Der Jaecoo J6 hat das Zeug zum Kult. Das charaktervolle Design verbindet das kantige Kompakt-SUV mit geräumigen Raumverhältnissen, moderner Komfort- und Sicherheitsausstattung und einem emissionsfreien Elektroantrieb.

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Wow-Wertung
8/10
Lothar Erfert
Freier Redakteur, Journalist, Texter
Zuletzt aktualisiert am:
17/02/2026

Was gut ist

  • Markantes Design
  • Sehr gute Ausstattung
  • Viel Platz im Innen- und Kofferraum

Was nicht so gut ist

  • Durchschnittliches Ladetempo
  • Schwächen bei der Bedienung
  • Durchschnittliche zulässige Zuladung

Jaecoo J6: Was würden Sie gerne als Nächstes lesen?

Unser Fazit zum Jaecoo J6

Das auf der Singapore Motor Show 2025 vorgestellte elektrische Kompakt-SUV Jaecoo J6 feiert in China bereits seit 2024 unter anderem Marken- und Modellnamen Verkaufserfolge. In China wird das SUV als Chery iCar 03 verkauft, auf den anderen Märkten unter dem Markenlabel Jaecoo.   

Mit der kantig-kernigen Form präsentiert sich das 4,11 Meter lange Jaecoo J6 charaktervoller als die größeren SUVs Jaecoo J7 und J8. Ohne dass die Alltagstauglichkeit darunter leidet. Aus der Kastenform und 1,72 Meter Höhe resultiert viel Platz. Hinter den fünf Sitzplätzen glänzt der J6 mit 450 bis 1.238 Liter Laderaumvolumen und am Ende mit der originellen Ladebox, in der dank 264 Liter Volumen nicht nur die Ladekabel unterkommen.

Laden klappt besser als Aufladen. 30 Minuten vergehen, um die 69,8-kWh-Batterie von 30 auf 80  % zu laden. Bei Reichweite und Performance sieht die Sache besser aus. Der zweimotorige und vierradgetriebene J6 erreicht mit 205 kW (279 PS) Leistung und 385 Newtonmeter Drehmoment 342 km Reichweite. Die 1,9 Tonnen Gewicht sind in nur 6,5 Sekunden von 0 auf 100 km/h beschleunigt. 

Mit einer Geschwindigkeit von 150 km/h geht es nicht richtig schnell voran. Bei der Bedienung ebenso nicht. Die Schalter sind im J6-Cockpit absolut in der Unterzahl. Den Bedienmittelpunkt bildet der 15,6-Zoll-Touchscreen.

Das 9,2-Zoll-Cockpitdisplay fällt ziemlich schmal aus, die Komfort- und Sicherheitsausstattung nicht. Das Infotainment ist üppig besetzt und gut vernetzt, von permanent möglichen Over-The-Air-Updates und der Smartphone-Ladestation bis zum hochwertigen Infinity Soundsystem mit 12 Lautsprechern.

Mit seinem Design fällt der Jaecoo J6 auf attraktive Art aus der Zeit glatt gebügelter chinesischer E-Autos. Seine Kanten wecken Begehrlichkeiten. Dieser Jaecoo sollte der erste Jaecoo sein, der auf dem deutschen Markt präsentiert wird. Der J6 hat schon heute das Zeug zum Kult, der sich reizvoll mit soliden Alltagseigenschaften und dem emissionsfreien Elektroantrieb verbindet.

Wie viel kostet der Jaecoo J6?

In China kostet der Jaecoo J6 umgerechnet ab ca. 17.000 €. Sollte das Fahrzeug nach Deutschland kommen, wird er allerdings nicht ganz so günstig. Hierzulande wäre mit Preisen zwischen 30.000 bis 40.000 € zu rechnen.

Jaecoo J6: Reichweite und Ladedauer

Der Jaecoo J6 verlässt mit drei Batteriegrößen das Werk. Ob ich in der einen oder anderen Version sitze, macht von der Reichweite einen Unterschied. 

Reichweitenspanne

Mit der Batterie mit 49,9 kWh Kapazität sollen 329 km Reichweite möglich sein. Mit dem J6 AWD mit zwei Motoren und Allradantrieb kommt man mit einem Verbrauch von 23,7 kWh/100 km mit der 69,8-kWh-Batterie 342 km weit und mit dem einmotorigen, heckgetriebenen J6 mit der 66-kWh-Batterie etwa 40 km weiter.

Durchschnittlich flott

Dann fahre ich an die Ladesäule. Und es dauert, obwohl die Batterie vom Akkuprofi CATL stammt, 30 Minuten am CCS-Lader. Allerdings nicht, um von 10 %, sondern von 30 auf 80 % zu laden. Mit Wechselstrom vergehen für eine 0-auf-100-Prozent-Ladung mit 6,6 kWh Ladestrom 10,5 Stunden.

Am weitesten in der Stadt

Am sparsamsten fährt der J6 in der City. Hier komme ich mit viel Rekuperation am weitesten, die sich vierstufig auf dem Touchscreen zwischen leicht und stark regulieren lässt. 470 km nach der Werksangabe.

Leistung und Fahrkomfort

Der Jaecoo 6 geht mit zwei Motorisierungen an den Start. Mit einem Motor und Heckantrieb mit 135 kW (184 PS) Leistung als J6 RWD und mit zwei Motoren und Allradantrieb mit 205 kW / 279 PS Leistung als J6 AWD.

Ein Favorit

Der J6 AWD ist für mich angesichts von 1,9 Tonnen Übergewicht der klare Favorit. Der zusätzliche 70 kW (105 PS) beisteuernde Frontmotor sorgt mit den dazu kommenden vorderen Antriebsrädern nicht nur für souveräne Traktion, er macht dem Chinesen ordentlich Beine.

Viele Fahrmodi

165 Newtonmeter ziehen an der Vorderachse, 220 Newtonmeter Drehmoment schieben an der Hinterachse. Die Beschleunigung und das Ansprechen des Gaspedals lassen sich mit der Wahl des Fahrprogramms regulieren. Bereits ohne „Sport“ geht’s munter voran, weil die elektrische Kraft schon aus dem Stand kräftig zupackt. 

6,5 Sekunden

Bei voller Beschleunigung von 0 auf 100 km/h im Sportmodus zeigen die Ziffern auf dem Digitaltacho nach 6,5 Sekunden dreistellig an. Das ist flott angesichts der Gewichtsklasse, auch wenn der Begrenzer bei einer Geschwindigkeit von 150 km/h greift.

9 Fahrmodi

Vernünftig gelingt auch das Fahrverhalten: handlich, komfortabel und höchst adaptiv. Gleich neun Fahrmodi stehen mir zur Wahl. Sie wahren auch abseits der geteerten Fahrbahn die Traktion. Die gigantischen Wattiefen, Böschungs- und Rampenwinkel eines Defender packt der J6 nicht, aber mit 200 Millimeter Bodenfreiheit und dem Allradantrieb bewältigt er nicht nur hohe Bürgersteige, sondern auch matschige, verschneite, steinige und sandige Geländepassagen.

Und im Straßenalltag?

Komfort hat im Jaecoo J6 wie in den größeren Jaecoo SUVs J7 und J8 ganz klar „Prio“ gebucht. Die Lenkung arbeitet kommod-leichtgängig. Die Federung arbeitet den Belag komfortabel auf. Komfortabel-laufruhig gleitet das elektrische SUV durch den Verkehr. In diesen Momenten bemerke ich, dass ich nicht in einem Offroader, sondern in einem Softroader sitze, der sich so wendig durch den Verkehr bewegt, wie es zu den meisten Alltagen bestens passt.

Platz und Praxistauglichkeit

Emotional erwischt mich der Jaecoo J6 mit seinem Charakter-Outfit. Und auch wenn ich die Vernunft- und Alltagsbrille aufziehe, verfliegt das Will-haben-Gefühl nicht. 

Quadratisch, praktisch, gut

Die urige kastige Bauform, die in den Details Erinnerungen an den Suzuki Jimny, Ford Bronco und Land Rover Defender weckt, bringt echte Vorteile mit sich. Schon mal den Schulterblick in einem SUV-Coupé versucht? Die aufrechten Dachsäulen, die hohen Scheiben und senkrechten Karosserieabschlüsse sorgen für klare Verhältnisse bei der Übersicht und beim Rangieren.

Ordentlich Platz

Und Ecken statt Rundungen wirken sich ebenso positiv auf die Platzverhältnisse im Innen- und Kofferraum aus. In der Fahrkabine bietet der Jaecoo J6 für 4,41 Meter Länge und 1,91 Meter Breite ordentlich Platz. Die mit Kunstleder bezogenen Sessel mit gutem Schulterhalt und die breite Mittelkonsole mit Handgriffen fixieren mich im Fahrersitz.

1,72 Meter und Kopffreiheit

Durch die Höhe von 1,72 Meter herrscht vorne wie hinten ordentlich Kopffreiheit. Der Schulterfreiheit tut die satte Breite des J6 gut. Nach dem bequemen Einstieg über die fast im 90-Grad-Winkel öffnenden Türen wird im Fond viel Beinfreiheit geboten. Auch in der weniger komfortabel gepolsterten und konturierten Sitzbankmitte, weil kein Kardantunnel den flachen Fahrzeugboden durchsäbelt.  

Panorama serienmäßig

Beim hinten sitzen merke ich als Großer, dass die Rückenlehnen recht kurz ausfallen. Dafür genieße ich die eigene Kontrolle über die Klimatisierung, die Sitzbelüftung sowie den Ausblick aus dem serienmäßigen Panoramaglasdach.

Bonusprogramm am Heck

Wird die im Verhältnis 60:40 geteilte Rücksitzlehne umgeklappt, lassen sich die Rückbankgestelle nach vorne klappen. Dann tut sich hinter den Vordersitzen eine von 450 auf 1.238 Liter Volumen erweiterte Ebene auf. Mit dieser Kofferraumkapazität kann ich gut leben und erhalte mit der originellen Ladebox noch ein Bonusprogramm am Ende.

Charakter und Raum auch final

Das J6-Heck hat Charakter und schafft Raum. Dass die seitlich angeschlagene Hecktür nicht zu öffnen ist, wenn dahinter einer eng parkt, ist im Defender auch so. Im Gegensatz zum Defender kommt im J6, der keinen Frunk besitzt, in der 264-Liter-Box nicht das Ersatzrad unter, sondern die Ladekabel oder die verschmutzten Gummistiefel.

Innenraum, Infotainment und Ausstattung

Die Offroad-Stimmung im Softroader wandelt sich, sobald ich in der fast schalterlosen Moderne Platz nehme. Hinter dem leicht ovalen Lenkrad des J6 blicke ich auf eine voll durchdigitalisierte chinesische Instrumentenlandschaft. Das 9,2-Zoll-Cockpitdisplay ist eine schmale Sache mit Ladungsanzeige und Reichweite in kleinen Ziffern. Der große Bildschirm in der Mitte bildet das Bedienzentrum.

Schalterfreies Bedienzentrum

Fast alle Funktionen werden über den 15,6-Zoll-Touchscreen gesteuert. Tasten existieren im Cockpit kaum noch, mit den Ausnahmen Blinker, Schalthebel, Fensterheber und den Tasten am Lenkrad. 

Lernkurve

Der große Touchscreen arbeitet schnell, aber am Anfang funktioniert es nicht schnell. Ich muss mich in die Menüstruktur und die Bedientiefen des Systems einarbeiten. Am Anfang der Lernkurve geht’s nicht flott durch die Kurve. In diesen Momenten wundere ich mich wenig darüber, dass einige Autohersteller bereits wieder zu alten Schaltern zurückkehren. 

Voll vernetzt

Volle Vernetzung erwarte ich. Wie jeder Chinese im chinesischen Auto. Und der Jaecoo liefert. Die OTA-Updates (OTA = „Over The Air“) fliegen ohne Werkstattbesuch im Fahrzeug ein. Apple CarPlay und Android Auto für die Einbindung des Smartphone sind Serie. Die Ladeschale fürs Smartphone finde ich neben dem Fahrmodusschalter in der Mittelkonsole. Der Innenraum wird von den 12 Lautsprechern des Infinity Soundsystems beschallt.

Pro Hund

Der Haustiermodus, der im heißen Sommer die Temperatur im Innenraum haustierfreundlich niedrig hält, wenn mein Bello im Auto schmollt während ich den Hundefuttereinkauf erledige, lässt sich über den Touchscreen aktivieren. Ebenso die Sitzbelüftung vorne und auf den Außenplätzen der Rückbank.

Am Arbeitsplatz

Im Fond verkauft sich der Jaecoo J6 ähnlich angenehm wie auf dem Arbeitsplatz hinter dem Lenkrad. Die Materialqualität der im Cockpit und Interieur verbauten Kunststoffe und die Verarbeitungsqualität der Innenausstattung halten den neuen China-Standard, der nur bei der „modernen“ Bedienung manchmal etwas übers Ziel hinausschießt.

Sicherheit und Assistenzsysteme

Nicht nur das Fahrverhalten ist sicher. Zur Sicherheitsausstattung des Jaecoo J6 zählen kamerabasierte Assistenzsysteme, darunter eine 360-Grad-Kamera und die Parksensoren vorne und hinten, die ich beim Rangieren im Auto immer schätze. Über den im Auto wichtigen Reifendruck und die Reifentemperatur informieren die Anzeigen auf dem Touchscreen.

Sicherheitsplus: Allradantrieb

Der Allradantrieb des zweimotorigen J6 sorgt auf schlüpfrigen Untergründen für mehr Sicherheit wie auch die neun Fahrmodi, mit denen sich das Fahrverhalten an die Fahrbahnverhältnisse anpassen lässt. 

Fünf Sterne

Fünf Sterne erhielt der Jaecoo J6 noch nicht im wichtigsten europäischen Sicherheitstest, im Euro NCAP Crashtest. Im australischen ANCAP-Sicherheitstest wurde die Sicherheit allerdings bereits mit fünf Sternen bewertet.

Bekannte Probleme und Rückrufe

In der Länge der Garantie spiegelt sich wider, wie viel Vertrauen die zum chinesischen Chery-Konzern gehörende Marke Jaecoo in die Zuverlässigkeit der eigenen Produkte setzt. Für welche Probleme der Jaecoo J6 anfällig ist, wird sich erst in Zukunft weisen.

Lange Garantie

Kommt es zu Problemen, greift die Garantie in einem langen Zeitraum. Jaecoo gewährt eine deutlich längere Garantie als deutsche Hersteller. Läuft etwas schief, kann ich im Jaecoo J6 auf sieben Jahre Garantie vertrauen.

Jaecoo J6 FAQs

Die Marke Jaecoo, die 2023 startete, um Fahrzeuge von Chery außerhalb Chinas unter anderem Label zu vertreiben, gehört zum 1997 gegründeten Chery-Konzern.

Ob der Jaecoo J6 auch bei deutschen Händlern steht, ist noch nicht sicher. Das gelungene Design und die sonstigen Qualitäten sprechen dafür, dass der J6 auch nach Deutschland kommt.

Der zweimotorige Jaecoo J6 soll im WLTP-Zyklus eine Reichweite von 342 km erreichen.

Der Jaecoo J6 rollt in China als Chery iCar 03 vom Band. Und das seit dem Start im Jahr 2023 erfolgreich.

Der Jaecoo J6 wird mit Heck- oder Allradantrieb angeboten.

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