Toyota Auris Test

Zuverlässiger Kompaktwagen mit hoher Qualität

8/10
Wow-Wertung
Das ist die mittlere Bewertung der führenden Autozeitungen.
  • Ausgereiftes Konzept
  • Einfache Bedienung
  • Sparsamer Hybrid
  • Safety Sense ab Cool
  • Einstiegsmodell ohne Klimaanlage
  • Unübersichtliches Heck

23.290 € - 28.890 € Preisklasse

5 Sitze

4 - 5,4 l/100km

Test

Der Toyota Auris ist in der 4,30-Meter-Klasse die japanische Alternative zu Golf, Astra und Focus. Was die Verkaufszahlen angeht, rangiert er hierzulande zwar weit hinter denen, trotzdem zählt der Auris mit der Option auf den Hybridantrieb zu den guten Alternativen zum deutschen Einerlei.

Das er so ausgereift ist, hat auch mit der langen Bauzeit zu tun. Seit 2012 befindet sich der Auris in Toyotas Lieferprogramm. Im Herbst 2015 erhielt der Kompakte ein tief greifendes Facelift, das nicht nur unter die Karosseriehaut ging.

Das Design wurde nicht nur überarbeitet, sondern die Karosse um ein gutes Stück verlängert. Der fünftürige Auris legte damit im Modelljahr 2016 um über fünf und der Touring Sports genannte Kombi um mehr als drei Zentimeter in der Länge zu.

Ebenfalls grundlegend überarbeitet wurden das Fahrwerk und das Motorenangebot, zu dem auch ein sparsamer Hybridantrieb zählt. Zudem wurden das Infotainment und das Sicherheitsequipment aufgewertet, zu dem nun auch Toyotas Safety Sense-System zählt.

Hier erfahren Sie mehr über die Stärken und Schwächen des Auris und die besonders empfehlenswerten Motoren und Ausstattungsvarianten.

Der Fünftürer misst 4,33 Meter vom Bug bis zum Heck, der Kombi Touring Sports, der mit seiner langen Ladefläche eindeutig der praktischere und familientauglichere Auris ist, 4,60 Meter.

Das Interieur

Im Platzangebot hält der Japaner das Klassenniveau. In einem Hyundai i30 oder VW Golf herrscht zwar noch ein Hauch mehr Platz, aber die Bein- und Kopffreiheit gehen auch im Toyota in Ordnung. Auch als Erwachsener sitzt man dank der hohen Rückenlehnen bequem im Fond.

Seit dem 2015er Facelift sieht alles zudem mit den weich unterschäumten Kunststoffen und den Applikationen in Klavierlack- und Chromoptik schicker aus. Das Ganze wirkt gut verarbeitet und sorgt für eine anheimelnde Atmosphäre im Cockpit.

Und auch wenn man den Auris aus einem ganz praktischen Blickwinkel betrachtet, baut er nicht ab. Der 7-Zoll-Touchscreen sitzt zwar etwas tief, das 4,2-Zoll-Display zwischen Tacho und Drehzahlmesser aber gut im Blick. Hier laufen die Daten von Verbrauch, Reichweite und Navigation zusammen. Die Bedienung geht leicht von der Hand.

Der Kofferraum

360 bis 1.200 Liter passen in den Fünftürer, aber die 4,60 Meter Länge des Kombis versprechen noch mehr Kofferraumvolumen – und das bekommt man auch. 530 bis 1.658 Liter dürfen im Touring Sports eingeladen werden.

An der nicht sehr hoch öffnenden Heckklappe des Fünftürers stößt man sich auch als nicht so großer Erwachsener schnell den Kopf. Die Ladeklappe des Kombis öffnet dagegen weiter nach oben und die Laderaumöffnung fällt breiter aus.

Dazu kommt das, was Auris-Interessenten schnell zu Auris-Kombi-Fahrern macht: die deutlich niedrigere Ladekante, die geräumige Ladefläche und die praktische Fernentriegelung vom Ladeabteil aus. Mit der lassen sich die Rücksitzlehnen, hinter denen serienmäßig ein Trennnetz befestigt ist, bequem vom Gepäckabteil aus flach legen, um noch mehr Platz zu haben.

Die Überarbeitung zum Modelljahr 2016 brachte auch dem Fahren viel, der Lenkung und dem Komfort. Die Servolenkung arbeitet im Auris leichtgängig. Für manchen vielleicht immer noch eine Spur zu leichtgängig, aber feinfühliger und direkter als zuvor. Das Fahrwerk reagiert mit komfortablerem Abrollen gelassener und harmonischer als zuvor.

Wem beim Fahren die Übersicht sehr wichtig ist, der sieht im Touring Sports hinten etwas mehr, da im Fünftürer beim Einparken die breiten Dachsäulen und die kompakte Heckscheibe stören.

Nur drei Motoren, die mit einem Sechsgang-Schaltgetriebe oder einer Automatik kombiniert werden, befinden sich im Angebot. Alles Benziner, weil Toyota die Dieselmotoren aus dem Motorenangebot verdammt hat.

Die Benziner

Der schwächste Benziner ist ein Einstiegsmotor, der mittlere der Tipp und der dritte besonders sparsam.

Dem 1,3-Liter-Vierzylinder mit 99 PS fällt im Auris die Rolle des Einstiegsmotors zu. Die Leistung reicht aus, aber der Antritt fällt gegenüber dem modernen 1,2-Liter von der Performance ab. Der 116 PS starke 1.2 Turbo haucht dem Auris, wenn er nicht mit der unharmonischen Multidrive-S-Automatik verbunden ist, Leben ein.

Mit 185 Newtonmeter Drehmoment, die im Drehzahlbereich zwischen 1.500 und 4.000 Touren an den Vorderrädern bereit stellen, packt der Direkteinspritzer in Alltagssituationen gut an. Wenn man fleißig schaltet, beschleunigt der Auris 1.2 in 10,0 Sekunden aus dem Stand auf 100 km/h.

Am Ende läuft der Auris 1.2 Turbo flinke 200 km/h, und damit dem 175 km/h fahrenden Auris 1.3 schnell davon.

Beim kräftigen Beschleunigen arbeitet der Vierzylinder laut, ansonsten aber kultiviert, leise und sehr vibrationsarm. Man kann ihn auch schaltfaul fahren, dann nimmt er sich bei der Arbeit nicht viel aus dem Tank. 4,6 bis 5,4 Liter alle 100 Kilometer verspricht Toyota. Weil der 17 PS stärkere 1.2 Turbo lediglich 1.000 Euro mehr als der Basismotor kostet, ist er der Tipp im Motorenprogramm.

Wer auf noch niedrigere Verbrauchswerte schielt, der wählt vielleicht trotzdem den Hybrid. Der wird sowohl für den Fünftürer als auch für den Touring Sports angeboten, was interessant sein kann, denn die Kombination von Kombi und Hybrid ist selten auf dem Markt.

Der Hybridantrieb, der immer an eine stufenlose Automatik gekoppelt ist, produziert 136 PS Systemleistung, die von einem 1,8-Liter-Benziner (99 PS) und einem Elektromotor (82 PS) erarbeitet werden.

Die Fahrleistungen gehen damit in Ordnung (10,9 Sekunden von 0 auf 100 km/h, 180 km/h Spitze). Der Durchschnittsverbrauch liegt vorbildlich niedrig. Nach der Werksangabe bei 3,5 bis 3,9 Liter Super.

Im Toyota Auris gehören immer sieben Airbags (inklusive Fahrer-Knieairbag), das ESP, der Bremsassistent, der Berganfahrassistent und das Reifendruckwarnsystem mit zur Serienausstattung. Seit der Überarbeitung ist ab dem zweiten Ausstattungslevel (Cool) ebenfalls das Toyota Safety Sense inklusive.

Das Sicherheitssystem umfasst ein Kollisionswarn- und Notbremssystem (Pre-Collision System), einen Spurhalte- und Fernlichtassistenten und eine Verkehrsschilderkennung.

Das Pre-Collision System erkennt Hindernisse vor dem Fahrzeug und warnt den Fahrer in einem Tempobereich zwischen 10 und 80 km/h bei Gefahr sowohl optisch als auch akustisch, bevor es automatisch abbremst.

Der Spurhalteassistent registriert Fahrbahnmarkierungen und warnt den Auris-Lenker beim Überfahren von Linien – außer, er hat vorher den Blinker gesetzt. Der Fernlichtassistent erkennt die Scheinwerfer und Rückleuchten anderer Fahrzeuge und schaltet automatisch zwischen Fernlicht und Abblendlicht um.

Die Verkehrsschilderkennung erkennt via Kamera Geschwindigkeitslimits und Überholverbote und blendet diese im Instrumentendisplay ein. Fährt man schneller als erlaubt, gibt es auch hier eine Warnung. Das kann helfen, einen Strafzettel zu vermeiden, klappt in der Praxis aber noch nicht zu 100 % zuverlässig.

Im ADAC-Bremstest kam der Auris Touring Sports nach einer Vollbremsung aus 100 km/h nach unterdurchschnittlichen 37,8 Metern zum Stehen. Das Crashverhalten der Karosserie und die Sicherung durch die elektronischen Helfer wurden im Euro NCAP-Crashtest jedoch mit der maximalen Wertung von fünf Sternen bewertet.

Bei der Ausstattung gibt es beim Kauf eines Auris einiges zu wählen. Sechs Ausstattungslinien stehen zur Auswahl, darunter zwei besonders empfehlenswerte.

Im Einstiegsmodell Auris sind neben den elektrisch einstell- und beheizbaren Außenspiegeln, der Zentralverriegelung samt Funkfernbedienung und den elektrischen Fensterhebern vorne auch der höhenverstellbare Fahrersitz sowie die Dachreling und das Gepäckraumtrennnetz (Kombi) mit dabei.

Gut gekühlt im heißen Sommer geht es aber erst im Auris Cool auf Tour. Der Cool verfügt über eine Klimaautomatik, eine Bluetooth-Freisprecheinrichtung und über ein Radio mit vier Lautsprechern, CD-Player sowie AUX- und USB-Anschlüssen. Mit dem 1,2- und 1,3-Liter-Motor bekommt er 16-Zoll-, statt 15-Zoll-Felgen montiert.

Der Auris Comfort wird seinem Namen mit der Mittelarmlehne vorne und dem höhenverstellbaren Beifahrersitz gerecht. Das 7-Zoll-Touchscreen-Infotainment beinhaltet sechs Lautsprecher und eine Rückfahrkamera. Die Fenster öffnen sich hinten elektrisch und das Multifunktions-Lenkrad und der Schaltknauf sind mit Leder ummantelt.

Dem Auris Team Deutschland verpasst Toyota ab Werk immer 17-Zoll-Leichtmetallfelgen, abgedunkelte hintere Scheiben, eine Sitzheizung für Fahrer und Beifahrer, den Regensensor und anklappbare Rückspiegel.

Den üppigen Lieferumfang runden der automatisch abblendende Innenspiegel, der schlüssellose Fahrzeugzugang, das Digitalradio DAB+, der Tempomat und der höhenverstellbare Gepäckraumboden ab.

Beim Auris Free Style und Auris Style Selection sind die Unterschiede im Vergleich zum Auris Team Deutschland vor allem von optischer Natur.

Die Topausstattung firmiert unter dem Namen Executive und umfasst zusätzlich zum Team Deutschland Voll-LED-Scheinwerfer, die Einparkhilfe mit automatischer Einparkfunktion, die Abblendlichtautomatik, die 2-Zonen-Klimaautomatik und die Teillederausstattung.

Wer ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis schätzt, dem bietet der Auris Team Deutschland einen großen Preisvorteil, aber auch der zweite Ausstattungslevel (Cool) erfüllt mit der serienmäßigen Klimaanlage schon gut seinen Zweck.

Wem ein optimales Preis-Platz-Verhältnis am wichtigsten ist, nimmt im Touring Sports Platz, denn der Kombi kostet im Vergleich zum Fünftürer nur 1.200 Euro Aufpreis.

Zusammenfassung

Das Facelift vom Herbst 2015 tat dem Auris spürbar gut. Der Toyota Auris wurde damit vom Auftritt, im Innenraum und vom Fahren zum noch überzeugenderem Vernunft- und Alltagsauto.

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