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Fast 9.000 Euro trennen den günstigsten vom teuersten Dacia Bigster. Unser Vergleich zeigt dir, wo die größten Unterschiede liegen.
Der Dacia Bigster ist der große Bruder des Duster und wildert im Revier des VW Tiguan, vor allem in der Top-Ausstattung. Doch wie unterscheiden sich der günstigste Bigster und der teuerste voneinander? Sind die 8.800 Euro Differenz gerechtfertigt? – Unser Vergleich liefert dir die wichtigsten Antworten.
Dacia Bigster Testbericht lesen
Es treten an: der Dacia Duster in der Basismotorisierung Mild Hybrid-G 140 (LPG/Benzin) und Basisausstattung Essential sowie das Top-Modell Hybrid-G 150 4×4 (LPG/Benzin) in der preisintensivsten Ausstattung Extreme.

Preisunterschied: Stolze 8.8000 Euro
Der Duster Mild Hybrid-G 140 (Essential) startet bei 23.990 Euro – ein echter Kampfpreis für ein SUV mit stolzen 4,57 Metern Länge. Das obere Ende der Skala markiert der Hybrid-G 150 4×4 (Extreme), der die 30-Marke knackt und für den du mindestens 32.790 Euro hinlegen musst. Warum 8.800 Euro mehr zahlen? – Die zusätzlichen 14 PS sind kein Argument. Schon eher der Allradantrieb und vor allem die Serienausstattung, die beim Top-Modell deutlich umfangreicher ausfällt.
Gut zu wissen: Die günstige Ausstattung Essential gibt es nur in Verbindung mit den Motorisierungen Mild Hybrid-G 140 (LPG/Benzin) und Mild Hybrid 140 (Benzin). Die drei höheren Ausstattungslinien Expression, Journey und Extreme lassen sich mit allen Motoren kombinieren, ob Mild Hybrid-G 140, Mild Hybrid 140, Hybrid 155 oder Hybrid-G 150 4×4.

Exterieur: Von 0815 zu ansprechend
Wer den Bigster in der Basis konfiguriert, darf optisch nicht zu viel erwarten. Die Radhäuser füllen nur 17-Zoll-Räder, aber immerhin handelt es sich nicht um Stahlfelgen. Davon abgesehen wirkt das Einstiegsmodell recht unauffällig. Ihm fehlt natürlich das gewisse Etwas, was angesichts der Preises aber kaum überrascht.
In der Ausstattung Extreme sieht das schon anders aus. Die 17-Zoll-Schlappen werden durch zweifarbige 18-Zoll-Räder ersetzt. Und nicht nur das: Kupferfarbene Details, ob an den Seitenspiegeln oder in der Frontschürze, sorgen für einen etwas schickeren Look. Wer sich optisch noch deutlicher von der Basis abheben will, der nimmt die Zweifarb-Lackierung mit schwarzem Dach für 300 Euro extra.

Ausstattung: Extreme bietet deutlich mehr Komfort-Features
Wo sich das teuerste vom günstigsten Bigster-Modell am stärksten differenziert, das ist die Ausstattung. Wer mit dem Nötigsten leben kann, der wird aber auch im Mild Hybrid-G 140 Essential glücklich. Denn im Vergleich zum kleineren Bruder, dem Duster, ist der Bigster in der Basis noch besser ausgestattet. Immerhin sind ein Multimediasystem samt 10,1-Zoll-Touchscreen, eine Einparkhilfe hinten mit Rückfahrkamera und elektrische Fensterheber vorne wie hinten an Bord. LED-Leuchten an Front und Heck sind ebenfalls gesetzt.
Die Top-Ausstattung Extreme hat nochmal deutlich mehr zu bieten. Wichtig für Dacia, da man ja auch der höherpreisigen Konkurrenz Kund:innen abjagen will. Und die haben andere Standards. So verfügt das Extreme-Modell z. B. über ein elektrisches Panorama-Glasschiebedach und eine induktive Smartphone-Ladefläche. Das digitale Kombiinstrument wächst von 7 auf 10 Zoll, Keyless Go erleichtert den Zugang zum Fahrzeug. Die Motorisierungen Hybrid 155 und Hybrid-G 150 4×4 erhalten zudem eine hohe Mittelkonsole mit Becherhalter und gekühltem Staufach, was für zusätzlichen Komfort sorgt.

Sicherheit: Unterschiede kleiner als gedacht
Bei der serienmäßigen Sicherheitsausstattung sind die Unterschiede überschaubar. Das liegt zum einen daran, dass der Bigster grundsätzlich keine Hightech-Funktionen wie automatisches Einparken oder teilautonomes Fahren anbietet. Zum anderen sind bestimmte Assistenzsysteme (autonomes Notbremssystem, Spurhalteassistent etc.) in der EU inzwischen für Neuwagen vorgeschrieben – und damit auch beim günstigsten Bigster an Bord.
Erwähnenswert ist vor allem das optionale City-Paket, das den Ausstattungslinien Journey und Extreme vorbehalten ist und unter anderem einen Toter-Winkel-Warner beinhaltet. Den adaptiven Tempopiloten (Abstandsregeltempomat) wiederum gibt es ebenfalls nur bei Journey und Extreme – und dann auch nur für die teureren Motorisierungen Hybrid 155 und Hybrid-G 150 4×4.

Leistung und Fahrkomfort: Das Basis-Modell ist schneller auf 100 km/h
Den günstigsten Bigster (Mild Hybrid-G 140 Essential) treibt ein turboaufgeladener Dreizylinder-Benzinmotor mit 1,2 Litern Hubraum an. Die 103 kW/140 PS und das Drehmoment von 230 Nm reichen, um das frontangetriebene SUV in 10 Sekunden von 0 auf 100 km/h zu beschleunigen. Hier kommt dem Bigster auch das vergleichsweise niedrige Gewicht von knapp 1,5 Tonnen zugute. Das 6-Gang-Schaltgetriebe ist für Puristen. Wer Wert auf Schalt-Komfort legt, wählt allein deswegen schon eine andere Motorisierung.
Der teuerste Bigster Hybrid-G 150 4×4 (Extreme) bietet 113 kW/154 PS und damit eine überschaubare Mehrleistung von 14 PS. Das ist leider zu wenig, um das höhere Gewicht (1.611 Kilo) auszugleichen. So braucht das Top-Modell sogar 0,5 Sekunden länger für den Sprint auf Landstraßentempo. Immerhin geht die Leistung nicht nur an die Vorder-, sondern auch an die Hinterachse – der Allradantrieb bietet Traktionsvorteile, vor allem bei schlechtem Untergrund. Weiterer Pluspunkt: Das 6-Gang-Doppelkupplungsgetriebe wechselt die Gänge automatisch. Und noch gut zu wissen: Der Hybrid-G 150 4×4 ist ein Hybrid, der den Dreizylinder-Turbo mit einem E-Motor kombiniert.

Verbrauch: Mit Benzin oder Autogas
Etwas überraschend, weil Dacia hier einen besonderen Weg geht: Du kannst den Bigster Mild Hybrid-G 140 wie auch den Hybrid-G 150 4×4 mit Benzin oder Autogas/LPG betanken – geht beides dank separater Tanks (jeweils 50 Liter).
Wer denkt, der Verbrauch liegt beim Top-Modell wegen des Mehrgewichts, des Allradantriebs sowie der Mehrleistung deutlich höher, der täuscht sich. Zumindest sagen das die offiziellen WLTP-Werte (kombiniert). Fährst du mit Benzin, benötigt der Hybrid-G 150 4×4 nur 0,1 Liter mehr als der Mild Hybrid-G 140. Also 5,9 statt 5,8 Liter. Beim Autogas-Verbrauch ist die Differenz dieselbe. Der teuerste Bigster verbraucht 7,2 l/100 km, der billigste 7,1 Liter.

Kofferraum: Die große Überraschung
Ganze 165 Liter mehr Kofferraumvolumen bietet der günstigste Bigster (Mild Hybrid-G 140) – ein echter Mehrwert. Der teuerste Bigster (Hybrid-G 150 4×4) leidet hier unter seinem Hybridantrieb inkl. Allrad – der kostet Platz. Nur 444 Liter passen bei aufrechter Rücksitzbank ins Heck. Wird die umgeklappt, stehen 1.712 Liter zur Verfügung. Der Basis-Bigster kann natürlich auch hier mehr anbieten – 1.877 Liter sind es insgesamt.

Fazit: Essential für Pragmatiker, Extreme für Anspruchsvolle
Viel wurde in der letzten Zeit über die Elektro-Kleinwagen gesprochen, die für “nur” 25.000 Euro jetzt auf den Markt kommen. Bei Dacia bekommst du für unter 25k ein fast 4,60 Meter langes SUV, das Platz für die ganze Familie bietet – mehr muss man eigentlich gar nicht sagen. Elektroantrieb gibt es dann zwar keinen, aber immerhin hast du die Wahl, mit Benzin oder Autogas zu fahren. Alles in allem: Wer bereit ist, Abstriche beim Komfort zu machen, kommt bereits mit dem Basis-Bigster für 23.990 Euro bestens zurecht … und bekommt sogar deutlich mehr Kofferraum als beim Top-Modell.
Wer aber gewisse Ausstattungsdetails wie ein Panoramadach, eine elektrische Heckklappe (optional) oder einen Abstandsregeltempomaten nicht missen will, der kommt an der Ausstattung Extreme nicht vorbei. Sie ist für alle, die mit dem Kauf eines Dacia zwar am Fahrzeugpreis, nicht aber am Komfort sparen wollen. Dabei lohnt sich aber auch ein Blick auf die Ausstattung Journey, die Ähnliches bietet und etwas günstiger ist.