Volkswagen Golf GTE im Test

Ihr nächstes Auto soll ein VW Golf GTE werden? Erfahren Sie alles Wichtige zu diesem Modell in unserem ausführlichen Testbericht!

Leistung ohne schlechtes Gewissen, geht das? Volkswagen bietet mit dem Golf GTE eine Plug-in Hybrid Variante zum GTI. Der Kompakte zeigt im Test: Ganz so konsequent wie der Klassiker ist er nicht. Aber er hat andere Qualitäten.

  • Sehr gute Verarbeitung
  • Guter Mix aus Sportlichkeit und Vernunft
  • Fummelige Bedienung
  • Nur wenige Sicherheitssysteme serienmäßig

Am Anfang steht erst einmal Verwirrung: Überall blitzt es beim VW Golf GTE blau hervor. War nicht immer Rot die Zierfarbe der Hochleistungs-Modelle von Volkswagen? So ist es seit jeher beim GTI. Der GTE aber will sich abgrenzen, anders sein. In dem Golf arbeiten schließlich ein Elektro- und ein Benzinmotor in Eintracht miteinander. Und Blau, das ist bei VW die Farbe der Elektromobilität. So versucht der Wolfsburger Weltkonzern mit dem GTE einen schwierigen Spagat: einen umweltfreundlichen schnellen Golf.

Optisch unterscheidet sich der GTE (Plug-in Hybrid) wie auch GTI (Benziner) und GTD (Diesel) vom Standard-Golf durch die LED-Scheinwerfer und den breiten, wabenartigen Kühlergrill. Die 17-Zoll-Felgen sind serienmäßig, 18 und 19 Zoll gibt es nur bei GTI und GTD gegen Aufpreis. Zur Unterscheidung der drei Modelle untereinander hat sich Volkswagen einen dezentes Designelement überlegt - womit wir wieder bei den Farben wären. Eine Linie unter der Motorhaube ist beim GTI rot, beim GTD silber und beim GTE - genau - blau. Ansonsten sind die drei schnellen Golf kaum auseinanderzuhalten.

Innen kaum vom Golf GTI zu unterscheiden

Das zeigt sich vor allem im Innenraum. Der ist bereits aus dem Golf, insbesondere dem GTI bekannt. Die Sportsitze sind famos, die Verarbeitung auf hohem Niveau, die verwendeten Kunststoffe hochwertig. Das typische Blau des GTE findet sich in den Speichen des Sportlenkrads wieder. Die zwei Displays, die serienmäßig die Steuerung der vielen Funktionen übernehmen, sind gestochen scharf. Da gibt es wirklich nichts zu meckern.

Bis es um die Bedienung geht. Volkswagen hat sie bei allen Marken seines Unternehmens umgestellt, sei es VW, Skoda oder auch Audi. Viele haptische Schalter sind ganz verschwunden, andere wurden durch, nennen wir es Multifunktionsflächen, ersetzt. So befinden sich am Lenkrad Bedienungselemente aus Klavierlack-Plastik, die sowohl auf Druck als auch auf Swipen reagieren sollen. In der Praxis erledigen sie keines von beiden zufriedenstellend. Von den lästigen Fingerabdrücken, die schon nach dem ersten Einsatz deutlich sichtbar sind, einmal abgesehen.

Viel Platz im Golf GTE

Am deutlichsten zeigt sich diese Fehlkonstruktion bei der Bedienleiste für Klimaanlage und Lautstärke unter dem Hauptdisplay in der Mittelkonsole. Sobald sich die Hand dort abstützt, um den Bildschirm zu bedienen, verstellt sich unabsichtlich eine der Funktionen. Das kann schnell nerven. Mit ein bisschen Eingewöhnung lässt sich das aber vermeiden.

Wenn es um das Platzangebot geht, gibt der VW Golf GTE das gewohnt hervorragende Bild ab. Selbst große Menschen sollten vorne eine bequeme Sitzposition finden. Die Kopfhöhe reicht bis zu einer Körpergröße von 2,10 Meter, die Beinfreit für zwei Meter. Hinten ist es konstruktionsbedingt etwas enger, doch auch hier sitzt es sich bis zu 1,90 Meter bequem. Ist der Kofferraum besonders wichtig, gilt es genau hinzuschauen: Der ist beim VW Golf GTE wie bei allen Plug-in Hybrid Modellen im Vergleich zum Verbrenner kleiner. Im GTI sind es 374 bis 1.230 Liter, im GTE nur 272 bis 1.126 Liter.

Nach dem Starten herrscht Stille

Noch deutlicher ist der Unterschied, wenn der Startknopf aktiviert wird. Der GTI röhrt direkt aufmerksamkeitsheischend los, beim GTE herrscht Stille. Der Plug-in Hybrid startet immer  elektrisch, solange noch Energie in den Akkus ist. Über zu wenig Leistung kann sich aber niemand beschweren: Der Elektromotor bringt 330 Nm Drehmoment sofort auf die Straße, das ist mehr als genug für einen flotten Sprint auf GTI-Niveau. Bis zu 130 km/h kann der VW Golf GTE ganz ohne Verbrenner auskommen, die Reichweite liegt dann aber mit Sicherheit nicht mehr bei den angegeben 70 km/h. Im Test schmilzt sie dahin wie eine heruntergefallene Eiskugel an einem heißen Sommertag. Für Autobahnfahrten gibt es aber den Vierzylinder, der die Systemleistung auf 245 PS erhöht, genau so viel wie im GTI.

Das riecht nach Gleichstand, doch im Handling zeigen sich Unterschiede. Da ist zum einen das Gewicht. Der VW Golf GTE ist durch die zusätzlichen Batterien und die dazugehörige Technik 200 Kilogramm schwerer, das macht ihn im direkten Vergleich schwerfälliger. Gleichzeitig fährt er dadurch gefälliger und alltagstauglicher. Der GTE lenkt präzise ein, die Federung ist nicht übertrieben hart. Zweiter Unterschied: die Höchstgeschwindigkeit. Beim GTE ist bei 225 km/h Schluss, der 1,4-Liter-Motor kommt hier an seine Grenzen und das E-Aggregat kann nicht mehr helfen. Da besitzt der GTI klare Vorteile, bei ihm ist erst bei 250 km/h Ende. Aber mal ehrlich: Wie oft braucht man das? Vom vernünftigen und sicheren Fahren wollen wir gar nicht erst anfangen.

Beim Spritverbrauch kann kein GTI mithalten

Rasen ist aber auch nicht die Hauptintention des VW Golf GTE. Hier geht es ums Spritsparen, der Plug-in Hybrid soll eine sportliche Alternative zum losbollernden GTI bieten. In der Theorie funktioniert das: 1,1 Liter verbraucht der GTE im Schnitt - da kann kein GTI mithalten. Natürlich geht das nur, wenn der Elektromotor ausgiebig zum Einsatz kommt. In unserem Test pendelte sich der VW Golf GTE eher bei einem Durchschnittsverbrauch von fünf Liter Benzin auf 100 Kilometer ein. Auf kurzen Strecken ist weniger möglich. Den elektrischen Verbrauch gibt VW mit 14,4 kWh an, in unserem Test lag er eher bei 18 kWh.

Etwas gesenkt werden kann der Verbrauch per Rekuperation, also dem Anheben des Gaspedals, bei dem eine Bremswirkung einsetzt und Energie zurückgeführt wird. Deren Wirkungsgrad lässt sich einstellen. Leider versteckt sich das in den Untiefen der Menüführung des Displays, einen eigenen haptischen Schalter dafür gibt es nicht. Ganz ausschalten lässt sich die Funktion auch nicht. Ein weiteres Manko: Der VW Golf GTE ist nicht schnellladefähig. Er lädt maximal mit 3,6 kW, bis der Akku voll ist, dauert es im besten Fall drei Stunden und vierzig Minuten.

Nur wenige Sicherheitssysteme serienmäßig

Dafür kommt der VW Golf GTE als Topversion der beiden Plug-in Varianten mit einer hochwertigen Grundausstattung. Neben den serienmäßigen LED-Leuchten, dem Sportlenkrad und den Sportsitzen in Reihe eins, gibt es USB-C-Schnittstellen vorne und hinten, das digitale Cockpit, 17-Zoll-Felgen, eine 3-Zonen-Klimaanlage mit Filter und selbstverständlich das Sportfahrwerk. Nur wenn es um die Assistenzsysteme geht, knausert Volkswagen beim Golf GTE. Serienmäßig sind nur eine akustische Einparkhilfe, ein Müdigkeitswarner, der Spurhalteassisten “Lane Assist” und ein Notbremssystem, das Fußgänger und Fahrradfahrer erkennt und im Notfall eingreift. Das ist nicht viel für ein Auto, das immerhin mindestens 41.940 Euro kostet.

Wer mehr will, den bittet Volkswagen noch einmal zur Kasse. Die automatische Distanzregelung für bequemes Gleiten durch den Stau kostet 320 Euro, soll der VW Golf GTE auch auf der Autobahn automatisch bremsen und beschleunigen: 1.075 Euro. Der Parklenkassistent schlägt mit 215 Euro zu Buche, die Rückfahrkamera zur besseren Orientierung mit 325 Euro.

Da unterscheidet sich Volkswagen aber nicht von der Konkurrenz in dieser Klasse, auch hier hat Sicherheit ihren Preis. So landet ein gut ausgestatteter VW Golf GTE schnell bei 50.000 Euro. Trotzdem ist er in dem Trio aus GTI, GTD und GTE zur Zeit der günstigste Vertreter, der Förderung für Elektroautos und Plug-in Hybride sei Dank. 6.750 Euro schießen Staat und Hersteller hinzu, der Golf GTE landet so bei circa 35.000 Euro. Die internen Konkurrenten sind beide teurer. Der GTI kostet mindestens 36.380 Euro, der GTD 38.865 Euro. 

Fazit: die beste Wahl unter den Topmodellen

Der VW GTE ist demnach unter den Topversionen des Golf die beste Wahl: Performance? Ja, aber nicht übertrieben, mit hohem Alltagsnutzen und der Möglichkeit, rein elektrisch zu fahren. Quasi das beste aus allen Welten. Wer keine 245 PS benötigt und noch etwas sparen will, für den hat Volkswagen noch eine weitere Alternative parat. Der Golf eHybrid besitzt mit 204 PS zwar nicht die Leistung des GTE, aber den gleichen Elektromotor - und ist abzüglich des E-Bonus mit etwa 33.000 Euro noch ein wenig günstiger.

9/10 Wow-Wertung

Unsere Fachleute vergeben diese Bewertung nach ausführlicher Prüfung des Fahrzeugs.

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