Dein Weg zum neuen Auto
Cupra hat sich mit dem Raval einiges vorgenommen. Dieser Elektro-Kleinwagen soll nicht nur der neue Star im Cupra-Portfolio werden, sondern auch zeigen, dass die Spanier ernst machen, wenn es darum geht, mit der Konkurrenz – besonders aus China – mithalten zu können.
Die Frage bleibt: Hat der Raval wirklich das Zeug dazu, den technischen Fortschritt aufzuholen, den man die letzten Jahre verschlafen hat? Und was macht ihn zum besseren Kauf im Vergleich zum VW ID. Polo oder dem Skoda Epiq?
Sportlich, aber mit Stil

Wenn man den Cupra Raval sieht, fällt sofort auf, dass er einen ganz anderen Weg geht als seine VW-Konzernbrüder. Während der ID. Polo und der Skoda Epiq eher brav daherkommen, hebt sich der Raval durch eine markante Frontpartie, sportliche Linien und eine aggressive Ausstrahlung ab. Er ist nicht einfach nur ein kleiner Elektro-Kleinwagen, sondern ein Auto, das auch Emotionen weckt.

Cupra bleibt seiner Linie treu: sportlich, edgy und voller Power, ohne aufdringlich zu wirken. In dieser Hinsicht ist der Raval der “Coole” der Familie und stellt die beiden anderen Fahrzeuge in den Schatten. Im Vergleich zu den eher langweiligen Designs von VW und Skoda macht der Raval optisch auf jeden Fall mehr her – und das trotz kleiner Abmessungen, was ihn besonders kompakt und urban tauglich macht.
Endlich mit besserer Bedienung

Der Innenraum des Cupra Raval ist, wie das Exterieur, ein Statement. Hier trifft Sportlichkeit auf digitale Innovation. Im Mittelpunkt steht das brandneue Infotainment-System, das mit einem 12,9-Zoll-Touchscreen und einem 10,25-Zoll Virtual Cockpit daherkommt. Der VW-Konzern verabschiedet sich also endlich von den kleinen Digitalinstrumenten, die wir aus den bisherigen ID.-Modellen und dem Cupra Born kannten.
Nun setzt man auf ein Android-basiertes Betriebssystem, das die Bedienung deutlich flüssiger machen soll. Testen konnten wir das in der finalen Software-Version allerdings noch nicht.

Der sportliche Auftrifft wird im Innenraum ebenfalls großgeschrieben. Dass der Raval mehr „Show“ als die klassischen VW-Modelle bietet, wird durch die extravagante Lichtinszenierung und Projektionen in den Türen unterstrichen sowie durch ansprechend gestaltete Sitzbezüge.
Hier merkt man: Cupra will mehr als nur praktisch sein. Wer also auf digitale Spielereien und ein modernes Ambiente steht, wird im Raval definitiv fündig.
Raum und Praktikabilität: Mehr als erwartet, aber nicht ganz an der Spitze

Der Cupra Raval ist, was den Platz angeht, ein echter Überraschungskandidat. Mit seinen kompakten Außenmaßen bietet der Raval eine überraschend gute Beinfreiheit auf den hinteren Plätzen – bis zu einer Körpergröße von 1,90 m. Dann wird es allerdings schon etwas eng, besonders was die Beinfreiheit betrifft, da die Beine dann in der Rückenlehne der Vordersitze landen. Die Kopffreiheit bleibt auch für größere Menschen gut, nur schränkt die tiefgezogene Dachlinie zur C-Säule hin das Sichtfeld ein.

Mit einem Kofferraumvolumen von 430 Litern bietet der Raval in seiner Klasse ordentlich Stauraum – sogar mehr als der Cupra Born (385 Liter). Das liegt vor allem am tiefen Ausschnitt unter dem Ladeboden.
Aber der VW ID. Polo mit 441 Litern und der Skoda Epiq mit 475 Litern liefern noch etwas mehr. Der Raval ist insofern nichts für Preis-Leistungs-Käufer, denn die bekommen bei Skoda mehr geboten.
Aufgeholt, aber nicht überholt

Der Cupra Raval zeigt im Vergleich zu früheren Elektro-Kleinwagen wie dem ID.3 oder dem Born einen echten Fortschritt. Er wird mit zwei Batteriegrößen angeboten: eine kleine 37 kWh Batterie für die Einstiegsmodelle und eine größere 52 kWh Batterie für die leistungsstärkeren Varianten.
Die Reichweite variiert je nach Modell: Bis zu 450 km bei den Launch-Editionen mit der größeren Batterie, während die später folgenden Einstiegsversionen mit einer Reichweite von etwa 300 km kommen.

Was die Ladeleistung betrifft, fällt der Raval allerdings ein wenig hinter den Erwartungen zurück. Mit der kleineren 37 kWh Batterie schafft er nur 90 kW Ladeleistung. Das bedeutet, dass das Laden von 10-80% rund 27 Minuten dauert – ein Wert, der definitiv Luft nach oben lässt.
Erst mit der größeren Batterie steigt die Ladeleistung auf 130 kW. Das verkürzt die Ladezeit auf 23 Minuten verkürzt.

Und da müssen wir feststellen: Die 130 kW Ladeleistung sind heutzutage durchschnittlich, aber alles andere als bahnbrechend. So könnte man sich fragen, ob der Raval mit dieser Ladeleistung nicht ziemlich schnell veraltet sein wird. Gerade mit dem aufstrebenden chinesischen Markt, der immer schneller ladende Modelle bietet, muss Cupra hier nochmal nachbessern, um langfristig konkurrenzfähig zu bleiben.
Fahrverhalten: Vielversprechend spritzig

Fahren konnten wir den Raval bislang noch nicht. Das soll sich in den nächsten Wochen ändern. Aber die Eckdaten des Ravals sind stimmig. Die Top-Version kommt mit 226 PS. Ungewöhnlich für so einen Kleinwagen ist auch, dass der Raval mit einem adaptiven DCC-Fahrwerk ausgestattet ist.
Die im Fahrzeugboden verbaute Batterie sorgt ohnehin für einen niedrigen Schwerpunkt. All das sind beste Voraussetzungen für viel Fahrspaß. Nur Heck- oder gar Allradantrieb wird es für den Raval nicht geben. Entsprechend erwarten wir, dass der Frontantrieb mit dem Drehmoment des Ravals schnell überfordert sein könnte und entweder stark herunter regelt oder mit der Traktion kämpfen wird.

Die Beste Nachricht ist allerdings: Endlich gibt es im Cupra Raval die Möglichkeit zur Rekuperationseinstellung und One-Pedal-Drive, die in den vorherigen Volkswagen-Modellen so lange gefehlt haben.
Fazit: Level up, aber nicht durchgespielt

Alles in allem ist der Cupra Raval definitiv ein großer Schritt nach vorne, vor allem im Vergleich zu den älteren Elektro-Modellen wie dem ID.3 und dem Born. Gäbe es den Born und ID.3 nicht mit größerer Batterie, wären sie direkt überflüssig. Wir merken dem Raval deutlich an, dass er die nächste Generation der Elektroautos aus dem Konzern einläutet.

Doch man darf nicht vergessen, dass der Raval zu Beginn nur in den teuren Launch-Editionen erhältlich ist. Und der Raval kann sich bei der Ladeleistung definitiv nicht hervorheben, sondern nur soliden Durchschnitt liefern. Trotzdem hat der Raval das Zeug dazu, der neue Liebling der Elektro-Kleinwagen werden.
Und was ist mit ID.Polo und Skoda Epiq? Nun, der Cupra Raval gefällt uns auf Anhieb, weil sein Auftritt direkt der eines Kompaktsportlers ist. Wer maximalen Praxisnutzen sucht, wird mit dem Skoda Epiq besser bedient. Der dritte ist, was der Name suggeriert: ein Polo.