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Venezuela verfügt über riesige Ölreserven – wir zeigen, wie es zu einer Steigerung und wann zu einer Senkung des Spritpreises kommen könnte.
Der militärische Eingriff der USA in Venezuela sorgt nicht nur geopolitisch für Unruhe, sondern könnte auch ganz konkrete Folgen für Autofahrende in Deutschland haben. Denn Venezuela besitzt die größten Ölreserven der Welt – und Veränderungen dort wirken sich auf den globalen Ölmarkt aus. Doch was bedeutet das für den Benzinpreis hierzulande? Droht der nächste Preissprung an der Zapfsäule oder könnte Sprit sogar günstiger werden? Ein Überblick über die möglichen Szenarien.
Konflikt & Ölmarkt: Hintergrund
Am 3. Januar 2026 starteten die USA eine militärische Operation in Venezuela, bei der der dortige Präsident Nicolás Maduro festgenommen wurde und US-Truppen Einfluss auf die strategisch wichtigen Ölreserven des Landes nehmen. Venezuela verfügt über die größten bestätigten Ölreserven der Welt, ist jedoch seit Jahren von Sanktionen, Misswirtschaft und geringerer Förderleistung geprägt.
Wirtschaftliche Experten sehen in der Intervention eine bedeutende geopolitische Zäsur im Ölmarkt, da Venezuela bislang trotz großer Reserven vergleichsweise wenig Öl exportiert.
Warum das den Benzinpreis in Deutschland beeinflussen kann
Der Spritpreis an deutschen Tankstellen hängt maßgeblich vom globalen Ölpreis ab. Steigt der Rohöl-Preis, verteuert sich auch Benzin, sinkt er, gibt dies Spielraum für günstigere Kraftstoffpreise.
Nach der US-Aktion reagierte der Markt:
- Der Ölpreis zeigte sich mit leichter Volatilität, aber ohne deutliche, starke Ausschläge nach oben oder unten.
- In den USA sank der Ölpreis jüngst leicht (z. B. Brent-Öl um rund 0,6 %).
Szenario 1: Preisrückgang durch neues Öl-Angebot
Sehen wir uns an, wann es zu günstigeren Spritpreisen in Deutschland kommen könnte.
Wie könnte es günstiger werden?
- Sollte die politische Lage sich stabilisieren und US-Firmen langfristig wieder venezolanisches Öl fördern, könnte das globale Angebot steigen – was den Ölpreis drücken würde.
- Ökonomen wie Clemens Fuest argumentieren, dass ein zusätzliches Angebot am Markt preisdämpfend wirken und den Benzinpreis in Deutschland senken könnte, wenn große Produktionssteigerungen stattfinden.
- Eine Öffnung der venezolanischen Ölindustrie für internationale Investitionen könnte längerfristig zu höherer Gesamtproduktion beitragen.

Szenario 2: Preissteigerung durch Unsicherheit und Versorgungsschocks
Hier einige Dinge, die zu einer Preissteigerung des Sprits führen könnten.
Warum der Spritpreis auch steigen kann
- Politische und militärische Konflikte erhöhen die Unsicherheit an den Energiemärkten. Wenn Förderstätten bedroht oder exportorientierte Logistikwege gestört werden, ist ein Preisauftrieb möglich.
- Venezuela spielt derzeit zwar nur eine geringe Rolle bei der globalen Fördermenge, aber Risiken für Nachbarstaaten oder Versorgungs-Infrastruktur könnten Öl- und Dieselpreise steigen lassen.
- Jegliche Eskalation oder Ausweitung der militärischen Auseinandersetzung kann Flucht aus Risikopositionen und spekulative Preisaufschläge auslösen.
Weiter Faktoren & Unsicherheiten
Der Ölpreis hängt aber nicht nur von der Fördermenge ab, es gibt noch andere Faktoren, die am Ende den Spritpreis beeinflussen können.
1. OPEC & globale Reaktionen
- Die OPEC könnte auf einen Preisrückgang reagieren, indem sie ihre eigene Förderung drosselt – was dann wiederum zu Preiserhöhungen führen kann.
2. Infrastruktur
- Venezuelas Ölinfrastruktur ist seit Jahren beschädigt und ineffizient. Solange sie nicht modernisiert wird, dürfte ein starker Produktionsanstieg unwahrscheinlich sein.
3. Langfristige Marktneuausrichtung
- US-Politik zielt darauf ab, sich unabhängiger von Nahost-Öl zu machen; ein Zugang zu venezolanischen Reserven wäre strategisch wichtig, aber kein kurzfristiger Preistreiber in Deutschland.
Kurzfristig:
Die Märkte reagieren vor allem auf Unsicherheit und geopolitische Risiken – beides kann den Ölpreis und damit auch den Benzinpreis in Deutschland erhöhen.
Mittelfristig:
Wenn aus Venezuela tatsächlich wieder mehr Öl auf den Markt kommt und langfristige Investitionen die Produktion steigern, könnte das den Ölpreis senken – und das spiegelt sich letztlich auch am deutschen Tank wider.
Langfristig:
Es bleibt ein komplexes Muster aus politischen Risiken, Angebots- und Nachfrageveränderungen sowie strategischen Interessen, das Preisentwicklungen beeinflusst.
Fazit
Vieles ist denkbar – aber nichts sicher. Wir werden die Lage in Venezuela weiter beobachten müssen, um abschätzen zu können, wie es mit der Spritpreisentwicklung weitergehen könnte.