Opel Kadett Electric: So könnte der Kult-Kompakte heute aussehen!

Irene Wallner
Lead Consumer Editor
26. August 2026

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Der Opel Kadett war einst einer der bekanntesten Kompaktwagen Deutschlands. So könnte ein moderner Kadett Electric heute aussehen.

Ein kantiger Kompaktwagen, fünf Türen und vorne der aktuelle Opel Vizor – trotzdem kommt einem dieses Auto irgendwie bekannt vor. Das liegt nicht zufällig am Namen: Was wäre, wenn Opel den Kadett zurückbringen würde?

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Seit mehr als drei Jahrzehnten gibt es keinen neuen Opel Kadett mehr. Dabei war gerade der Kadett E eines der erfolgreichsten Modelle der Marke. Zwischen 1984 und 1991 entstanden rund 3,78 Millionen Exemplare, erst danach übernahm der Astra die Rolle des Opel-Kompaktwagens.

Genau diesen Gedanken haben wir aufgegriffen und uns vorgestellt, wie ein moderner Opel Kadett Electric heute aussehen könnte. Wichtig dabei: Das hier gezeigte Auto ist unser eigener Entwurf. Opel hat keinen neuen Kadett angekündigt. Trotzdem haben wir uns bei Design und möglicher Technik bewusst daran orientiert, was die Marke heute tatsächlich macht.

Warum ausgerechnet der Opel Kadett?

Der Name Kadett dürfte vor allem bei Autofahrern, die in den 1980er- und 1990er-Jahren unterwegs waren, einiges auslösen. Und ausgerechnet der Kadett E wäre eine ziemlich gute Vorlage für ein Elektroauto.

Denn der Kompakte war für seine Zeit erstaunlich konsequent auf Aerodynamik getrimmt. Der normale Kadett E kam auf einen cw-Wert von 0,32, der GSi sogar auf 0,30 und galt damit damals als besonders windschlüpfig. 1985 wurde der Kadett E zudem zum europäischen „Car of the Year“ gewählt.

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Ein effizienter, vergleichsweise leichter Kompaktwagen wäre also gar nicht so weit von der ursprünglichen Kadett-Idee entfernt. Nur dass heute statt eines Benziners oder Diesels eben ein Elektromotor unter dem Blech stecken könnte. Der neue Kadett müsste kein Retro-Auto werden. Er müsste sich vielmehr so anfühlen, als wäre die Baureihe nach 1991 einfach immer weiterentwickelt worden.

Unser Kadett Electric verbindet 80er-Jahre-DNA mit dem heutigen Opel-Look

Deshalb haben wir beim Rendering bewusst darauf verzichtet, einfach einen aktuellen Astra mit Kadett-Schriftzug zu versehen.

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Die Grundform erinnert stärker an den Kadett E: Das Auto steht relativ niedrig auf der Straße, besitzt eine klare und vergleichsweise aufrechte Seitenlinie sowie große Fensterflächen. Auch das Heck fällt deutlich kantiger aus als bei vielen heutigen Kompaktwagen.

Opel-Kadett-Render-Seite

Gerade in der Seitenansicht soll die Verwandtschaft zum alten Kadett sichtbar bleiben. Die fast waagerechte Schulterlinie, die kräftige C-Säule und das kurze, steile Heck geben dem Auto eine Form, die man heute kaum noch sieht. Gleichzeitig verhindern große Räder, moderne Türgriffe und sauber modellierte Flächen, dass daraus ein reines Retro-Modell wird.

Vorne dagegen springt der Kadett Electric deutlich ins Jahr 2026.

Opel-Kadett-Electric-Render-Front

Hier sitzt der Opel Vizor, also die schwarze Fläche, die Scheinwerfer und Markenlogo optisch miteinander verbindet. Auch die stärker ausgeformte Motorhaube orientiert sich an Opels aktueller Designsprache. Opel selbst bezeichnet Vizor und „Compass“ als zentrale Elemente seines modernen Markengesichts.

Die rechteckige Grundform der Leuchten ist bei unserem Entwurf allerdings eine kleine Verbeugung vor dem Kadett E. Dadurch wirkt die Front moderner als beim Original, ohne komplett im Astra-Look zu verschwinden.

Auch das Heck bleibt ungewöhnlich kantig

Besonders wichtig war uns das Heck. Statt einer stark abfallenden Dachlinie bekommt der Kadett Electric eine relativ große und steil stehende Heckklappe.

Opel-Kadett-Electric-Render-Heck

Eine schwarze Blende verbindet die Rückleuchten miteinander und nimmt damit das Motiv der Front wieder auf. Gleichzeitig bleiben die Leuchten selbst vergleichsweise rechteckig. Der breite Schriftzug und die einfachen Flächen darunter sollen das Heck bewusst etwas nüchterner wirken lassen.

Genau diese Mischung könnte einen neuen Kadett interessant machen: vorne klar als aktueller Opel erkennbar, in den Proportionen aber deutlich eigenständiger als ein Astra.

Und nebenbei hätte die kantige Form einen praktischen Vorteil. Ein steiles Heck und die relativ hohe Dachlinie im Fond könnten für einen gut nutzbaren Kofferraum und ordentlich Kopffreiheit sorgen – ganz im Sinne eines klassischen Kompaktwagens.

Wo wäre überhaupt noch Platz für einen Kadett?

Das ist allerdings die entscheidende Frage. Opel hat mit dem Corsa bereits einen Kleinwagen und mit dem Astra einen klassischen Vertreter der Kompaktklasse. Der aktuelle Corsa ist rund 4,06 Meter lang, der Astra kommt auf 4,37 Meter. Unser Kadett könnte genau dazwischen landen.

Mit ungefähr 4,20 bis 4,25 Metern Länge wäre er handlicher als der Astra, würde aber deutlich mehr Auto bieten als ein klassischer Kleinwagen. Statt eines weiteren SUV bekäme Opel damit einen vergleichsweise niedrigen elektrischen Fünftürer. Während zahlreiche Hersteller ihre Modellpaletten mit Crossovers auffüllen, wäre ein bezahlbarer elektrischer Kompaktwagen mit klassischer Schrägheckkarosserie eine erfreulich bodenständige Alternative.

Welche Reichweite könnte ein Kadett Electric haben?

Bei der Technik müsste Opel nicht bei null anfangen. Der aktuelle Corsa Electric wird mit 156 PS und einer 51-kWh-Batterie angeboten und schafft laut Opel bis zu 429 Kilometer nach WLTP. Der größere Astra Electric besitzt ebenfalls 156 PS, kombiniert diese aber mit 55 kWh nutzbarer Batteriekapazität und erreicht aktuell bis zu 454 Kilometer WLTP-Reichweite. Beide laden mit maximal 100 kW Gleichstrom.

Für einen Kadett Electric zwischen diesen beiden Modellen wäre deshalb beispielsweise ein Akku mit rund 55 bis 60 kWh durchaus vorstellbar. Bei guter Aerodynamik wären damit etwa 430 bis 470 Kilometer WLTP-Reichweite ein realistisches Ziel. Die Leistung könnte bei ungefähr 156 bis 180 PS liegen.

Allerdings würden wir uns bei einem komplett neuen Modell auch beim Laden einen Fortschritt wünschen. 100 kW wären für ein zukünftiges Elektroauto dieser Klasse eher konservativ. Rund 150 kW würden besser zu einem echten Neustart des Kadett passen.

Und was würde ein neuer Opel Kadett kosten?

Auch beim Preis gäbe es ein ziemlich klares Fenster. Der Corsa Electric mit 156 PS startet aktuell bei rund 31.940 Euro, während Opel für den Astra Electric mindestens 39.890 Euro aufruft.

Ein kleinerer Kadett Electric müsste entsprechend irgendwo dazwischen liegen. Ein Einstiegspreis von ungefähr 34.000 bis 36.000 Euro wäre aus unserer Sicht plausibel. Damit wäre er zwar kein Elektro-Schnäppchen, würde sich aber klar vom größeren Astra absetzen.

Noch spannender wäre eine sportliche Variante. Der Name Kadett GSi besitzt schließlich bis heute einen gewissen Klang. Der historische Kadett GSi 16V brachte es Ende der 1980er-Jahre auf bis zu 156 PS – eine Leistung, die heute schon der normale Corsa Electric erreicht.

Ein moderner elektrischer Nachfolger mit deutlich über 200 PS, tieferem Fahrwerk und einigen GSi-Anleihen hätte deshalb durchaus Charme.

Braucht Opel wirklich wieder einen Kadett?

Aus rationaler Sicht wahrscheinlich nicht. Der Astra ist schließlich der direkte Nachfolger des Kadett und besetzt dessen ehemalige Position seit mehr als 30 Jahren.

Gerade deshalb wäre eine Rückkehr aber spannend. Statt den Namen einfach auf das nächste SUV zu kleben, könnte Opel den Kadett als das zurückbringen, was er früher einmal war: einen unkomplizierten, effizienten und bezahlbaren Kompaktwagen für viele Menschen.

Unser Kadett Electric wäre deshalb bewusst weder SUV noch Retro-Spielzeug. Er verbindet die klare, kantige Form des Kadett E mit Vizor, moderner Lichttechnik und einem Elektroantrieb.

Und vielleicht ist genau das die Art von Comeback, bei der ein alter Modellname tatsächlich Sinn ergeben würde.