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Dient der günstigste Motor im Dacia Duster nur dazu, den Einstiegspreis niedrig zu halten? – Wir sind den Eco-G 120 gefahren und haben die Praxistauglichkeit getestet.
Der Dacia Duster ist eines dieser Autos, die man schnell versteht: viel Platz, robuste Optik, vernünftiger Preis. In der Version Journey wirkt er sogar überraschend modern und ordentlich ausgestattet. Doch in diesem Test steht eine Frage besonders im Mittelpunkt: Wie fährt sich der Duster mit dem kleinsten Motor im Programm – dem Eco-G 120?
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Denn mit 90 kW/122 PS und einer manuellen Sechsgang-Schaltung ist diese Variante nicht gerade ein Kraftpaket. Dafür verspricht sie günstiges Fahren – auch dank LPG-Technik. Aber reicht das im Alltag?

Motor: Ausreichend, aber mit Anfahrschwäche
Der Duster Eco-G 120 (90 kW/122 PS) ist der schwächste Motor im Duster-Programm. Gleichzeitig ist er aber auch eine interessante Option, weil man neben Benzin auch LPG (Autogas) nutzen kann. Beim Anfahren fällt sofort eine Schwäche auf: Der Motor reagiert ziemlich träge. Wer zu wenig Gas gibt, hat das Gefühl, gleich den Motor abzuwürgen. Nach einer Eingewöhnung weiß man aber, dass man beim Losfahren ein bisschen mehr Gas geben muss.
Ist der Duster einmal in Bewegung, fühlt sich der Motor deutlich wohler. Im normalen Stadt- und Landstraßenverkehr wirkt die Leistung ausreichend. Der Duster wird nicht zum Sportwagen – aber fürs Mitschwimmen im Verkehr reicht’s. Dabei gilt stets: Der Motor braucht Drehzahl. Der stärkere 140-PS-Mildhybrid-Benziner würde dem Auto etwas mehr Gelassenheit geben, besonders beim Beschleunigen oder auf der Autobahn.

Getriebe: Präzise Handschaltung
Der Eco-G 120 Testwagen war mit einem manuellen 6-Gang-Schaltgetriebe ausgestattet. Das Getriebe selbst gibt keinen Anlass zur Kritik. Die Schaltwege sind sauber, der Schaltknauf liegt gut in der Hand und die Gänge lassen sich präzise einlegen. Allerdings bringt die Handschaltung im Vergleich zu modernen Automatikgetrieben einen Komfortverlust mit sich – besonders für alle, die inzwischen eher Automatik gewohnt sind.
Das Gute: Der Eco-G 120 lässt sich auch mit einem 6-Gang-Doppelkupplungsgetriebe kombinieren, heißt dann Eco-G 120 Auto und kostet in der Journey-Ausstattung 24.290 Euro statt 22.490 Euro (Handschalter).

Solides Fahrgefühl
Der Duster bleibt auch in dieser Generation seinem Charakter treu. Das Fahrwerk ist eher komfortabel als sportlich abgestimmt. Unebenheiten werden ordentlich weggefiltert und das Auto wirkt auf schlechten Straßen angenehm gelassen. Für den Preis in Ordnung, auch wenn es natürlich Fahrzeuge mit feiner abgestimmten Fahrwerken gibt. Am Ende will der Duster kein dynamisches SUV sein, sondern ein praktischer Alltagsbegleiter – das funktioniert.
Wer den höchsten Komfort haben will, der sollte das Top-Modell Hybrid-G 150 4×4 Probe fahren. Das verfügt im Vergleich zu den günstigeren Varianten nicht über eine einfache Verbundlenker-Hinterachse, sondern über eine aufwendigere Mehrlenkerachse. In der Regel bedeutet das einen Komfort-Gewinn.

Tanken: Wahl zwischen Benzin und Autogas
Ein Vorteil des Eco-G 120 ist seine Flexibilität: Du kannst für den Antrieb Benzin, aber auch Autogas (LPG) nutzen. Mit einem einfach Schalter links vorne neben dem Lenkrad wechselst du zwischen den beiden Kraftstoffen. Im Test zeigte der Bordcomputer einen Durchschnitt von 6,4 Litern Benzin pro 100 Kilometer. Für ein SUV dieser Größe ist das ein solider Wert. Offiziell soll der Duster 6,0 Liter Benzin auf 100 Kilometer verbrauchen, beim Autogas sind es 7,5 l/100 km.
Warum überhaupt LPG-Technik? – Autogas ist in vielen Ländern deutlich günstiger als Benzin, sodass sich die Betriebskosten spürbar reduzieren können. Gerade für Vielfahrer kann das ein starkes Argument sein. So auch aktuell mit Blick auf den Krieg im Iran: Während der Spritpreis bei uns gerade meist über 2 Euro liegt, bewegt sich der Liter Autogas aktuell zwischen 1,00 und 1,20 Euro.

Kofferraum: Der Preis der LPG-Technik
Ganz ohne Nachteile kommt die LPG-Variante allerdings nicht aus. Der Duster Eco-G besitzt zwei Tanks mit jeweils 50 Litern – einmal für Benzin, einmal für Autogas. Das benötigt Platz und geht zulasten des Kofferraums. Bedeutet: Der Stauraum fällt mit 453 bis 1.545 Litern deutlich kleiner aus als beim Mild Hybrid 140 (517 bis 1.609 Liter).
Für den Alltag reicht das zwar aus. Wer aber häufig viel Gepäck transportiert oder mit Familie reist, sollte sich überlegen, ob der Mild Hybrid 140 die bessere Wahl ist. Kleines Trostpflaster: Die stärkeren Motorisierungen Hybrid 155 (430-1.522 l) und Hybrid-G 150 4×4 (340-1.414 l) schlucken noch weniger als der Eco-G 120.

Innenraum: Einfach, aber besser als früher
Der Innenraum des Duster wirkt insgesamt funktional und übersichtlich gestaltet. Große Überraschungen gibt es nicht. Das Cockpit ist logisch aufgebaut, alles ist dort, wo man es erwartet. Die Materialien sind allerdings eindeutig auf Robustheit statt Luxus ausgelegt. Im gesamten Innenraum dominiert hartes Plastik. Besonders im Fond fällt der hohe Kunststoffanteil auf.
Ganz trist wirkt der Innenraum aber trotzdem nicht. Graue beziehungsweise aluminiumfarbene Akzente lockern das Design auf und sorgen dafür, dass das Cockpit nicht wie ein reines Nutzfahrzeug wirkt. Im Vergleich zu früheren Modellen hat sich hier viel getan. Trotzdem sieht man an manchen Stellen Details, die andere Hersteller verstecken würden – etwa sichtbare Schrauben an der Innenseiten der Fondtüren. Das wirkt nicht besonders edel, passt aber irgendwie zum Charakter des Autos: ehrlich, unkompliziert und ohne Schnickschnack.

Gutes Platzangebot
Wie es sich für ein Familien-SUV gehört, bietet der Duster im Fond solide Platzverhältnisse. Die Kopffreiheit reicht für Personen bis etwa 1,80 Meter problemlos aus. Die Beinfreiheit ist gut, selbst wenn vorne größere Personen sitzen. Auch der Mitteltunnel fällt angenehm klein aus, sodass der mittlere Platz nicht komplett unbrauchbar wird. Insgesamt gilt: Für ein Auto dieser Preisklasse bietet der Duster hinten mehr Platz, als man vielleicht erwartet.

Ausstattung Journey: Alltagstauglich ohne Wow-Effekt
Vier Ausstattungslinien gibt es für den Duster: Essential, Expression, Journey und Extreme. Der Eco-G 120 in der Ausstattung Essential kostet nur 18.990 Euro – billiger gibt es den Duster aktuell nicht. Der Testwagen in der Version Journey schlägt schon mit 22.490 Euro zu Buche.
Dafür bekommst du dann aber auch einen 10,1-Zoll-Touchscreen fürs Infotainment, der in der Basisversion fehlt. Die manuelle Klimaanlage wird durch eine Klimaautomatik ersetzt, Keyless Go und eine induktive Smartphone-Ladefläche erhöhen den Komfort. Wer auf gewisse Features nicht verzichten will, der wählt beim Duster mindestens die Ausstattungslinie Expression, besser noch Journey oder Extreme.

Fazit: Basis-Motorisierung kann reichen
Der Dacia Duster Eco-G 120 ist kein Auto für Menschen, die Leistung oder Dynamik suchen. Der Motor braucht beim Anfahren Drehzahl und geht es eher gemütlich an. Wer es komfortabler will, der nimmt zumindest die Automatikversion. Und wer mehr Leistung haben möchte, sollte sich den Mild Hybrid 140 ansehen – den gibt’s aber leider nur als Handschalter.
So lohnt sich auch ein Blick auf die Top-Modelle Hybrid 155 und Hybrid-G 150 4×4, die mit einer Automatik vorfahren. Wer aber vor allem günstig und unkompliziert unterwegs sein will, findet im Eco-G 120 eine solide Option, die mit ihrem Benzin/Autogas-Antrieb auch noch Flexibilität bietet. Und der Kofferraum fällt zwar kleiner aus als beim Mild Hybrid 140, jedoch größer als bei den beiden Top-Modellen.