Volkswagen ID.Polo Testbericht
Der VW ID. Polo macht vieles anders als die bisherigen Elektromodelle aus Wolfsburg: Frontantrieb, einfachere Bedienung, mehr Wertigkeit - das hat Potenzial.
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Fazit zum VW ID. Polo
Der VW ID. Polo ist noch nicht auf dem Markt, doch erste Probefahrten mit getarnten Prototypen gab es bereits. Außen ist vieles noch versteckt, innen zeigt VW schon deutlich mehr. Und genau da wirkt es, als hätte VW endlich wieder zugehört.
Wichtiger noch: Der ID. Polo könnte für VW tatsächlich eine Wende einleiten. Er wirkt in vielen Details deutlich ausgereifter als die ersten ID-Modelle. Vor allem Bedienung und Cockpit gehen klar zurück zu „endlich wieder logisch“.
VW peilt einen Einstiegspreis ab 25.000 Euro an. Das klingt nach Kampfansage. Vor allem, weil der Innenraum wieder echte Tasten bringt und insgesamt wertiger wirken soll. Klar ist aber auch: Wie gut das Angebot wirklich ist, hängt davon ab, wie teuer die Versionen mit großem Akku und guter Ausstattung am Ende werden.
Beim ID. Polo scheint es auf den ersten Blick, als hätte VW seine Hausaufgaben gemacht. Der E-Kleinwagen wirkt deutlich durchdachter und wertiger als der ID. 3 bei seiner Premiere
Beim Platz legt der ID. Polo die Messlatte überraschend hoch. VW nennt 435 Liter Kofferraumvolumen. Möglich macht das auch der neue Frontantrieb, der beim Packaging Vorteile bringt. Für einen Kleinwagen ist das richtig praktisch - gerade, wenn er wirklich Alltag und Familie können soll.
Drei Motorisierungen, zwei Batteriegrößen
Zum Start sind drei Leistungsstufen geplant: 85 kW, 99 kW und 155 kW. Basis ist die weiterentwickelte MEB+-Plattform mit neuem Frontantrieb - ein klarer Kurswechsel innerhalb der ID-Familie, der Effizienz- und Raumvorteile bringen soll. Dazu kommen zwei Akkus (37 kWh LFP oder 52 kWh NMC) und bis zu 450 Kilometer Reichweite. Das klingt nach sinnvoller Auswahl: sparsam in der Basis, deutlich flotter mit großem Akku.
Wie viel kostet der VW ID. Polo?
Der ID. Polo soll nach Angaben von VW bei 25.000 Euro starten. Ein attraktives Angebot. Jedoch bleibt abzuwarten, wie viel die Versionen mit mehr Leistung bzw. größerem Akku kosten werden.
Ein hausinterner Konkurrent ist der Skoda Epiq, der auf derselben Plattform basiert und entsprechend die gleichen Motorisierungen und Batteriegrößen bietet. Auch hier soll es bei 25.000 Euro losgehen.
VW ID. Polo: Reichweite und Ladedauer
VW plant den ID. Polo zum Start mit zwei Batteriegrößen. Die Basisversionen bekommen einen 37-kWh-Akku (LFP). Die stärkeren Varianten nutzen eine 52-kWh-Batterie (NMC). Mit dem großen Akku sollen bis zu 450 Kilometer Reichweite möglich sein.
Wie weit der ID. Polo im Alltag wirklich kommt, lässt sich noch nicht sicher sagen. Erste Eindrücke aus den Prototyp-Fahrten deuten darauf hin, dass die Basis mit 37 kWh um die 300 Kilometer schaffen dürfte. Das wäre typisch für einen kleinen Akku in dieser Klasse - am Ende ist es wie überall stark abhängig von der Außentemperatur, dem Fahrstil und der Strecke.
90 oder 130 kW DC-Ladeleistung
Geladen wird je nach Akku unterschiedlich schnell. Der kleine Akku schafft bis zu 90 kW DC-Ladeleistung, der große bis zu 130 kW. Von 10 auf 80 Prozent soll der Akku in unter 23 Minuten geladen sein. Damit bleibt der ID. Polo alltagstauglich, auch wenn die Ladeleistung in der Basis nicht besonders hoch ausfällt.
Leistung und Fahrkomfort
Der ID. Polo startet mit drei Leistungsstufen: 85 kW (116 PS), 99 kW (135 PS) und 155 kW (211 PS). Später soll sogar noch ein GTI folgen. Schon die 211-PS-Version der Prototypen wirkte im ersten Fahrbericht erstaunlich souverän und kräftig.
Technisch setzt VW erstmals in der ID-Familie auf Frontantrieb. Basis ist die weiterentwickelte MEB+-Plattform. Das spart Bauteile, reduziert Gewicht und schafft Platz. Den ersten Eindrücken nach könnte der ID. Polo rund 1,5 Tonnen wiegen - spürbar weniger als ein ID.3. Darauf deuten auch die Prototyp-Fahrten hin: Der ID. Polo wirkt nicht träge, sondern angenehm leichtfüßig.
Geschaltet wird natürlich nicht. Wie bei einem Elektroauto üblich fährt der ID. Polo mit einem einstufigen Automatikgetriebe. Einfach einsteigen, Fahrstufe wählen, losrollen. Das passt zum entspannten Charakter.
Angenehmes Fahrverhalten wie bei einem Kompaktwagen
Eher überraschend ist das Fahrgefühl. Der Polo federt komfortabel, ohne schwammig zu werden. Die Lenkung gibt eine saubere Rückmeldung. Gerade für einen Kleinwagen fühlt sich das erstaunlich erwachsen an. Nicht nervös, nicht künstlich – eher wie ein kompakter Golf alter Schule.
Offizielle Verbrauchswerte nennt VW bislang nicht. Durch den neuen Frontantrieb und die weiterentwickelte MEB+-Plattform soll der ID. Polo aber effizienter werden als die bisherigen ID-Modelle. Ob sich das auch im echten Verbrauch zeigt, müssen spätere Tests mit Serienautos klären.
Kofferraum, Platz und Praxistauglichkeit
Auch wenn der ID. Polo außen noch getarnt unterwegs ist, lässt sich eines schon ziemlich klar sagen: Beim Thema Platz will VW in der Kleinwagenklasse ganz vorne mitspielen. Möglich macht das vor allem der neue Frontantrieb auf MEB+-Basis. Er schafft mehr Raum dort, wo man ihn im Alltag wirklich braucht.
Der Kofferraum ist dafür das beste Beispiel. VW nennt ein Volumen von 435 Litern. Das ist nicht nur deutlich mehr als beim normalen Polo, sondern sogar mehr als in manchem Golf. Für einen elektrischen Kleinwagen ist das ein echtes Ausrufezeichen. Praktisch: Der Ladeboden soll variabel sein, darunter entsteht zusätzlicher Stauraum.
Ausreichend Platz auf der Rückbank
Auch im Innenraum wirkt der ID. Polo erstaunlich erwachsen. VW spricht von spürbaren Platzvorteilen gegenüber dem Verbrenner-Polo, vor allem im Fond. Erste Eindrücke aus den Prototyp-Fahrten bestätigen das: Vorne sitzt man luftig, hinten reicht es auch für Erwachsene auf kürzeren Strecken. Für zwei Stunden Autobahn muss sich hier niemand quälen.
Dazu kommen viele praktische Details. Es gibt große Türtaschen, eine durchdachte Mittelkonsole und Ablagen für Smartphone und Kleinkram. Besonders erfreulich: VW setzt wieder stärker auf klare Bedienung mit echten Tasten und Reglern, statt alles im Touchscreen zu verstecken. Das macht den Alltag einfacher.
Für wen ist der VW ID. Polo gedacht?
Vor allem für Menschen, die ein kompaktes Elektroauto suchen, das nicht nur City-Flitzer ist, sondern auch Familie, Einkauf und Wochenende kann. Ein Auto für Pendelstrecken, Stadtleben und den ersten Einstieg in die Elektromobilität – ohne gleich ein SUV fahren zu müssen.
Innenraum, Infotainment und Ausstattung
Während der ID. Polo außen noch stark getarnt ist, zeigt Volkswagen den Innenraum schon deutlich offener. Und hier wird sofort klar: VW will zurück zu mehr Qualität, mehr Klarheit und vor allem zu einer Bedienung, die wieder ohne Rätselraten funktioniert.
Zwei Displays mit 10,25 und 13 Zoll
Das Cockpit ist komplett neu gestaltet und folgt einer klaren, horizontalen Linie. Zwei große Displays stehen im Mittelpunkt: Hinter dem Lenkrad sitzt ein 10,25-Zoll-Digitalcockpit, dazu kommt ein knapp 13 Zoll großer Infotainment-Touchscreen in der Mitte. Die Menüs sollen aufgeräumter sein, die Anzeigen hochauflösend und gut erreichbar - auch für den Beifahrer.
Ein charmantes Extra ist die Retro-Anzeige des digitalen Kombiinstruments: Per Tastendruck verwandelt sich die Ansicht in eine klassische Darstellung, die dem des Golf I nachempfunden ist. Ein kleines Augenzwinkern – und vielleicht genau eines der Details, das dem ID. Polo Charakter gibt.
Ein großes Thema ist die Bedienung. VW setzt wieder auf echte Tasten für zentrale Funktionen wie die Klimasteuerung und den Warnblinker. Auch das neue Multifunktionslenkrad hat wieder klar definierte Knöpfe statt Touchflächen. Das wirkt wie eine direkte Antwort auf die Kritik an ID.3 und Co.
Bei Materialien und Verarbeitung verspricht VW ein spürbares Upgrade. Stoffbespannte Flächen auf Armaturenbrett und Türen sollen eine freundlichere Atmosphäre schaffen. Insgesamt wirkt der Innenraum weniger kühl, eher wie ein Kleinwagen mit einem Hauch Premium-Anspruch.
Zur Ausstattung ist bislang nur wenig bekannt, aber der ID. Polo soll moderne Technik bieten: eine neue Softwaregeneration, One-Pedal-Driving sowie zahlreiche Assistenzsysteme.
Sicherheit und Assistenzsysteme
Ein offizielles NCAP-Crashtest-Ergebnis gibt es für den neuen VW ID. Polo noch nicht – das Modell wurde bislang nicht bewertet.
Bekannt ist aber schon, dass der ID. Polo zahlreiche moderne Assistenzsysteme erhält. Dazu gehört der weiterentwickelte Travel Assist, der künftig auch Ampeln und Stoppschilder erkennen kann. Damit bewegt sich der ID. Polo sicherheitstechnisch auf dem Niveau größerer Modelle. Für einen Kleinwagen ist das ein starkes Signal – zumindest auf dem Papier.
Bekannte Probleme und Rückrufe
Für den VW ID. Polo selbst gibt es noch keine offiziellen Angaben zur Garantie, da das Fahrzeug noch nicht auf dem Markt ist. Deshalb hilft ein Blick auf andere aktuelle VW-Elektromodelle: Bei ID.3 und ID.4 bietet Volkswagen in der Regel zwei Jahre Neuwagengarantie, in der Regel ergänzt um acht Jahre bzw. 160.000 km Garantie auf die Hochvoltbatterie – ein Standard, den viele Hersteller von Elektrofahrzeugen bieten.
Software machte in der Vergangenheit die meisten Probleme
Bei den ersten ID-Modellen traten kleinere Software- und Bedienprobleme auf, vor allem in der Anfangsphase nach Marktstart. Software-Updates per Online-Update (OTA) wurden damals genutzt, um viele davon zu adressieren. Wir gehen davon aus, dass der neue ID. Polo deutlicher ausgereifter auf den Markt kommt als beispielsweise der ID. 3, der für die vielen Softwarefehler einiges an Kritik einstecken musste. VW sollte dazu gelernt haben.