Toyota Prius+ Test

Der Hybrid-Pionier als 7-Sitzer

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Wow-Wertung
Das ist die mittlere Bewertung der führenden Autozeitungen.
  • 7 Sitze
  • Großer Kofferraum
  • Sparsamer Hybridantrieb
  • Laut bei Vollgas
  • Träge Automatik
  • Schwache Bremsleistung

32.390 € - 36.190 € Preisklasse

7 Sitze

4,6 - 4,9 l/100km

Test

Hybrid fahren mit der Großfamilie – das war in Europa erstmals im Jahr 2012 möglich, als Toyota den Prius+ präsentierte, einen Prius mit sieben Sitzen, mit hohem Dach und ohne Konkurrenten.

Auf den sieben Sitzen bietet der Prius mit dem Pluszeichen gut Platz, da er mit 4,62 Meter ein ganzes Stück länger ausfällt als der normale Prius mit 4,54 Meter. In der zweiten Sitzreihe bietet der Siebensitzer dank der verschiebbaren Rücksitze ein variables Maß an Raum und dahinter auf den Plätzen sechs und sieben so viel Spielraum, dass zumindest Kinder unterkommen können.

Im Kofferraum hat der Prius+ mit seinem längeren Radstand und dem größeren, hinteren Überhang mit bis zu 1.750 Liter Ladevolumen mehr zu bieten als der normale Prius. Allerdings profitiert der 136 PS starke Hybridkombi dabei nicht von der hervorragenden Technik der vierten Prius Generation, die erst 2016 im Prius 4 auf den Markt kam.

Ebenfalls 2016 erhielt der Prius+ ein kleines Facelift. Dies sollte vor allem für mehr Harmonie und Laufruhe beim Zusammenspiel von Benzin- und Elektromotor sorgen.

Wie das gelungen ist, ob der Siebensitzer seinen Größenvorteil voll ausspielt, was er an Platz, Kofferraum, Sicherheitsequipment und Ausstattung zu bieten hat und ob das Siebensitzer-Konzept damit aufgeht, das offenbart sich, wenn man sich mit den Stärken und Schwächen des Prius+ näher auseinandersetzt.

Der Toyota Prius+ bietet auf 4,65 Meter Länge, 1,78 Meter Breite und  1,58 Meter Länge im Vergleich mit dem Prius mehr Raum. Der größte Vorteil gegenüber diesem liegt aber an der optionalen dritten Sitzreihe.

Das Interieur

Die Bedienung der Schalter und des Infotainments verläuft weitgehend intuitiv und die Instrumentierung und das Head-up-Display lassen sich einwandfrei ablesen.

Dass manches auf der Mittelkonsole angezeigt wird, ist blicktechnisch nicht so toll. Genauso wie auch der ganze Kunststoff drum herum. In Sachen Verarbeitung und Funktionalität lässt sich gegen den aber nichts sagen. Auch weil die Kunststoffoberflächen leicht abwaschbar sind – was im Alltag klar von Vorteil ist.

Auch die sieben Sitze stehen den Alltag. Fährt man zu zweit, genießt man in der ersten Sitzreihe großzügige Platzverhältnisse. Auf der Sitzbank dahinter, die deutlich höher baut als vorne, hängt die Bequemlichkeit von der eigenen Statur ab, denn die Sitze lassen sich einzeln verschieben.

Enger geht es auf den nicht ohne Verrenkung erreichbaren Plätzen sechs und sieben zu. Hier kommen nur Kinder bequem unter. Zu siebt auf die Reise gehen klappt aber nicht mit großem Gepäck. Wird die dritte Sitzreihe aus dem Kofferraumboden hervorgeklappt, bleibt nur noch wenig Platz im Gepäckraum über.

Der Kofferraum

Sind sieben Plätze belegt, verbleibt ein Volumen von 232 Liter fürs Gepäck. Zu fünft kann man dagegen mit einigen Koffern und Taschen auf Reisen gehen, denn dann passen bis zu 784 Liter in den Gepäckraum. Wenn alle fünf Sitze hinten flach gelegt sind, sind es sogar üppige 1.750 Liter.

In Fahrt bemerkt man den starken Kontrast zwischen laut und leise: Weil der Elektromotor fast unhörbar arbeitet, fällt der Einsatz des Benzinmotors besonders auf. Speziell bei viel Gas, wenn das stufenlose Automatikgetriebe sich Zeit lässt und der Motor dazu aufjault.

Das muss jedoch nicht sein. Gleitet man, wozu einen der Hybrid mit seinen Sparanzeigen erzieht, hält sich der 1,8-Liter-Benziner im Hintergrund und man nimmt vom Zusammenspiel von E-Motor und Benziner kaum etwas wahr.

Insgesamt bewältigt der Toyota Prius+ die Aufgaben eines Familienalltags gelassen. Der Siebensitzer ist tendenziell weich und komfortabel und die Lenkung eher indirekt und leichtgängig abgestimmt. Das passt gut ins Konzept.

Im Prius+ arbeitet noch der Hybridantrieb des Prius 3, der nicht 122 PS wie im Prius 4 leistet, sondern 136 PS. Das überzeugt nicht ganz, am Ende aber schon.

Die Benziner

Der 1,8-Liter-Benziner steuert 99 PS Leistung und 142 Nm Drehmoment bei und der Elektromotor 82 PS und 207 Nm. Nach einem Knopfdruck auf die EV-Taste (EV = Electric Vehicle) fährt der Hybrid ausschließlich mit der Kraft der Lithium-Ionen-Batterie bis zu zwei Kilometer weit. Vorausgesetzt man überschreitet nicht 50 km/h und der Akku ist fast voll.

Die Sparanzeigen erziehen zu sparsamer Fahrweise. Im Modus B des Automatikgetriebes, der stärker Energie während des Bremsens zurückgewinnt als in Stellung D, sinkt ebenfalls der Verbrauch.

Mit 1.645 Kilogramm Gewicht schleppt der Prius+ eigentlich zu viele Pfunde mit sich herum, um wenig zu verbrauchen und dynamisch zu fahren. Und auch wegen der trägen, stufenlosen Automatik hält sich die Dynamik in Grenzen. In 11,3 Sekunden beschleunigt der Siebensitzer von 0 auf 100 km/h.

Dann und wenn die Höchstgeschwindigkeit von 165 km/h oft genutzt wird, steigt der Verbrauch.

Der liegt in der Werksangabe bei durchschnittlich 4,1 Liter/100 km. Im Praxisverbrauch sind es, abhängig von der Fahrweise und der Topographie, rund zwei bis zweieinhalb Liter mehr, die aus dem 45-Liter-Tank abgehen. Das ist für einen Benziner in dieser Gewichtsklasse am Ende eines Tests ein sehr guter Wert.

Schon im Basismodell geht es mit der Familie sicher auf Tour. Aber einiges fehlt noch neben den serienmäßigen sieben Airbags, dem ESP, dem Regensensor und den Nebelscheinwerfern.

Die Rückfahrkamera gehört erst im nächsten Ausstattungslevel (Life) zur Serienausstattung, in dem auch schon das Head-up-Display inklusive ist, das den Blick immer schön auf der Straße hält, weil es die Geschwindigkeit und weitere Informationen auf die Windschutzscheibe projiziert.

Das Notbremssystem mit adaptivem ACC-Radar-Tempomat kommt erst in der Topausstattung TEC-Edition zum Einsatz. Hier ergänzen darüber hinaus die LED-Scheinwerfer, die Abblendlichtautomatik, der automatisch abblendende Innenspiegel und der Einparkassistent die Serienausstattung.

Im ADAC-Bremstest kam der Toyota Prius+ nach einer Vollbremsung aus 100 km/h nach unterdurchschnittlichen 40,6 Metern zum Stehen. Im Euro NCAP-Crashtest wurde der Siebensitzer nicht getestet.

Der Prius+ präsentiert sich in jeder der drei Ausstattungslinien mit reichlich Ausstattung und einem guten Preis-Leistungs-Verhältnis.

Der Basis-Prius+ rollt auf 16-Zoll-Leichtmetallfelgen und hat ab Werk die dritte Sitzreihe mit an Bord. Die Außenspiegel sind elektrisch einstellbar, beheizbar und heranklappbar und alle Fensterheber arbeiten elektrisch. Das Multifunktionslenkrad ist mit Leder ummantelt und für Komfort sorgen der Tempomat, die Klimaautomatik und das schlüssellose Öffnungs- und Startsystem.

Das Infotainmentsystem verfügt über einen 6,1-Zoll-Touchscreen, sechs Lautsprecher, einen MP3-CD-Player, Bluetooth und eine Freisprecheinrichtung.

Im zweiten Ausstattungsgrad (Life) machen vor allem das Head-up-Display, die Rückfahrkamera und das Panoramadach mit elektrischem Sonnenrollo den Unterschied.

Annehmlichkeiten wie der höhenverstellbare Fahrersitz mit elektrisch einstellbarer Lendenwirbelstütze, die Sonnenblenden für die hinteren Seitenscheiben und die Ablagetaschen an den Hinterseiten der Vordersitze zählen ebenso zum Ausstattungspaket wie die „TouchTracer“, die Bedienung erleichternde Sensortasten am Lenkrad.

Im dritten und höchsten Ausstattungslevel (TEC-Edition) ist die wichtigste Aufwertung das Notbremssystem mit Tempomat. Die TEC-Edition rollt auf 17-Zoll-Leichtmetallfelgen und verfügt ab Werk über eine Sitzheizung vorne, das Multimedia-Navigationssystem mit 7,0-Zoll-Touchscreen, ein JBL Soundsystem, acht Lautsprecher und DAB-Radioempfang.

Zusammenfassung

Gibt es ein Fahrzeug, das es mit sieben Sitzen und Hybridantrieb besser macht und das in dieser Preisklasse? Nein, bis heute nicht. Auch nach langer Bauzeit steht der Prius+ in seiner Fahrzeugkategorie und in seinem Preissegment weiterhin ganz alleine da.

Für einen vollwertigen Siebensitzer ist der Toyota dreißig, vierzig Zentimeter zu kurz. Im Platzangebot muss er sich aber hinter keinem der fünfsitzigen Konkurrenten verstecken. Und gegenüber dem kompakteren Toyota Prius spielt er seinen Größenvorteil klar aus – und das ebenso mit einem konkurrenzlos niedrigen Verbrauch.

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