Dein Weg zum neuen Auto
Weil die Zukunft zwar elektrisch ist, aber die Gegenwart noch knattert, klären wir heute: Audi A5 Avant oder BMW 320d Touring – wer ist der bessere Diesel-Kombi?
Hier stehen zwei von den besten, modernsten und sparsamsten Dieselmotoren aller Zeiten auf dem Prüfstand. Also genau die Autos, die du fährst, wenn dein Arbeitgeber sagt: „Du bist wichtig“ – oder wenn du einfach sehr gern 300 Kilometer Autobahn am Stück wegdrückst.
Die Frage ist simpel: Welcher Kombi ist besser? Audi A5 Avant oder BMW 320d Touring? Und natürlich auch: Welcher verbraucht weniger?
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Größe kann jeder – aber bringt’s was?
Der Audi A5 Avant ist erstmal der größere Brummer: 12 cm länger, dazu breiter und höher. Du bekommst also objektiv „mehr Auto“. Klingt gut, hat aber Nebenwirkungen. Denn: Der A5 wiegt auch direkt mal 170 kg mehr (knapp 1,9 Tonnen). Und das merkst du nicht nur beim Rangieren, sondern auch beim Wendekreis. Da liegt der Münchner (11,4 m) deutlich vor dem Ingolstädter (12,1 m). Kurz gesagt: Der Audi wirkt ein bisschen wie der Kollege, der im Büro immer den größten Bildschirm hat – aber trotzdem nie schneller fertig wird.

Platz & Alltag: Audi größer, BMW praktischer (häh?)
Und jetzt kommt’s: Obwohl der Audi größer ist, passt weniger in den Kofferraum (448 l) als beim BMW (500 l). Autsch. Dazu ist auch die Anhängelast beim BMW besser (1,8 vs. 1,7 Tonnen). Hinten sitzt man in beiden okay, aber ohne „Wow“-Moment. Beim A5 ist der Einstieg besser geworden (endlich können auch Menschen mit Füßen einsteigen), aber so richtig riesig ist es trotzdem nicht. Dafür hätte man angesichts des Radstands eigentlich mehr erwartet.

Preis & Ausstattung: BMW macht’s dir leichter
Der BMW 320d Touring startet als Hecktriebler bei 56.500 Euro und ist damit ein Stück günstiger als der Audi A5 Avant mit Frontantrieb, der 1.050 Euro mehr kostet. Auch bei den Allradvarianten bleibt das Bild ähnlich, denn der BMW liegt dann bei 59.000 Euro und ist immer noch 900 Euro günstiger als der Audi. Bei den Assistenzsystemen macht es dir BMW einfacher: Beim Audi gibt’s vieles nur in teuren Paketen, während du beim BMW deutlich kleinteiliger und damit günstiger konfigurieren kannst.

Innenraum: Audi schick, BMW clever
Im Audi sieht’s hochwertig aus, vor allem durch viel Stoff – der kaschiert das Hartplastik ganz gut. Bis du dir das Knie dran stößt. Dann weißt du wieder: Willkommen in der Realität. Ob man ein Beifahrerdisplay braucht, sei dahingestellt. Das Hauptdisplay ist groß, die Klima ist ins Display gewandert (Gewöhnungssache) und die Mittelkonsole präsentiert sich schön clean … nur leider in Glanzlack, was Fingerabdrücke magisch anzieht. Und dann das Lenkrad: echte Knöpfe, aber auch touchsensitiv – du willst leiser machen, streichelst aus Versehen drüber und plötzlich macht das Auto irgendwas.
Der BMW ist innen vor allem praktikabel: iDrive-Drehdrücksteller, echte Knöpfe und am Lenkrad die Drive-Modi da, wo man sie erwartet. Das fühlt sich leichter, intuitiver und einfach sympathischer an. Obwohl der aktuelle 3er bereits seit 2019 auf dem Markt ist, wirkt das Interieur dank iDrive und guter Bedienlogik immer noch angenehm frisch.

Motoren: beides Diesel, Audi mit modernerer Mildhybridtechnik
Beide setzten auf Vierzylinder-Diesel und Mildhybrid-Technik, aber Audi hat hier das frischere Setup: Neben dem Riemenstartergenerator, der beim Segeln den Motor wieder anlassen kann, sitzt beim A5 zusätzlich noch ein Triebstranggenerator am Getriebe. Leistungstechnisch bringt der Audi 204 PS plus 24 E-PS auf die Straße, dazu 400 Nm und eine 7-Gang S tronic. Der BMW kommt auf 190 PS plus 11 E-PS, ebenfalls 400 Nm, kombiniert mit einer 8-Gang Automatik. Auf dem Papier wirkt der Audi damit moderner – ob sich das auch im Verbrauch bemerkbar macht, liest du weiter unten.

Fahreindruck: Audi komfortabel, BMW gewohnt sportlicher
Der Audi fährt komfortabel, leise und sanft, wirkt dabei aber etwas charakterlos und nicht wie der große Sprung nach vorn. Dazu nerven Kleinigkeiten in der Bedienung, etwa das umständliche Abschalten des Gepiepes. Die Beschleunigung ist okay, aber nicht spektakulär, und Frontantrieb hat im Winter höchstens theoretische Vorteile.
Der BMW fühlt sich insgesamt lebendiger an, vor allem im Sportmodus, rollt minimal sanfter, ist dafür etwas schlechter gedämmt. Obwohl er weniger Leistung hat, ist er durch sein geringeres Gewicht schneller auf 100 (7,2 statt 7,7 Sekunden), während der Audi mit 240 km/h etwas mehr Spitze schafft. Die Lenkung ist direkter und teils nervös, dafür sind die Sitze extrem bequem.

Verbrauch: Damit hätte wohl keiner gerechnet
Jetzt kommt der Moment, auf den alle Außendienstler gewartet haben: der Verbrauch. Gefahren wurde die gleiche Strecke im Comfort-Modus, mit Richtgeschwindigkeit 130 und gelegentlich etwas schneller, am Ende lag die Durchschnittsgeschwindigkeit bei 115 km/h. Beide Autos waren dabei schlechter als offiziell angegeben, doch nicht nur das: Der BMW kam auf 5,7 l/100 km und schafft damit rund 1.035 km Reichweite, während der Audi 6,3 l/100 km brauchte und nur etwa 952 km weit kommt. Bei nahezu identischen Tankgrößen (Audi 60 Liter, BMW 59 Liter) ist das ziemlich eindeutig: Der BMW ist hier der sparsamere Diesel-Kombi – und das, obwohl der Audi eigentlich moderner sein will.

Fazit: BMW gewinnt durch Alltagstauglichkeit und Effizienz
Der Audi A5 Avant ist größer, wirkt hochwertig und fährt absolut solide. Aber er ist schwerer, weniger wendig, nicht wirklich geräumiger – und beim Verbrauch bleibt er angesichts seiner modernen Mildhybridtechnologie hinter den Erwartungen zurück. Der BMW 320d Touring ist vielleicht nicht der neueste Stern am Himmel, aber er ist praktischer, leichter zu bedienen – und am Ende auch noch sparsamer. Wenn du also den „Hilti-Passat“ abhängen willst, ohne an der Tankstelle zu weinen: BMW.