Volkswagen Golf GTD

Diesel-Zwilling des Golf GTI

8,7
Wow-Wertung
Das ist die mittlere Bewertung der führenden Autozeitungen.
  • Sparsamer Motor
  • Hervorragendes Fahrwerk
  • Sehr gute Sitze
  • Hoher Preis
  • Der GTI ist sportiver
  • Wenig Garantie

31.100 € - 34.000 € Preisklasse

5 Sitze

4,4 - 4,6 l/100km

Test

Der erste Golf GTD kam im Jahr 1982 auf den Markt. Und steigt man in ihn ein, merkt man wie sehr der Ur-GTD von gestern ist: Gegen die Effizienz und die Kraft eines aktuellen TDI hat er nichts zu melden, gegen einen neuen Golf GTD schon gar nicht. Dieser erhielt nun ein Facelift, um hauptsächlich das Infotainment und die Assistenzsysteme aufzufrischen.

Bereits vor der Frischzellenkur fuhr der Golf GTD mit seinen hervorragenden Fahreigenschaften den Konkurrenten BMW 120d, Ford Focus ST 2.0 TDCi und Opel Astra 1.6 BiTurbo CDTI um die Ohren. Das Sportfahrwerk des GTD ist erste Sahne, weil es das aus dem GTI ist. Die beiden teilen sich unter anderem noch die elektronisch geregelte Differentialsperre und die direkt arbeitende Progressivlenkung.

Ob man sich für einen Golf GTD oder Golf GTI entscheidet, die im Exterieur und Interieur auf das gleiche Design und Konzept setzen, hat daher weniger mit den Fahrwerksqualitäten und der Ausstattung zu tun als mit dem Motorprinzip. Ist ein Golf GTD heute das, was er im Jahr 1982 mit seinem Dieselmotor noch nicht war: ein echtes GTI-Substitut?

Das Vorbild des Golf GTD heißt Golf GTI. Dies erkennt man nicht nur an den Insignien des Sport Golf, der sportlicheren Front- und Heckschürze und dem Dachspoiler, sondern auch in so manchem Cockpit-Detail.

Das Interieur

Erstes Detail: der Golfball am Schaltknauf. Der krönte schon die Schaltzentrale im ersten GTI von 1976. Genauso sind die Sportsitze im Golf GTD wie schon im ersten GTI mit Stoff im Karomuster bezogen. Nähte und Embleme schimmern aber nicht in Rot, sondern sind in Silber gehalten.

Ansonsten hält der GTD sich voll und ganz an die Qualitäten eines Golf, dem in Wolfsburg eine übersichtliche Karosse, eine klare Bedienstruktur und eine hervorragende Instrumentierung mit auf den Weg gegeben wurden.

Seit dem Facelift lassen sich dank der Gestensteuerung die Radiosender durch Handbewegungen wechseln. Weitere Neuerungen sind das digitale Kombiinstrument Active Info Display und der von 8,0 auf 9,2 Zoll angewachsene Touchscreen des Top-Navis.

Das Raumangebot ist ein Angebot für fünf, wobei der hintere Mittelplatz wie in jedem Kompaktauto zu den klaustrophobisch engen Plätzen gehört. In der ersten Reihe sitzen hingegen auch groß gewachsene perfekt, weil genug Kopffreiheit vorhanden ist und die Verstellwege der Sitze und des Lenkrads großzügig ausfallen.

Die Sportsitze bieten in schnellen Kurven reichlich Seitenhalt. Wer den Golf GTD plant und genauso Nachwuchs, der sollte ihn mit vier Türen bestellen, denn dann geht der Einbau des Kindersitzes leichter vonstatten.

Der Kofferraum

Wer den Kofferraum des Golf kennt, weiß seine Größe zu schätzen. Mit 380 Liter Volumen lässt sich einiges hinten einpacken. Wird die Rückbank heruntergeklappt, tut sich hinten eine circa 1,50 Meter lange Ladeebene auf. Das Ladevolumen liegt dann bei 1.270 Litern.

Wenn auch das nicht reicht, können Anhänger mit bis zu 1,8 Tonnen Gewicht mit dem Golf GTD gezogen werden. Und die Ski müssen nicht aufs Dach, denn sie können von hinten durchgesteckt im Innenraum transportiert werden.

Alter Lehrsatz: Das Fahrwerk richtet darüber, wie schnell man vorne in die Kurve hineindarf und wie schnell man hinten wieder herauskommt. Der Golf GTD ist schnell, denn das Sportfahrwerk ist das des Golf GTI samt 15 Millimeter-Tieferlegung. Es bietet die Finessen, die den Spaß an der Kurve erhöhen.

Die Progressivlenkung, die bei stärkerem Lenkeinschlag immer direkter arbeitet, gehört im Golf GTD zur Serienausstattung. Auch bei hohem Tempo auf der Autobahn hat diese direkte Auslegung keine Nachteile, da sie wieder abnimmt, wenn es geradeaus geht. Die elektronisch geregelte Differentialsperre sorgt für besseren Grip in schnellen Kurven.

Will man es im GTD noch besser haben, bestellt man das Fahrwerk mit den adaptiven Dämpfern. Deren Ansprechen lässt sich zwischen einem komfortablen und sportlichen Setup ausbalancieren.

Kommt der Golf GTD auf optionalen 18-Zoll-Reifen, dann rollt er auf einem unebenen Fahrbahnbelag gerne mal herbe ab. Dass den GTD nichts so schnell von seiner hohen Fahrsicherheit abbringt, versteht sich fast von selbst – denn es ist schließlich ein Golf.

Ein Diesel dreht nicht hoch und er klingt nicht gut. Deshalb ist er ein schlechter Sportmotor – Im Golf GTD würde man diesen Klischeesatz nicht unterschreiben. Der 2,0-Liter-Direkteinspritzer-Turbodiesel legt stämmig los, bricht bei 4.000 Touren nicht ein und verriegelt erst bei 5.000 Umdrehungen sanft das Leistungsfenster. Eine Anfahrschwäche gibt es hier nicht.

Im wichtigen Drehzahlbereich zwischen 1.750 und 3.250 Umdrehungen liefert der 184 PS starke Vierzylinder ein sattes Drehmoment von 380 Newtonmeter ab. Und das klingt gar nicht mal so sehr nach Diesel, sondern relativ leise. Lediglich beim Kaltstart kommt ein schüchternes Nageln durch.

Wie gut der Diesel im GTD dazu performt, spürt man beim Vollgas geben. Dann legt der Top-Diesel mit quietschenden Gummis los. In 7,5 Sekunden sprintet der GTD auf 100 km/h, um erst bei 231 km/h seine Höchstgeschwindigkeit zu erreichen. Dass ein Golf GTI im Vergleich mit 250 km/h flotter läuft, nutzt ihm auf Langstrecke wenig – denn er muss häufiger an die Zapfsäule als der sparsame Diesel.

Der Golf GTD nimmt sich im Normverbrauch in Kombination mit dem serienmäßigen Sechsgang-Schaltgetriebe 4,4 Liter Diesel alle 100 Kilometer aus dem Tank und mit dem optionalen Sechsgang-Doppelkupplungsgetriebe 4,6 Liter. Aber auch hier flunkert das Datenblatt. Im richtigen Leben schlürft der Selbstzünder, der dank des serienmäßigen NOx-Speicherkats die Euro-6-Norm erfüllt, etwa 6,0 bis 7,5 Liter aus dem 50-Liter-Tank.

Die Bremsen sprechen nicht nur sehr direkt an, ihre Verzögerung gibt dem Fahrer das so wichtige Gefühl, im Notfall sehr schnell zum Stehen kommen zu können. Das Sportfahrwerk und die Tieferlegung um 15 Millimeter sorgen im Golf GTD für eine verbesserte aktive Sicherheit.

Weitere Sicherheitsfaktoren sind im GTD inklusive: LED-Scheinwerfer, Airbags, ESP, die Müdigkeitserkennung und die Multikollisionsbremse, die das Fahrzeug nach einem Unfall automatisch bis zum Stillstand abbremst.

Andere Posten kosten – klar, ist doch ein VW – extra: der Spurhalteassistent, der adaptive Tempomat, die Verkehrszeichenerkennung, der Einparkassistent und die Rückfahrkamera. Dabei ist Letztere gar nicht so wichtig, da der Golf zu den übersichtlichsten Fahrzeugen der Klasse gehört.

Im ADAC-Bremstest wurde der Golf GTD nicht getestet, aber der mit dem GTD vergleichbare Golf GTI. Der stand nach einer Vollbremsung aus 100 km/h nach hervorragenden 34,3 Metern. Das Crashverhalten des Golf und die Sicherung durch die elektronischen Helfer wurden im Euro NCAP-Crashtest mit der maximalen Wertung von fünf Sternen bewertet.

Im Prinzip ist der Golf GTD ein GTI mit Dieselmotor. Das fällt drinnen wie draußen auf, weil eben nicht viele Unterschiede auffallen. Der sportliche Auftritt unterscheidet sich nur im Detail. Von außen erkennt man den GTD genauso wie den GTI am schwarzen Wabengitter im Kühlergrill und am Dachkantenspoiler. Wie der GTI rollt der GTD auf 17-Zoll-Rädern.

Genauso sieht es im Innenraum und Cockpit aus. Auch im GTD blickt der Fahrer auf sportive Instrumente, greift ins Sportlenkrad und wechselt die Gänge mit dem Golfball-Schaltknauf. Die Pedale und die Fußablage bestehen aus gebürstetem Edelstahl. Auf den ebenfalls ab Werk mit Karostoff bezogenen Sportsitzen reist es sich bequem. Optional lassen sich die Sitze auch an den Seitenwangen und Kopfstützen mit Alcantara oder komplett mit Leder beziehen.

Wenn man den Golf GTD pur bestellt, gehören die LED-Scheinwerfer, die 2-Zonen-Klimaautomatik, die Progressivlenkung, das Radio Composition Colour, die Müdigkeitserkennung und die Parksensoren zum Lieferumfang.

Mit weiteren Extras wie dem tollen DDC-Adaptivfahrwerk, dem Panorama-Schiebedach, der Navigationsfunktion Discover Media oder dem großen Navigationssystem steigt der Basispreis dann aber ganz rasch an – denn sparen kann man mit dem GTD nur beim Verbrauch.

Zusammenfassung

Ob man sich für einen Golf GTD oder Golf GTI entscheidet, hat tatsächlich nichts mit den Fahrwerksqualitäten und der Ausstattung zu tun, denn die sind in beiden Modellvarianten fast gleich. Die Entscheidung ist dennoch einfach.

Bewertet man das sportliche Fahren mit dem Verstand, entscheidet man sich für den durchzugsstarken und sparsamen Golf GTD. Ist die Emotion der Entscheider, sollte das nächste Auto vielleicht doch besser GTI heißen. Der reagiert agiler, feuriger, sonorer und ist etwa 1.000 Euro günstiger. Ein Substitut ist selten besser als das Original.

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