Audi A6 Avant

Ein geräumiger Kombi mit Langzeitqualitäten

8,9
Wow-Wertung
Das ist die mittlere Bewertung der führenden Autozeitungen.
  • Großer Gepäckraum
  • Sehr gute Verarbeitung
  • Komfortable Federung
  • Hoher Preis
  • Teure Extras
  • Kein Digitalcockpit

43.650 € - 71.450 € Preisklasse

5 Sitze

4,4 - 6,9 l/100km

Test

Der Avant bildet im A6-Modellprogramm die Mehrheit. Von zehn Kunden entscheiden sich sechs für die Kombiversion von Audis oberer Mittelklasse. Warum dem so ist, erklärt sich unter anderem beim Einladen von Holzlatten im Baumarkt oder beim Taxi spielen, wenn jemand mit drei großen Koffern vom Flughafen abgeholt werden muss – mit einer A6 Limousine und ihrem flachen Kofferraum gerät man hier schnell an die Ladegrenzen.

Wie der BMW 5er Touring und das E-Klasse T-Modell hat der Audi A6 Avant mit 4,94 Meter Länge ein stattliches Format. Die Verarbeitung ist hochwertig und solide, der Fahr- und Geräuschkomfort erhaben und besonders die Dieselmotoren arbeiten kraftvoll und sparsam.

Egal für welchen Antrieb man sich entscheidet, der A6 Avant überzeugt mit seinem sicheren Handling und seinem langstreckentauglichen Komfort. Ein Bonus an Sicherheit erhält man mit dem Quattro-Antrieb mitgeliefert.

Sehr ausgereift ist der A6 Avant obendrein. Schon 2011 präsentiert, erhielt das Modell anlässlich der 2014er Überarbeitung neue Motoren, verbesserte Getriebe und ein modernes Infotainmentsystem. In manchen Momenten fühlt sich der kultivierte und leise Audi A6 beinahe wie ein Audi A8 an. Dieser Eindruck von Oberklasse in der oberen Mittelklasse verstärkt sich noch mit Extras wie den Massagesitzen, der Luftfederung und dem Head-up-Display. Das Ganze will natürlich bezahlt werden und der Audi A6 Avant ist nicht gerade ein Schnäppchen.

Im Innenraum zelebriert das Audi Design oft seine großartigsten und eindrucksvollsten Auftritte. So geschieht es auch im A6 Avant.

Das Interieur

Ein Kombi ist seiner Bestimmung nach auch ein Nutztier. Macht man es sich im Cockpit und auf den komfortablen Sesseln des A6 Avant bequem, dann geht dieser Eindruck völlig verloren. Bei den eingesetzten hochwertigen Materialien und der hervorragenden Verarbeitung schenken sich Audi A6 Avant, BMW 5er Touring und Mercedes E-Klasse T-Modell wenig. Auf den Vordersitzen kommt man gut unter und hinten im Fond fährt man auch als Erwachsener bequem mit.

Das Cockpit ist nicht nur phantastisch anzuschauen, sondern übersichtlich. Die Ergonomie stimmt, nur das MMI-Touch-Bediensystem könnte etwas intuitiver von der Hand gehen. Auch ein paar Ablagen könnte es noch mehr geben. Aber das war es dann schon an Kritik.

Der Kofferraum

Oft passen Gegenstände nicht in die A6 Limousine hinein, die im A6 Avant noch relativ locker zu verstauen wären. Der A6 Kombi bietet unterhalb der sich elektrisch öffnenden Heckklappe mehr Länge, Breite und Höhe zum Einladen. Zwar kommt im Stufenheck mit 530 statt 565 Litern nicht viel weniger unter, aber bei heruntergeklappter Rückbanklehne offenbart sich der große Unterschied: Nun schluckt das Kombi-Gepäckabteil mit 1.680 statt nur 995 Litern deutlich mehr Gepäck.

Reicht das immer noch nicht, dürfen hinten noch bis zu 2,1 Tonnen an den Haken genommen werden. Benötigt man noch mehr Transportkapazität, wird man bei Mercedes mit dem neuen E-Klasse T-Modell fündig, das 640 bis 1.820 Liter Ladung aufnimmt. Auch so etwas Praktisches wie das separat zu öffnende Heckfenster des BMW 5er Touring zum Einladen, ohne dass die ganze Haube nach oben schwenkt, hat der Audi A6 Avant nicht zu bieten.

Beim Komfort und der Straßenlage steht der Audi A6 Avant den Konkurrenten aus Stuttgart und München in nichts nach. Der Avant umrundet Kurven zwar nicht ganz so sportlich-agil wie der heckgetriebene 5er Touring, bei dem konzeptbedingt keinerlei Antriebseinflüsse in der Lenkung zu spüren sind und federt nicht ganz so komfortabel wie der E-Klasse Kombi, dafür trumpft er mit dem exzellenten Quattro-Antrieb auf.

Auf verschneiten, vereisten und nassen Fahrbahnen, wo Fronttriebler bereits an ihre Grenzen stoßen, schreitet der allradgetriebene Audi tapfer voran. Der permanente Allradantrieb sorgt damit ganzjährig für sicheres Vorankommen.

Der 4×4-Antrieb ist für den Avant 2.0 TDI mit 190 PS, den Avant 3.0 TDI mit 218 PS und den Avant 2.0 TFSI mit 252 PS bestellbar. Ab 272 PS Motorleistung gehört er im A6 Avant immer mit zum Angebot.

Eindeutige Vorteile bieten auch die optionale Luftfederung und das serienmäßige drive-select-System. Mit dem lässt sich die Härte des Fahrwerks sowie das Ansprechen von Gaspedal und Lenkung zwischen komfortablem und sportlichem Fahrverhalten einstellen. Mit der Luftfederung schwebt der A6 Avant über den Belag.

Drei Fragen stellen sich auch beim Kauf eines A6 Avant beim Antrieb: Diesel oder Benziner? Schaltgetriebe oder Automatik? Front- oder Allradantrieb?

Die Benziner

Der 190 PS starke 1.8 TFSI gibt im A6 Avant den Einstieg mit genug Kraft. Erst wenn man oft schnell auf der Autobahn unterwegs ist, spürt man die Grenzen. Dann sollte man über den 2.0 TFSI mit 252 PS oder die noch reizvolleren Motoren im Avant nachdenken, den 4.0 TFSI mit 450 PS oder als ultimative Antriebslösung die 560 oder 605 PS starken Hochleistungsaggregate in Verbindung mit dem Allradantrieb in den Sporttransportern RS6 Avant und RS6 Avant performance.

Die Gänge oder Schaltstufen werden im A6 Avant mit dem Sechsgang-Schaltgetriebe, dem Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe oder der Achtgang-Automatik gewechselt.

Die Diesel

Zwei Dinge sind wichtig zu wissen. Ein Dieselmotor ist bei der Anschaffung kostspieliger, spart dann aber durch den niedrigen Verbrauch im Laufe eines Autolebens. Und von einem Dieselmotor von Audi ist heute, außer beim Kaltstart, nicht viel mehr im Innenraum zu hören als von einem Benziner. Speziell im A6 nicht, da gute Dämmung und die seit 2014 verbaute Akustikverglasung dafür sorgen, dass das Geräuschniveau im Avant angenehm niedrig ausfällt.

Diesel mit 150 PS bis 326 PS Leistung stehen zur Wahl. Die sparsamsten Vierzylinder leisten 150 oder 190 PS im Avant 2.0 TDI ultra. Ihr Verbrauch liegt nach Werksangabe zwischen 4,4 und 4,7 l/100 km und in der Praxis rund zwei Liter darüber.

Noch harmonischer und druckvoller als mit den Vierzylindermotoren baut sich die Kraft mit den Sechszylinderdieseln auf. Der 3.0 TDI ist mit 218 PS, 272 PS, 320 PS oder 326 PS zu bestellen und in jeder Form eine Sünde wert, die, im Gegensatz zu einem starken Benziner, vom Verbrauch nicht bestraft wird.

Die ganz große Sicherheit hängt im A6 Avant nicht von den Extras ab dank der guten Crashstruktur der Karosse, der äußerst effektiv verzögernden Bremsanlage und dem fahrstabilen Fahrwerk, aber die Optionen steigern das Sicherheitsniveau im Audi nochmals.

Audis Sicherheitssystem Audi pre sense steht in verschiedenen Ausbaustufen zur Wahl. Im serienmäßigen pre sense basic werden bei Gefahr die vorderen Gurte gestrafft und das Schiebedach sowie die Fenster geschlossen.

In der Ausbaustufe pre sense front mit dem Stop&Go-Tempomat leitet das System autonom eine Bremsung ein und in der höchsten Ausbaustufe, dem pre sense plus, verzögert die Bremsanlage kurz vor dem Crash mit vollem Druck. Unterhalb von 20 km/h vermeidet das zumeist einen Unfall komplett.

Zudem tragen der Spurwechsel- und der Spurhalteassistent zur Sicherheit bei. Die lässt sich mit den Matrix-LED-Scheinwerfern nochmals steigern und ebenfalls mit dem Nachtsichtassistenten, dessen Ferninfrarot-Kamera den Bereich 300 Meter vor dem Fahrzeug überwacht und vor Personen oder Wildtieren warnt: optisch auf dem Display und im optionalen Head-up-Display sowie akustisch mit einem Gong.

Im ADAC-Bremstest stand der Audi A6 Avant 2.0 TDI ultra nach einer Vollbremsung aus 100 km/h nach hervorragenden 33,9 Metern. Das Crashverhalten und die Absicherung durch die elektronischen Helfer wurden im Euro NCAP-Crashtest mit fünf Sternen bewertet.

Schon die Serienausstattung ist im A6 Avant umfangreich. Sie umfasst das Bediensystem MMI, das Radio mit acht Lautsprechern, die Klimaautomatik, die elektrische Heckklappe, das Multifunktions-Lederlenkrad, den Licht- und Regensensor, die Mittelarmlehne, den Bremsassistenten und die Akustikverglasung im Frontbereich.

Die Leichtmetallräder haben bei fast allen Motorisierungen das Format 17 Zoll. Xenon-Scheinwerfer, die Reifendruckkontrolle, das adaptive Bremslicht und die LED-Blinker sind im Avant immer inklusive wie auch die je zwei Airbags an der Front, in den Lehnen der Vordersitze und im Dachrahmen.

Den Wohlfühlfaktor beim Avant-Fahren steigern Extras wie die Vierzonen-Klimaautomatik, die programmierbare Standheizung, das Panoramaglasdach, das Head-up-Display, der Parkassistent oder die Vordersitze mit Belüftungs- und Massagefunktion. Die teure Version der MMI Navigation mit ihrem brillanten 8-Zoll-Monitor treibt den Preis genauso in die Höhe wie die zwar überzeugende, aber nicht gerade günstige Luftfederung.

Und das Infotainment im A6 Avant? Mit Audi connect geht es mit dem LTE-Standard flott online. Echtzeit-Stauinfos und unzählige Sender des Internetradios können empfangen werden und Musik lässt sich streamen, solange bei Überlandfahrten die Signalqualität stimmt. Trotz des modernen Infotainments bemerkt man aber auch, beispielsweise durch das Fehlen des famosen volldigitalen Cockpits in der Preisliste (Audi virtual cockpit), dass der A6 Avant nicht mehr zu den jüngsten in Audis Modellpalette gehört.

Zusammenfassung

Lieber warten bis der neue A6 Avant präsentiert wird? Mit dem aktuellen A6 Avant erhält man ein durch und durch ausgereiftes Konzept, das bei der Verarbeitung, dem Fahrkomfort und der Sicherheit weiterhin zu den attraktivsten Angeboten in der Klasse der noblen Kombis gehört. Auch wegen der schon unter Beweis gestellten Langzeitqualität, die ein ganz neues Modell vom Start an oft nicht bieten kann. Nicht lang warten, ist daher durchaus eine sehr gute Entscheidung.

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