Alfa Romeo Stelvio Test

Dynamischer Mittelklasse-SUV

8/10
Wow-Wertung
Unsere Auto-Experten vergeben diese Wertung nach ausführlicher Prüfung des Fahrzeugs.
  • Agiles Handling
  • Gnügsame Dieselmotoren
  • Vier Jahre Garantie
  • Unübersichtlicher Heckbereich
  • Enge Sitzbankmitte
  • Kein Allradantrieb im Basismodell

41.000 € - 56.500 € Preisklasse

5 Sitze

4,7 - 8 l/100km

Test

Wer das SUV Stelvio tauft, der italienische Name des Stilfser Joch, will hoch hinaus. Und das gelang Alfa Romeo im Jahr 2017 mit dem ersten SUV. Nun schickte auch Alfa wie Audi mit dem Q5, BMW mit dem X3 und Porsche mit dem Macan ein sportiv angehauchtes SUV ins Rennen um die Käufergunst.

Die Käufergunst war sofort groß. Nicht schwer zu verstehen, warum. Der 4,69 Meter lange Alfa Stelvio, der südlich von Rom in Cassino gefertigt wird, steht proper auf der Straße. Charaktergrill, Charakterlinie, Charakterheck. Das Scudetto, das schildförmige Chromteil an der Front, lässt manch anderes SUV, wenn es neben dem Stelvio parkt, alt oder bieder aussehen. Oder beides zusammen.

Und auch vom Handling hat der Alfa Romeo Stelvio vielen anderen SUVs mit der nahezu perfekt ausbalancierten Gewichtsverteilung zwischen Vorder- und Hinterachse und dem relativ geringen Gewicht etwas voraus. Auch im Detail. Lassen sich Schaltwippen hinter dem Lederlenkrad sinnlicher gestalten? Die kleinen Ausbuchtungen am Lenkrad liegen für die Handballen genau an der richtigen Position, um mit der präzisen und relativ direkten Lenkung im fahrerorientierten Cockpit schnell eins zu werden.

Das Cockpit, in dem man 19 Zentimeter höher als in der technisch verwandten Alfa Giulia sitzt, gefällt mit klar abgegrenzten Flächen, in klassischem Schwarz und mit feinen Akzenten in Chrom. Die Bedienung erinnert vom zentralen Bedienregler und den Icons am Rande des Bildschirms – gute Anleihen – an BMW. Gepaart mit viel Platz im Innenraum für vier Passagiere.

Dank 1,90 Meter Breite steht genug Schulterfreiheit auf der Rückbank zur Verfügung. Die Kopffreiheit genügt auch 1,90-Meter-plus-Kalibern. Der fünfte Mann fühlt sich wie das fünfte Rad am Wagen, wie fast immer in Fahrzeugen mit Heck- oder Allradantrieb, denn den hinteren Fußraum durchkreuzt der zu den hinteren Rädern verlaufende Kardantunnel. Der Kofferraum bietet mit 525 Liter so viel Volumen, wie man sich das erwartet, besitzt durch das harmonisch abfallende Dach zwar nicht die optimale Form für das Laden von Umzugkartons, aber eine nicht zu hoch verlaufende Ladekante und eine bei herunter geklappter Rückbanklehne ebene Ladefläche.

Auch mit seinen modernen Fahrassistenzsystemen ist der Stelvio, dessen Unübersichtlichkeit im Heckbereich am effektivsten die Rückfahrkamera entschärft, auf der Höhe der Zeit. Zum Modelljahr 2019 überarbeitete Alfa Romeo sein SUV nur leicht. Einzug hielten zwei neue Ausstattungslinien und die Serienausstattung wurde bei fast allen Modellversionen erweitert. Die Heckklappe öffnet sich nun elektrisch und berührungslos. Die Leistung der beiden Einstiegsvarianten des 2,2-Liter-Turbodiesels wurde auf 160 und 190 PS angehoben.

Welche Motoren und Ausstattungslinien sich empfehlen und wie es um den Ausstattungsumfang der sehr zahlreichen Linien steht, darüber wissen Sie nach dieser Kaufberatung mehr.

Technische Daten

Länge 4,69 bis 4,70 Meter
Breite 1,90 Meter
Höhe 1,69 Meter
Kofferraumvolumen 525 bis 1.600 Liter
Türen 5
Leergewicht 1.735 bis 1.905 Kilogramm
Zuladung 555 bis 595 Kilogramm
Zulässiges Gesamtgewicht 2.300 bis 2.460 Kilogramm
Zulässiges Anhängelast ungebremst / gebremst 750 bis 764 Kilogramm / 1.600 bis 2.300 Kilogramm

Autofahren ist Starten. Aber wo nur? Der Startknopf des Alfa Romeo Stelvio sitzt auf der Lenkradspeiche. Wird gestartet, arbeitet vorne entweder ein Benziner oder ein Dieselmotor.

Die Benziner

Im Vergleich zum Stelvio 2.0 Turbo 16 V mit 200 PS entwickelt die 280 PS starke Variante des Vierzylinderturbomotors im relativ leichten, aber de facto schweren Stelvio mehr Dampf. Mit 400 statt 330 Newtonmeter produziert die 280-PS-Maschine nur etwas mehr Durchzug, aber schon in 5,7 statt 7,2 Sekunden ist der Sprint von 0 auf 100 km/h geschehen. Und auch mit der 15 km/h höheren Höchstgeschwindigkeit läuft der 280-PS-Benziner dem Einstiegsbenziner flott auf und davon.

Um die hervorragende 8-Gang-Automatik von ZF, die auch in der Giulia zum Einsatz kommt, macht man sich keinen Kopf. In Position „d“ wie Dynamik hängt die Kraft besonders bündig am Gasfuß und beim Gleiten und im Alltag erledigt der Automat einen einwandfreien Job.

Und der Verbrauch? 7,0 Liter/100 km im Mittel, sagt Alfa. 8,5 Liter Super/100 km sind es im Test. Bei hohem Langstreckenanteil und gemäßigtem Tempo. Bei hohem Tempo und im Stadtverkehr ist es, um nichts zu verschweigen, mehr. Und im 510 PS starken Topmodell Stelvio Quadrifoglio, das mit einem 2,9-Liter-V6-Bi-Turbo fast Tempo 290 läuft, erheblich mehr.

Die Diesel

Ein Dieselmotor schlürft weit weniger aus dem 58 Liter großen Tank (Volumen bei den Benzinern: 64 Liter), egal für welche der.drei Leistungsstufen des 2,2-Liter-Turbodiesels man sich entscheidet. Der Diesel mit 160 PS hat aber eindeutig den Vorteil, dass er mit 450 Newtonmeter genauso viel Drehmomentkraft wie der 190-PS-Diesel liefert, aber beim Kauf Euro spart.

Der 2,2-Liter-Vierzylinder mit 210 PS, mit dessen 470 Newtonmeter Drehmoment bei 1.750 Touren es sich fein cruisen lässt, geht am besten. In 6,6 Sekunden aus dem Stand auf 100 und maximal 215 km/h. Die Allradversion des 190-PS-Diesels und der immer allradgetriebene 210-PS-Motor verbrauchen mit 5,9 Liter/100 km im Mittel einen halben Liter Diesel mehr als der frontgetriebene 160- und 190-PS-Motor.

Bei flotter Fahrweise sind es im Stelvio mit Dieselmotor schon mal drei, vier Liter weniger als mit einem Benziner. Noch Fragen zum passenden Motor im SUV? Die Diesel liefern eine souveräne Kraftentfaltung und den niedrigsten Verbrauch.

2.0 Turbo Q4 Quadrifoglio 2.9 V6 Bi-Turbo Q4 2.2 Diesel 16V 2.2 Diesel 16V Q4
Hubraum [ccm] 1.995 2.891 2.143 2.143
Leistung [PS] 200 / 290 510 160 /190 190 / 210
Getriebe 8-Gang-Automatik 8-Gang-Automatik 8-Gang-Automatik 8-Gang-Automatik
0-100 km/h [s] |
Höchstgeschwindigkeit [km/h]
7,2 / 5,7 | 215 / 230 3,8 | 287 8,8 / 7,6 | 198 / 210 7,6 / 6,6 | 210 / 215
Kraftstoff Benzin Benzin Diesel Diesel

Daran geändert hat sich nichts: Ein Alfa Romeo Stelvio kann man mit dem 200 PS starken Turbomotor die Hälfte oder mit dem 510 PS starken 2.9 V6 Bi-Turbo das doppelte kosten. Zum Modelljahr 2019 wurde die Ausstattung des Stelvio verbessert und mit dem Lusso und B-Tech kamen neue Ausstattungslinien hinzu.

Stelvio Basismodell

Schon als Basismodell ist der Stelvio, auf den Alfa vier Jahre Garantie gibt, umfangreich ausgestattet. Serienmäßig sind mit an Bord die Zweizonen-Klimaautomatik, der Tempomat, die Fahrdynamikregelung DNA, der Motorstartschalter am Lenkrad, die elektrisch anklappbaren Außenspiegel, die elektrisch öffnende Heckklappe und das Infotainmentsystem Connect mit einem 6,5-Zoll-Monitor.

Das Sicherheitspaket umfasst das Kollisionswarnsystem, den Regen- und Lichtsensor und den Spurhalteassistenten. Die beiden für das Basismodell lieferbaren Motoren, der 200-PS-Benziner und der 160-PS-Diesel, verfügen über Hinterradantrieb.

Stelvio Business

Der Stelvio Business setzt ebenfalls auf Hinterradantrieb und die selben Motoren, bietet aber noch mehr Ausstattung mit den 6-fach elektrisch verstellbaren Vordersitzen mit Memory-Funktion und Sitzheizung und dem Infotainment mit Navigationssystem, Digitalradio und der Smartphone-Einbindung über Apple CarPlay und Android Auto.

Im Kofferraum kommen das Schienensystem, das Gepäcknetz und die asymmetrisch geteilt umklappbare Rücksitzbank und mit dem Schlechtwetter-Paket die Heizung für die
Scheibenwaschdüsen, die Vordersitze und das Lenkrad hinzu. Die Sicherheit erhöht sich mit dem adaptiven Tempomat (ACC) und den Parksensoren vorne und hinten.

Stelvio Super

Der Stelvio Super gibt sich äußerlich durch die 18 statt 17 Zoll großen Felgen, die Fensterrahmenzierleisten in Chromoptik und die Bi-Xenon-Scheinwerfer zu erkennen. Im Interieur machen die Edelstahleinstiegsleisten mit „Alfa Romeo“-Schriftzug, das sieben Zoll große TFT-Instrumentendisplay und die mit Stoff und Kunstleder bezogenen Sitze den Unterschied. Der Stelvio Super lässt sich mit allen Motoren bis auf den 510-PS-Benziner ordern. Für die beiden leistungsstärkeren Varianten des Turbodiesels steht der Allradantrieb Q4 zur Wahl, über den der Stelvio mit Vierzylinderbenziner grundsätzlich verfügt.

Stelvio B-Tech

Für den Stelvio B-Tech, der mit dunkel lackierten 19-Zoll-Leichtmetallfelgen und glänzendschwarz lackierten Karosseriedetails auf sich aufmerksam macht, stehen der 160-PS-Diesel und 510-PS-V6 nicht zur Wahl. Von der Ausstattung macht vor allem das größere Infotainmentsystem mit dem 8,8-Zoll-Bildschirm den Unterschied.

Stelvio Lusso

Der Lusso erfüllt seinen Auftrag (Italienisch: „Luxus“) mit den Echtholz- und Lederverkleidungen an Armaturenbrett und Türverkleidungen, dem 8,8-Zoll-Infotainment mit Navigationssystem, dem adaptiven Tempomat (ACC), der Sitzheizung vorne, der Lenkradheizung, dem schlüssellosen Zugangssystem und den 8-fach elektrisch verstellbaren, mit Leder bezogenen Vordersitzen. Die Sicherheit beim Parken erhöht die serienmäßige Rückfahrkamera. Alle Motoren stehen auch hier im Angebot, ausgenommen der 160-PS-Diesel und der 510-PS-Benziner.

Stelvio Quadrifoglio

Der Quadrifoglio besitzt den 510-PS-Motor und darüber hinaus die Fahrdynamikregelung DNA Pro mit dem Fahrmodus Race, das aktive Sperrdifferenzial an der Hinterachse, die Brembo Bremsanlage mit perforierten Bremsscheiben und 6-Kolben-Bremssätteln vorne und die Chassis Domain Control, die alle elektronisch adaptierbaren Komponenten von Fahrwerk, Antriebsstrang und Motor miteinander vernetzt.

Zur Serienausstattung gehören zudem die Sportauspuffanlage mit vier Endrohren, der Toter-Winkel-Warner, die mit Leder und Alcantara bezogenen Sportsitze und das Quadrifoglio Lederlenkrad.

Im ADAC-Bremstest kam der Alfa Romeo Stelvio nach einer Vollbremsung aus 100 km/h nach sehr guten 34,1 Metern zum Stehen. Das Crashverhalten der Karosserie und die Sicherung durch die elektronischen Helfer wurden im Euro NCAP-Crashtest mit der Maximalwertung von fünf Sternen bewertet.

Zusammenfassung

Mit dem Stelvio ging es, nachdem Alfa das erste SUV 2017 präsentiert hatte, gleich hoch hinaus. Im ersten Test bei der Präsentation hoch auf den Berg und danach In der Käufergunst und in den Verkaufszahlen. Mit der 2019er Überarbeitung wurde der Stelvio noch etwas besser und blieb dabei seinem Charakter treu. Kein SUV wirkt italienischer als der von Alfa und trotzdem punktet der Stelvio mit vernünftig Platz und guter Sicherheit. Mit dem SUV Stelvio über kurvige Bergstraßen zu fahren, bereitet Fahrfreude – ganz im Sinne der Marke.

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