Fiat Tipo Test

Ein solider Kompaktwagen

7/10
Wow-Wertung
Unsere Auto-Experten vergeben diese Wertung nach ausführlicher Prüfung des Fahrzeugs.
  • Sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis
  • Gute Verarbeitung
  • Vier Jahre Garantie
  • Kaum Sicherheitsassistenten
  • 3 Sterne im Sicherheitstest
  • Schwache Einstiegsmotoren

16.090 € - 26.790 € Preisklasse

5 Sitze

4,5 - 7,2 l/100km

Test

Das ist Preis-Leistung im wahrsten und besten Sinne des Wortes. Mit dem Fiat Tipo 5-Türer erhält man
einen fünftürigen Kompakten im Golf-Format zum Preis eines Kleinwagens. Da kann kaum einer in der
4,30-Meter-Klasse, zu der Bestseller wie der Hyundai i30, Ford Focus, Opel Astra, Renault Mégane
und VW Golf zählen, mithalten.

Drei Modellvarianten des Tipo stehen mit der viertürigen Limousine, dem Kombi und dem Fünftürer zur
Wahl. Für letzteren entscheiden sich zwei Drittel aller Kunden.

Aus guten Gründen: Der Tipo 5-Türer misst 4,37 Meter und steht damit zumeist schneller in der
Parklücke als der zwanzig Zentimeter längere Kombi. Mit dem und der Limousine teilt sich
die Steilheckvariante die Technik, die bis zu 120 PS starken Motoren, die gute Ausstattung und den
zweckmäßig eingerichteten, aber gut verarbeiteten Innenraum.

Zu nörgeln gibt’s im Tipo eigentlich wenig – bis auf die weitgehend fehlenden Fahrassistenzsysteme.
Der Zweck heiligt hier auf die gute Art die Mittel. Für den aufgerufenen Preis fällt das italienische Angebot, das in der
Türkei gebaut wird, ziemlich überzeugend aus. Die Kunststoffe wirken solide. An Bein-, Kopf- und
Bewegungsfreiheit herrscht kein Mangel. In manchen Situationen erweist sich der Tipo 5-Türer
gegenüber der Tipo Limousine als das weitaus praktischere Gefährt.

Und auch bei der Bedienung der Schalter und des Infotainments stellt einen der Tipo im Test nicht vor
Rätsel. Alles wichtige liegt am Fahrerplatz im Drei-Finger-Griffbereich rund ums Lenkrad. Die wichtigen
Schalter sind horizontal angeordnet, die weniger wichtigen vertikal.

Der Touchscreen wird betoucht oder man wischt ihm eine – wie dem iPad – und die Anschlüsse (AUX,
USB und 12-Volt-Steckdose) sowie das Ablagefach fürs Smartphone, das schnell in den Infotainment-
Betrieb eingebunden ist, liegen auch ganz in der Nähe.

Und auch wer sich mehr mit Extras austobt, erhält den Fiat Tipo am Ende zu einem im Vergleich zur
Konkurrenz außergewöhnlich attraktiven Preis.

Länge 4,37 Meter
Breite 1,79 Meter
Höhe 1,50 Meter
Kofferraumvolumen 440 Liter
Türen 5
Leergewicht 1.270 bis 1.395 Kilogramm
Zuladung 425 Kilogramm
Zulässiges Gesamtgewicht 1.695 bis 1.820 Kilogramm
Zulässiges Anhängelast ungebremst / gebremst 500 Kilogramm/800 bis 1.200 Kilogramm

Der Fiat Tipo ist ein braves Auto und fährt gut. Das Handling des Italieners ist trotz der Gefühlsarmut der Servolenkung leichtfüßig. Mit der Fahrwerksabstimmung holpert es auf schlechter Straße schon mal kurz, aber im Gesamten gefällt der Fahrkomfort.

Und die Motoren? Der 95-PS-Benziner ist beim Durchzug eine schwache Nummer und der 95-PS-Diesel im Tipo Kombi etwas überfordert. Der 120 PS starke Diesel arbeitet wie ein guter Motor, ist aber auch das teuerste Aggregat im Fiat Tipo. Das macht den 120 PS starken Benziner für die meisten zur ersten Wahl.

Die Benziner

Der 95-PS-Benziner ist mit seiner spät ansteigenden Drehmomentkurve (nur 127 Nm und das bei späten 4.500 Umdrehungen) ein reiner Einstiegsmotor im Tipo. Man spart damit, aber man kann ihn sich auch sparen. Der 1.4 T-Jet ist mit 215 Nm Drehmoment die bessere Wahl.

Unterwegs arbeitet der Vierzylinderturbo zumeist laufruhig. Er bietet genug Kraft, ohne beim Verbrauch über die Stränge zu schlagen (Werksangabe: 6,0 Liter/100 km). Nur wer häufig mit hohen Geschwindigkeiten lange Strecken zurücklegt, fährt mit dem großen Dieselmotor besser.

Die Diesel

Der stärkere Diesel, der auch mit einer Doppelkupplungs-Automatik (DCT) angeboten wird (Daten in der Tabelle in Klammern) ist der Favorit, weil er weniger verbraucht als der gleich starke Benziner und dem kleinen Diesel auf der Autobahn zu flott die Luft ausgeht. Beim Beschleunigen, bei der Elastizität und wegen der 1,4 Tonnen Gewicht, die der kleine Diesel beim Anfahren nicht so richtig von der Stelle gewuchtet bekommt.

An die 5,6 Liter/100 km im Verbrauch, die der 1.3 MultiJet im Test verbraucht, kommt auch der 1,6-Liter-Diesel heran, ohne permanent beim Anfahren und Zwischenbeschleunigen in Turbolöchern abzuhängen. Aus den 3,7 Liter/100 km, die sich der 120-PS-Diesel in der Papierform aus dem 50 Liter-Tank saugt, werden in der Praxis aber zwei Liter Dieselkraftstoff mehr.

Dafür hat der 1.6 MultiJet im Tipo mit 320 Newtonmeter Drehmoment aber auch reichlich Kraft zu bieten, und das schon ab niedrigen Drehzahlen. Bei ansprechender Elastizität und Laufruhe, wenn man den Selbstzünder nicht ausdreht.

1.4 16V 1.4 T-Jet 1.3 MultiJet 2.0 MultiJet (DCT)
Hubraum [ccm] 1.368 1.368 1.968 1.968
Leistung [PS] 95 120 95 120
Getriebe 6-Gang-Schaltgetriebe 6-Gang-Schaltgetriebe 5-Gang-Schaltgetriebe 6-Gang-Schaltgetriebe
0-100 km/h [s|
Höchstgeschwindigkeit [km/h
12,1 | 185 9,6 | 200 12,0 | 180 9,8 (10,2) | 200 (200)
Kraftstoff Benzin Benzin  Diesel  Diesel

Den Fiat Tipo kann man schon einige Zeit studieren. Die Entscheidung ist zwischen vier Ausstattungslinien und zahlreichen in Paketen verpackten Extras zu treffen.

Tipo Pop

Im Tipo Pop ist die wichtigste Sicherheitsausstattung mit sechs Airbags, dem ESP, dem Bremsassistenten und der Traktionskontrolle mit an Bord und auch die im Sommer wichtige Klimaanlage (manuell).

Darüber hinaus zählen zum Ausstattungsumfang auch das höhen- und längsverstellbare Lenkrad, der höhenverstellbare Fahrersitz, die elektrisch verstell- und beheizbaren Außenspiegel, die elektrischen Fensterheber vorne, die 12-Volt-Steckdose in der Mittelkonsole, die 60:40 teilbare Rückbanklehne und das MP3-Radio mit vier Lautsprechern, USB und AUX-IN-Anschluss.

Tipo Easy

Der Tipo Easy ist mit dem 5-Zoll-Touchscreen-Radio samt Bluetooth zur Einbindung des Smartphone, dem Lederschaltknauf, dem Tempomat, der dritten Kopfstütze und den hinteren Fensterhebern noch umfangreicher ausgestattet und mit dem Flip&Fold-System der Rückbank noch praktischer. Im Cockpit befindet sich direkt hinter dem Multifunktions-Lenkrad ein 3,5-Zoll-TFT-Display. Von außen erkennt man diese Varianten an den verchromten Türgriffen und den 16 statt 15 Zoll großen Rädern.

Tipo Lounge

Der Lounge ist am Chromschmuck an Kühlergrill, Nebelleuchten und an den hinten getönten Seitenfenstern zu erkennen und im Innenraum mit der Klimaautomatik, der Mittelarmlehne, dem automatisch abblendenden Innenspiegel und dem Lederlenkrad noch luxuriöser ausgestattet. Im Gepäckraum findet sich zusätzlich eine 12-Volt-Steckdose.

Die Sicherheitsausstattung erfährt mit den Parksensoren hinten, dem Licht- und Regensensor sowie den Nebelscheinwerfern mit Abbiegelicht eine Aufwertung und das Infotainment mit dem 7-Zoll-Touchscreen-Radio mit Smartphone Mirroring via Apple Car Play und Android Auto (Spiegelung des Handy-Startbildschirms auf den Fahrzeugmonitor).

Tipo S-Design

Wer den S-Design wählt, fährt den Fiat Tipo mit schwarzen 17-Zoll-Leichtmetallfelgen, Bi-Xenon-Scheinwerfern, Außenspiegeln, Kühlergrill und Nebelscheinwerfern in Klavierlackoptik und mit in Wagenfarbe lackierten Türgriffen. Drinnen sitzt man auf einem feschen Stoff-Kunstleder-Bezug.

Wegen des von Fiat spitz kalkulierten Preises finden sich auch im Topmodell kaum Fahrassistenten. Deshalb empfehlen sich einige Ausstattungspakete besonders – exemplarisch das Easy Plus Paket (mit Rückfahrkamera), das Sicherheitspaket (mit Notbremsassistent und Geschwindigkeitsbegrenzer) und das Sicherheitspaket Plus (zusätzlich mit adaptivem Tempomat).

Im ADAC-Bremstest kam der Fiat Tipo 5-Türer nach einer Vollbremsung aus 100 km/h nach guten 35,8 Metern zum Stehen. Das Crashverhalten der Karosserie und die Sicherung durch die elektronischen Helfer wurden im Euro NCAP-Crashtest allerdings nur mit drei von fünf Sternen bewertet. Die erhielt der Fiat Tipo nicht weil er unsicher fährt, sondern weil er auf die meisten Fahrassistenzsysteme verzichtet – die Kehrseite des günstigen Preises.

Zusammenfassung

Auch wenn es an Fahrassistenten hapert, der Tipo 5-Türer ist ein attraktives Angebot. Mit sicherem Fahrverhalten, guter Ausstattung und fast einwandfreier Alltagstauglichkeit – und das zum sehr fairen Preis. Was will man mehr? Vielleicht den Tipo in seiner Kombiversion? Die bietet zwanzig Zentimeter mehr Raum und Variabilität zum Aufpreis von lediglich 1.000 Euro. Dies nur als guter Tipp am Ende des Tests und als alternative Kaufempfehlung.

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