KIAs Stromer fürs Volk? – Wir sind das Mini-SUV EV2 gefahren

Andreas Heise
Senior Online-Redakteur Test
05. April 2026

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Bei knapp unter 27.000 Euro startet der KIA EV2. Reicht das Basismodell oder wird’s am Ende teuer? Wir sind das Mini-SUV gefahren und beantworten die wichtigsten Fragen.

Der KIA EV2 setzt auf eine hohe Reichweite, flexiblen Stauraum und viele clevere Ausstattungsfeatures – klingt zu schön, um wahr zu sein. Und ja, einen Haken gibt’s. Denn wer das volle Potenzial des Mini-SUVs nutzen will, der muss deutlich tiefer in die Tasche greifen, als es der Einstiegspreis von 26.600 Euro vermuten lässt.

KIA EV2 Testbericht lesen

Wir sind das vollelektrische, 4,06 Meter lange Mini-SUV gefahren und zeigen dir, was der Konkurrent des VW ID. Cross wirklich kann. Und wo die ein oder andere preisliche Überraschung wartet.

Reichweite und Ladedauer: Starker Auftritt

Mit einer Reichweite von bis zu 453 Kilometern (je nach Batterie- und Radgröße) zählt der KIA EV2 zu den Spitzenreitern in seiner Klasse. Die kleinere 42,2-kWh-Batterie bietet eine Reichweite von bis zu 317 Kilometern, was für die Stadt ausreichen sollte. Auf unserer Testfahrt mit der 42,2-kWh-Version erreichte der EV2 einen Verbrauch von nur 15,0 kWh/100 km – ein sehr gutes Ergebnis angesichts des offiziellen WLTP-Werts von 15,1 bis 15,5 kWh/100 km.

Auch die Ladeleistung überzeugt: Mit maximal 118 kW lädt die kleine Batterie in 29 Minuten von 10 auf 80 Prozent, die größere braucht nur eine Minute länger. Dies ist besonders praktisch für Langstreckenfahrten, da die Pausen so überschaubar bleiben.

Zudem ist optional AC-Laden mit 22 kW (statt 11 kW) möglich. Das verkürzt nicht nur die Ladezeit, sondern hilft speziell in der Stadt, Blockiergebühren an öffentlichen Ladestationen zu vermeiden. Kritikpunkt: Die 22-kW-Option gibt es nur in den höheren Ausstattungslinien Earth und GT-Line – und dann auch nur in Verbindung mit dem Winter-Connect-Paket, was am Ende zusammen fast 2.400 Euro extra kostet.

Leistung und Fahrkomfort: Komfortabel dank One-Pedal-Drive

Der KIA EV2 bietet mit 108 kW/146 PS (42,2-kWh-Akku) oder 99 kW/135 PS (61-kWh-Batterie) eine ordentliche, wenn nicht übermäßige Leistung. Die 146-PS-Version mit der kleineren Batterie sprintet in 8,7 Sekunden auf 100 km/h – die 135-PS-Variante mit der größeren Batterie braucht 0,8 Sekunden länger.

Die 250 Nm Drehmoment sorgen dafür, dass das Mini-SUV in der Stadt schnell vom Fleck kommt und auch auf der Landstraße problemlos überholen kann. Dank der 1-Gang-Automatik entfällt der Gangwechsel, was das Fahren angenehm unkompliziert macht. Die Straßenlage des EV2 ist dank der Batterie im Boden hervorragend, und auch die leichtgängige Lenkung sorgt für angenehmen Fahrkomfort.

Der EV2 bietet vier verschiedene Fahrmodi (Eco, Normal, Sport und Snow). Besonders hervorzuheben ist die Rekuperation: Über die Paddles am Lenkrad kannst du sie in 3 Stufen einstellen. Aktivierst du im Menü die Funktion intelligentes Rekuperieren, passt der EV2 die Rekuperation automatisch an, beispielsweise hinsichtlich des vorausfahrenden Fahrzeugs. Und mit der One-Pedal-Drive-Funktion wird das Bremsen per Bremspedal quasi überflüssig. Das sorgt für entspanntes Fahren und hilft, die Reichweite zu maximieren.

Platz und Praxistauglichkeit: Verschiebbare Rücksitze zu empfehlen

Das Kofferraumvolumen des KIA EV2 liegt je nach Ausstattung zwischen 362 und 403 Litern, was für ein Mini-SUV mehr als ausreichend ist. Besonders vorteilhaft ist die 4-Sitzer-Option mit verschiebbaren Rücksitzen, die das Volumen auf bis zu 403 Liter erhöht. Wenn man die Rückbank umlegt, kommen bis zu 1.201 Liter Stauraum zustande. Der 4-Sitzer mit starrer Rückbank und der 5-Sitzer bieten 362 bis 1.160 Liter.

Wer also das Maximum an Stauraum herausholen will, der nimmt die verschiebbare Rückbank. Diese Konfiguration ist leider nur in den Ausstattungen Earth und GT-Line verfügbar und kostet 300 Euro Aufpreis.

Die Platzverhältnisse für die Insassen sind trotz 4,06 Meter Länge großzügig. Mit einer Breite von 1,80 Metern bietet der EV2 viel Platz für Erwachsene, sowohl vorne als auch hinten. Nur mit den verschiebbaren Rücksitzen auf der vordersten Position wird es eng für die Knie der Fondpassagiere – wobei man die Einstellung auch nur wählt, wenn das maximale Kofferraumvolumen benötigt wird.

Einen Frunk gibt es übrigens auch – in dieser Klasse keine Selbstverständlichkeit. Mit 15 Litern ist das Volumen überschaubar, aber für das Ladekabel reicht’s. Auch hier steckt der Teufel im Detail: Den Frunk gibt’s nur in den Ausstattungslinien Earth und GT-Line – dann zumindest serienmäßig ohne Aufpreis.

Infotainment und Ausstattung: Panoramadisplay serienmäßig

Das Cockpit des KIA EV2 gefällt mit einem großen, optisch ansprechenden Panoramadisplay, das aus drei verschiedenen Einheiten besteht. Ein 12,3-Zoll-Kombiinstrument hinter dem Lenkrad liefert alle wichtigen Fahrdaten, während ein weiterer 12,3-Zoll-Touchscreen für das Infotainment zuständig ist. Dazwischen findet sich ein 5,3-Zoll-Klimadisplay. Die Bedienung der Klima könnte besser sein – das kleine, mittlere Display ist teilweise durch das Lenkrad verdeckt. Dafür lassen sich die wichtigsten Klimafunktionen über Tasten unter den Luftausströmern einstellen.

Vier verschiedene Ausstattungslinien gibt es für den KIA EV2: Light, Air, Earth oder GT-Line. Jedoch nicht ohne Einschränkung: Die kleinere 42,2-kWh-Batterie lässt sich nur mit Light, Air und Earth kombinieren. Das Modell mit dem 61-kWh-Akku gibt es nicht in der günstigsten Ausstattung Light, dafür aber exklusiv als GT-Line.

Die Basis Light verfügt u. a. über das besagte Panoramadisplay (ohne Navigation), eine Rückfahrkamera und 16-Zoll-Stahlfelgen. Solche Features wie ein Batterievorheizsystem oder eine induktive Ladestation für Smartphones sind den höheren Ausstattungslinien vorbehalten. Manche Sonderausstattungspakete sind außerdem nur in Verbindung mit anderen Paketen erhältlich. Hier sollte man genau hinsehen – auch weil es schnell den Preis nach oben treiben kann.

Sicherheit und Assistenzsysteme: Gute Grundausstattung

Der KIA EV2 ist mit einer Vielzahl von Sicherheitsfunktionen ausgestattet, die in allen Ausstattungsvarianten an Bord sind. Dazu gehören unter anderem der aktive Spurhalteassistent, der Totwinkelassistent mit Lenk- und Bremseingriff sowie der Frontkollisionswarner 2.0. Für noch mehr Sicherheit sorgen der intelligente Geschwindigkeitsassistent und der Fahreraufmerksamkeitsassistent.

In den teureren Ausstattungen erhält man gegen Aufpreis auch Systeme wie den Autobahnassistenten 2.0, der automatisch die Geschwindigkeit, den Abstand zum vorausfahrenden Fahrzeug und die Spur hält.

Fazit: Viel zu bieten – abhängig von der Konfiguration

Der KIA EV2 hat in unserer Testfahrt überzeugt: Mit der hohen Reichweite, dem niedrigen Verbrauch und den cleveren Features hat das vollelektrische Mini-SUV nur wenig Schwächen. Doch wer in den Genuss all dieser Vorteile kommen will, der landet weit oberhalb des Einstiegspreises.

Die Preispalette reicht aktuell von 26.600 Euro für das Basismodell (Light) mit kleiner Batterie bis hin zu 36.890 Euro für das Top-Modell (GT-Line) mit größerer Batterie und umfangreicherer Ausstattung. Wer die Top-Version zusätzlich mit weiteren Optionen wie beispielsweise 22-kW-Laden ausstattet, der kann sogar die 40.000-Euro-Marke knacken. Stromer fürs Volk? – Wohl nur in der Basis.

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