Volvo V60

Hightech-Kombi mit vielen Sicherheitsextras

8/10
Wow-Wertung
Das ist die mittlere Bewertung der führenden Autozeitungen.
  • Große Sicherheit
  • Hochwertige Verarbeitung
  • Gute Langzeitqualität
  • Kompakter Kofferraum
  • Kopfraum im Fond
  • Bedienschwächen

32.100 € - 70.170 € Preisklasse

5 Sitze

1,8 - 8,1 l/100km

Test

Die gehobene Mittelklasse wird in Deutschland von den Herstellern Audi, BMW und Mercedes dominiert. Der Volvo V60, ein Kombi, der mehr auf Stil als den letzten Liter Kofferraumvolumen setzt, sieht sich hier Kombis wie dem Audi A4 Avant, BMW 3er Touring und Mercedes C T-Modell gegenüber.

Der V60, der im Modellprogramm neben dem XC60 zu den erfolgreichsten Volvos zählt, zelebriert im Innenraum den geschmackvollen Schwedenstil mit stilsicherer Linie und modernem Digitalcockpit.

Im Jahr 2014 erhielt der Volvo V60 ein Facelift. Am Grundformat des 4,64 Meter langen Kombis, der auf der Rückbank und im Gepäckabteil mit 430 Liter Volumen für die Klasse nicht viel Platz bietet, änderte sich nichts.

Bei der Überarbeitung hielten im V60 die neuen Vierzylinder von Volvo Einzug, die in Zukunft alle neuen Volvo Modelle antreiben sollen.

Die Motorenauswahl fällt groß aus und reicht vom 122 PS starken Vierzylinder-Turbobenziner im V60 T2 bis zum 220 PS starken, allradbetriebenen Plug-in-Hybrid-Diesel im D6 Twin Engine, mit dem bis zu 50 Kilometer rein elektrisch gefahren werden kann.

Zum Modelljahr 2018 hat Volvo das Ausstattungsprogramm im V60 neu geordnet. Die bisherige Basisversion entfällt und die Linie Kinetic ist nun das neue Einstiegsmodell. Natürlich mit dem von Volvo gewohnten Maß an Sicherheits- und Assistenzausstattung und sicher abgestimmtem Fahrwerk, das in drei Varianten zu bestellen ist.

Und wie das beim Bestellen in der Mittelklasse mit Premium-Anspruch auch bei Audi, BMW und Mercedes ist, hat das seinen Preis. Besonders dann, wenn viele der zahlreichen Ausstattungspakete mitgeordert werden.

Im Interieur präsentiert sich der Volvo V60 mit stilsicherem skandinavischem Design, hochwertigen Materialien und grundsolider Verarbeitungsqualität. Im hinteren Teil des Fahrzeugs geht es aber etwas enger zu.

Das Interieur

Wer schön sein will, muss nicht leiden, aber als hoch aufgeschossener auf der Rückbank den Kopf einziehen. Die fesche Dachlinie neigt sich hinten ab. Das ist modern, aber nicht praktisch, denn Sitzriesen geht hinten die Kopffreiheit aus, was kompakter gewachsene und Kinder aber nicht weiter zu stören hat.

Auf den Vordersitzen und den bequemen Sportsitzen mit reichlich Seitenhalt (Option) herrscht Zufriedenheit. Das digitale Cockpit des V60 gefällt. Es lässt die Wahlmöglichkeit. Der Fahrer entscheidet sich für den Spar- oder Sportmodus. Bei dem wechselt die Beleuchtung auf Rot und der Drehzahlmesser und das in Ziffern angezeigte Tempo werden in den Mittelpunkt gerückt.

Mit dem Sensus Navigationssystem mit Echtzeit-Verkehrsinfos bekommt der Lenker und sein Copilot die Navikarten in 3D angezeigt und mit dem Infotainment Sensus Connect geht es ins Internet.

Der Innenraum, in dem es in der ersten Sitzreihe wegen der breiten Mittelkonsole enger zugeht, ist nachts elegant ausgeleuchtet.

Und sonst alles eitel Sonnenschein? Nein, das Bedienkonzept offenbart einige Schwächen. Das Navi lässt sich nicht gerade leicht bedienen und die Bedienlogik erschließt sich nicht sogleich. Auch im Kofferraum des hübschen Schweden sollte niemand zu viel Platz erwarten.

Der Kofferraum

Der Kofferraum, der angesichts der Maße 4,64 x 1,87 x 1,48 Meter und 2,78 Meter Radstand groß ausfallen könnte, bietet mit 430 Liter nur ein unterdurchschnittliches Volumen. In den Kofferraum des Plug-in-Hybrid D6 Twin Engine mit Allradantrieb passen sogar lediglich 305 Liter.

Da bietet mancher Kombi der Kompaktklasse mehr. Erst wenn die Lehnen der Rückbank flach danieder liegen, lässt sich im V60 das Wort Geräumigkeit in den Mund nehmen. Dann steht im Schweden das Ikea-taugliche Stauvolumen von 1.241 Liter zur Verfügung.

In Fahrt fallen sofort die gepflegte Geräuschkulisse und das angenehm abgestimmte Fahrwerk auf.

Die Motor- und Umgebungsgeräusche werden im V60 wegen der guten Dämmung effektiv vom Eindringen in den Innenraum abgehalten. Nicht ganz so effektiv hält das Serienfahrwerk das Anklopfen schlechter Straßenbeläge von den Insassen fern, aber die Abstimmung fühlt sich ganz grundsätzlich nach gutem Komfort an.

Mit dem Sportfahrwerk, das den Volvo 1,5 Zentimeter tiefer liegen lässt, leidet der Abroll- und Federungskomfort allerdings über schlechtem Belag spürbar, etwa über Querfugen oder Gullydeckeln. Aus gleichem Grund empfehlen sich eher die besser dämpfenden 17-Zoll-Reifen als die tiefen Gummis auf den 18-Zoll-Rädern.

Mit dem adaptiven Fahrwerk lassen sich in den Modi Sport und Advanced mit der straffen Abstimmung und der sicheren Straßenlage hohe Kurvengeschwindigkeiten ohne große Seitenneigung und Untersteuern erzielen.

Trotzdem spürt man die 1,7 Tonnen Gewicht beim Einlenken in die Kurve in der elektromechanischen Servolenkung. Die Komfortstellung passt auch deshalb am besten zum Volvo V60.

Bestellt man den V60 statt mit Frontantrieb mit dem permanenten Allradantrieb im D4 und T6, muss man sich vor dem ersten Schneefall im Winter nicht mehr fürchten.

Der Volvo V60 bietet mit elf Motorisierungen reichlich Auswahl und mit dem D6 Twin Engine den weltweit ersten Diesel-Plug-in-Hybrid in einem Kombi an. Serienmäßig oder optional ist statt des manuellen Sechsgang-Schaltgetriebes die Sechs- oder Achtgang-Automatik mit an Bord.

Die Benziner

Die Vierzylinder-Turbomotoren mit 122 und 152 PS sowie 1,5 und 2,0 Liter Hubraum bilden im Volvo V60 T2 und T3 den Einstieg.

Damit erreicht man mit 190 und 205 km/h schon hohe Reiseschnitte, aber der 190 PS starke 2,0-Liter des T4 hängt mit seinen 300 Nm Drehmoment trotzdem spürbar agiler am Gas, was schon das Datenblatt verrät: Der T4 sprintet in flotten 7,3 Sekunden von 0 auf 100 km/h und erreicht 225 km/h Spitze.

Die stärksten und druckvollsten Turbomotoren arbeiten im Volvo V60 T5 und T6 mit Allradantrieb. Mit diesen beschleunigt der Mittelklassekombi fast wie ein Sportwagen. In 6,4 und 6,0 Sekunden überschreitet die Tachonadel die 100er-Markierung auf dem Tacho und erst bei 230 und 250 km/h liefern sich die Kraft und die Fahrwiderstände einen Patt.

Bei den Verbrauchswerten, die Volvo für die Drive-E Motorenfamilie verspricht, ist es so wie immer. Die versprochenen Werte von 5,8 bis 7,0 l/100 km werden in der Realität nicht erreicht, sondern weit überschritten.

Dieselmotoren

Bei den Dieselmotoren ist das objektiv und prozentual gesehen nicht viel anders, aber die Unterschiede fallen subjektiv weniger auf, weil die Verbrauchswerte immer noch niedrig ausfallen.

Die zwei schwächsten 2,0-Liter-Diesel begnügen sich im 120 PS starken Volvo V60 D2 und im 150 PS leistenden D3 mit nur 3,9 und 4,1 Litern Kraftstoff alle 100 Kilometer. Mit einem Drittel mehr muss man in den 195 und 210 km/h laufenden Kombis im Alltag rechnen.

So ähnlich verhält es sich auch bei den anderen, souverän anpackenden Dieselkombis, dem D4 mit 190 PS (7,7 s, 225 km/h), dem D5 mit 225 PS (6,5 s, 230 km/h) und dem Plug-in-Hybrid mit seinem 220 PS starken Fünfzylinder-Turbodiesel und 68 PS starken Elektromotor.

Der ist ein zugleich kraftvoller wie sparsamer Reisewagen, der in dynamischen 6,0 Sekunden auf Tempo 100 beschleunigt und bis zu 230 km/h läuft. Die versprochenen 1,8 Liter auf 100 km erreicht der Hybrid trotzdem nur auf dem Prüfstand.

Das Thema Sicherheit bildet den Markenkern von Volvo. Das spürt man in Fahrt und in den Fällen, wenn einen die sehr gut zusammenarbeitenden Assistenzsysteme vor Schlimmerem bewahren.

Serienmäßig ist im V60 Volvos City Safety System verbaut, welches das Überschlag-, das Schleudertrauma-und das Seitenaufprall-Schutzsystem beinhaltet. Zudem sorgen das Reifendruck-Kontrollsystem, die Anhänger-Stabilisierungskontrolle und die adaptiven Bremsleuchten für Sicherheit.

Optional geht noch weit mehr mit dem Notbremsassistenten mit automatischer Fußgänger- und Fahrradfahrer-Erkennung, dem Müdigkeitswarner, der Verkehrszeichenerkennung und dem Fernlichtassistenten mit adaptiver Leuchtweitenregulierung.

Ohne Aufpreis gehen auch der ACC-Abstandsregeltempomat, die Toter-Winkel-Überwachung, der Spurhalte-Assistent und der Einparkassistent nicht mit an Bord.

Wer das Maximum an Sicherheit im V60 wünscht, bestellt auch das den Verkehrsraum beim Rückwärts-Ausparken überwachende Cross Traffic Alert-System, die Dual-Xenon-Scheinwerfer mit dynamischem Kurvenlicht und Abbiegelicht sowie das Smartphone-kompatible Volvo on Call Notrufsystem für schnelle Hilfe bei Unfall und Panne mit.

Im ADAC-Bremstest kam der Volvo V60 nach einer Vollbremsung aus 100 km/h nach 36,0 Metern zum Stehen. Das Crashverhalten der Karosserie und die Sicherung durch die elektronischen Helfer wurden im Euro NCAP-Crashtest mit der maximalen Wertung von fünf Sternen bewertet.

Der hohe Einstiegspreis rechtfertigt sich auch mit der guten Ausstattung im Basismodell. Im Kinetic gehören neben den Sicherheitssystemen auch die Zwei-Zonen-Klimaautomatik, ein Radio-CD-Soundsystem mit sechs Lautsprechern, die Zentralverriegelung mit Funkfernbedienung, die 40:20:40 teilbare Rückbank und das Laderaumrollo zum Ausstattungspaket.

In den Ausstattungslinien Momentum, R-Design, Summum und im Sondermodell Linje Svart fällt das Equipment noch sportlicher oder luxuriöser aus. Mit den optionalen Ausstattungspaketen spart man gegenüber den Einzelextras.

Im Business-Paket ist das Infotainmentsystem Sensus Connect, ein hochwertiges Soundsystem sowie die Bluetooth-Freisprecheinrichtung mit Unterstützung von Audio Streaming, die Einparkhilfe hinten und das Sensus 3D-Navigationssystem mit Sprachsteuerung inklusive und im Business-Paket Pro zusätzlich Sensus Connect Pro mit Volvo on Call inklusive Modem, Außenantenne und WLAN-Hotspot für mobile Endgeräte.

Beim Fahrerassistenz-Paket, Licht-Paket und Sicherheits-Komfortpaket steht, wie es die Namen schon vermuten lassen, die Fahrsicherheit im Vordergrund. Sie sind also eine gute Wahl, die mit 24 bis 39 Prozent Rabatt einiges an Geld gegenüber der Einzelbestellung einspart (Angaben: Volvo).

Das Familien-Paket, das Laderaum-Paket und das Winter-Paket verraten sich ebenso schon mit dem Namen. Beim ersten sind in den äußeren Fondsitzen Kindersitze integriert, eine elektrische Kindersicherung für die hinteren Türen und ein abschaltbarer Beifahrer-Airbag mit an Bord.

Beim zweiten gehören das Gepäcksicherungsnetz, ein Befestigungssystem für Tragetaschen und die nach vorn klappbare Beifahrersitzlehne mit zum Paket und im dritten die Sitzheizung vorn, die beheizbaren Scheibenwaschdüsen und die beheizbare Windschutzscheibe.

Mit dem Hybrid-Technologiepaket (nur für den V60 D6 Twin Engine) und dem Xenium-Paket (mit Glas-Schiebe-Hebedach) sind weitere Pakete bestellbar. Als Einzelextras sind die Rückfahrkamera, die Digitalinstrumente und die Lenkradheizung empfehlenswert.

Zusammenfassung

Wenn man sich für den Volvo V60 entscheidet, kann man nichts falsch machen, hat den etwas engeren Fond und Kofferraum schon akzeptiert und sich ganz bewusst nicht für einen Audi A4 Avant, BMW 3er Touring oder Mercedes C T-Modell entschieden.

Dafür kann man eine ähnlich hohe Summe wie für einen Kombi aus Süddeutschland investieren. Das aber gut, denn mit der sehr guten Sicherheit, großen Zuverlässigkeit und der bewiesenen Langzeitqualität ist der ausgereifte Kombi ein empfehlenswerter Kauf.

Und nicht nur ein vernünftiger. Ein VW Passat Variant oder Skoda Superb Combi bietet im Innen- und Kofferraum mehr Platz, eine bessere Bedienung und das zum niedrigeren Preis. Aber bieten beide mehr Stil und Emotion? Eben.

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