Dein Weg zum neuen Auto
Renault Twingo vs. Leapmotor T03: Welches kleine E-Auto für die Stadt lohnt sich wirklich? Reichen 20.000 Euro für ein vollwertiges Auto aus? Wir haben die beiden Elektroflitzer verglichen.
Elektroautos waren lange Zeit für viele von uns einfach zu teuer oder wirkten wie tonnenschwere, unbezahlbare Raumschiffe. Aber in den letzten Jahren hat sich auf dem Markt ordentlich was getan. Plötzlich stehen zwei waschechte E-Autos für unter 20.000 Euro beim Händler: Der brandneue, retro-charmante Renault Twingo E-Tech und der chinesische Preisbrecher Leapmotor T03.

Was sind also die Stärken und Schwächen der beiden elektrischen Kleinwagen? Und welcher passt eher für deinen Alltag? Wir haben beide Elektroautos miteinander verglichen.
Design und Innenraum: Kultiges Grinsen oder pragmatische Box?
Wenn du auf Design Wert legst, hat der Renault Twingo dich vermutlich schon bei der ersten Begegnung um den Finger gewickelt. Mit seinen schielenden Kugelaugen, den knalligen Farben (etwa “Absolut-Rot” oder “Mango-Gelb”) und der unverwechselbaren One-Box-Form bringt er den Kult der 90er-Jahre zurück auf die Straße.

Im Innenraum setzt Renault auf clevere Retro-Details wie den roten Warnblinkschalter und eine verschiebbare Rückbank, mit der sich der Kofferraum von 205 auf bis zu 360 Liter vergrößern lässt. Legst du in der Techno-Ausstattung den Beifahrersitz flach, entsteht eine zwei Meter lange Ladefläche für deinen spontanen IKEA-Einkauf (bis zu 1.000 Liter Volumen)!

Einziges Manko: Das ikonische Faltdach des Ur-Twingos gibt es leider nicht mehr. Aber möglicherweise arbeitet Renault bereits an einer Variante mit dem Faltdach, ähnlich wie vor einigen Monaten eine “Plein Sud”-Variante für den Renault 4 und 5 vorgestellt wurde.
Renault Twingo E-Tech Testbericht lesen!
Der Leapmotor T03 wählt einen ganz anderen Weg. Er will keinen Designpreis gewinnen, sondern schlichtweg funktionieren. Mit 3,62 Metern ist er noch etwas kürzer als der Twingo (3,79 Meter) und damit das ultimative Parklücken-Wunder.

Sein hoher Aufbau sorgt für eine tolle Übersicht im städtischen Dschungel. Drinnen erwartet dich zwar viel Hartplastik, aber die Verarbeitung ist grundsolide. Der absolute Clou beim Chinesen: Er kommt serienmäßig als vollgepacktes “All-Inclusive”-Paket! Panoramadach, zwei Displays, Navi und eine Rückfahrkamera – alles schon drin.

Der Kofferraum ist mit 210 bis 880 Litern alltagstauglich, für Möbeltransporte aber weniger geeignet.
Leapmotor T03 Testbericht lesen!
Reichweite und Fahrgefühl: Kurvenräuber gegen Komfort-Gleiter
Unter der Haube und auf der Straße zeigen beide ihre wahren Gesichter. Der Twingo geht mit 82 PS und einem 27,5 kWh-LFP-Akku ins Rennen. Klingt nach wenig Leistung? Ist es auch, aber dafür wiegt der Franzose auch unter 1,3 Tonnen! Das macht ihn auf der Landstraße zu einem spaßigen Kurvenjäger, der sich spielerisch einlenken lässt. Zudem ist er extrem sparsam: Unser Testverbrauch lag bei sagenhaften 13,6 kWh/100 km. Etwas mager ist jedoch die DC-Ladeleistung von nur 50 kW (15 bis 80 % in 28 Minuten). Dafür punktet er an der heimischen Wallbox mit 11 kW AC.

Der Leapmotor T03 kontert mit 95 PS und einem größeren 37,3 kWh-Akku. Seine offizielle WLTP-Reichweite von 265 Kilometern haben wir im Test mit realistischen 250 Kilometern (15,8 kWh Verbrauch) fast bestätigt. Sein Fahrwerk schluckt städtische Unebenheiten erstaunlich souverän weg, er ist ein echter Komfort-Gleiter. Dafür ist die Lenkung etwas gefühllos und das Dosieren von Gas und Bremse beim Einparken erfordert Eingewöhnung. Auch an der Ladesäule braucht der Leapmotor Geduld: Mit maximal 45 kW DC und lediglich 6,6 kW AC-Ladeleistung ist er definitiv kein Langstrecken-Champion.

Vor- und Nachteile im direkten Vergleich
Renault Twingo E-Tech:
Die Wiederauflage des französischen Kultautos kommt mit klaren Stärken auf den Markt, die ihn zu einem der besten Elektroautos für die Stadt machen: Das fantastische und sympathische Retro-Design zusammen mit dem variablen Raumkonzept machen den Twingo E-Tech zu einem extrem praktischen, aber zugleich stylischen Auto. Das niedrige Gewicht sorgt auch für ein leichtfüßiges und wendiges Fahrverhalten mit überraschend gutem Verbrauch.

Allerdings hat er auch ein paar zentrale Schwächen, die eine Kaufentscheidung dann doch erschweren. So bietet er zwar flottes 11 kW-Laden für zuhause an, aber am Schnelllader bietet der Renault nur magere 50 kW, auch nicht zu unterschätzen ist leider die Aufpreisliste beim Twingo. Wichtige Features wie Klimaautomatik oder eine Rückfahrkamera kosten Aufpreis, sodass der Preis von unter 20.000 € leider nur bedingt zutrifft.
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Leapmotor T03
Der chinesische Konkurrent punktet hingegen vor allem in Sachen Preis-Leistungs-Verhältnis. Mit einem Listenpreis von 18.900 € ist er selbst unter den günstigen Elektroautos nochmal ein echtes Schnäppchen und das mit nahezu Vollausstattung. Serienmäßig bekommst du hier bereits Panoramadach und auch die Rückfahrkamera für die du bei Renault zahlen musst.

Eine weitere Stärke des Leapmotors ist der überraschende Komfort trotz des kleinen Preises. Das Fahrwerk kommt gut mit Unebenheiten klar und im Stadtverkehr gibt es eigentlich keinen Grund sich zu beschweren. Gepaart mit dem größeren Akku und der alltagstauglichen Reichweite bekommst du beim Leapmotor einfach ein sehr attraktives Gesamtpaket zum kleinen Preis.
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Emotionen solltest du beim Leapmotor T03 aber nicht unbedingt erwarten, dafür ist er nicht nur technisch, sondern auch beim Design zu streng an Zweckmäßigkeit orientiert. Obwohl der Chinese einen größeren Akku hat, bietet er aber keine bessere Ladegeschwindigkeit als der Renault. Stattdessen ist es sogar weniger Ladeleistung, die du hier bekommst: Maximal 45 kW am Schnelllader und nur mickrige 6,6 kW zuhause. Auch zeigt der Leapmotor beim Infotainment einige Schwächen, so hat er beispielsweise keine kabellose Smartphone-Integration.
Kaufempfehlung: Welches Auto passt zu dir?
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Für stundenlange Autobahnetappen in den Urlaub taugen allerdings beide Autos wegen ihrer Ladezeiten und der gedrosselten Höchstgeschwindigkeit (beide bei 130 km/h) nicht. Aber als smarte Stadtflitzer zeigen sie: Elektromobilität macht endlich wieder Spaß – und schont dabei dein Portemonnaie!
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