupassen. Das System soll dabei je nach Fahrmodus mit steigender Sportlichkeit Nick- und Wankbewegungen minimieren.
Am schnellsten ist natürlich das 240 kW starke Top-Modell - es wird erst bei 200 km/h eingebremst und sprintet auch dank 545 Nm Drehmoment in nur 5,7 Sekunden von 0 auf 100 km/h. Die 170-kW-Version benötigt 7,0 Sekunden, die 140-kW-Variante 7,7 Sekunden. Im Basis-A2 mit 125 kW vergehen dann schon 8,8 Sekunden, bis Landstraßentempo erreicht ist. Die Höchstgeschwindigkeit der drei schwächeren Modelle liegt bei 160 km/h, das Drehmoment beträgt 350 Nm.
Serienmäßig ist im A2 e-tron eine Linearlenkung an Bord. Die optionale Progressivlenkung mit variablem Übersetzungsverhältnis ist Teil des Pakets Tech plus - beim 240-kW-Topmodell gehört sie zur Serienausstattung.
Drei Rekuperationsstufen inklusive One-Pedal-Driving
Die Rekuperation (Bremsenergierückgewinnung) lässt sich über Lenkrad-Paddles dreistufig einstellen. Der Wählhebel aktiviert mit Fahrstufe B echtes One-Pedal-Driving bis zum Stillstand, während der Übergang zur mechanischen Bremse gut dosierbar sein soll.
Für den A2 e-tron stehen Leichtmetallräder von 18 bis 20 Zoll zur Verfügung. Die effizienteste Konfiguration ergibt sich laut Audi im 19-Zoll-Setup mit aerodynamisch optimierten Rädern. Diese Radgröße soll eine ausgewogene Balance aus Komfort und Dynamik bieten, während die 20-Zoll-Ausführung sportlicher positioniert ist.
Der kombinierte Stromverbrauch bewegt sich je nach Motorisierung und Felgengröße zwischen sparsamen 12,8 und 15,1 kWh/100 km.
Kofferraum, Platz und Praxistauglichkeit
Der Kofferraum des A2 e-tron fasst 396 Liter und wächst bei umgeklappter Rücksitzlehne auf 1.336 Liter. Ergänzend steht in den leistungsstärkeren Modellvarianten ab 170 kW serienmäßig ein praktischer 13-Liter-Frunk unter der Frontklappe zur Unterbringung des Ladekabels bereit.
Mit seinen 396 Liter Kofferraumvolumen liegt der Elektro-A2 leicht über dem VW ID. 3 Neo, in dessen Heck nur 383 Liter passen. Gegenüber dem VW ID. Polo hinkt der Audi aber hinterher, da der E-Kleinwagen bis zu 441 Liter schluckt.
Bisher konnten wir noch nicht im neuen Audi A2 e-tron Platz nehmen. Auch fehlen Angaben zu den Innenmaßen. Was wir aus der abfallenden Dachlinie schlussfolgern: Großgewachsenen Personen könnte vor allem nach oben der Platz ausgehen.
Magentisches Fidlock-Befestigungssystem feiert Premiere
Positiv hingegen: Audi verbaut im A2 e-tron serienmäßig drei modulare Fidlock-Magnetadapter in der Mittelkonsole samt passendem Getränkehalter. Die patentierte Kombination aus Magnetkraft und mechanischer Rastung soll für einhändiges Fixieren und ein akustisches Klick-Feedback sorgen. Optional erweitern drei weitere Punkte im Kofferraum das System für Zubehör wie Spanngurte oder Kabeltaschen.
Für wen ist der Audi A2 e-tron geeignet?
Der A2 e-tron richtet sich primär an technikaffine Pendler und urbane Vielfahrer, die Wert auf extrem niedrige Verbrauchswerte, innovative Innenraum-Gadgets sowie modernste Assistenzsysteme legen.
Innenraum, Infotainment und Ausstattung
Serienmäßig blicken Fahrer im Audi A2 e-tron auf ein digitales Panorama-Display, das aus einem 11,9-Zoll-Instrumentenbildschirm und einem 12,8-Zoll-Infotainmentscreen besteht. Ergänzt durch einen integrierten App-Store für Drittanbieter-Anwendungen, ermöglicht das moderne System eine nahtlose Smartphone-Einbindung im Cockpit.
Die Steuerung erfolgt primär digital über den zentralen Touchscreen sowie per Cloud-basierter KI-Sprachsteuerung über den Audi Assistant. Weil der Gangwahlhebel platzsparend an die Lenksäule wandert, entsteht in der Mittelkonsole neuer Raum für eine gekühlte Induktionsladefläche für zwei Mobiltelefone gleichzeitig.
Weiche, durchgehende Stoffoberflächen erstrecken sich vom Armaturenträger bis weit in die zweite Reihe und verleihen dem Innenraum ein spürbar wohnliches Flair. Wer will, bekommt gegen Aufpreis ein Panoramaglasdach mit 1,6 Quadratmetern Glasfläche. Ein echtes Highlight bildet das Fidlock-System mit cleverer Magnetmechanik zur flexiblen Befestigung von Becherhaltern und weiterem Zubehör.
Grundsätzlich stehen für den Audi A2 e-tron zwei Exterieur-Linien bereit: Basis und S Line. In der Grundausstattung warten dezente Stoßfänger und Lackierungen wie Horizontblau, Pfeilgrau oder das neue Pistaziengrün. Das Exterieur S line richtet sich an Kunden mit sportlichem Anspruch: Markantere Schürzen, schwarz glänzende Seitenschweller, ein aerodynamischer Diffusor sowie Lacke wie Intensivblau sollen dynamische Akzente setzen.
Aufpreis für Vieles, was eigentlich Serie sein sollte
Kritisch zu bewerten bleibt Audis gewohnt selbstbewusste Aufpreispolitik. Praktische Features wie das Panoramaglasdach oder zusätzliche Fidlock-Punkte müssen kostspielig dazugebucht werden. Auch den nützlichen Frunk gibt's nur in der 170- und 240-kW-Variante ohne Aufpreis. Außerdem haben die Ingolstädter bereits die Pakete Tech, Tech plus und Tech pro angekündigt. Wie wir von anderen Audi-Modellen wissen, liegen die in der Regel im vierstelligen Bereich.
Sicherheit und Assistenzsysteme
Ein offizielles Euro NCAP Crashtest-Ergebnis liegt für den Audi A2 e-tron bislang noch nicht vor. Serienmäßig bringt der A2 bereits ein umfangreiches Sicherheitspaket mit. Dazu gehören ein adaptiver Geschwindigkeitsassistent, eine Rückfahrkamera, die Einparkhilfe plus sowie Notbrems-, Kreuzungs- und Ausweichassistenten. Auch Spurwechsel-, Ausstiegswarnung und Querverkehrsassistent sind ab Werk an Bord.
Optional gibt es z. B. den adaptiven Fahrassistenten plus mit Notfallassistent. Er kombiniert die adaptive Geschwindigkeitsregelung mit aktiver Spurführung im Geschwindigkeitsbereich bis 210 km/h - die Hände müssen am Steuer bleiben. Kurz nach der Markteinführung will Audi das System erweitern, damit der A2 auf Autobahnen nach Antippen des Blinkers auch selbsttätig einen Spurwechsel ausführen kann. Erwähnt sei auch das trainierte Parken: Einmal angelernt, parkt der A2 automatisch ein. Kostet natürlich extra.
Bekannte Probleme und Rückrufe
Für den Audi A2 e-tron gelten die gewohnten Garantieleistungen des Herstellers. Der Kompaktwagen wird ab Werk mit der Standard-Neuwagengarantie von zwei Jahren ohne Kilometerbegrenzung ausgeliefert.
Für die kostspielige Hochvoltbatterie gibt Audi zudem ein Garantie-Versprechen von acht Jahren oder maximal 160.000 Kilometern Laufleistung. Ergänzend schützen Garantien über drei Jahre gegen Lackmängel sowie zwölf Jahre gegen Durchrostung.