Dacia vs. Renault – Indischer Duster besser als der deutsche

28. Januar 2026 von

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Gleicher Name, anderes Auto: In Indien bringt Renault einen neuen Duster, der dem Dacia Duster aus Deutschland überlegen scheint.

Der Name „Duster“ klingt für deutsche Ohren nach bodenständigem Preisbrecher mit eher rustikalem Charme. Bei uns heißt er Dacia Duster, kostet wenig, kann viel – aber Premium war noch nie Teil der Gleichung. In Indien sieht das anders aus. Dort kommt der neue Duster als Renault, positioniert oberhalb des Budget-Segments und klar als Premium-SUV.

Dacia Duster Testbericht lesen

Das ist kein Zufall. Renault entwickelt den neuen Duster gezielt für den indischen Markt und macht ihn zum Schlüsselmodell seiner Strategie namens International Game Plan 2027. Während der europäische Duster weiterhin Dacias pragmatische Philosophie verkörpert, soll der indische Renault Duster zeigen, was technisch, optisch und qualitativ möglich ist, wenn der Preis nicht alles ist.

Plattform: Gleich groß, aber deutlich robuster

Auf den ersten Blick ähneln sich beide Duster-Varianten in den Abmessungen. Der indische Renault Duster misst rund 4,34 Meter in der Länge, 1,81 Meter in der Breite und 1,66 Meter in der Höhe – fast deckungsgleich mit dem europäischen Dacia Duster. Auch der Radstand liegt mit 2,66 Metern auf bekanntem Niveau.

Der Unterschied steckt unter dem Karosserie-Kleid. Renault nutzt für Indien eine speziell angepasste CMF-B-Plattform, verstärkt das Chassis und erhöht die Bodenfreiheit auf 21,2 Zentimeter. Dazu kommen ein verbesserter Motorschutz und auf indische Straßen abgestimmte Fahrwerksabstimmungen. Während der Dacia Duster für europäische Landstraßen gedacht ist, soll der Renault Duster Schlaglöcher, Schotterpisten und schlechte Asphaltdecken klaglos wegstecken.

Außen: Verwandtschaft erkennbar, Eigenständigkeit gewollt

Außen erkennt man die Duster-DNA sofort – kantige Linien, breite Schultern, aufrechter SUV-Auftritt. Doch Renault geht beim Design deutlich weiter als Dacia. Die Front trägt eine auffälligere Frontschürze, flankiert von Voll-LED-Scheinwerfern mit moderner Lichtsignatur. Der Duster-Schriftzug sitzt selbstbewusst im Grill – das Markenlogo tritt in den Hintergrund.

Das Heck ziert ein durchgehendes LED-Lichtband, das den Duster breiter und satter wirken lässt. Unterfahrschutz-Elemente, große Radläufe, Dachreling und bis zu 18-Zoll-Felgen unterstreichen: Das ist kein Spar-SUV, sondern ein bewusst robust inszeniertes Fahrzeug mit Premium-Anspruch.

Innenraum: Hier trennt sich Renault endgültig von Dacia

Spätestens im Innenraum wird klar, wie groß der Abstand zum europäischen Dacia Duster ist. Während der Dacia funktional bleibt, fährt der Renault Duster technisch und qualitativ eine Klasse höher. Das Cockpit ist horizontal aufgebaut und wirkt aufgeräumt und modern. Hinterm Lenkrad sitzt ein digitales Kombiinstrument mit bis zu 10,25 Zoll, daneben ein 10,1-Zoll-Touchscreen – eines der größten Displays im Segment. Highlight: Google Automotive Services inklusive Google Maps, Google Assistant und Play Store. Das gibt es beim Dacia Duster nicht einmal ansatzweise.

Dazu kommen Ambientebeleuchtung mit bis zu 48 Farben, eine erhöhte Mittelkonsole mit elektrischem Gangwahlhebel, induktiver Ladeschale und gekühltem Staufach. Die Ablagen schlucken insgesamt 33 Liter. Komfortfeatures wie belüftete, elektrisch verstellbare Vordersitze, Zwei-Zonen-Klimaautomatik, Panorama-Glasschiebedach und elektrische Heckklappe katapultieren den Renault Duster klar in eine andere Liga. Bei uns ist z. B. eine elektrische Heckklappe dem großen Bruder, dem Bigster, vorbehalten.

Platzangebot: Praktisch bleibt er – und wird sogar besser

Auch bei der Variabilität bleibt der Duster seinen Wurzeln treu. Fünf Personen reisen bequem, im Fond gibt es ordentlich Kopf- und Beinfreiheit. Der Kofferraum fasst 518 Liter, bei umgeklappter Rückbank bis zu 1.789 Liter. Damit liegt der Renault Duster mindestens auf Augenhöhe mit dem Dacia – eher darüber, wenn man die elektrische Heckklappe und den hochwertigeren Ausbau berücksichtigt.

Motoren: Von 100 bis 160 PS

Einer der größten Unterschiede liegt unter der Haube. Während der Dacia Duster bei uns auf Mild- und Vollhybride setzt und auch einen Autogas/Benzin-Antrieb anbietet, fährt Renault in Indien andere Technik auf. Der Einstieg heißt Turbo TCe 100, ein 1,0-Liter-Dreizylinder mit 100 PS. Darüber rangiert der Turbo TCe 160, ein 1,3-Liter-Vierzylinder mit 160 PS und bis zu 280 Nm, wahlweise mit Handschaltung oder Doppelkupplungsgetriebe.

Das eigentliche Highlight ist jedoch der Vollhybrid E-Tech 160. Ein 1,8-Liter-Benziner arbeitet mit zwei Elektromotoren und einer 1,4-kWh-Batterie zusammen. Ergebnis: 160 PS Systemleistung, bis zu 80 Prozent elektrisches Fahren im Stadtverkehr und eine Gesamtreichweite von rund 1.000 Kilometern. Einen solchen Antrieb gibt es im Dacia Duster bisher nicht.

Assistenzsysteme: In Indien volle Hütte

Renault stattet den indischen Duster mit 17 Assistenzsystemen aus. Adaptiver Tempomat mit Stop&Go, Spurhalteassistent, Totwinkelwarner, 360-Grad-Kamera, Querverkehrswarner, automatische Notbremsung – das volle Programm. Beim Dacia Duster hängt es schon sehr von der Ausstattungslinie ab, ob und welche Assistenten an Bord sind.

Fazit: Gleicher Name, zwei Welten

Der neue Renault Duster zeigt eindrucksvoll, wie unterschiedlich ein Modell interpretiert werden kann. Während der Dacia Duster in Deutschland weiterhin der ehrliche, günstige SUV bleibt, wird der Duster in Indien zum technisch hochgerüsteten Premium-Angebot.

Auf den ersten Blick hat Indien beim neuen Duster die bessere Karte gezogen. Zur Wahrheit gehört aber auch: Solch ein Duster würde in Deutschland deutlich mehr kosten als das bisherige Modell und wäre damit preislich weniger attraktiv.

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