Der Kombi, der alles kann (außer günstig) – Wir sind den BMW M3 Touring gefahren

14. Januar 2026 von

Dein Weg zum neuen Auto

Der kostenlose und einfache Weg, Ihr Auto online zu wechseln.
4,6/5 aus 22.472 Bewertungen

Wir sind den BMW M3 Touring gefahren – und ja: 530 PS sind eigentlich komplett sinnlos. Aber weil das hier ein Kombi ist, kann man sich diesen Wahnsinn erstaunlich gut schönreden.

Der BMW M3 Touring ist im Grunde die Antwort auf eine Frage, die lange niemand gestellt hat – und plötzlich wollen ihn alle. Ein M3 als Kombi gab’s nämlich vorher noch nie in der BMW-Geschichte. Und genau deshalb wirkt das Ding so absurd wie genial: Familienauto-Optik, aber darunter steckt ein richtiges M-Modell mit 3,0-Liter-Reihensechser, 530 PS und 650 Nm.

BMW M3 Touring Testbericht entdecken!

Das Auto ist brutal schnell, aber gleichzeitig so konstruiert, als würde BMW wirklich erwarten, dass man damit jeden Tag einkaufen fährt. Oder zum Baumarkt. Oder zur Kita. Aber wie gut ist er wirklich? Wir haben Lob und Kritik gesammelt.

Vorteil 1: Er ist tatsächlich praktisch

Das klingt wie ein schlechter Witz, ist aber einer der größten Pluspunkte: Der M3 Touring ist ein Kombi – und damit einfach brauchbar. Viel Platz, großer Kofferraum, hohe Alltagstauglichkeit. Und man kann den Kauf wirklich kreativ rechtfertigen: „Schatz, das ist kein Sportwagen … das ist ein Kombi!“

Vielleicht der größte Haken, was die Praxistauglichkeit angeht: die fehlende Anhängelast. Aber das ignorieren wir an dieser Stelle einfach mal ganz elegant.

Vorteil 2: Digitaler Schlüssel – und du kannst ihn sogar „kastrieren“

BMW hat hier ein Feature, das erstmal nach Spielerei klingt, aber in der Realität ziemlich praktisch sein kann: Du kannst den digitalen Schlüssel verschicken. Zum Beispiel, wenn jemand das Auto umparken muss.

Du kannst sogar die Leistung und Höchstgeschwindigkeit reduzieren. Perfekt, wenn der 18-jährige Sohn damit zum Praktikum ballern will, aber du nicht willst, dass der M3 auf dem Rückweg das Verteilergetriebe als Konfetti ausspuckt.

Vorteil 3: Die Carbon-Schalensitze sind genial – aber nerven auch

Der Testwagen hatte die optionalen Carbonschalensitze an Bord. Und wenn man einmal drin sitzt, ist es wirklich ein Fest: super Seitenhalt, trotzdem bequem, auch auf längeren Strecken. Aber: Das Einsteigen ist jedes Mal ein kleines Sportprogramm. Die Seitenwangen sind hoch und hart, du musst ständig drüberklettern – und das kann im Alltag nerven.

Vorteil 4: Bedienung – die goldene Mitte, bevor alles nur noch Touch ist

Wenn du moderne Autos fährst, merkst du schnell: Alles wird Touch, alles wird Bildschirm, alles wird Menü. Der M3 Touring ist da noch angenehm oldschool. Er hat noch den iDrive-Drehdrücksteller, einen richtigen Gangwahlhebel und echte Knöpfe am Lenkrad. Und genau das fühlt sich wie die perfekte Balance an: Modern genug, aber nicht so digital, dass du beim Fahren erstmal ein Software-Studium brauchst.

Vorteil 5: Fahrverhalten – Cruiser und Skalpell in einem Auto

Und jetzt kommt der Teil, der den M3 Touring wirklich besonders macht: Wie er fährt. Das Facelift-Modell bietet 530 PS, 650 Nm und ein Fahrwerk, das nochmal optimiert wurde. Das Ding wiegt als Touring knapp unter zwei Tonnen – und trotzdem merkt man davon schockierend wenig. In Kurven neigt er sich kaum, bleibt stabil, wirkt messerscharf. Und gleichzeitig ist er nicht unbequem. Diese Kombination ist extrem schwer hinzubekommen.

Kritikpunkt 1: Bremsen quietschen (aber nicht zwingend ein Drama)

Wie haben uns die Kritik im Internet zum M3 Touring angeschaut und unter die Lupe genommen. Viele regen sich über quietschende Bremsen auf. Und ja: Bei sportlichen Autos passiert das. Porsche können das auch. Es hängt davon ab, wie heiß die Bremsen wurden, wie sie belastet wurden und ob man sie „einfahren“ muss. Beim Testwagen mit den aufpreispflichtigen Keramikbremsen konnten wir keine Auffälligkeiten feststellen, auch wenn gerade diese Art von Bremse für quietschende Geräusche bekannt ist.

Kritikpunkt 2: Er steht vorne zu hoch

Auch das ist ein Klassiker aus den Kommentaren: zu viel Luft im Radhaus, vor allem vorne. Und ja – nachvollziehbar. Unser Testwagen stand außerdem auf Winterreifen, was die Optik nicht besser macht.

Dazu kommt: Hinten könnten die Räder nach unserem Geschmack ruhig weiter rausstehen. Tipp: Im Konfigurator genau hinschauen, welche Felgen man nimmt. Und wer es sportlicher will, sollte über das tiefere Performance-Fahrwerk nachdenken. Oder gleich zum Tuner seines Vertrauens gehen.

Kritikpunkt 3: Parkassistent, Display, USB-Stick – teils berechtigt, teils Quatsch

Hier kommet Kritik zu einzelnen Funktionen, die wir uns genauer angeschaut haben. Parkassistent: tatsächlich unzuverlässig. Wurde in Tiefgaragen und auf normalen Parkplätzen getestet. Trotz klarer Linien findet er nicht immer die Lücke. Nicht gerade ein System, dem man blind vertraut. Display: Viele finden, es sieht komisch aus. Geschmackssache. Wichtiger ist: Es funktioniert und spiegelt nicht – und das passt hier. USB-Stick: Beschwerden, dass manche keine Musik abspielen konnten. Bei uns lief es problemlos, sogar mit gemischten Dateien auf dem Stick.

Kritikpunkt 4: Allradantrieb und Verteilergetriebe

In Foren liest man immer wieder die Sorge, dass das Verteilergetriebe Schaden nehmen kann, wenn die Reifen vorne und hinten unterschiedlich stark abgefahren sind. Und ja: Da ist was dran. Wenn die Profiltiefen zu unterschiedlich sind, muss das Verteilergetriebe stärker arbeiten – und das kann auf Dauer Stress bedeuten, gerade weil der M3 im Allradmodus trotzdem viel Kraft nach hinten schickt. So sollten die Profiltiefen idealerweise nicht mehr als 2 bis 3 mm auseinanderliegen.

Kritikpunkt 5: Verbrauch und Preis – hoch, aber kaum überraschend

Überraschung: Ein 3,0-Liter-Motor mit über 500 PS ist nicht sparsam. Im Alltagstest mit Autobahn und Landstraße, ohne besonders vorsichtig zu fahren, lag der Verbrauch bei 12 Litern auf 100 km. Sind wir ehrlich: Wer so ein Auto kauft und dann über Verbrauch schockiert ist, hat das Konzept nicht verstanden.

Der Preis tut aber mehr weh: In der Basis kostet der BMW M3 Touring knapp über 107.000 Euro. Mit guter Ausstattung können es schnell 130.000 Euro sein. Und dann kommt der Moment, der wirklich reinhaut: Für das Geld bekommst du schon einen BMW 7er. Das Verhältnis „3er zu 7er“ wirkt einfach schockierend. Klar, M-Modelle waren nie günstig – aber geil ist es trotzdem nicht.

Fazit: Kaufen, kaufen, kaufen

Am Ende ist das Urteil ziemlich eindeutig: Das Positive überwiegt klar. Der BMW M3 Touring ist nicht nur einer der besten BMW, die es aktuell gibt – er vielleicht sogar einer der besten BMW aller Zeiten.

Ja, du musst mit hohen Kosten leben, ob Anschaffung oder Unterhalt. Aber wenn man das weiß und akzeptiert, bekommt man ein Auto, das absurd schnell ist und trotzdem praktisch bleibt – und sich fahrdynamisch anfühlt, als hätte BMW kurz vergessen, dass es eigentlich ein Kombi ist.

BMW M3 Touring Testbericht lesen