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Viele entscheiden sich aktuell für Hybrid statt Elektro. Richtig so? – Der Vergleich zwischen Audi A6 Hybrid und Elektro liefert ein überraschendes Ergebnis.
Im Vergleich zwischen dem Audi A6 Sportback e-tron und dem Audi A6 e-hybrid stellt sich die Frage, welches Modell in puncto Leistung, Fahrgefühl, Effizienz und Kosten die Nase vorn hat. Beide Fahrzeuge bieten eine beeindruckende Technik, doch welcher ist am Ende die Kaufempfehlung?
Wir sind beide Modelle gefahren und haben den Fahrkomfort sowie die Fahrdynamik getestet. Wir haben uns aber auch das Platzangebot und die Kosten genauer angeschaut.
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Testfahrt: Identische Leistung, unterschiedliches Fahrverhalten
A6 Elektro und Hybrid bieten beide fast identische Leistungsdaten, trotzdem sind uns auf der Testfahrt Unterschiede aufgefallen.
Der Audi A6 e-hybrid mit Allradantrieb kombiniert einen 2,0-Liter-Vierzylinder-Benziner mit einem Elektromotor. Die Systemleistung von 367 PS sorgt für eine ordentliche Beschleunigung von 0 auf 100 km/h in nur 5,3 Sekunden. Im reinen elektrischen Modus schafft der Hybrid immerhin 140 km/h, bevor der Benzinmotor unterstützt. Der Wechsel zwischen den Antriebsarten ist bei diesem Modell kaum zu spüren, was für eine hohe Fahrkultur sorgt. Allerdings zeigt sich die Lenkung bei höheren Geschwindigkeiten etwas nervös.

Das Fahrgefühl im heckangetriebenen Audi A6 Sportback e-tron ist durch den rein elektrischen Antrieb anders. Mit 270 kW (367 PS) und einem Drehmoment von 565 Nm geht der A6 e-tron in 5,4 Sekunden auf 100 km/h und fühlt sich dabei stabiler und sicherer an. Das könnte auch an der großen Batterie im Fahrzeugboden liegen, die den Schwerpunkt senkt. Die Lenkung ist präzise und auf hohen Geschwindigkeiten gut abgestimmt. So überzeugt der e-tron mit einer ruhigeren und ausgeglicheneren Fahrweise – gerade wenn es um lange Fahrten geht.

Außenmaße und Platzangebot: Unterschiede größer als gedacht
Nein, beide Modelle hören zwar auf das Kürzel A6, sind aber nicht identisch, was die Maße angeht. Der Audi A6 e-hybrid ist mit einer Länge von 4.999 mm der größere der beiden Wagen, während der A6 e-tron mit 4.928 mm etwas kürzer ausfällt. Dennoch überrascht der e-tron durch einen Radstand von 2.946 mm, wodurch er den Hybrid (2.923 mm) übertrifft. Das bedeutet mehr Platz im Innenraum und einen insgesamt größeren Komfort, insbesondere für die Passagiere im Fond.
In Bezug auf die Breite ist das Elektromodell mit 1.923 mm ebenfalls breiter als die Hybridversion, die nur 1.875 mm misst. Auch das kommt dem Platzangebot innen zugute. Bei der Höhe schlägt der e-tron mit 1.487 mm den e-hybrid um 4 cm. Diese zusätzlichen Zentimeter tragen zur größeren Kopf- und Beinfreiheit bei, was für Fahrten auf langen Strecken und/oder bei mehreren Passagieren von Vorteil ist.

Im Hinblick auf den Kofferraum bietet der e-tron klar mehr Platz: Mit 502 Litern Volumen plus 27 Litern im Frunk (vorderer Kofferraum) ist der Elektro-Audi deutlich praktischer, wenn es um das Verstauen von Gepäck geht. Der A6 e-hybrid kann hier nur magere 354 Liter vorweisen – ein Problem, das viele Plug-in-Hybrid-Modelle haben.
Anhängelast: Der Elektro-Audi zieht mehr
Ein weiteres Thema, bei dem der Audi A6 Sportback e-tron die Nase vorn hat, ist die Anhängelast. Mit einer maximalen gebremsten Anhängelast von 2.100 kg übertrifft das E-Modell den Hybrid, der 2.000 kg und damit 100 Kilo weniger ziehen kann. Beide Modelle bieten eine ungebremste Anhängelast von 750 kg. Bei der Dachlast (100 kg) liegen beide ebenfalls gleichauf, bei der Stützlast ist der e-tron mit 100 statt 95 kg nochmal im Vorteil – wenn auch nur leicht. In Kombination mit dem größeren Kofferraum und der besseren Platznutzung im Innenraum wird der e-tron so zur praktischen Option für Vielreisende.

Verbrauchskosten: Deutliche Unterschiede
Ein wichtiger Faktor bei der Wahl des Fahrzeugs ist natürlich auch der Verbrauch. Der Audi A6 e-hybrid zeigt sich im Idealfall als sehr sparsam, mit einem kombinierten Kraftstoffverbrauch von nur 2,2 bis 2,8 l/100 km. Der Stromverbrauch liegt gleichzeitig bei 15,2 bis 16,1 kWh/100 km. Doch bei entladener Batterie steigen die Verbrauchswerte erheblich: 7,5 l/100 km sind es dann offiziell. Geht man von einem Mischverbrauch (50% mit geladener, 50% mit leerer Batterie) aus, liegen die Benzinkosten bei etwa 1.117 Euro pro Jahr – bei 10.000 km Laufleistung.
Nun zum Audi A6 e-tron: Wir gehen davon aus, dass wir 50 Prozent zu Hause (30 Cent/kWh) und 50 Prozent an einer Schnellladesäule (60 Cent/kWh) laden. Auch hier dient der offizielle WLTP-Wert von 15,9 kWh/100 km als Referenz. Bei 10.000 km pro Jahr kommen wir auf nur 716 Euro an Stromkosten – anstatt der über 1.100 Euro beim A6 e-hybrid. Auch wenn wir mit dem Elektromodell zu 100% extern laden und nur schnelles DC-Laden bevorzugen, bleibt der e-tron mit 954 Euro immer noch deutlich günstiger als der Plug-in-Hybrid.
Sicher, das sind nur Beispielrechnungen. Auch liegen die realen Verbrauchswerte oft höher – aber dies gilt für beide Antriebe. So spricht hinsichtlich der Verbrauchskosten vieles für die Elektro-Variante.

Steuer- und Versicherungskosten: Vorteil Elektro
Die Anschaffungskosten des Audi A6 Sportback e-tron und des A6 e-hybrid sind auf den ersten Blick fast identisch. Beide Modelle starten bei etwa 75.000 Euro. Vorteil Hybrid: Er ist in der 270-kW-Version bereits in der Basis mit dem Tech Paket (Matrix-LED-Scheinwerfer etc.) ausgestattet: Wer die Matrix-LED-Scheinwerfer auch beim e-tron haben will, muss das Paket Tech plus für stolze 4.920 Euro ankreuzen.
Ein kleiner Pluspunkt des A6 e-tron liegt in den Steuerersparnissen. Während der A6 e-hybrid jährlich 40 Euro Kfz-Steuer kostet, sind es beim e-tron 0 Euro. Hintergrund: In Deutschland ist ein E-Auto maximal für 10 Jahre von der Kfz-Steuer befreit (gilt aktuell bis 31.12.2035). Dies führt zu einer langfristigen Einsparung, die sich vor allem über die Jahre bemerkbar macht.
Auch bei den Versicherungskosten zeigt der A6 e-tron Vorteile: Der e-hybrid ist in allen drei Versicherungskategorien (Haftpflicht, Teil- und Vollkasko) teurer als der e-tron. Beispielsweise liegen die Versicherungskosten (10.000 km, 30 Jahre, SF12) für den A6 e-tron bei 1.238 Euro für die Vollkasko, während der A6 e-hybrid mit 1.530 Euro zu Buche schlägt. Diese Einsparungen summieren sich über die Lebensdauer des Fahrzeugs.

Werkstattkosten: Elektroautos sind wartungsärmer
Elektroautos wie der Audi A6 Sportback e-tron erfordern deutlich weniger Wartung als ein Plug-in-Hybrid. Während der e-hybrid aufgrund seines Verbrennungsmotors auch Ölwechsel, Zündkerzen und weitere klassische Verschleißteile benötigt, fallen bei der Elektroversion solche Wartungsarbeiten weg. Laut Audi sind Elektroautos in der Wartung etwa 35% günstiger als vergleichbare Verbrenner.

Fazit: Klarer Sieger
Der Audi A6 Sportback e-tron stellt sich im direkten Vergleich mit dem Audi A6 e-hybrid als der klarere Gewinner heraus. Das Elektro-Modell punktet nicht nur mit einer besseren Effizienz und niedrigeren Verbrauchskosten, sondern auch mit mehr Platz im Innenraum und einer höheren Anhängelast. Besonders im Hinblick auf die langfristigen Kosten, sei es durch niedrigere Steuern, Versicherungsbeträge oder Wartungskosten, ist der A6 e-tron die wirtschaftlichere Wahl.
Während der A6 e-hybrid vor allem durch seinen Allradantrieb und die bessere Basis-Ausstattung punktet, überwiegen beim A6 e-tron die praktischen und finanziellen Vorteile – vor allem für diejenigen, die regelmäßig mit Strom fahren möchten.