Dein Weg zum neuen Auto
Der VW ID.4 wird umfassend überarbeitet und dürfte künftig ID. Tiguan heißen. Unsere Renderings zeigen, wie das neue Elektro-SUV aussehen könnte.
Der VW ID.4 steht vor seiner bislang größten Veränderung. Das Elektro-SUV bekommt nicht einfach ein paar neue Scheinwerfer und Stoßfänger, sondern wird außen, innen und vermutlich auch technisch umfassend überarbeitet. Und sogar der Name soll verschwinden: Aus dem ID.4 wird aller Voraussicht nach der VW ID. Tiguan.
Wie groß der Schritt ausfällt, zeigen die jüngsten Erlkönig-Aufnahmen. Die Tarnung lässt inzwischen genug erkennen, um sich ein ziemlich gutes Bild vom späteren Serienauto zu machen. Genau darauf basieren unsere Renderings. Die Bilder sind keine offiziellen VW-Aufnahmen, sondern zeigen unsere Interpretation davon, wie der fertige ID. Tiguan anhand der bislang bekannten Prototypen und der aktuellen VW-Designsprache aussehen könnte.
Der ID.4 verschwindet: So könnte der neue VW ID. Tiguan aussehen
Der Name ID. Tiguan wurde von Volkswagen selbst zwar noch nicht zusammen mit dem fertigen Auto offiziell präsentiert, gilt inzwischen aber als praktisch gesetzt. Unter anderem bestätigte die IG Metall Emden bereits Anfang 2026 die Umbenennung. Das bisherige Nummernschema rückt bei VW damit immer stärker in den Hintergrund – ähnlich wie beim ID. Polo und ID. Cross.
Mehr Tiguan, weniger ID.4
Vor allem an der Front dürfte der Unterschied zum heutigen ID.4 sofort auffallen. Dessen rundliches und fast ein wenig vanartiges Gesicht scheint ausgedient zu haben. Der neue ID. Tiguan wird deutlich geradliniger, kantiger und klassischer SUV.

Die neuesten Prototypen zeigen bereits eine nahezu serienreife Front mit flacher aufgebauten Scheinwerfern, einer horizontal ausgerichteten Lichtgrafik und einem geschlossenen oberen Bereich. Dazu kommt ein durchgehendes LED-Band. VW-Designchef Andreas Mindt hatte bereits angekündigt, dass der überarbeitete ID.4 optisch zum „großen Bruder“ des ID. Cross werden soll.
Genau diese Idee haben wir beim Rendering aufgegriffen. Zwischen den schmalen Scheinwerfern sitzt deshalb ein beleuchteter Streifen samt VW-Logo, während der eigentliche Lufteinlass weit unten im Stoßfänger sitzt. Insgesamt wirkt die Front dadurch weniger futuristisch als beim ID.4 – aber gleichzeitig moderner und wesentlich näher an dem, was man heute von einem Volkswagen erwartet.
Und vielleicht ist genau das beabsichtigt: Der ID. Tiguan soll nicht mehr auf den ersten Blick schreien, dass er ein Elektroauto ist.
Neue Seitenlinie macht den ID. Tiguan erwachsener
Noch deutlicher wird der Umbau beim Blick von der Seite. Obwohl die technische Basis des ID.4 weiterverwendet wird, bekommt das Auto laut den Erlkönigbildern unter anderem neue Türen, klassische Bügeltürgriffe und eine deutlich geradere Schulterlinie. Auch das hintere Seitenfenster und die D-Säule werden verändert.

Damit verliert das Auto etwas von der sehr weichen, rundlichen Silhouette des heutigen ID.4. Unsere Seitenansicht orientiert sich deshalb bewusst stärker an einem klassischen SUV: eine klare Linie von der Front bis ins Heck, kräftiger ausgestellte Radhäuser und eine weniger verspielte Fensterpartie.
Ganz zum Verbrenner-Tiguan wird der Stromer trotzdem nicht. Die Proportionen bleiben durch die Elektroplattform eigenständig und die relativ kurze Front sowie der lange Radstand erinnern weiterhin daran, wo der ID. Tiguan technisch herkommt.
Das Heck könnte besonders stark vom ID. Cross geprägt sein
Auch hinten wird VW offenbar gründlich aufräumen. Aktuelle Aufnahmen zeigen, dass die geschwungenen Rückleuchten des ID.4 einem deutlich kantigeren Design weichen. Bei einem zuletzt gezeigten Prototypen sind auf jeder Seite sogar zwei rechteckige Leuchtelemente zu erkennen.

Für unser Rendering haben wir diese Form mit der Lichtsignatur des neuen ID. Cross kombiniert: zwei rechteckige Elemente pro Seite und ein durchgehendes rotes Lichtband über die Heckklappe. Ob die Serienversion tatsächlich exakt so aussehen wird, wissen wir natürlich noch nicht – die Richtung erscheint angesichts der Prototypen aber durchaus plausibel.
Zusammen mit der geraderen Heckklappe entsteht dadurch ein deutlich robusterer Eindruck. Wo der ID.4 noch ziemlich weich gezeichnet ist, könnte der ID. Tiguan fast schon bewusst etwas konventionell wirken.
Auch innen macht VW vieles wieder rückgängig
Die optische Transformation dürfte sich im Innenraum fortsetzen. Und hier könnte die wichtigste Neuerung weniger mit Design als vielmehr mit Bedienung zu tun haben.
Volkswagen hat bereits bestätigt, bei seinen überarbeiteten Elektroautos wieder stärker auf echte Schalter und Drehregler zu setzen. Für den ID.4-Nachfolger wurde ein komplett überarbeitetes Armaturenbrett angekündigt. Ein klassischer Lautstärkeregler soll zurückkehren, gleichzeitig dürften Materialien, Displays und Benutzeroberfläche überarbeitet werden.
Damit würde VW einen der größten Kritikpunkte früher ID.-Modelle angehen. Statt möglichst viele Funktionen in Touchflächen zu verstecken, soll die Bedienung wieder intuitiver werden. Wie stark der Innenraum optisch dem ID. Polo oder ID. Cross folgt, bleibt abzuwarten – dass der heutige ID.4-Innenraum weitgehend unverändert übernommen wird, erscheint inzwischen aber äußerst unwahrscheinlich.
MEB+ statt komplett neuer Elektroplattform
Unter dem neuen Blech steckt keine vollkommen neue Architektur. Der ID. Tiguan soll vielmehr eine weiterentwickelte Variante der bekannten MEB-Technik nutzen, die häufig als MEB+ bezeichnet wird. Auch deshalb handelt es sich streng genommen eher um eine extrem umfangreiche Modellpflege als um ein von Grund auf neu entwickeltes Fahrzeug.
Spannend wird vor allem, was VW bei Batterie und Laden verändert. Offizielle Daten stehen noch aus. Im Raum stehen unter anderem günstigere LFP-Batterien für Einstiegsmodelle sowie modernisierte Akkupakete und effizientere Antriebe. Einige Berichte rechnen mit Größen um 58 und 79 kWh sowie einer Ladeleistung von etwa 180 kW – diese Zahlen sind bislang aber nicht von Volkswagen bestätigt.
Ein Sprung auf eine neue 800-Volt-Architektur ist dagegen nicht zu erwarten. Viel wahrscheinlicher ist, dass VW die bestehende Technik weiter optimiert. Dadurch könnten Verbrauch und Reichweite besser werden, ohne dass auf dem Datenblatt plötzlich völlig neue Rekordwerte stehen.
Wann wird der VW ID. Tiguan vorgestellt?
Lange müssen wir uns nicht mehr gedulden. Ende September bzw. Anfang Oktober soll es so weit sein – die Enthüllung steht also unmittelbar bevor.
Produziert werden soll der ID. Tiguan künftig in Emden. Die bisherige ID.4-Produktion in Zwickau soll auslaufen, während der ID.5 voraussichtlich ohne direkten Nachfolger eingestellt wird.
Damit bekommt der ID. Tiguan eine ziemlich wichtige Aufgabe. Er muss nicht nur den ID.4 ersetzen, sondern soll offenbar gleichzeitig zeigen, wie Volkswagen seine Elektroautos künftig positionieren möchte: weniger eigenständige Elektro-Welt, mehr klassischer VW – nur eben mit Batterie.
Unsere Renderings zeigen, wie überzeugend dieser Ansatz aussehen könnte. Und nachdem die jüngsten Erlkönige bereits erstaunlich viel preisgeben, dürfte das fertige Auto davon möglicherweise gar nicht mehr so weit entfernt sein.