Ford Mondeo Turnier Test

Ausgereifter Kombi mit reichlich Platz

8/10
Wow-Wertung
Das ist die mittlere Bewertung der führenden Autozeitungen.
  • Komfortables Fahrwerk
  • Hohe Zuladung
  • Hohe Anhängelast
  • Hohes Gewicht
  • Bedienschwächen
  • Großer Wendekreis

27.275 € - 47.850 € Preisklasse

5 Sitze

4,8 - 7,5 l/100km

Test

In der Mittelklasse herrschen seit Jahren die gleichen Regeln. In Deutschland setzt man zumeist auf ein deutsches Produkt, das am besten die Form eines Kombis hat. Die Favoriten unter den praktisch orientierten Kombis kommen seit Jahren von VW (Passat Variant), Opel (Insignia Sports Tourer) und von Ford mit dem Mondeo Turnier, der in seiner vierten Generation mit 4,87 Meter Länge schon fast das Format der oberen Mittelklasse erreicht.

Damit fallen die Platzverhältnisse im Innenraum des Mondeo, dessen Schwestermodell in den USA als Ford Fusion verkauft wird, großzügig aus. Im Kofferraum reicht der Mondeo Turnier zwar nicht ganz heran an den Bestseller Passat Variant, aber bei der Zuladung und dem, was hinten angehängt werden darf, trumpft der Ford wieder groß auf.

Das Gleiche gilt für den Fahrkomfort und das gute Sicherheitspaket. Bei den bis zu 240 PS starken Motoren hält der Mondeo Kombi sogar eine Überraschung parat. Bestellbar ist der große Kombi auch mit einem winzigen 1,0-Liter-Dreizylinderturbo, der seinen Job erstaunlich gut macht.

So agil wie viele andere Ford-Modelle fühlt sich der schwere Ford Kombi nicht mehr an, aber er glänzt – typisch Ford – mit gutem Praxisnutzen und ausgewogenem Preis-Leistungs-Verhältnis.

Einer dieser Lifestyle-Kombis mit viel Chic, aber wenig Platz will der Mondeo Turnier nicht sein, sondern ein am Alltag orientierter Familien- und Gepäcktransporteur mit geräumigem Innenraum und einem leicht zu bepackenden Kofferraum.

Das Interieur

Ein Radstand von 2,85 Meter lässt schon erahnen, dass im Inneren des Turnier reichlich Platz herrscht. In der ersten Reihe sitzt man auf den Sitzen, die reichlich Seitenhalt bieten, bequem. Im Fond reisen erwachsene Passagiere, den Ellbogen auf der Mittelarmlehne und das Getränk in einem der Cupholder geparkt, entspannt mit. Ablagen gibt es genug.

Die Bedienung über den 8-Zoll-Touchscreen und das Multifunktionslenkrad geht immer noch nicht perfekt, aber weit intuitiver als im Vormodell vonstatten. Die meisten Details sind gelungen, nur wenige nicht.

Die Instrumente und das Display des Bordcomputers liegen gut im Blick. Der Kompass zwischen Tacho und Drehzahlmesser erinnert an die amerikanischen Wurzeln des Mondeo. Das schlüssellose Öffnen und Verschließen über Sensoren an allen vier Türen ist praktisch. Andere Bedienwege weniger.

Da auf dem Touchscreen, auf dem zwischen Navigation, Entertainment, Klima und Telefon gewählt wird, keine direkte Tastfläche für die Sitzheizung existiert, führt der Weg zum warmen Po nur übers Hauptmenü. Das erfordert zwei Schritte, wo sonst nur einer nötig wäre. Auch die „+/-“-Tastflächen für die Temperaturregelung auf dem Touchscreen erfordern mehr Aufmerksamkeit als ein simpler Drehregler.

Der Kofferraum

Hinter der breiten, sich optional elektrisch ö­ffnenden Heckklappe steht reichlich Platz zur Verfügung. Die Ladekante baut sehr tief. Das Umlegen der Rückbanklehnen, aus dem sich eine etwa zwei Meter lange Ladefläche ergibt, ist eine flott erledigte Geschichte und die das Gepäck vor Blicken schützende Laderaumabdeckung solide konstruiert. Die Philosophie, lieber ein tiefer Laderaum als tiefe Bodenfächer, überzeugt, da so mehr Packhöhe entsteht. Mit dem Pack-Verzurr-System wird die Ladung gesichert.

Im Vergleich zum Passat Variant, der bis zu 1.780 Liter aufnimmt, kann mit 525 bis 1.630 Liter Kofferraumvolumen (mit Reifen-Reperatur-Set) etwas weniger eingeladen werden, aber mit seinen über 700 Kilo Zuladung und den bis zu 2,2 Tonnen, die hinten an den Haken genommen werden können, bleibt auch dieser Turnier der praktische Ford Kombi, der er traditionell, egal ob als Granada, Sierra oder Mondeo, immer war.

Mit bis zu 1,6 Tonnen Gewicht reagiert der Mondeo Turnier, obwohl seine adaptive Lenkung leichtgängig und präzise arbeitet, schwerfälliger als das Vormodell auf den Lenkeinschlag. Die Leichtigkeit im Handling, die viele Ford-Modelle auszeichnet, ging etwas verloren. Im gleichen Zuge aber lässt das hohe Gewicht den Ford Kombi satt, sicher und komfortabel über die Straßen gleiten.

Komfort ist eine unbestreitbare Stärke des Mondeo Turnier. Die optionalen adaptiven Dämpfer, die einen zwischen den Modi Normal, Komfort und Sport wählen lassen, gehören damit nicht unbedingt zum Pflichtprogramm. Auf schlechtem Belag bügelt der limousinenhafte Komfort die Unebenheiten der Straße ohnehin gut weg. Das macht den Mondeo zum kultiviert-laufruhigen Reisewagen.

Das niedrige Geräuschniveau im Innenraum des Topmodells Vignale resultiert aus raffinierter Technik: Der Mondeo Turnier Vignale ist ab Werk mit dem aktiven Geräuschunterdrückungssystem (Active Noise Cancellation) ausgestattet, das über drei im Dachhimmel sitzende Mikrofone die Motorgeräusche analysiert und sie mit entgegengesetzt schwingenden Klangwellen neutralisiert. Und das ziemlich effektiv.

Bis zu 240 PS treiben im Mondeo Turnier die Räder an. Die Motoren werden immer mit einem Start-Stopp-System ausgeliefert und mit dem Sechsgang-Schaltgetriebe oder der komfortablen Automatik kombiniert.

Die Benziner

Das Leistungsspektrum reicht bei den Benzinern von 125 PS bis 240 PS. Der zu Recht mehrfach als „International Engine of the Year“ ausgezeichnete 1,0-Liter-EcoBoost-Dreizylinder bildet den Einstieg und hat den Mondeo Turnier trotz des kleinen Hubraums mit seinen 125 PS Leistung und 170 Nm Drehmoment gut im Griff. Bei einem Verbrauch, der von Ford mit 5,3 bis 5,4 l/100 km angegeben wird und in der Praxis rund zwei Liter darüber liegt.

Der genauso empfehlenswerte, weil antritts- und drehfreudige 1.5 EcoBoost (160 PS, Normverbrauch: 5,9 – 6,0 l/100 km) wird nicht nur mit dem Sechsgang-Schaltgetriebe, sondern auch mit einer Sechsgang-Automatik angeboten. An die ist der 2,0-Liter-EcoBoost-Motor mit 203 oder 240 PS, der für noch kraftvolleren Vortrieb sorgt, immer gekoppelt.

Die Diesel

Die Dieselmotoren verfügen über 1,5 oder 2,0 Liter Hubraum und senden 120, 150, 180 oder 210 PS an die zwei oder vier Antriebsräder. Der 1,5-Liter-TDCi-Dieselmotor verbraucht in der sparsamen ECOnetic-Version nur 3,8 Liter.

Der noch potentere und durchzugsstärkere 2,0-Liter-TDCi-Diesel, der mit 150 oder 180 PS und wahlweise mit Sechsgang-Handschaltung oder mit der PowerShift-Automatik geliefert wird, kommt im Normverbrauch in der 150-PS-Variante mit 4,3 bis 4,4 l/100 km aus.

Viel mehr schlürft auch der 2.0 TDCi Biturbodiesel (Werksangabe: 5,0 – 5,2 l/100 km) mit seinen 210 PS und 450 Nm nicht aus dem 62,5-Liter-Tank. Der stärkste Dieselmotor legt den Sprint von 0 km/h auf 100 km/h in 8,1 Sekunden zurück. Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 228 km/h, der Verbrauch real aber nur bei 6,5 l/100 km. Dabei läuft er wegen der guten Dämmung und der aktiven Geräuschunterdrückung kaum lauter als ein etwas rauer laufender Benzinmotor.

Das kamera- und radarbasierte Pre-Collision-Assist-System mit Fußgängererkennung hilft durch situatives automatisches Abbremsen, Unfälle mit Passanten zu vermeiden oder die Folgen eines Unfalls zu minimieren.

Die auf die Windschutzscheibe projizierten Warn-LEDs des Auffahrwarnsystems, die auch Opel bei den neuen Modellen einbaut, sind ein guter Beitrag zur Fahrsicherheit wie auch Fords innovative Gurt-Airbags auf den äußeren hinteren Plätzen, die die Gefahr von Kopf-, Nacken- und Brustkorbverletzungen reduzieren helfen.

Für ein hohes Sicherheitsniveau sorgen im Mondeo auch der Spurhalte- und Toter-Winkel-Assistent, die Müdigkeitserkennung, die Verkehrsschilderkennung, die LED-Scheinwerfer, der Längs- und Querparklücken automatisch enternde Einparkassistent und der komfortable Abstandregeltempomat.

Auch im Detail überzeugt das Sicherheits-Equipment. Die Tempomat-Wahldistanz zum Vordermann lässt sich in Fahrt einfach und schnell direkt mit dem Schalter auf der Lenkradspeiche einstellen. Die Verkehrsschilderkennung im Tacho blinkt nicht sofort mahnend auf, wenn das Geschwindigkeitslimit nur um ein paar km/h überschritten wird.

Das SYNC-Infotainment setzt nach einem Unfall einen Notruf in der jeweiligen Landessprache ab und gibt dabei auch automatisch die GPS-Koordinaten des Fahrzeugs durch. Und mit dem MyKey-Zweitschlüssel lässt sich der Nachwuchs ganz dezent kontrollieren, denn im Schlüssel des Mondeo kann die maximale Höchstgeschwindigkeit von Mama oder Papa einprogrammiert werden.

Ein weiterer Sicherheitsfaktor: der variable Vierradantrieb. Der die Traktion sichernde Allradantrieb bleibt hier jedoch den Dieselvarianten mit 150 und 180 PS vorbehalten.

Eine Bremsanlage mit hoher Standfestigkeit rundet das umfangreiche Sicherheitspaket ab. Im ADAC-Bremstest kam der Ford Mondeo Turnier 2.0 TDCi nach einer Vollbremsung aus 100 km/h nach guten 35,3 Metern zum Stehen. Das Crashverhalten der Karosserie und die Sicherung durch die elektronischen Helfer wurden im Euro NCAP-Crashtest mit der maximalen Wertung von fünf Sternen bewertet.

Den passenden Mondeo Turnier zusammenzustellen, erfordert schon etwas Zeit und das gründliche Studium der Preisliste und Ausstattungslinien. Fünf stehen zur Wahl: Trend, Business Edition, Titanium, ST-Line und die Topausstattung Vignale.

Schon im Basismodell Trend gehören die 2-Zonen-Klimaautomatik, das CD-Audiosystem mit USB-Anschluss und Lenkrad-Fernbedienung, die elektrisch einstellbaren und beheizbaren Außenspiegel, das MyKey-Schlüsselsystem, der Berganfahrassistent, die Dachreling im Aluminium-Look und die Nebelscheinwerfer mit zur Serienausstattung.

Zusätzlich zur Ausstattung des Trend kommen in der Business Edition Außenspiegel mit Umfeldbeleuchtung, das SYNC-Infotainment-Navigationssystem mit AppLink und Touchscreen, die beheizbare Frontscheibe, beheizbare Scheibenwaschdüsen, der Tempomat, die Parksensoren und die beheizbaren Vordersitze hinzu. Die Business Edition rollt statt auf Stahlfelgen auf 16-Zoll-Leichtmetallrädern.

Die Ausstattungsvariante Titanium baut ebenfalls auf der Basisausstattung Trend auf und verfügt über Außenspiegel mit Umfeldbeleuchtung, das SYNC-Infotainment-Navigationssystem mit AppLink und Touchscreen, die beheizbare Frontscheibe, die beheizbaren Scheibenwaschdüsen, den Tempomat, den automatisch abblendenden Innenspiegel, die beheizbaren Sportsitze, den Fahrspur- und Fahrspurhalte-Assistenten, den Müdigkeitswarner, den Fernlicht- und Scheinwerfer-Assistenten und die Verkehrsschilderkennung. Zudem rollt der Titanium auf 17-Zoll-Leichtmetallrädern.

Die ST-Line bietet einen sportlichen Ausstattungsumfang und kommt mit einer schwarzen Dachreling, „ST-Line“-Einstiegszierleisten, dem Full Body Styling Kit, dem Heckspoiler am Ende des Kombihecks, einer Leder-Stoff-Polsterung mit roten Ziernähten, dem LED-Design-Tagfahrlicht, Nebelscheinwerfern, Alupedalen, dem perforierten Sportlenkrad, dem Sportfahrwerk und glanzgedrehten 18-Zoll-Leichtmetallfelgen.

Die beste Ausstattung liefert Ford im Mondeo Turnier Vignale. Hier gehören zu den Highlights die adaptiven LED-Scheinwerfer, die aktive Geräuschkompensation, das SYNC-Infotainment-Navigationssystem mit AppLink und Touchscreen, der Tempomat und beheizbare Sportsitze mit Memoryfunktion und wabenförmig abgestepptem Lederbezug.

Für mehr Sicherheit sorgen der Fahrspur- und Fahrspurhalte-Assistent, der Müdigkeitswarner, der Fernlicht- und Scheinwerfer-Assistent, die Verkehrsschilderkennung, der Regensensor und die gute Rückfahrkamera. Von außen erkennt man das Topmodell an den 18-Zoll-Leichtmetallrädern mit 235/50-Bereifung, dem Kühlergrill in Wabenoptik, den Nebelscheinwerfern mit Chrom-Umrandung und den Einstiegszierleisten mit „Vignale“-Schriftzug.

Kundenfreundlich: Die Aufpreise für die Ausstattungslinien und Extras wurden beim Mondeo fair und ganz im Sinne eines guten Preis-Leistungs-Verhältnisses kalkuliert.

Zusammenfassung

Das gute Preis-Leistungs-Verhältnis hat der Mondeo Turnier manchem mit Extras deutlich kostspieligeren Konkurrenten voraus. Viel Platz im Innenraum, einen variablen Kofferraum, einen guten Komfort und ein gelungenes Sicherheitspaket bietet er obendrein. Die hohe Zuladung und die hohe Anhängelast gehören ebenso zu seinen Vorteilen, während das hohe Gewicht und Schwächen bei der Bedienung zu den Nachteilen des ausgewogenen Kombiangebots aus Köln zählen.

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