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Der Honda CR-V verspricht ein zuverlässiger Familien-SUV mit effizientem Antrieb zu sein. Dank Hybrid-Technologie soll saubere Mobilität auf praktische Features treffen und das für einen Preis ab 46.900 Euro. Dieses Versprechen haben wir auf einer Familienreise auf Herz und Nieren geprüft und verraten dir, wo der CR-V überzeugt und wo er nervt.
Unser Testwagen kam in der höchsten Ausstattungslinie namens Advance Tech und dem Plug-in Antrieb mit 184 PS, was einen Preis von mindestens 56.900 Euro bedeutet. Jedoch liest sich das Datenblatt für einen Familien-SUV mit Plug-in Technik schonmal gut: 4,7 m Länge, 587 bis 617 Liter Kofferraumvolumen, WLTP-Verbrauch von 2,6 l/100 km.
Honda CR-V Testbericht entdecken
Zum Plug-in Hybrid-Vergleich in dieser Fahrzeugklasse: Der VW Tayron startet bei 54.975 Euro, der Mazda CX-60 bei 50.950 Euro, der Mitsubishi Outlander bei 49.990 Euro, der Skoda Kodiaq bei 49.230 Euro und der BYD Seal U DM-i bei 39.990 Euro. Der günstigste Plug-in CR-V kostet immerhin noch 54.400 Euro in der Elegance Tech Ausstattung, damit gehört der CR-V zu den teureren Modellen im Konkurrenzumfeld. Günstiger wird es beim Honda-SUV ansonsten nur noch mit den Vollhybrid-Varianten.

Komfortables Fahren mit gutem Durchzug dank E-Unterstützung
Auf unserer Reise konnte der CR-V mit einem sehr komfortablen Fahrwerk überzeugen. Auf der Autobahn liegt der große Familien-SUV satt auf der Fahrbahn und schluckt mit Leichtigkeit jegliche Bodenwellen. Dabei schwingt die Karosserie auch gerne mal nach, was an eine recht amerikanische Auslegung von Komfort beim Fahren erinnert.
In den Kurven hat es der CR-V schwerer. Er neigt sich ordentlich auf die Seite mit seinen knapp 2 Tonnen als Plug-in und das Lenkgefühl ist recht schwammig, aber das erwartet man auch nicht anders. Die Geräuschdämmung hingegen kann absolut überzeugen, da es angenehm leise im Cockpit bleibt, auch wenn das CVT-Getriebe den Motor gerne aufheulen lässt.

Unter der Haube befindet sich neben einem Elektromotor noch ein 2,0-Liter-Benziner, die zusammen eine Systemleistung von 184 PS liefern. Diese ist vollkommen ausreichend und bei geladener Batterie hat der CR-V einen guten Antritt dank der Elektro-Unterstützung.

Realverbrauch geht in Ordnung
Der Realverbrauch bei unserer Testfahrt war nicht schlecht: Rund 7 l/100 km hat der CR-V verbraucht, wenn der Akku leer war. Je nach Fahrprofil lag der Verbrauch meist zwischen 6,6 und 7,5 Litern auf 100 km, was für ein SUV dieser Größe in Ordnung geht. Bei vollgeladener 17,7 kWh-Batterie war der Realverbrauch schwieriger zu entziffern, da der Anteil des elektrischen Verbrauchs nicht angezeigt wird, sondern lediglich der Benzinverbrauch, der zwischen 3 und 4 Litern auf 100 km im Test schwankte.
Laut Honda gibt es keine Anzeige für den Stromverbrauch, weil: “Nur wenn man den CR-V ausschließlich über längere Zeit als reines E-Auto nutzt, wäre der elektrische Verbrauch von Interesse. Bei allen Mischbetrieben, auch wenn der Benzinbetrieb sehr gering ist, ist es immer ein Mischverbrauch und man kann nicht zwischen E-Verbrauch und Benzinverbrauch trennen.”. Schade, denn bei anderen Plug-in Hybrid-Modellen wird der Gesamtverbrauch transparenter dargestellt.
Aufgeladen werden kann der CR-V mit maximal 6,8 kW, was ein unterdurchschnittlicher Wert für einen modernen Plug-in Hybrid ist. Außerdem gibt es keine Möglichkeit den Honda CR-V schnell zu laden, was wir auf unserer Reise in der Tat vermisst haben. Die rein elektrische Reichweite laut WLTP liegt bei fast 80 km – 100 km wird als City-Wert angegeben. Da kommen andere moderne Plug-in SUVs mittlerweile weiter.

Großes Platzangebot und sehr praktische Familien-Features
Wenn es um Familienfreundlichkeit geht, spielt der CR-V seine Stärken aus, hier ein paar Highlights:
- Fondtüren sind lang und öffnen um 90°, perfekt, um ein Kind in den Kindersitz und wieder heraus zu bringen
- Isofix-Halterungen sind clever abgedeckt und leicht zugänglich
- Rücksitzbank ist verschieb- und neigbar
- Knie- und Kopffreiheit im Fond sind großzügig

Außerdem gibt es ein paar kleinere praktische Details wie einen Brillenhalter im Dachhimmel vorne, den man so einrasten kann, dass er zum kleinen Spiegel für den Fond wird oder große Ablagen und Cupholder, die das Leben einfacher machen.

Alte Software und das Infotainment als Achillesferse
Innen überzeugt der CR-V Advance Tech zwar mit Panorama-Dach, Sitzbelüftung, Memory-Sitzen, Sitzheizung hinten und Head-up Display. Das Infotainment und die Anzeigen wirken jedoch sehr oldschool: Die Bedienoberfläche wirkt so altmodisch, dass die erste Rückfrage bei der Reise war, ob dieser CR-V das neueste Modell des Herstellers sei? Während Apple CarPlay bereits kabellos klappt, muss beim Android Auto ein USB-A-Kabel genutzt werden.

Besonders nervig ist jedoch die Bedienung des Geschwindigkeitswarners. Diesen kann man nicht mithilfe eines Shortcuts am Lenkrad oder Bildschirm schnell ausschalten, sondern man muss sich mit mehreren Klicks durch Untermenüs navigieren, bis man zum Punkt “Display Verkehrszeichenerkennung” gekommen ist, um diesen Assistenten und somit den Warnton auszuschalten. Zu allem Überfluss muss dabei das Auto auch noch in „P“ stehen – unnötig kompliziert.
Die 360-Grad-Kamera, der adaptive Tempomat mit Spurwechselassistent und das Head-up Display sind hingegen top und erleichtern den Alltag enorm.

Großer Kofferraum mit niedriger Ladekante
Beim Kofferraum kann der CR-V voll punkten. Er hat einen riesigen Kofferraum mit 587 – 617 Litern, wobei in die Plug-in Hybrid Variante sogar mehr passt als in den Vollhybriden. Da die Heckklappe weit nach unten gezogen ist, liegt die Ladekante angenehm niedrig und schließt eben mit dem Kofferraumboden ab, sodass Kinderwagen, große Koffer und noch mehr Gepäck problemlos unter die Kofferraumabdeckung passen – großartig!
Dabei lassen sich die Rücksitzlehnen leider nicht aus dem Kofferraum aus umlegen, was die Flexibilität einschränkt, jedoch können die Rücksitze zumindest längs verschoben werden und die Lehnen lassen sich auch neigen.

Der fast perfekte Familien-SUV
Der Honda CR-V Advance Tech ist der perfekte Familien-SUV, wenn du Platz, Komfort und clevere Details für die Familie suchst. Die Fahrt ist entspannt, der Innenraum praktisch und der Kofferraum riesig. Die größte Schwäche ist die veraltete Technik: Sowohl im Antriebsstrang als auch im Infotainment. Die Infotainment-Software wirkt altmodisch und der Plug-in Hybrid Antrieb ist mit seiner elektrischen Reichweite und dem langsamen Laden nicht mehr auf der Höhe der Zeit.