Hoffnungsträger in Krisenzeiten – Wir sind den Audi A6 e-tron gefahren

Andreas Heise
Senior Online-Redakteur Test
20. Februar 2026

Dein Weg zum neuen Auto

Der kostenlose und einfache Weg, Ihr Auto online zu wechseln.
4,6/5 aus 22.700 Bewertungen

Der Audi A6 e-tron kann viel, kostet aber auch viel. Kann er den angeschlagenen Autohersteller aus der Krise führen? – Wir sind die Elektro-Limo gefahren.

Bei Audi lief es schon mal besser. Die Premium-Marke des VW-Konzerns, die früher einmal sogar Mercedes alt aussehen ließ, kam die letzten Jahre etwas unter die Räder. Verspätete Modelle, Software-Probleme und schlechte Geschäftszahlen drückten auf die Stimmung.

So kommt dem neuen A6 e-tron, ob Sportback oder Avant, eine entscheidende Rolle zu. Mit ihm und anderen neuen Modellen wollen die Ingolstädter wieder zurück in die Erfolgsspur. Der A6 e-tron muss nicht nur mit Technik und Leistung glänzen, sondern auch die Erwartungen an die Marke erfüllen. Wird er die Wende bringen?

Audi A6 Sportback e-tron Testbericht lesen

Leistung und Fahrkomfort sind klare Stärken

Als untermotorisiert kann man den A6 e-tron Sportback nicht bezeichnen. Wir sind die Version mit 367 PS gefahren. Das reicht, um in nur 5,4 Sekunden von 0 auf 100 km/h zu sprinten. Auch die Höchstgeschwindigkeit von 210 km/h kann sich für ein E-Auto sehen lassen.

Das Fahrverhalten ist insgesamt sehr gut – der A6 e-tron bietet sowohl auf der Pendelstrecke als auch bei höheren Geschwindigkeiten eine ausgewogene Mischung aus Komfort und Dynamik. Besonders bemerkenswert ist das Fahrwerk, das den Audi auf langen Strecken angenehm komfortabel macht, während er auf kurvigen Straßen gleichzeitig eine präzise Lenkung und gewisse Sportlichkeit zeigt.

Hohe Reichweite, schnelle Ladeleistung

Audi hat beim A6 Avant e-tron Wert auf eine gute Reichweite gelegt. Der Testwagen mit 94,9-kWh-Akku (netto) ist mit 673 bis 756 Kilometern (WLTP) angegeben – beachtlich in dieser Fahrzeugklasse. Auch wenn die reale Reichweite natürlich etwas niedriger ausfällt. Bei der DC-Ladeleistung hat sich Audi ebenfalls nicht lumpen lassen, denn bis zu 270 kW sind möglich. Mit der 800-Volt-Technologie lädt der Kombi in nur 21 Minuten von 10 auf 80 Prozent – hier muss sich der Ingolstädter nicht vor der Konkurrenz verstecken.

Der Verbrauch lag in unserem Test bei 25 bis 26 kWh/100 km, wobei der Autobahnanteil relativ hoch war. Sprich, eher ungünstige Bedingungen. Bei höheren Geschwindigkeiten bewegte sich der Verbrauch sogar in Richtung 30 kWh/100 km. In der Stadt und bei Überlandfahrten sollte der Verbrauch deutlich niedriger ausfallen. Trotzdem: Ob der A6 e-tron unter guten Bedingungen in die Nähe der offiziellen WLTP-Werte von 14,1-15,3 kWh/100 km kommt, wagen wir dann doch zu bezweifeln.

Innenraum mit Licht und Schatten

Im Innenraum bietet der Audi A6 Avant e-tron eine hohe Wertigkeit. Vielleicht nicht auf dem Niveau von früher, aber das gilt auch für andere Hersteller. Die Sitze sind bequem und bieten guten Halt, auch auf langen Fahrten. Das optionale Panorama-Glasdach lässt den Innenraum noch luftiger wirken. Für Familien ist auch der Zugang zu den ISOFIX-Punkten gut gelöst.

Allerdings enttäuschte uns das Fehlen einer Lenkradheizung in unserer Ausstattung. Für den Preis ist das enttäuschend – immerhin lag der Testwagen bereits in der Basis bei über 75.000 Euro. Der Kofferraum mit 502 Litern Volumen reicht für den Alltag, bricht aber keine Rekorde. Der Frunk fällt mit 27 Litern eher klein aus. Weiterer Kritikpunkt: Die Heckscheibe ist recht klein, was die Sicht nach hinten einschränkt.

Der Audi A6 Sportback e-tron ist deutlich flacher als die SUV-Brüder und sogar vier Zentimeter niedriger als die Avant-Version – das spürt man vor allem im Fond. Vorne sitzt du noch entspannt, aber hinten wird’s wegen der flachen Dachlinie für große Mitfahrende schnell eng. An der Beinfreiheit gibt es hinten aber nichts auszusetzen.

Modernes Infotainment mit Aufpreis-Falle

Das Infotainment im Audi A6 Sportback e-tron ist auf dem neuesten Stand der Technik. Der große 14,5-Zoll-Touchscreen bietet eine intuitive Bedienung und bildet mit dem 11,9 Zoll großen Fahrerbildschirm ein ansprechendes Panorama-Display. Wer will, erhält optional auch ein Beifahrer-Display. Auf unserer Fahrt ließ sich das Smartphone Android Auto problemlos verbinden und das Ganze lief flüssig. Auch das AR Head-up-Display (Augmented Reality) gefiel uns.

Das Ganze hat aber einen Haken: Trotz des hohen Einstiegspreises musst du einige Kreuzchen machen, um eine volle Hütte zu bekommen. Und nicht nur das. Auch die Preise haben es dann in sich. So ist das Beifahrer-Display ab dem Paket “Tech plus” für 4.920 Euro extra an Bord. Das Augmented Realitiy Head-up Display ist Teil von MMI experience pro – das Ganze macht nochmal zusätzlich 3.575 Euro.

Fazit: Stark, aber nicht perfekt

Der Audi A6 Sportback e-tron präsentiert sich als elektrische Limousine mit einer ausgezeichneten Reichweite, einer hohen Ladeleistung und einem komfortablen Fahrverhalten. In Sachen Leistung und Technologie bietet er alles, was man von einem Modell der oberen Mittelklasse erwartet.

Allerdings gibt es ein paar Schwächen, die nicht ganz dem Premium-Anspruch gerecht werden. Besonders die Aufpreispolitik ist nicht an jeder Stelle nachzuvollziehen – Stichwort Lenkradheizung. Wer etwas mehr Platz sucht, für den lohnt sich ein Blick auf die Kombi-Version, den A6 Avant e-tron.

Audi A6 Avant e-tron Testbericht entdecken