Günstigster vs. teuerster Dacia Duster: Was bekommt man für 10.000 Euro mehr?

Andreas Heise
Senior Online-Redakteur Test
28. Februar 2026

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Wir vergleichen den günstigsten und teuersten Dacia Duster und verraten dir, wo die echten Unterschiede liegen – und ob sich der Aufpreis wirklich lohnt.

Der Dacia Duster ist ein Fahrzeug, das in seiner Basisversion schon viele begeistert. Doch was passiert, wenn man für das Top-Modell 10.000 Euro mehr ausgibt? Welche Features bekommt man zusätzlich, wo liegen die Unterschiede und lohnt sich das Ganze?

Dacia Duster Testbericht lesen

Wir nehmen den günstigsten Dacia Duster, den Eco-G 120 (LPG/Benzin) in der Ausstattung Essential, und stellen ihm den Hybrid-G 150 4×4 (LPG/Benzin) in der Extreme-Ausstattung gegenüber. Vorweg: In einer Kategorie ist der Günstig-Duster der klare Sieger – und wir reden nicht vom Preis …

Preisdifferenz: Exakt 10.000 Euro

Der Duster Eco-G 120 (Essential) beginnt bei 18.990 Euro. Mit diesem Basispreis werben die Rumänen gerne für ihr Kompakt-SUV. Dass es deutlich teurer geht, zeigt der Hybrid-G 150 4×4 (Extreme), für den mindestens 28.990 Euro fällig werden. Die Preisdifferenz von 10.000 Euro ergibt sich vor allem durch die umfangreichere Ausstattung, den Allradantrieb und den leistungsstärkeren Motor.

Interessant und natürlich kein Zufall: Die günstige Basis-Ausstattung ist an die Einstiegsmotorisierung gekoppelt. Sprich, Essential gibt es nur im Eco-G 120. Alle anderen Motoren sind mit den drei Ausstattungslinien Expression, Journey und Extreme kombinierbar.

Optik: Aus langweilig wird attraktiv

Wer sich im Konfigurator mit den Ausstattungsvarianten spielt, wird eines schnell feststellen: Mit einem Klick lässt sich der unscheinbare Basis-Duster mit 16-Zoll-Stahlrädern in ein vergleichsweise schickes Kompakt-SUV mit 17-Zoll-Felgen und kupferfarbenen Details verwandeln. Dafür reicht der Wechsel von der Ausstattungslinie Essential zu Extreme.

Wer noch etwas Budget übrig hat, wählt die optionalen 18-Zoll-Schlappen (+400 Euro) sowie das die aufpreispflichtige Zeder-Grün-Lackierung (+700 Euro) und der Duster ist nicht wieder zu erkennen. Beim Eco-G 120 sind diese Upgrades nicht möglich.

Serienausstattung: Minimalismus trifft auf volle Hütte

In puncto Ausstattung werden die Unterschiede zwischen Basis- und Top-Modell am deutlichsten. Ok, immerhin sind im Eco-G 120 Essential u. a. das LED-Tagfahr- und Abblendlicht sowie die Einparkhilfe hinten Serie. Eine Klimaanlage ist auch an Bord, die musst du aber manuell bedienen. Es gibt zwar ein Multimediasystem inkl. Bluetooth-Freisprecheinrichtung, jedoch ohne Touchscreen und ohne Smartphone-Integration (ab Ausstattung Expression).

Besitzer eines Hybrid-G 150 4X4 können da wohl nur lachen. Eine Klimaautomatik ist genauso selbstverständlich wie der schlüssellose Zugang, der 10,1-Zoll-Touchscreen und die Rückfahrkamera. Im Vergleich zu Expression und Journey kommen im Extreme-Modell z. B. kupferfarbene Designelemente innen und außen hinzu. Grüße an Cupra!

Interessant: Die serienmäßige Sicherheitsausstattung liegt gar nicht so weit auseinander. Liegt zum einen daran, dass der Duster generell keine High-Tech-Features wie z. B. automatisches Einparken oder teilautonomes Fahren bietet. Zum anderen sind einige Assistenzsysteme in der EU mittlerweile Pflicht für Neuwagen – das gilt dann auch für den günstigsten Duster. Am ehesten zu erwähnen sei das City-Paket, das optional nur in den Ausstattungen Journey und Extreme erhältlich ist und auch einen Toter-Winkel-Warner umfasst. Oder das Technik-Paket mit Adaptivem Tempopilot, das bei Journey zur Serie gehört und bei Extreme 700 Euro zusätzlich kostet.

Sonderausstattung: Kaum Optionen in der Basis

Nicht nur in der Serienausstattung sind die Unterschiede zwischen den Ausstattungslinien Essential und Extreme groß. Viele nette Extras bekommst du in der Einstiegs-Ausstattung gar nicht – auch nicht gegen Aufpreis.

So ist in der Extreme-Version gegen Zuzahlung z. B. eine induktive Smartphone-Ladefläche zu haben. Beheizbare Vordersitze sowie eine Einparkhilfe vorne und an den Seiten suchst du in der Sonderausstattung des Essential-Modells ebenfalls vergebens. Ebenso die Multiview-Kamera oder die beheizbare Windschutzscheibe. Immerhin: Die elektrische Heckklappe (+660 Euro) gibt es für beide.

Leistung und Fahrkomfort: Allrad und Automatik als größte Unterschiede

Im günstigsten Duster (Eco-G 120 Essential) werkelt ein 1,2 Liter großer Turbo-Dreizylinder-Benziner unter der Haube. Die 90 kW/122 PS versprechen keine hohe Fahrdynamik, sollten für den Alltag aber ausreichen. Von 0 auf 100 km/h geht es in gemächlichen 11.0 Sekunden. Aufgrund des 6-Gang-Schaltgetriebes musst du hier noch selbst die Gänge einlegen, was den Fahrkomfort etwas schmälert.

Der teuerste Duster Hybrid-G 150 4×4 (Extreme) unterscheidet sich vor allem in drei Dingen vom günstigsten Derivat: Statt Fronantrieb bietet er Allrad, was für eine bessere Traktion sorgt. Statt einer manuellen Schaltung wartet ein 6-Gang-Doppelkupplungsgetriebe. Und der Dreizylinder-Turbo wird mit einem E-Motor kombiniert – es handelt sich also um einen Hybrid. Trotz der gesteigerten Leistung (113 kW/154 PS) geht es auch das Top-Modell gemütlich an: 10,2 Sekunden vergehen bis Landstraßentempo. Bei der Höchstgeschwindigkeit gibt es keine Unterscheide – beide Modelle rennen bis 180 km/h.

Verbrauch: Beide fast gleichauf

Bevor wir zu den Zahlen kommen, solltest du wissen: Sowohl der Eco-G 120 als auch der Hybrid-G 150 4×4 lassen sich mit Benzin, aber auch Autogas/LPG betanken. Beides ist möglich. Sprich, es gibt zwei separate Tanks, die in beiden Modellen jeweils 50 Liter fassen.

Beim Verbrauch sind die Unterschiede marginal: Der günstige Eco-G 120 ist offiziell mit 7,5 Liter Autogas auf 100 Kilometer angegeben, der Hybrid-G 150 4×4 mit 7,3 Litern, also mit etwas weniger. Entscheidest du dich für den Benzinantrieb, fließen bei beiden Modellen 6,0 Liter auf 100 Kilometer durch die Brennräume. Alles in allem ein Pluspunkt für das teure Modell, da es trotz Allrad und mehr Power nicht mehr verbraucht – zumindest auf dem Papier.

Kofferraum: Teurer ist nicht besser

Natürlich ist klar, dass der Hybrid-G 150 4×4 die meisten Kategorien gewinnen sollte. Wäre schlimm, wenn nicht. Doch in einem Punkt hat ganz klar der Einstiegs-Duster die Nase vorn. Mit 453 Litern Kofferraumvolumen bietet er stolze 105 Liter mehr Kofferraumvolumen als das Top-Modell (348 l).

Bei umgeklappter Rücksitzbank beträgt der Unterschied 131 Liter. Dann passen beim Eco-G 120 maximal 1.545 Liter ins Heck, beim Hybrid-G 150 4×4 sind es nur 1.414 Liter. Der komplexe Hybridantrieb samt Allrad benötigt eben Platz und hat damit auch Nachteile.

Fazit: Alles Einstellungssache

Egal ob für 18.990 Euro oder für 28.990 Euro – der Dacia Duster ist so oder so ein echtes Preis-Leistungs-Wunder. Der Einstiegs-Duster ist für alle Minimalisten, die einfach nur günstig von A nach B kommen wollen. Und kein Problem haben, selbst Hand anzulegen, ob bei der Klimaanlage oder der Schaltung. Als kleine Entschädigung fällt das Kofferraumvolumen deutlich größer aus als beim teuersten Derivat.

Wer zum 10.000 Euro teureren Hybrid-G 150 4X4 greift, der bekommt nicht nur Allrad und mehr Leistung, sondern das komplettere Fahrzeug. So erhältst du in der Extreme-Variante viele Features, die den Komfort deutlich erhöhen und für viele Autobesitzer:innen heutzutage zu einem modernen Auto dazugehören. Nebenbei macht der Duster optisch auch mehr her. Und selbst wer fleißig Kreuzchen auf der SA-Liste macht, bleibt noch unter 35.000 Euro. Kein Wunder, dass sich ein überraschend großer Anteil der Dacia-Kund:innen für die Ausstattung Extreme entscheidet.

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