Ford Edge

Familienfreundlicher Reise-SUV mit Allrad

7,4
Wow-Wertung
Das ist die mittlere Bewertung der führenden Autozeitungen.
  • Viel Platz
  • Gut gemachtes Fahrwerk
  • Niedriger Verbrauch
  • Hohes Gewicht
  • Nur Dieselmotoren
  • Keine Option auf 7 Sitze

41.900 € - 55.850 € Preisklasse

5 Sitze

5,8 - 5,9 l/100km

Test

Das SUV-Segment boomt und Ford mit dem Kuga gleich mit. Nur hatten die Kölner bis 2016 kein SUV in der über 4,50 Meter Gesamtlänge-Klasse. Dann kam der in Kanada gefertigte Ford Edge auf den Markt und die Welt sah schon viel größer und geräumiger aus.

Der satte Aufschlag von dreißig Zentimeter in der Länge gegenüber dem Ford Kuga (4,52 Meter lang) ist im Innenraum und im riesigen Kofferraum deutlich spürbar. Platz ist im Ford Edge also reichlich vorhanden. Damit eignet sich das SUV der oberen Mittelklasse sehr gut für die Familie.

Auch wenn der Allradantrieb immer mit an Bord ist, möchte der Edge mangels Bodenfreiheit kein Geländewagen sein, sondern eher ein familienfreundlicher Reisewagen, der im Segment mit einem VW Touareg oder Mercedes GLE, vom Raumangebot her mit einem teuren BMW X5 und im gleichen Preissegment mit dem Audi Q5 oder Volvo XC60 konkurriert.

Trotz der Größe und des Komforts bleibt der Fahrspaß nicht auf der Strecke. Das liegt sowohl an der adaptiven Lenkung, die im ST-Line zur Serienausstattung gehört, als auch am – typisch Ford – feinfühlig und etwas straffer abgestimmten Fahrwerk. Groß auffahren tut der Edge auch bei den Sicherheitsassistenten und der Ausstattung, die schon im Basismodell amerikanisch üppig ausfällt.

Eher unamerikanisch fällt das Motorenangebot aus. Amerikaner mögen keine Diesel, aber im Edge finden sich nur solche und keine Benziner. Das ist von den Fahrleistungen und dem Verbrauch kein Nachteil.

Auf 4,81 Meter Länge mal 1,93 Meter Breite mal 1,71 Meter Höhe darf man einiges an Platz erwarten. Diese Erwartungen erfüllen sich im Ford Edge sowohl im Innenraum als auch im Kofferraum.

Das Interieur

Platz in Hülle und Fülle bietet der Edge. Man kann sich gemütlich in die amerikanisch weich gepolsterten Sitze kuscheln und die weich aufgeschäumten Kunststoffe ertasten. Im Ford-SUV kommen das Auge und der Tastsinn auf ihre Kosten.

Auch hinten sitzt man trotz der relativ aufrechten Sitzlehnen gut. Hier herrscht viel Platz über dem Kopf und vor den Knien.

Kennt man aktuelle Ford-Modelle, dann findet man sich bei der Bedienung gleich zurecht. Wenn nicht, kommt man nach etwas Eingewöhnungszeit mit dem Sync-Infotainmentsystem klar. Neben der Sprachbedienung sind auch Apple CarPlay und Android Auto an Bord, mit denen sich das Smartphone kinderleicht mit dem Fahrzeug verbinden lässt.

Der Kofferraum

Die größte der zahlreichen Ablagen befindet sich ganz hinten im Edge und bietet ein stattliches Format: 602 Liter sind ein Volumen, mit dem sich lange reisen lässt. So ist der Kofferraum des Edge deutlich größer als der seines kleinen SUV-Bruders Kuga (Volumen: 456 Liter).

Dass die Ladekante des Edge etwas höher baut und die Stehhöhe unter der Heckklappe für große Erwachsene nicht ganz ausreicht, verkraftet man als kleiner gewachsener locker und als Großer gewöhnt man sich daran.

Ist das ganz große Laden angesagt, werden die asymmetrisch geteilten Rückbanklehnen mit einem Knopfdruck umgeklappt. Dann entsteht zwar keine ganz ebene Ladefläche, aber eine auf der ein Gepäckvolumen von 1.847 Liter und eine Last von rund 600 Kilo untergebracht werden können. Reicht auch dies noch nicht, besteht im Edge die Option, bis zu 2.200 Kilogramm hinten an den Haken zu nehmen.

Dem unmissverständlichen Familienauftrag zum Trotz spricht im 4,81 Meter langen und fast zwei Tonnen schweren Edge nichts gegen eine flotte Kurve zwischendurch. Der Ford durchfliegt sie mit straffer Abstimmung, die bei voller Beladung komfortabler wird und seiner präzisen Lenkung, die sich im Edge ST-Line adaptiv an die Fahrsituation anpasst.

Der serienmäßige Allradantrieb sorgt für eine sichere Traktion und die standfesten Bremsen für eine gute Verzögerung. Eine Besonderheit vom Mondeo ist auch im Edge Titanium mit an Bord: Die Geräuschkompensation (Active Noise Control) sorgt im Innenraum für ein niedriges Geräuschniveau, indem drei Mikrofone die Störgeräusche aufnehmen.

Diese werden dann durch genau entgegengesetzte Frequenzen akustisch ausgelöscht. Das klappt offensichtlich ganz gut, denn im Edge ist das Geräuschniveau auch bei hohem Tempo angenehm niedrig. In der Praxis bewegt man den Ford Edge jedoch bevorzugt gelassen und eher entspannt als dynamisch. Das passt am besten zu seinem nordamerikanischen Naturell.

In einem großen amerikanischen SUV erwartet man eigentlich einen großen Benziner. Doch den Edge treiben in Deutschland ausschließlich Dieselmotoren an, die entweder mit einem Sechsgang-Schaltgetriebe oder einer Sechsgang-Doppelkupplungs-Automatik kombiniert werden.

Die Diesel

Viel zu entscheiden gibt es beim Motor und Getriebe im Ford Edge nicht. Entweder man wählt den 180-PS-Diesel und das Sechsgang-Schaltgetriebe oder den 210-PS-Bi-Turbo und das Sechsgang-Doppelkupplungsgetriebe.

Der schwächere, aber nicht schwache 2,0-Liter-Turbodiesel schaufelt schon bei 2.000 Umdrehungen 400 Nm Drehmoment an die vier Antriebsräder. Dem 2,0-Liter-Biturbodiesel gelingt es mit 450 Nm kaum besser, was sich auch im Datenblatt zeigt.

Der schwächere Diesel beschleunigt in 9,9 Sekunden von 0 auf 100 km/h und erreicht eine Höchstgeschwindigkeit von 200 km/h. Der stärkere schafft das Gleiche in 9,4 Sekunden und fährt 211 km/h schnell.

Kein riesiger Unterschied. Und das bei gleichem Normverbrauch von 5,8 l/100 km. In der Praxis sollte man mit einem Liter mehr rechnen. Das ist angesichts des Gewichts nicht viel und ein Wert, der mit einem gleichstarken Benziner niemals realisierbar wäre. Deshalb bietet Ford im Benzinpreis-sensiblen Deutschland keinen an.

Ein berechenbares und sicheres Fahrverhalten ist ein ganz wichtiger Sicherheitsaspekt im SUV. Der Ford Edge verfügt darüber hinaus immer über einen Allradantrieb und, abhängig von der Ausstattung, über eine ganze Reihe moderner Fahrassistenten.

An Bord finden sich im Edge Assistenzsysteme wie der Toter-Winkel-Warner, der Spurhalteassistent, die Fußgängererkennung, der adaptive Tempomat, der City-Notbremsassistent, die Berganfahrhilfe und die Vorhang-Airbags. Der optisch und akustisch warnende Kollisionswarner überwacht mit Radarsensoren, Ultraschallsensoren und dem Kamerasystem das Umfeld des Fahrzeugs.

Auf den hinteren Plätzen werden wie im Ford Mondeo optional Gurt-Airbags eingebaut. Obendrein kommen die Split-View-Kamera, die den Edge um die Ecken gucken lässt, und der automatische Einparkassistent zum Längs- und Querparken zum Einsatz. Optionale LED-Scheinwerfer sind ebenfalls bestellbar.

Und wie in anderen Ford-Modellen ist auch MyKey mit dabei: Mit dem System lässt sich im Schlüssel eine Maximalgeschwindigkeit und die maximale Radiolautstärke einprogrammieren. Wenn der Sohn dazu neigt, zu schnell Edge zu fahren und dabei zu laut Musik zu hören, ist das praktisch.

Im ADAC-Bremstest kam der Ford Edge 2.0 TDCi Bi-Turbo nach einer Vollbremsung aus 100 km/h nach mittelmäßigen 36,8 Metern zum Stehen. Das Crashverhalten der Karosserie und die Sicherung durch die elektronischen Helfer wurden im Euro NCAP-Crashtest mit der maximalen Wertung von fünf Sternen bewertet.

Das Ausstattungsniveau ist im Ford Edge gut bis üppig. Abhängig von den vier für den 2.0 TDCi (180 PS) und drei für den 2.0 TDCi Bi-Turbo (210 PS) lieferbaren Ausstattungslinien.

Bereits im Trend, der nicht für den 210-PS-Diesel im Angebot steht, sind serienmäßig der Spurhalteassistent, der Kollisionswarner, der Tempomat, die Klimaanlage, die elektrischen Fensterheber, die getönten Seitenscheiben, die Verkehrszeichenerkennung, der Regensensor, das MyKey-Schlüsselsystem, Leichtmetallräder und die Rückfahrkamera inbegriffen.

Im Titanium ergänzen die Alu-Dachreling, der schlüssellose Fahrzeugzugang, die automatische Einparkhilfe, die elektrisch verstellbaren Vordersitze, das beheizbare Lenkrad, die beheizbare Frontscheibe, Sportsitze und das Navigationssystem den Serienumfang.

In der ST-Line geht es sportiver zu. Äußerlich erkennt man die Variante am Kühlergrill mit anthrazitfarbenem Rand, den sportlicheren Seitenschwellern und Stoßfängern sowie den auffälligeren 20-Zoll-Rädern.

Im Innenraum machen die 10-fach elektrisch verstellbaren Sitze mit Stoff- und Lederbezug und das Sony Navigations-Infotainment mit Touchscreen, DAB-Radio und 12 Lautsprechern den Unterschied. Den machen auch die Dinge aus, die man nicht sofort erblickt, aber während der Fahrt spürt. Etwa die adaptive Lenkung und ein Sportfahrwerk (ohne Tieferlegung!).

Die Topausstattung Vignale kommt serienmäßig mit einer exklusiven Lederausstattung, der Sitzheizung vorne, adaptiven LED-Scheinwerfern mit blendfreiem Fernlicht und dem Kühlergrill in Wabenoptik.

Mit dem Business-Paket, dem Design-Paket, dem Winter-Paket und weiteren Einzelextras lässt sich der Edge weiter auf die eigenen Bedürfnisse einrichten. Der Aufpreis, den man für den 210 PS-Diesel und die Automatik gegenüber dem 180-PS-Diesel mit Schaltgetriebe zahlt, liegt bei 3.500 Euro. Welcher der beiden Diesel das bessere Preis-Leistungs-Verhältnis bietet, dürfte damit beantwortet sein.

Zusammenfassung

Der große Ford – Dieses Statement erfüllt sich mit dem Ford Edge. Der Kölner, der aus Kanada kommt, bietet viel Platz für Passagiere und Gepäck. Das Komfortbild ist stimmig und auch fahrdynamisch hat er etwas zu bieten.

Auffällig gut ist beim Edge die Sicherheits- und Komfortausstattung und die Ruhe, mit der es in ihm vorangeht. Kein akustischer und dynamischer Nachteil dabei ist, dass vorne ausschließlich Dieselmotoren arbeiten, denn beide Diesel haben den schweren Ford Edge gesittet im Griff.

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