BMW iX3 im Test

Ihr nächstes Auto soll ein BMW iX3 werden? Erfahren Sie alles Wichtige zu diesem Modell in unserem ausführlichen Testbericht!

Es hat lange gedauert, bis BMW nach dem i3 ein weiteres Elektroauto auf den Markt brachte. Der iX3 sieht auf den ersten Blick aus wie ein herkömmliches SUV der Marke. Doch im Test zeigt sich: Darunter verbirgt sich die neueste E-Technik des Konzerns. Wie gut ist das bayrische SUV mit Elektro-Motor und 286 PS?

  • Hohe Reichweite
  • Ausgeklügeltes Rekuperationssystem 
  • Gute Ausstattung
  • Teurer Einstiegspreis

Elektroautos von BMW, das hieß immer: Mutiges Design, gleich sollte zu erkennenen sein, das hier ist die Zukunft! Man denke nur an würfelförmigen i3 oder die Sportwagen-Hybrid-Flunder i8. Beim BMW iX3 sieht das anders aus. Das SUV ist als solches kaum vom herkömmlichen X3 zu unterscheiden - und der ist immerhin schon drei Jahre alt. Allein der verdeckte Kühlergrill, die aerodynamischen Felgen und die blauen Heckblenden verraten, dass es sich hier um ein Elektroauto handelt. Für BMW sogar ein ganz besonders wichtiges: Der iX3 ist erst der zweite Stromer im Portfolio der Marke, die Technik, die hier verbaut ist, wird auch in dem Coupé i4 im Sommer 2021 zum Einsatz kommen. Dazu gehören die Akkus, die über den ganzen Unterboden des BMW iX3 verteilt sind und eine 20 Prozent höhere Energiedichte besitzen als im i3. Außerdem verzichten sie auf seltene Erden. Der neue E-Motor soll sogar 30 Prozent effizienter als die vorherige Generation sein. Im Gegensatz zu eigens entwickelten E-Fahrzeugen, die Motoren an jeder Achse oder sogar jedem Rad besitzen, ist der BMW iX3 aber ganz klassisch aufgebaut: Es gibt ein 286 PS starkes Aggregat, das die Hinterräder antreibt. Typisch BMW eben.

Keine Veränderung im Innenraum

Weil der elektrische iX3 auf dem konventionellen X3 basiert, müssen sich Reisende, die mit diesem Modell vertraut sind, nicht umstellen. Im Inneren des SUVs sieht es bis auf die vielen blauen Zierelemente wie in jedem anderen BMW der Reihe aus. Im Vergleich zur Vorgängergeneration des X3 fällt auf: Die Verarbeitung hat sich deutlich verbessert. Einige der damals verbauten Plastikteile passten so gar nicht zum Markenimage des sogenannten “Premiumherstellers”. Stattdessen sind Fahrer:innen gut integriert ins Cockpit, das sich wie gewohnt auf die Person hinterm Steuer ausrichtet und in weiten Teilen dem des BMW 5er ähnelt.

Gute Verarbeitung, ausreichender Kofferraum

Die Verarbeitung ist hervorragend, die verwendeten Materialien hochwertig. Es gibt hübsche Ziernähte, schicke Materialien, alles fasst sich gut an. Plastik versteckt BMW dort, wo es nicht weiter auffällt. Optional zu bestellen sind Sportsitze, die aber nicht so wirklich zum iX3 passen. Der ist genauso wenig wie der X3 ein Sportwagen, doch die “Freude am Fahren” gehört nunmal zum Markenkern von BMW. Platz ist im iX3 auf jeden Fall mehr als genug, zumindest vorn, hinten geht es wie im X3 etwas enger zu, doch auch hier sitzen zwei Personen mehr als komfortabel. Wer noch mehr Geräumigkeit erwartet, weil es sich beim BMW iX3 um ein Elektroauto handelt, wird enttäuscht. Da die Basis bei allen X3 dieselbe ist, ergibt sich kein zusätzlicher Platz, weil der konventionelle Motor fehlt. Der Kofferraum ist im BMW iX3 mit 510 bis 1.560 Liter sogar etwas kleiner als in den Modellen mit Diesel oder Benziner (550 bis 1.600 Liter). Das dürfte für die meisten Einsatzgebiete aber ausreichend sein.

Bedienung: die Qual der Wahl

Wenn es um die Bedienung geht, stellt BMW seine Kund:innen vor die Qual der Wahl: Was darf es denn sein? Drehen, drücken, touchen, sprechen oder einfach in der Luft herumfuchteln? Genau, im BMW iX3 kommt auch eine Gestensteuerung zum Einsatz. Das geht in etwa so: Mit dem Zeigefinger einen kleinen Kreis malen. Rechts herum bewirkt, dass das Radio lauter wird, links herum das Gegenteil. Das ist allerdings eher eine Spielerei. Wesentlich besser gelungen ist die Sprachsteuerung, die keine festen Befehle benötigt, sondern ziemlich gut erkennt, was die Reisenden im BMW iX3 von ihm wollen. Hinzu kommen die aus dem X3 bekannten Steuerelemente. Der ‘iDrive’ genannte Drehregler im Mitteltunnel steuert alle Funktionen auf dem Display des Armaturenbretts, das sich aber auch per touchen und swipen bedienen lässt. Das Startmenü zeigt die wichtigsten Funktionen an, über die weiter in die Tiefe gegangen werden kann.

Zeit, den BMW iX3 endlich zu starten. Zu hören ist, wie bei Elektroautos üblich, nichts. Das wirkt bei einem 2,5 Tonnen Koloss wie dem iX3 zunächst seltsam, der Fahrer gewöhnt sich aber schnell daran. 286 PS leistet der die Hinterachse antreibende Elektromotor und sorgt für einen ordentlichen Drang nach vorne. Der ist ab der ersten Sekunde abrufbar, was zu einer erstaunlichen Beschleunigung aus dem Stand führt und den BMW iX3 in knapp unter sieben Sekunden auf Tempo 100 beschleunigt. Ab 180 km/h wird elektronisch abgeregelt, bei hohen Geschwindigkeiten verbraucht das SUV konstruktionsbedingt deutlich mehr Strom. Dafür sorgen die Batterien im Fahrzeugboden aber für einen niedrigen Schwerpunkt, so dass in Kurven kaum eine Seitenneigung zu bemerken ist. Die Federung ist makellos.

Vorausschauende Rekuperation

Besonders ausgeklügelt ist die Energierückgewinnung im BMW iX3. Der BMW nutzt eine adaptive Rekuperation, die die Daten des Navigationssystems und der Fahrzeugsensoren einbezieht - so lässt sich Energie sparen, indem das System die Strecke vorhersieht, den Verkehrsfluss analysiert und die Fahrweise daraufhin abstimmt. Der BMW iX3 erkennt etwa, wenn er sich einer Kreuzung nähert oder Abschnitten mit Tempolimit. Registriert die Frontkamera, dass die Ampel voraus von Grün auf Rot schaltet, leitet das die Rekuperation ein. Das gleiche passiert beim Setzen des Blinkers, um das Bremsen vor der Kurve für die Energierückgewinnung zu nutzen. In Kombination mit dem adaptiven Tempomaten, kann der BMW iX3 sogar vor Landstraßenkurven die Geschwindigkeit selbst reduzieren. Das funktioniert ziemlich perfekt - wer trotzdem die Rekuperation selbst bestimmen will, kann sie in drei Stufen manuell einstellen und so das gewohnte Ein-Pedal-Fahrgefühl eines Elektroautos herstellen. Dann lässt sich der BMW iX3 fast ohne den Einsatz des Bremspedals steuern. Apropos steuern: Die Lenkung des BMW iX3 wirkt etwas weicher, als man es von anderen BMW-Modellen gewohnt ist.

Der Verbrauch des SUVs hält sich dabei in Grenzen und liegt im Test mit etwa 20 kWh nur knapp über der Werksangabe von 18 bis 19 kWh. Die Reichweite gibt BMW im Schnitt mit 450 Kilometer an, sie sinkt aber wie bei allen Elektroautos je nach Fahrweise und Einsatz von Stromfressern wie Klimaanlage und Sitzheizung. In der Praxis kalkuliert man daher lieber knapp 100 Kilometer weniger ein. Sollte es einmal eng werden: An Schnellladesäulen tankt der BMW iX3 innerhalb von zehn Minuten Energie für weitere 100 Kilometer. 80 Prozent lädt der Akku in 34 Minuten - zumindest unter Idealbedingungen, Schnellladesäulen sind in Deutschland noch immer rar gesät. Ein Trostpflaster gibt es aber: BMW ist Teilhaber des Anbieters Ionity, so dass an dessen Ladesäulen einheitlich für 29 Cent getankt werden kann. Am bequemsten ist es zu Hause: An der heimischen Wallbox lädt der BMW iX3 über Nacht mit maximal 11 kW.

Ausstattung und Sicherheit

Serienmäßig ist der BMW iX3 schon mit einigen wichtigen Sicherheits- und Assistenzsystemen ausgestattet. Unter anderem enthalten ist ein Fahrassistent, der Fahrer:innen per Kamera- und Radarüberwachung auf langen Strecken entlastet. Er hält zwischen 30 und 210 km/h die Geschwindigkeit und passt den Abstand an ein vorausfahrendes Fahrzeug automatisch an. Das System erkennt auch das Tempolimit und senkt die Geschwindigkeit automatisch, sorgt dafür, dass der BMW iX3 in der Spur bleibt und weicht automatisch plötzlich auftauchenden Hindernissen aus. Ein Parkassistent hilft durch eine Kameraansicht von oben beim sicheren Einparken. Extra kosten zum Beispiel das Head-up Display (1.150 Euro), die verzichtbare Gestensteuerung (300 Euro), das adaptive M-Fahrwerk (489,99 Euro) oder eine schwenkbare Anhängerkupplung (1.100 Euro). Zusätzlich zur gut ausgestatteten Variante ‘Inspiring’ bietet BMW noch die Linie ‘Impressive’ für den iX3 an, die sich fast einer Vollausstattung annähert - die schlägt aber mit 71.800 Euro zu Buche.

Fazit: teuer, aber innovativ

Was auch der größte Schwachpunkt des BMW iX3 sein dürfte: Das SUV ist teuer. Selbst mit der Elektrobonus-Förderung von 7.500 Euro kostet die Einstiegsversion ‘Inspiring’ fast 60.000 Euro. Somit dürfte vor allem der Plug-in Hybrid der größte Konkurrent für den Stromer sein: Der BMW X3 xDrive30e kostet nur 57.900 Euro und wird mit 5.625 Euro gefördert - ist so also deutlich günstiger als der iX3. Hinzu kommt, dass er sich optisch und von der Bedienung her nicht vom Stromer unterscheidet. Vielleicht ist das aber auch die größte Stärke des BMW iX3, um Autokäufer:innen zum Umstieg zu bewegen. Er verbindet ein bewährtes Design und Handling, tolle Materialien mit modernster Elektro-Technik und einem wirklich beeindruckenden Rekuperationssystem. Damit muss er sich in der Premium-Liga der Stromer nicht verstecken, zumal der iX3 schönes Understatement ohne futuristischen Elektroauto-Schnickschnack bietet.

8/10 Wow-Wertung

Unsere Fachleute vergeben diese Bewertung nach ausführlicher Prüfung des Fahrzeugs.

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